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Veröffentlicht am 14.03.2025

Ein Baum als Erzähler

Sonderedition: Buchenleben
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Die Rezension zu „Buchenleben“ von Peter Wohlleben fällt mir nicht leicht, da ich es schwierig finde, diese außergewöhnliche Geschichte richtig einzuordnen. Einerseits liegt das daran, dass ich mit dem ...

Die Rezension zu „Buchenleben“ von Peter Wohlleben fällt mir nicht leicht, da ich es schwierig finde, diese außergewöhnliche Geschichte richtig einzuordnen. Einerseits liegt das daran, dass ich mit dem erzählerischen Konzept – ein Baum, der seine Lebensgeschichte erzählt – kleine Schwierigkeiten habe. Ich bevorzuge realistische Literatur, insbesondere Krimis, Thriller, lebensnahe Romane und Sachbücher, und kann mit Fantasy, Science-Fiction bzw. märchenhafter Erzählung wenig anfangen. Insofern war ich hier von Anfang an etwas hin- und hergerissen.

Andererseits faszinieren mich unterschiedliche Biografien – und in diesem Fall eben die von einer fast 200jährigen Buche. Deshalb habe ich mich bewusst für dieses Buch entschieden. Tatsächlich konnte es mich auf eine gewisse Weise fesseln, denn die Buche kann zahlreiche Geschehnisse über die Jahre hinweg erzählen. Wohlleben gelingt es überraschend gut, dieses Wissen in eine ruhige, fast meditative Erzählung zu verpacken. Einige Passagen empfand ich zwar als langatmig, doch die Geschichte interessierte mich genug, um dranzubleiben.

Der Schreibstil ist angenehm, und seine Wortschöpfungen für andere Lebewesen und Naturphänomene wirken charmant und passend. Der wissenschaftliche Teil im zweiten Abschnitt rundet das Thema gelungen ab. Ich habe das Buch in Etappen gelesen, da ich in der richtigen Stimmung für diese eher unaufgeregte Erzählweise sein musste. Letztlich hat es mich gut unterhalten und meine Wahrnehmung für das Wunderwerk Baum und die faszinierende Welt des Waldes geschärft.

Nach der Lektüre dieses Buches werde ich sicherlich mit einem anderen Blick durch den Wald gehen – insbesondere beim Anblick von Buchen werde ich an diese Geschichte denken. Der Ausflug in ein für mich ungewohntes Genre hat sich gelohnt. Zwar reiht sich hier kein großes Ereignis ans nächste, doch das Buch erzeugt ein warmes Gefühl und bringt einen der Natur spürbar näher.

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Solides Arbeitsbuch

Intuitiv essen – das Workbook
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„Intuitiv essen – das Workbook: 10 Prinzipien für eine gesunde Beziehung zum Essen“ von Elyse Resch und Evelyn Tribole ist das Arbeitsbuch basierend auf dem Bestseller „Intuitiv essen“. Insgesamt handelt ...

„Intuitiv essen – das Workbook: 10 Prinzipien für eine gesunde Beziehung zum Essen“ von Elyse Resch und Evelyn Tribole ist das Arbeitsbuch basierend auf dem Bestseller „Intuitiv essen“. Insgesamt handelt es sich um ein gutes Buch, das sich verständlich liest und eine solide Grundlage zum Thema „Intuitives Essen“ bietet. Besonders positiv hervorzuheben ist, dass es Beispiele und Platz für Reflexionen gibt, die einem dabei helfen, das eigene Essverhalten besser zu verstehen. Die 10 Prinzipien, die im Buch erklärt werden, sind gut strukturiert und lassen sich relativ leicht verstehen. Die Umsetzung im Alltag liegt letztlich, wie immer, in der eigenen Verantwortung.“.

Für mich persönlich war das Thema nicht ganz neu, da ich mich schon länger mit Ernährung beschäftige, aber auch ich habe noch neue Erkenntnisse gewonnen. Die Art und Weise, wie die Autorinnen das Thema angehen, gefällt mir gut. Sie erklären das Konzept auf eine klare und einfache Weise, was den Einstieg erleichtert.

Allerdings muss ich sagen, dass die Aufgabenstellungen im Buch nicht ganz mein Fall waren. Ich habe mich damit nicht immer abgeholt gefühlt, und einige Teile des Buches wirkten eher theoretisch, was vielleicht an der sachlichen und trockenen Optik liegt – fast wie ein Fachbuch. Das macht das Lesen zwar nicht unbedingt unangenehm, aber etwas weniger ansprechend.

Nichtsdestotrotz finde ich die Ansätze des intuitiven Essens wertvoll, und wie immer bei solchen Büchern kommt es darauf an, was man für sich selbst daraus zieht. Was für mich gut funktioniert, muss nicht unbedingt für jeden anderen passen. Daher würde ich sagen, dass das Buch insgesamt gut ist, aber eben nicht 100%ig mit meinen eigenen Vorstellungen übereinstimmt.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Dunkle Wahrheiten im Darknet

Mörderfinder – Das Muster des Bösen
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Im fünften Band der „Mörderfinder“-Reihe von Arno Strobel bekommen Max Bischoff und Marvin Wagner ihren ersten Fall, noch bevor ihre Detektei WaBi offiziell eröffnet ist. Der Sohn eines Richters wird entführt, ...

Im fünften Band der „Mörderfinder“-Reihe von Arno Strobel bekommen Max Bischoff und Marvin Wagner ihren ersten Fall, noch bevor ihre Detektei WaBi offiziell eröffnet ist. Der Sohn eines Richters wird entführt, weil der Vater einem Kinderschänder nur eine milde Strafe gab. Nach dem Fund der Leiche des Kindes müssen die beiden Ermittler schnell handeln, um Schlimmeres zu verhindern. Der Fall bringt sie in Kontakt mit dem Gefängnisfriseur Weinand, der Max und Marvin zeitweise unterstützt und wichtige Recherchearbeiten übernimmt. Doch schnell wird klar, dass der Täter einen heimtückischen Plan verfolgt, und es gibt immer mehr Opfer.

Der Thriller bietet eine spannende Mischung aus sachlicher Ermittlungsarbeit und grausame Szenen aus der Perspektive des Täters. Die Geschichte thematisiert die Schwächen des Justizsystems, das immer wieder zu milde Urteile gegen Täter erlässt und ihnen somit Gelegenheit für weitere Straftaten ermöglicht. Bischoff und Wagner sind gewohnt professionell, aber auch sie laufen in diesem Fall Gefahr, falsche Fährten zu folgen. Die Handlung bleibt durch viele unerwartete Wendungen bis zum Schluss packend.

Die Ermittlungen führen Bischoff und Wagner tief in das Darknet und behandeln das Thema Selbstjustiz. Der religiöse Wahn des Täters und die problematischen Urteile von Richtern sind ebenfalls zentrale Themen. Die Zusammenarbeit zwischen Bischoff und Wagner sorgt weiterhin für gute Unterhaltung für die Fans der Reihe. Frischer Wind wird auch durch Weinand in das Team gebracht. Auch wenn das Ende dieses Mal weniger actionreich ist, bleibt der Thriller dennoch spannend und fesselnd.

„Das Muster des Bösen“ ist ein gut geschriebener Thriller, der sowohl eigenständig als auch als Teil der gesamten Reihe überzeugt. Die Mischung aus gesellschaftlicher Kritik, düsteren Verbrechen und bekannten Ermittlern sorgt für ein fesselndes Leseerlebnis. Ich mag die Reihe sehr und freue mich schon auf weitere Fälle.

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Veröffentlicht am 28.01.2025

Der Tod, der am Dienstag kommt: Ein fesselnder Cosy-Crime aus Castle Knoll

Das Mörderarchiv: Der Tod, der am Dienstag kommt
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Nach dem Erfolg von „Das Mörderarchiv“ kehrt die Krimiautorin Kristen Perrin mit „Das Mörderarchiv: Der Tod, der am Dienstag kommt“ zurück nach Castle Knoll, einem idyllischen Ort, der stets von dunklen ...

Nach dem Erfolg von „Das Mörderarchiv“ kehrt die Krimiautorin Kristen Perrin mit „Das Mörderarchiv: Der Tod, der am Dienstag kommt“ zurück nach Castle Knoll, einem idyllischen Ort, der stets von dunklen Geheimnissen umgeben ist.

Die Wahrsagerin Peony Lane trifft Annie und prophezeit, dass vor Jahren jemand Olivia Gravesdown ermordet hat. Kurz darauf wird Peony selbst tot im Wintergarten von Annie aufgefunden, erstochen mit einem Dolch, auf dem Annies Fingerabdrücke sind. Nun muss Annie herausfinden, wer die Wahrsagerin getötet hat und warum ihr die Tat angedichtet wird. Dabei stützt sie sich auf das Mörderarchiv ihrer verstorbenen Tante Frances, das geheime Informationen über die Dorfbewohner enthält. Doch je mehr sie erfährt, desto deutlicher wird, dass jemand ein dunkles Geheimnis zu bewahren versucht.

Die Geschichte entfaltet sich auf zwei Erzählsträngen: der Gegenwart von Annie und der Vergangenheit um ihre Tante Frances. Annie, die sowohl Krimiautorin als auch Hobbyermittlerin ist, deckt nicht nur Peonys Mörder auf, sondern gräbt auch in den Ereignissen der 1960er-Jahre rund um den Tod von Olivia Gravesdown. Besonders wichtig sind dabei Frances’ Tagebücher und die mysteriösen Prophezeiungen von Peony.

Annie ist eine sympathische, scharfsinnige Hauptfigur, doch die Vielzahl an Dorfbewohnern und die vielen Geheimnisse können den Überblick erschweren. Der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart macht das Buch komplex, aber spannend. Der durchblinkende britische Humor und die tiefen Emotionen sorgen für eine angenehme, nicht kitschige Atmosphäre. Das dörfliche Castle Knoll ist als Kulisse ausgezeichnet und verstärkt den Charme der Erzählung.

Trotz einiger Verwirrungen beim Wechsel der Erzählstränge bleibt „Der Tod, der am Dienstag kommt“ eine fesselnde und unterhaltsame Cozy-Crime-Geschichte. Geheimnisse, historische Rückblicke und stetig voranschreitende Ermittlungen halten den Leser bis zum Schluss in Atem.

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Veröffentlicht am 16.01.2025

Mord im Gartenteich

What a Way To Go
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Einen mörderischen Abgang liefert Bella Mackie in ihrem Kriminalroman „What a way to Go“.

Anthony Wistern, Selfmade-Millionär, Patriarch und Womanizer, feiert seinen 60. Geburtstag mit allem erdenklichen ...

Einen mörderischen Abgang liefert Bella Mackie in ihrem Kriminalroman „What a way to Go“.

Anthony Wistern, Selfmade-Millionär, Patriarch und Womanizer, feiert seinen 60. Geburtstag mit allem erdenklichen Luxus. Doch plötzlich wird er tot im Garten aufgefunden – aufgespießt auf einer im Gartenteich befestigten Stange für die Lichtinstallation. Und seine Familie? Die interessiert sich mehr für das Erbe als für den Tod des Vaters.
Eine junge True-Crime-Bloggerin beginnt, Nachforschungen anzustellen und kommt der Familie immer näher. Doch wird sie das Rätsel um seinen Tod lösen können?

Das Cover und der Klappentext haben mich sofort angesprochen: Eine skurrile Kriminalgeschichte aus England, gewürzt mit schwarzem Humor – das klingt genau nach meinem Geschmack. Der Einstieg in die Geschichte war vielversprechend: flott erzählt und mit einer ordentlichen Portion Spannung. Die Charaktere sind zwar gut beschrieben, bleiben jedoch weitgehend unsympathisch. Der Handlungsverlauf war solide, jedoch ohne große Überraschungen – der erhoffte schwarze Humor blieb leider aus.

Die Perspektive von Anthony, der seine Familie von „oben“ beobachtet, fand ich durchaus gelungen und brachte interessante Elemente in die Erzählung. Leider zog sich der Roman insgesamt etwas, und mit 450 Seiten war der Inhalt meiner Meinung nach einfach zu dehnbar. Besonders gegen Ende gab es einige Wendungen und Aktionen, die für mich nicht ganz nachvollziehbar waren, was den Schluss überladen und etwas konstruiert wirken ließ. Auch der „True-Crime“-Aspekt geriet aufgrund der vielen familiären Konflikte leider etwas in den Hintergrund.

Insgesamt handelt es sich bei „What a Way to Go“ um einen leichten und unterhaltsamen Krimi, der allerdings meine Erwartungen nicht voll erfüllen konnte.

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