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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2025

Unheimlich berührend und stark

Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster
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Fred Wiener ist geschieden, zieht seinen Sohn Phil allein groß und arbeitet in einem Büro. Allgemein ist er wohl so etwas wie ein eher einsamer, trauriger, sehr zurückgezogener und kontaktscheuer Mensch. ...

Fred Wiener ist geschieden, zieht seinen Sohn Phil allein groß und arbeitet in einem Büro. Allgemein ist er wohl so etwas wie ein eher einsamer, trauriger, sehr zurückgezogener und kontaktscheuer Mensch. Seine Kollegen bekommen erst etwas Respekt vor ihm, als er erzählt, dass er sich als ehrenamtlicher Sterbebegleiter hat ausbilden lassen. Doch gleich seine erste "Klientin" Karla macht es ihm schwer und ist völlig anders, als er es erwartet hat...

Das Buch hat mich stark beeindruckt. Zum einen rein vom Aufbau her. Über den Kapiteln steht jeweils der Name desjenigen, aus dessen Sicht erzählt wird. Das macht es dem Leser einfach, obwohl man allein schon am unterschiedlichen Stil gemerkt hätte, wer da berichtet. Am besten gefiel mir die direkte, geradlinige und auch sehr pragmatische Art des 13-jährigen Phil. Man merkt im Laufe des Buches, dass er nicht nur körperlich wächst, sondern insgesamt erwachsener wird.
Vor allem aber hat mich der Inhalt beeindruckt und berührt. Die Art der Autorin über die Figur Karla mit der Krebserkrankung und dem Sterben umzugehen und dabei rüberzubringen, wie man die Wünsche der Menschen zu respektieren hat, hat mir viel Stoff zum Nachdenken gegeben. Fred wollte als Sterbebegleiter alles richtig machen und macht doch einiges ganz falsch. Das kann einem selbst immer passieren, sobald eine Person in der Umgebung von Krebs oder einer anderen schweren Krankheit betroffen ist. Ich habe viel aus dem Buch gelernt und mitgenommen.
Und trotzdem habe ich das Buch als einen schönen Roman empfunden, der mich auch unterhalten hat. Dieser Spagat ist der Autorin zu 100 % gelungen. Mehr als die volle Punktzahl kann ich nicht vergeben, aber hier hätte ich gern noch die Möglichkeit von Zusatzpunkten gehabt.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Super

Schlaflied
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Das Buch beginnt auf den Philippinen. René, ein Arzt, stürzt eine junge Frau beim Bungeejumping in den Tod. Dann wechselt das Geschehen nach Schweden. Dort wird die Leiche eines Jungen gefunden, vergewaltigt ...

Das Buch beginnt auf den Philippinen. René, ein Arzt, stürzt eine junge Frau beim Bungeejumping in den Tod. Dann wechselt das Geschehen nach Schweden. Dort wird die Leiche eines Jungen gefunden, vergewaltigt und ermordet. Die Spur führt ins Pädophilenmilieu. Und dann nach Rumänien. Weiter verschwinden junge Flüchtlinge. Die Mordkommission mit Mette, Olivia u. a. ermittelt wieder und Mette holt Tom endlich wieder ins Team.

„Schlaflied“ empfand ich als bestes Buch in der Reihe. Wie immer können sich die Figuren der Vorgängerbände entwickeln. Sie alle haben Ecken und Kanten. Schön ist, dass Tom jetzt richtig in die Ermittlungen eingebunden ist und trotzdem noch eigene Wege gehen kann. Das Buch ist von Anfang an spannend. Die verschiedenen Handlungsstränge bündeln sich schon etwa in der Mitte des Buches, was mir gut gefiel. Trotzdem blieb die Spannung durchgehend hoch, die Ermittlungen real und nachvollziehbar. Mit einer besonderen Überraschung am Ende. Die Latte für das nächste Buch hängt extrem hoch.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Ganz stark

Das Brombeerzimmer
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Nora verlor vor einem Jahr ihren Ehemann und trauert immer noch stark um ihn. Jeden Sonntag macht sie neue Marmelade, inzwischen steht im Arbeitszimmer eine große Pyramide. Mehr durch Zufall bekommt sie ...

Nora verlor vor einem Jahr ihren Ehemann und trauert immer noch stark um ihn. Jeden Sonntag macht sie neue Marmelade, inzwischen steht im Arbeitszimmer eine große Pyramide. Mehr durch Zufall bekommt sie Kontakt zu der Großtante ihres Mannes und fährt nach Mecklenburg-Vorpommern. Klara ist aufgrund eines Unfalls im Pflegeheim, doch Nora holt sie nach Hause in das kleine Dorf. Dort erwarten sie viele neue Marmeladen und einige Überraschungen …

Ich finde das Buch ganz stark und gelungen. Ich selbst musste leider die gleiche Erfahrung wie Nora machen und auch wenn jeder anders trauert, die Beschreibung von Noras Trauer ist absolut echt und nachvollziehbar. Ganz zart geschrieben, zu Tränen rührend und trotzdem nicht kitschig. Auch der weitere Verlauf des Buches mit den Erlebnissen bei Klara schafft immer die Balance zwischen wunderbarer Beschreibung (der Marmeladen, aber auch der Landschaft und der Menschen), guter Unterhaltung und trotzdem Tiefgang ohne Zeigefinger. Die Rezepte machten sofort Appetit und ich empfand sie als wundervolle Zugabe. Ein wenig bedauert habe ich das für mich etwas abrupte Ende, aber vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung? Freuen würde es mich auf jeden Fall. Die liebenswerten Menschen vermisse ich jetzt schon und es könnte noch so viel passieren. Bis hoffentlich dahin kann ich das Buch nur uneingeschränkt empfehlen.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Alltag

Als wir unbesiegbar waren
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Eva, Sylvie, Benedict und Lucien sind befreundet und stehen kurz vor dem Ende des Studiums. Sie kommen aus völlig unterschiedlichen Verhältnissen, aber sie verstehen sich gut. Jeder hat eigene Träume, ...

Eva, Sylvie, Benedict und Lucien sind befreundet und stehen kurz vor dem Ende des Studiums. Sie kommen aus völlig unterschiedlichen Verhältnissen, aber sie verstehen sich gut. Jeder hat eigene Träume, was er machen will: Wissenschaftler, Künstler, reich werden, nur gut leben. Doch das Leben wird ganz anders und sie verlieren sich öfter aus den Augen...

Das Buch erzählt einfach die Geschichte von 4 Freunden mit all den teilweise naiven Vorstellungen und dem, was im Leben daraus wird. Wie viele Pläne sie begraben müssen, wie viele Fehler sie machen und was klappt. Es ist einfach der Alltag des Lebens, den jeder anders erfährt, aber der im Grunde gleich ist. Nichts ist sicher, nichts für ewig und ohne den Kampf und die Anstrengung hält auch keine Freundschaft, obwohl sie zu den wenigen ganz wichtigen Dingen im Leben zählt. Und trotz dieser Alltäglichkeiten hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es war nicht belehrend und teilweise richtig spannend, immer gut lesbar. Eine sehr positive Neuentdeckung für mich.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Gelungen

Die Grausamen
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Von der 13-jährigen Tessa verliert sich auf dem kurzen Heimweg von einer Freundin jede Spur. Sie wird nie wieder gefunden, auch keine Leiche.
20 Jahre danach ist alles noch ungeklärt. Gabe und Marta werden ...

Von der 13-jährigen Tessa verliert sich auf dem kurzen Heimweg von einer Freundin jede Spur. Sie wird nie wieder gefunden, auch keine Leiche.
20 Jahre danach ist alles noch ungeklärt. Gabe und Marta werden aus diversen Problemgründen in eine neue Abteilung versetzt und sollen Cold Cases – ungeklärte Altfälle – durchsehen. Eigentlich sollen sie damit nur ruhig gestellt und abgeschoben werden und niemand erwartet ernsthaft ein Ergebnis. Doch bei der Durchsicht der alten Fälle stoßen sie auf 4 ungeklärte Morde und immer wieder auf den Namen Tessa…

Mir hat das Buch richtig gut gefallen, auch wenn ich es her als Krimi und nicht als Thriller bezeichnen würde. Auch das Cover ist gut gelungen – speziell, wenn man es im Dunkeln betrachtet. Klasse Idee. Doch das alles sind eher Äußerlichkeiten. Die Handlung selbst hat mir ebenfalls gefallen. Man kann die Entwicklung der Ermittler verfolgen. Und trotzdem läuft es nicht auf heile Welt und „Errettung“ hinaus. Sie haben weiterhin ihre Fehler, aber sie wachsen mit ihren Aufgaben und auch zusammen. Die ganze Zeit ist eine unterschwellige Spannung vorhanden, weil man überhaupt keine Ahnung hat, wohin sich alles entwickeln wird. Das Ergebnis ist teilweise überraschend und zumindest bei den Gründen lag ich eine ganze Weile sehr schief. Alles in allem kann ich das Buch nur empfehlen.

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