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Veröffentlicht am 23.04.2025

Berühren verboten

Sommerglück am Chiemsee
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Josefine entschließt sich, sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Doch unvorbereitet möchte sie dies nicht tun und nimmt dafür eine Stelle zur Betreuung von Altschreiner Peter an, der nicht weit von ihrem ...

Josefine entschließt sich, sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Doch unvorbereitet möchte sie dies nicht tun und nimmt dafür eine Stelle zur Betreuung von Altschreiner Peter an, der nicht weit von ihrem Elternhaus entfernt wohnt. Dabei lernt sie dessen Sohn Adrian kennen. Als Physiotherapeut ist dieser bemüht, Josefine nach einem Hexenschuss Hilfe anzubieten. Doch diese Hilfe zwingt Josefine dazu, sich ihren Ängsten zu stellen und konfrontiert sie zeitgleich mit ihrer Vergangenheit.

„Sommerglück am Chiemsee“ von Leonie Werdenfels ist ein Liebesroman, der am gleichnamigen See spielt.
Zum Titel passt auch das malerische Cover. Leider war das aber auch schon das Detail, dass ich am besten fand.
Ich hatte mir eine heitere, romantische Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des Sees vorgestellt, was der Titel für mich auch verspricht. Ich fand, der See hat kaum eine Rolle gespielt und die Geschichte war sehr melancholisch.
Ich hatte bis auf das Ende meine Probleme, Josefine nah zu kommen. Das wiederum passte eigentlich zu deren Geschichte, ist für mich als Leserin jedoch unpraktisch gewesen, da ich mich immer zwingen musste, weiterzulesen. Ich fand die Idee der Geschichte wirklich gut. Doch ich hätte mir eine Art Hinführung zum Problem gewünscht, in dem eher Andeutungen über die Ursache von Josefines Problemen, bspw. durch Rückblendungen erfolgt waren. Somit fehlte mir lange Zeit das Verständnis für ihr Verhalten, dass ich in ihrer Ablehnung manchmal übertrieben albern fand. Mit dem erklärenden Ende wurde mir jedoch Vieles klar.
Auch konnte ich die überaus dominierende Figur Klitschkos nicht ganz einordnen. Ich habe rückblickend das Gefühl, er steht für eine Art Symbolik zu Josefines Charakter.
Die erdenden Charaktere waren für mich Peter und Adrian. Gerade Peters Part und sein Charakter sind überaus beispielgebend und regen zum Nachdenken an.
Auch Adrian ist ein unwahrscheinlich einfühlsamer Mensch, an dem man sich durchaus ein Beispiel nehmen kann. Ähnliches gilt für Josefines beste Freundin.

Fazit: Wer eine romantische Geschichte mit vielen Glücksmomenten erwartet, der ist hier falsch.
Wer jedoch Romane über die Herausforderungen des Lebens mag, über das Heranwachsen von Selbstbewusstsein und die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, der ist hier richtig.

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Veröffentlicht am 04.04.2025

Sehr sachlich und trocken

Im Wind der Freiheit
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Europa im Aufruhr - Das Jahr 1848 steht für Revolution und politische Wenden. Mittendrin befinden sich zwei Frauen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Da ist zum einen Susanne Grabasch, die aus ...

Europa im Aufruhr - Das Jahr 1848 steht für Revolution und politische Wenden. Mittendrin befinden sich zwei Frauen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Da ist zum einen Susanne Grabasch, die aus der Arbeiterschicht stammt und dort ihr Leben organisieren muss und zum anderen die Autorin und Journalistin Louise Otto. Die Wirren der Unruhen und Louises Recherchen führen die beiden Frauen zusammen und jede kämpft auf ihre Weise.

„Im Wind der Freiheit“ von Tanja Kinkel ist ein historischer Roman, der sich mit der Märzrevolution, der Frankfurter Nationalversammlung und alles, was sich darum herum abspielte, beschäftigt. 
Das Ganze wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Louise Otto, als junge, alleinstehende Frau, die für Gerechtigkeit und den Einfluss von Frauen auf die Politik, träumt. Zum anderen ist dort Susanne, die Louise einige Hinweise gibt und darüber verraten wird. 
Es ist hier die Unterschiedlichkeit der beiden Frauen, die für eine Mischung im Buch sorgt, die nicht verschiedener sein könnte.
Ich fand die Wechsel zwischen den beiden Frauen manchmal ziemlich schnell und verlor dabei hin und wieder die Übersicht. Auch fand ich, dass es sehr, sehr viele Nebencharaktere gab. Auch hier hatte ich so manches Mal Probleme, der Handlung zu folgen.
Ich muss auch zugeben, dass es mir manchmal etwas zu trocken war. Ich habe mich regelrecht dabei erwischt, dass ich beim Lesen abgeschaltet hab. Mir fehlte da ein gewisser Pepp, der den Lesespaß fördert.

Fazit: Wer an historischen Beschreibungen zum Jahre 1848 interessiert ist, der ist hier richtig. Wer sich aber einen spannenden Roman, über das Schicksal zweier Frauen zu der Zeit erwartet, der wird hier enttäuscht.

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Veröffentlicht am 18.03.2025

Hält nicht, was der Titel verspricht

Der Dorfladen - Was das Leben verspricht
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Das Leben im Dorfladen geht weiter. Er ist weiterhin das Drehkreuz für Klatsch und Tratsch und auch die Schwestern Frieda, Ida und Herta bleiben davon nicht verschont.
Auch das Dorfleben dreht sich weiter, ...

Das Leben im Dorfladen geht weiter. Er ist weiterhin das Drehkreuz für Klatsch und Tratsch und auch die Schwestern Frieda, Ida und Herta bleiben davon nicht verschont.
Auch das Dorfleben dreht sich weiter, sei es beim Lehrer Hohnermann, der zerstrittenen Familie Schütz, dem Gasthof der Familie Guckes und vielen anderen.

„Der Dorfladen - Was das Leben verspricht“ von Anne Jacobs ist Band 2 der Trilogie um einen kleinen Dorfladen im Taunus, ganz in der Nähe von Frankfurt am Main.
Anne Jacobs ist bekannt durch die „Tuchvilla“-Reihe und die „Gutshaus“-Trilogie.
Leider finde ich, dass sie an diese tollen Reihen mit den Büchern um den Dorfladen nicht anknüpfen kann.
Ich finde den Gedanken, das Leben der einfachen Leute zu beschreiben, super gut. Doch leider ist es zu viel des Guten. Genau wie in Band 1 sind es viele Charaktere, die in diesem Roman im Mittelpunkt stehen. Das macht das Ganze sehr unübersichtlich und zieht das Buch auch sehr in die Länge. 
Anne Jacobs versucht auch ganz realitätsnah, die Sprache der Dorfbewohner in ihrem Schreibstil anzuwenden. Doch leider hemmt das den Lesefluss.
Auch finde ich es schade, dass im zweiten Teil ebenso der Dorfladen nicht wirklich im Mittelpunkt der Geschichte steht, anders als der Name vermuten lässt.
Anstrengend finde ich die beiden Handlungsstränge um die Familie Schütz. Helga zerfließt fast in ihrem Selbstmitleid und ich habe ihr Genöle gefühlt förmlich in meinem Ohr gehört. Gleiches gilt für ihre Nachfolgerin.
Der Strang um Julia Grossmann und Heinz Schütz ist sehr berührend und spiegelt den Stand der Bevölkerung zur damaligen Zeit in erschreckender Form wider.

Alles in allem muss ich sagen, Anne Jacobs kommt nicht an ihre Vorgängerromane ran und auch der Name der Bücher hält nicht, was er verspricht. Leider ist das Ganze dadurch auch sehr langatmig.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Annäherung

Inselhoffnung
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Nachdem Sarah sich nun entschieden hat auf Föhr zu bleiben, ist sie hier mit Marten glücklich, versteht sich bestens mit Fee und Sven und wohnt bei Gretje in deren Friesenhaus. Doch eines Tages steht vor ...

Nachdem Sarah sich nun entschieden hat auf Föhr zu bleiben, ist sie hier mit Marten glücklich, versteht sich bestens mit Fee und Sven und wohnt bei Gretje in deren Friesenhaus. Doch eines Tages steht vor selbigem eine junge Frau, die Sarahs Leben gehörig durcheinander bringt.#

Der zweite Band der Reihe „Stürmische Zeiten auf Föhr“ von Jette Hansen heißt „Inselhoffnung“. Es schließt fast nahtlos an Band 1 an.
Ich hatte ja bereits mit Band 1 so meine Schwierigkeiten, habe aber dem zweiten Band noch eine Chance gegeben. Bis zur Hälfte hab ich immer wieder mit mir gerungen, das Buch abzubrechen. Das Lügenkonstrukt, was Sarah hier aufbaute, nervte einfach nur noch. Sie katapultierte sich wirklich von einer Lüge zur anderen und verstrickte sich dabei immer mehr. Irgendwann wurde das Ganze jedoch etwas realistischer, sodass ich ich dann doch entschied, nicht abzubrechen.
Was mir jedoch an diesem Buch gefiel, hier wird in Sachen Liebe nicht alles überstürzt, sondern Marten und Sarah nähern sich langsam.
Die Annäherung zwischen Sarah und Emily wiederum ging mir dann doch etwas zu schnell und zu gepresst. Emily hat Sarah regelrecht eingeengt bzw. überfallen, was auch sehr unrealistisch wirkte im Kontext ihrer Vorgeschichte zur Vorbereitung auf das Treffen mit Sarah.

Alles in allem muss ich sagen, es war zum Ende hin eine angenehme Geschichte, die aber bei mir leider nicht weiter hängen bleiben wird. Ich glaube, hier wäre noch mehr Potential gewesen, denn gerade die Inselcharaktere sind wirklich liebevoll gestaltet.

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Veröffentlicht am 20.02.2025

Viel emotionaler Ballast

Inselluft
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Postbotin Sarah flieht vor ihrem Alltag in NRW auf die Insel Föhr. Hier hat sie sich hinversetzen lassen, um vor ihrem zudringlichen Kollegen zu fliehen. Doch Sarah scheint nicht nur vor ihm zu fliehen.

„Inselluft“ ...

Postbotin Sarah flieht vor ihrem Alltag in NRW auf die Insel Föhr. Hier hat sie sich hinversetzen lassen, um vor ihrem zudringlichen Kollegen zu fliehen. Doch Sarah scheint nicht nur vor ihm zu fliehen.

„Inselluft“ von Jette Hansen ist Band 1 der Trilogie „Stürmische Zeiten auf Föhr“, die sich rund um die Anfang 30-jährige Postbotin Sarah dreht.
Ich liebe Bücher, die an der See spielen und genieße sie, um eine Art gedanklichen Urlaub zu vollziehen. Doch bei diesem Buch gelang mir das nicht. Die Beschreibung der wunderschönen Insel Föhr war dabei nicht das Problem, diese war nachvollziehbar und malerisch dargestellt.
Ich bin leider nicht mit den Charakteren bzw. der Geschichte klargekommen. Ich finde, dass dieses Buch ganz schön harte Kost ist und viele Schicksale beinhaltet, was durchaus auch zum Trigger werden kann. Hier vereinigen sich Themen wie Vergewaltigung, Verlust des Kindes und des Partners, aber auch Sorgerechtsfragen und ich muss zugeben, diese Themen sind alle einzeln schon extrem, aber geballt, fand ich das wirklich etwas zu viel, speziell der Umgang der Protagonistin Sarah mit ihrem Schicksal. Es ging hauptsächlich um ihre Vergangenheit, aber sie hat in so vielen Situationen ein riesiges Lügenkonstrukt gebaut, dass es für mich nachher nicht mehr nachvollziehbar war, warum sie das gemacht hat, weil sie sich damit das Leben ja noch deutlich schwerer gemacht hat, als es eh schon war. 
Damit versteckten sich hinter diesen Geschichten auch viele unverarbeitete Lebenslinien, was in der heutigen Zeit für mich etwas unrealistisch ist.
Ich hätte mir hier einen anderen Umgang mit diesen ersten Themen gewünscht.
Ein kleiner Lichtblick in diesem Buch war für mich Gretje. Sie war der Fels in der Brandung und hat manche Situation geerdet. Gleiches gilt für Isabelle, auch wenn diese dabei manchmal schon etwas zu hart mit Sarah ins Gericht gegangen ist, dennoch war es hilfreich und pragmatisch.

Fazit: Das Buch konnte mich nicht abholen und ich fand es ein bisschen zu viel des emotionalen Ballasts. Ich werde dem Band 2 dennoch eine Chance geben, um zu erfahren, ob die Lügenkonstrukte irgendwann mal zusammenfallen.

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