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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.03.2025

Teilweise langatmig, aber ich erkenne großes Potential

Der Sternenstaubdieb
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Hafsah Faizals Dilogie "Die Reiche von Arawiya" hat mich auf den Geschmack gebracht, was Fantasy Bücher mit einem arabischen Setting betrifft. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich mit diesem Buch ...

Hafsah Faizals Dilogie "Die Reiche von Arawiya" hat mich auf den Geschmack gebracht, was Fantasy Bücher mit einem arabischen Setting betrifft. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich mit diesem Buch wieder in eine arabische Welt eintauchen kann. Wobei ich hier die Werke der beiden Autorinnen nicht vergleichen möchte. Sie spielen in völlig unterschiedlichen Welten und haben eine völlig andere Vorstellung von Magie.
Das Eintauchen in die Geschichte und die Welt, die sich dahinter verbirgt, ist mir eigentlich recht leichtgefallen. Die wichtigsten handelnden Personen werden vorgestellt und man bekommt bereits einen guten ersten Eindruck, auch wenn ich sagen muss, dass ich mir bezüglicher der Sympathie noch unsicher war. Das bunte Treiben des Basars, die exotischen Gerüche und fantastischen Geschichten haben mich gleich in den Bann gezogen. Leider hat sich dieser Zauber dann aber auch wieder recht schnell verflüchtigt. Dies lag vor allem an den teilweise doch sehr langatmigen und ausufernden Beschreibungen. Wobei ich das vielleicht anders formulieren muss. Es war die Langatmigkeit zum falschen Zeitpunkt die mich gestört hat und mich persönlich immer wieder im Lesefluss gestört hat. Dieser abrupte Wechsel zwischen ganz viel Action und dann wieder quälende Langweile. Dazu kamen noch Einschübe, also Geschichten oder Träume, die zwar wichtig für das Buch sind, aber nicht wirklich mit der derzeitigen Handlung in Verbindung stehen. Dies führt dazu, dass ich mehrmals den Faden verlor und nicht mehr genau wusste, wo in der Geschichte ich mich befinde und wo ich eigentlich hinmöchte.
Positiv hervorheben möchte ich die Idee mit der Dschinn Magie. Vor allem da sich von meiner Vorstellung unterschied. Denn in diesem Buch geht es nicht um den Disney Dschinn aus der Lampe mit den 3 Wünschen. Dieser Teil, die Dschinn und die magischen Relikte sind es auch die mich salopp gesagt bei der Stange gehalten haben. Und das wunderschöne und exotische Setting. Interessanterweise waren es dieses Mal nicht die handelnden Personen. Denn weder die Mitternachtshändlerin Loulie al-Nazari noch Prinz Mazen oder die Räuberin Aisha konnten mich wirklich begeistern.
Besonders spannend fand ich, dass Autorin Chelsea Abdullah vor allem in Bezug auf die Dschinn eine genderneutrale Sprache verwendet hat. Für mich war es das erste Buch mit genderneutraler Sprache und beim ersten Vorkommen in der Geschichte war ich ein wenig irritiert und fühlte mich beim Lesen gestört. Nach einem kurzen Nachdenken musste ich über mich selbst den Kopf schütteln. Ich lese Fantasy Bücher, die teilweise frei erfundene Sprachen enthalten, habe kein Problem mit den arabischen Begriffen in dem Buch, aber genderneutrale Pronomen stören mich? Das kann doch eigentlich nicht sein. Also ja, am Anfang war ich irritiert, danach war das für mich aber ein Teil der Geschichte und keinesfalls störend. Ich bin gespannt, ob ich in Zukunft noch mehr Bücher mit genderneutraler Sprache entdecken werde.
Meine Erwartungen an das Buch wurden nicht ganz erfüllt. Dies liegt vor allem daran, dass die Fantasy Elemente und die magischen Komponenten eher ein wenig kurz gekommen sind. Dafür gab es viel mehr Action, Verfolgungsjagden und Kämpfe.
Das Ende des ersten Bandes macht aber Hoffnung, dass der magische Anteil im zweiten Teil deutlich höher ist. Ich denke daher schon, dass ich der Autorin und der Reihe treu bleiben werde, auch wenn ich dieses Buch nur durchschnittlich unterhaltsam fand.

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Veröffentlicht am 28.02.2025

Leider nicht mein Fall

How To Kill a Guy in Ten Ways
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Ab und zu braucht man mal ein etwas anderes Buch, etwas das nicht zu den Genres gehört, die man sowieso immer liest. Etwas Neues und vor allem, etwas Unterhaltsames. Ein schwarzhumoriger Female Revenge ...

Ab und zu braucht man mal ein etwas anderes Buch, etwas das nicht zu den Genres gehört, die man sowieso immer liest. Etwas Neues und vor allem, etwas Unterhaltsames. Ein schwarzhumoriger Female Revenge Roman klang da einfach perfekt. Leider hat sich für mich dann herausgestellt, dass das Buch und ich kein „perfect match“ sind.
Dabei klang am Anfang alles so vielversprechend und ich kann sogar behaupten, dass das Buch eigentlich auch das geliefert hat, was es versprochen hat. Aber eben nur eigentlich. Female Revenge gab es, sehr viel davon und auch teilweise sehr detailreich beschrieben. Es war eher der Punkt mit dem schwarzen Humor, der nicht so ganz stimmig war. Die Geschichte und seine Charaktere sind zwar äußerst skurril, aber amüsiert habe ich mich leider nur wenig.
Wahrscheinlich liegt mein Problem aber vor allem bei der Protagonistin Millie. Diese war mir nämlich überhaupt nicht sympathisch. Ihre Beweggründe für ihre Handlungen kann ich zwar, bis zu einem gewissen Punkt, nachvollziehen, aber mit ihren Gedanken und Gefühlen zu dem Ganzen habe ich so meine Probleme. Wobei sich hier die Frage stellt, in weit einem eine Person sympathisch sein kann oder muss, die zur Selbstjustiz greift und nicht nur das, die auch noch den einen oder anderen Mord begeht.
Den Schreibstil von Eve Kellman würde ich als eher nüchtern und sachlich beschreiben. Dies steht zwar ein wenig im Kontrast zu der teilweise doch sehr emotionalen Handlung und den detailreichen Beschreibungen. Wobei genau dieser Kontrast das Buch für mich so interessant und lesenswert gemacht hat. Ich würde sogar behaupten, dass wenn der Erzählstil der Autorin nicht so fesselnd gewesen wäre, ich das Buch wahrscheinlich nicht beendet hätte.
Es gibt Bücher, die meiner Meinung nach einfach nur schlecht sind. Dies kann viele Gründe haben, die Handlung ist nicht durchdacht und unglaubwürdig, die Charaktere sind platt und unausgereift, der Schreibstil ist mangelhaft und langweilig, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Nichts davon trifft auf dieses Buch zu. Es ist per se kein schlechtes Buch und ich würde es weiterempfehlen, es hat nur einfach meinen Geschmack nicht getroffen.

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Veröffentlicht am 19.02.2025

Keine Liebe auf den ersten Blick

We hunt the Flame
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Es gibt Bücher die schlägt man auf, ist sofort in der Geschichte gefangen, man will das Buch nicht aus der Hand legen und kann es trotzdem kaum erwarten das Ende zu erreichen, damit man weiß, wie die Geschichte ...

Es gibt Bücher die schlägt man auf, ist sofort in der Geschichte gefangen, man will das Buch nicht aus der Hand legen und kann es trotzdem kaum erwarten das Ende zu erreichen, damit man weiß, wie die Geschichte ausgeht.
"We hunt the Flame" war kein so ein Buch für mich. Ich habe zuerst überhaupt nicht in die Geschichte hineingefunden, konnte mit der Welt, obwohl sie eigentlich recht gut beschrieben ist, wenig anfangen und fand auch die Charaktere irgendwie seltsam. Da hat so gar nichts gestimmt für mich. Ich war mehrmals kurz davor das Buch abzubrechen, habe es immer wieder weggelegt und andere Bücher gelesen. Trotzdem hat mich die Geschichte nicht losgelassen und ich wollte es unbedingt fertiglesen. Zum Glück habe ich es dann doch noch gemacht. Denn nach ziemlich vielen Startschwierigkeiten ist mir die Geschichte dann doch noch nahe gegangen.
Arabisch inspirierte Fantasy ist für eher noch etwas Neues und Unbekanntes. Auch wenn natürlich der Dämonenzyklus von Peter V. Brett einige arabische Elemente beinhaltet hat, war das doch deutlich weniger als hier in diesem Buch. Daher hatte ich auch immer wieder Schwierigkeiten mit den Begriffen, da ich nicht so ganz wusste, was genau gemeint ist, auch wenn einiges aus dem Kontext erklärbar war. Das Glossar am Ende des Buches habe ich ehrlich gesagt erst recht spät entdeckt und finde so etwas bei einem e-book, vielleicht liegt es auch an meinem e-reader, ein wenig unpraktisch.
Aller Schwierigkeiten zum Trotz kann ich sagen, dass ich das Lesen des Buches dann doch noch genossen habe. Der Erzählstil von Autorin Hafsah Faizal ist wunderbar poetisch und passt perfekt zu dem arabisch angehauchten Setting. An manchen Stellen war mir das Ganze zwar ein wenig zu getragen und dadurch hat sich die Geschichte ein wenig in die Länge gezogen. Im Großen und Ganzen habe ich ihre blumige Sprache aber sehr zu schätzen gelernt.
Die Charaktere sind auf den ersten Blick sehr eindimensional und einfach gestrickt. Allerdings merkt man recht schnell, wenn man sich wirklich auf die Geschichte einlässt, wie vielschichtig sie sind. Und dies gilt in diesem Fall nicht nur für die beiden Hauptpersonen Zafira und Nasir. Auch die Nebencharaktere, wenn man sie, denn als solche bezeichnen kann, denn auch sie haben eigentlich tragende Rollen, werden von der Autorin detailliert beschrieben und sind mehr als nur bloße Statisten.
Der Spannungsbogen steigt meiner Meinung nach nur langsam an. Auch dies ist vielleicht ein Punkt, warum ich schwer in die Geschichte hineinfinden konnte. In den meisten Fällen ist die Spannung gleich zu Beginn recht hoch, flacht dann im obligatorischen langatmigen Mittelteil noch einmal stark ab um dann zum offenen Finale, immerhin ist dies der erste Band, wieder ins Unermessliche zu steigen. Bis auf den ersten Teil trifft alles hier auch zu. Was bedeutet: Langsamer Anstieg, nochmaliges Abflachen und gegen Ende wird das Tempo fast rasend, die Ereignisse überschlagen sich, bis plötzlich alles vorbei ist. Man sitzt da und hat genauso viele beantwortete wie offene Fragen im Kopf. Ein Glück, dass der zweite Teil auch bereits auf Deutsch erschienen ist.
Auch wenn ich es mir nach den ersten qualvollen Seiten nicht gedacht hätte, aber ich freue mich auf den zweiten Teil. Ich möchte unbedingt wissen, wie die Geschichte der schönen Gazelle und des Prinzen des Todes weitergeht.

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Veröffentlicht am 18.02.2025

Es bewegt sich doch

Bloß nicht bewegen - oder doch?
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Die Idee eines Mitmachbuches zum Thema Turnen und Toben habe ich ganz großartig gefunden. Gedacht ist das Buch wahrscheinlich für eher bewegungsfaule Kinder, um sie zu Bewegung zu motivieren. Als Bewegungsfaul ...

Die Idee eines Mitmachbuches zum Thema Turnen und Toben habe ich ganz großartig gefunden. Gedacht ist das Buch wahrscheinlich für eher bewegungsfaule Kinder, um sie zu Bewegung zu motivieren. Als Bewegungsfaul würde ich meinen Sohn nicht unbedingt bezeichnen. Eigentlich ist er eher das Gegenteil, nämlich ein kleiner Zappelphilipp. Ich habe mich trotzdem für das Buch entschieden, da ich gehofft habe, dass ich mit diesem Buch Anregungen bekomme, wie ich seinen schier unstillbaren Bewegungsdrang in geordnete Bahnen lenken kann.
Das Buch ist als Hardcover gestaltet und macht einen äußerst wertigen Eindruck. Die Covergestaltung finde ich sehr ansprechend und man siegt schon auf den ersten Blick wie die Charaktere im Buch gestaltet sind. Alle Tiere sind sehr liebevoll und realitätsnah dargestellt. Natürlich ein wenig verniedlicht, wie man sich es für ein Buch, welches als Zielgruppe Kinder ab 3 Jahre hat erwarten würde. Die Seiten sind meiner Meinung nach für Kinderhände noch ein wenig dünn gehalten, da sehe ich großes Potential, dass die eine oder andere Seite einreißen wird, wenn das Kind zu schwungvoll umblättert. Ist aber natürlich auch eine Frage, wie gut die Feinmotorik des Kindes schon ausgebildet ist.
Die Übungen selbst finde ich sehr gut, wenn auch teilweise ein wenig anspruchsvoll. Wobei meiner Meinung nach der Schwierigkeitsgrad im Laufe des Buches weiter ansteigt. Die ersten Übungen sind eher noch einfach gehalten. Bei vielen Übungen werden gerade die 3jährigen sicher noch Unterstützung brauchen. Außerdem ist es vielleicht in jedem Fall sinnvoll, wenn der Erwachsene, welcher das Buch vorliest, auch die Übungen vorzeigt bzw. mitmacht Ich denke, dass ist für die Kinder auch viel lustiger und als Erwachsener profitiert man ja auch davon.
Dem Buch liegt auch ein Poster bei, auf dem das kleine "Bewegtsichnicht" noch einmal alle Übungen zeigt. An sich eine schöne Idee, um die Übungen immer wieder in Erinnerung zu rufen. Ich glaube, aber nicht das wir uns das ins Kinderzimmer hängen werden. Für Kindergärten finde ich das aber eine ideale Geschichte für den Bewegungsraum.
So großartig ich auch die Übungen und die Idee zu dem Buch finde, leider bin ich mit der Umsetzung nicht ganz glücklich. Man merkt dem Buch meiner Meinung nach an, dass der Fokus auf den Bewegungsübungen liegt. Deswegen wurde die Geschichte, die die Übungen miteinander verbindet, ein wenig vernachlässigt. Das finde ich äußerst schade, denn zum Vorlesen finde ich es leider nicht besonders lustig.
Durch die dürftige Geschichte wird mein Gesamteindruck leider ein wenig geschmälert. Und obwohl ich nur noch mal betonen kann, wie toll ich die Übungen finde und für wie wichtig ich Bewegung halte, befürchte ich, dass das Buch bei uns nicht besonders oft verwendet werden wird.

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Veröffentlicht am 29.01.2025

Hit the road Jack

Mordsmäuschenstill
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Ich kann mir nicht ganz genau erklären warum, aber beim Lesen des Buches musste ich die ganze Zeit an einen Film denken, den ich in den 90igern gesehen habe. "Das Traum-Team" mit Christopher Lloyd und ...

Ich kann mir nicht ganz genau erklären warum, aber beim Lesen des Buches musste ich die ganze Zeit an einen Film denken, den ich in den 90igern gesehen habe. "Das Traum-Team" mit Christopher Lloyd und Michael Keaton. Ähnlichkeiten zwischen dem Film und dem Buch gibt es nur ganz wenige, aber irgendwie habe ich die ganze Zeit daran denken müssen und vor allem immer an das Lied "Hit the road Jack" von Ray Charles denken müssen, welches im Film gesungen wird. Für mich ist das Lied quasi mein Soundtrack zum Buch geworden.
Mit der Ankündigung, dass es sich hierbei um einen irrsinnig lustigen Krimi handelt, wurde die Latte meiner Meinung nach ziemlich hochgelegt. Logischerweise erwartet man dann aber auch einen irrsinnig lustigen Krimi. Leider wurde ich dahingehend ein wenig enttäuscht.
Der Einstieg ins Buch viel mir leicht, der Humor war deutlich spürbar. Zu meiner großen Freude handelte es sich eingangs nicht um flache Witze, sondern um viel Skurrilität gepaart mit ein wenig schwarzem Humor. Leider ebbte dies ziemlich schnell ab. Es gab dann zwar noch einiges an Situationskomik und natürlich die doch teils äußerst skurrilen Schlafstörungen der vier Protagonisten, aber von irrsinnig witzig waren wir da weit entfernt.
Auch die kriminalistischen Elemente kamen ein wenig zu kurz. Natürlich geht es im Grunde darum, dass Nele, Jenny, Finn, Sascha und Phil den Mordfall an der Psychologin und Therapeutin Hanna lösen. Doch je weiter die Geschichte fortschreitet, umso mehr rückt das Lösen des Mordfalls ein wenig in den Hintergrund und die Beziehungsthematiken den fünf treten in den Vordergrund.
Das Buch selbst war nicht schlecht, aber durch die doch sehr euphorische Ankündigung und Vermarktung des Buches wurden meine Erwartungen zu hochgeschraubt. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen. Nüchtern betrachtet ist das Buch von Natalie Tielcke kein Meisterwerk, aber durchaus ein solides Klamauk Buch, dass man einfach nicht zu ernst nehmen darf.
Meiner Meinung nach gibt es deutlich bessere und lustigere Krimibücher, aber andererseits auch viele die mit diesem Buch nicht mithalten können.

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