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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2025

Schwer einzuordnen

Alles ganz schlimm
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Der Roman „Alles ganz schlimm“ von Julia Pustet ist schon etwas eigentümlich und lässt mich auch am Ende mit gemischten Gefühlen zurück. Thematisch geht es absolut in die Tiefe und auch überraschende Sprünge ...

Der Roman „Alles ganz schlimm“ von Julia Pustet ist schon etwas eigentümlich und lässt mich auch am Ende mit gemischten Gefühlen zurück. Thematisch geht es absolut in die Tiefe und auch überraschende Sprünge findet man einige. Der Schreibstil ist allerdings durchgehend herausfordernd, mühsam zu lesen und gewollt verschachtelt. Einfach macht es einem auch Protagonistin Susanne nicht, die intensive Einblicke in ihre Psyche sind durchaus spannend, lassen sie aber nicht unbedingt sympathisch erscheinen. Auch mit Lüge und Wahrheit spielt die Autorin geschickt, was mich beim lesen mitunter verwirrte und gelegentlich frustierte. Erst im letzten Drittel, welches etliche Erkenntnisse bereit hält, fand ich mich im Buch besser zurecht und kam deshalb auch schneller voran. Alles in allem ist „Alles ganz schlimm“ finde ich eine herausfordernde Lektüre. Der Titel passt perfekt und wer psychisch vielschichtige Geschichten, mit unbequemen Figuren und gesellschaftlich aktuellen Themen mag, liegt hier richtig. Insgesamt vergebe ich dafür 3 1/2 Sterne.

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Veröffentlicht am 19.07.2025

Über den Wunsch zu Sterben und psychische Gesundheit in der Welt des Todesboten

Am Ende will doch einer sterben (Todesboten #3)
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Da ich die ersten beiden Bände uneingeschränkt geliebt habe, war die Freude groß als ich nun „Am Ende will doch einer sterben“ den dritten Band der Todesboten-Reihe von Adam Silvera in den Händen halten ...

Da ich die ersten beiden Bände uneingeschränkt geliebt habe, war die Freude groß als ich nun „Am Ende will doch einer sterben“ den dritten Band der Todesboten-Reihe von Adam Silvera in den Händen halten durfte. Schnell war aber klar, diese Geschichte wird anders. Zunächst einmal hebt sich der Roman deutlich durch seine Länge von den Vorgängern ab. Auf fast 800 Seiten entwickelt sich eine intensive, teils verstörende und mitunter äußerst deprimierende Geschichte. Erstmals verlässt Autor Adam Silvera auch seinen üblichen 24-Stunden-Erzählrahmen, was thematisch aber auch äußerst wichtig ist um authentisch die psychische Entwicklung vom suizidalen Paz beschreiben zu können. Insgesamt lässt mich das Buch am Ende mit gemischten Gefühlen zurück. Ein locker-leichtes Leseerlebnis sucht man hier vergeblich, es ist wirklich schwere Kost. Dabei finde ich es bewundernswert wie authentisch Silvera den Todeswunsch eines suizidalen Jugendlichen herausarbeitet und außerdem auch noch aufzeigt wie sich das Leben mit einer Borderline-Persönlichkeits-Störung anfühlen kann. Allerdings ist die Intensität und Detailliertheit mit welcher alles geschildert wird, sicher nicht für alle gut aushaltbar.

Eine Schwäche des Buches ist für mich darüber hinaus auf jeden Fall die Seitenanzahl. Die Handlung weist immer wieder Längen, Wiederholungen und Stillstand auf und meiner Meinung nach hätte man auch gut auf 300 Seiten verzichten können ohne etwas zu verpassen. Zudem war die Liebesgeschichte für mich diesmal absolut nicht „fühlbar“, im Gegensatz zu den vorherigen Bänden stellten sich keine Gänsehaut und Tränen ein. Allgemein blieben mir die beiden Protagonisten Alano und Paz aber auch eher fremd, so dass ich sie nicht immer als authentisch erlebte. Gerade aufgrund des so wichtigen Themas hätte ich mir mehr Emotionen erhofft. Was mich aber schlussendlich richtig ärgerte war das doch sehr offene Ende. Nur ein Bruchteil der im Roman aufgetauchten Fragen wird beantwortet und so bleibt der Lesende unbefriedigt zurück und wird mit einer wagen Hoffnung auf einen folgenden Band vertröstet. Auch deshalb gibt es von mir diesmal Sternabzug.

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Veröffentlicht am 28.02.2025

Schmerzhafte Coming-of-Age-Geschichte

Chopin in Kentucky
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Eindrucksvoll erzählt Autorin Elizabeth Heichelbech in ihrem Roman „Chopin in Kentucky“ von den ersten Lebensjahren bis zur Jugend ihrer Protagonistin Marie. Deren Aufwachsen im Kentucky der 1970er Jahre ...

Eindrucksvoll erzählt Autorin Elizabeth Heichelbech in ihrem Roman „Chopin in Kentucky“ von den ersten Lebensjahren bis zur Jugend ihrer Protagonistin Marie. Deren Aufwachsen im Kentucky der 1970er Jahre ist geprägt von Armut, Vernachlässigung und Gewalt. Marie zeichnet allerdings ein enormer Überlebenswille aus und ihre Liebe zum Balletttanz rettet sie gewissermaßen. Dennoch ist die Stimmung der Geschichte hauptsächlich niederdrückend und depressiv. Viele Szenen waren für mich nur schwer auszuhalten und auch insgesamt war die Lektüre eher unbequem, was ich gar nicht negativ meine. Dabei schätzte ich die authentisch wirkende Lebensgeschichte durchaus und auch zeitgeschichtlich bietet das Buch interessante Einblicke. Der Schreibstil erschien mir hingegen sperrig und auch dadurch war mein Lesetempo eher langsam. Dennoch liest sich die Handlung interessant und durchaus originell. Wer schwierige Themen nicht scheut und erkennbare Entwicklung bei Charakteren mag, sollte auf jeden Fall einen Blick auf „Chopin in Kentucky“ riskieren. Aufgrund meiner Kritikpunkte und da mich andere Coming-of-Age-Geschichten schon mehr abgeholt haben, vergebe ich persönlich 3 1/2 Sterne.

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Veröffentlicht am 26.01.2025

Tunesische Küche überzeugt vegan

Tunesisch vegan
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Durch das Kochbuch „Tunesisch vegan“ von Malek M'hiri hatte ich meinen ersten Kontakt mit der tunesischen Küche. Viele der Grundzutaten wie etwa Couscous, waren mir zwar nicht fremd, aber das Buch präsentiert ...

Durch das Kochbuch „Tunesisch vegan“ von Malek M'hiri hatte ich meinen ersten Kontakt mit der tunesischen Küche. Viele der Grundzutaten wie etwa Couscous, waren mir zwar nicht fremd, aber das Buch präsentiert in diesem Fall authentische Zubereitungsweisen und gibt interessante Einblicke in den tunesischen Alltag. Viele Gerichte sind von sich aus vegan, einige Klassiker hat der Autor allerdings veganisiert. Dabei kommt er aber ohne hochverarbeitete Ersatzprodukte aus und setzt auf den vollen Geschmack von Gemüse und Gewürzen. Viele Rezepte werde ich allerdings erst im Sommer ausprobieren, um Gemüse wie Tomaten und Paprika saisonal einsetzen zu können. Die bisher nach gekochten Rezepte konnten uns aber durchaus überzeugen. Ein großer Minuspunkt ist für mich allerdings die Gestaltung des Buchs. Ehrlich gesagt wirkt es etwas unfertig, es gibt immer wieder leere Seite an deren Stelle eigentlich ein Rezeptfoto zu erwarten wäre. Insgesamt gibt es nur wenige Fotos von fertigen Gerichten. Entweder fehlen diese ganz, oder es sind nur die unverarbeiteten Zutaten abgebildet. Auch Nährwertangaben und Zubereitungszeiten fehlen. Dafür gibt es zu Beginn einige politisch aufgeladene Statements des Autors, welche ich richtig unangenehm fand. Im Gegensatz dazu, klingt er in den kurzen Texten, welche jedes Rezept erklären und einordnen, aber sehr sympathisch. Wer eine authentische (vegane) tunesische Küche kennenlernen möchte, findet durch dieses Buch einen ersten Einstieg. Aufgrund der Aufmachung kann ich allerdings nur 3 1/2 Sterne vergeben. Hoffentlich werden die fehlenden Rezeptfotos in späteren Auflagen noch ergänzt. So gibt es von mir aber nur eine sehr eingeschränkte Empfehlung.

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Veröffentlicht am 23.01.2025

Dystopischer Jugendroman voller Action und Gefühl

They Are Everywhere: Ein Near-Future-Thriller mit Sogfaktor!
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„They Are Everywhere“ von Andreas Langer wird als Near-Future-Thriller geführt, bis auf die Jahreszahl ist die Geschichte für mich allerdings eher eine weiter entfernte Science Fiction, denn von der Allgegenwärtigkeit ...

„They Are Everywhere“ von Andreas Langer wird als Near-Future-Thriller geführt, bis auf die Jahreszahl ist die Geschichte für mich allerdings eher eine weiter entfernte Science Fiction, denn von der Allgegenwärtigkeit von solch spezialisierten Maschinen und Robotern sind wir derzeit noch weit entfernt. Nichtsdestotrotz zeichnet der Autor ein packendes wie auch gruseliges Zukunftsszenario und lässt aufgrund eines Computerviruses die Apokalypse losbrechen. Gerade zu Beginn sind manche Szenen nichts für schwache Nerven und die blutigen Schilderungen hatten durchaus Horror-Momente. Aber auch im restlichen Buch finden sich immer wieder grauenhafte Tötungen, weshalb ich das Buch eher für ältere Jugendliche empfehlen würde. Der Thrill ist aber gerade durch diese unzähligen gefährlichen Situationen hoch, denn die Protagonisten Hannah und Jarrett dürfen kaum zur Ruhe kommen. Trotz all der Action entwickelt sich aber zwischen den beiden etwas und auch persönlich wachsen die Teenager über sich hinaus. Eine große Stärke des Buches liegt für mich deshalb in den authentischen Figurenzeichnungen und deren stimmigen Entwicklung. Etwas weniger konnte mich hingegen die Handlung selbst überzeugen. Hier gibt es für meinen Geschmack zu viele glückliche Zufälle und auch die Logik hackt an mancher Stelle. Mal davon abgesehen liest sich der Schreibstil aber unglaublich flüssig und auch durch das hohe Tempo getrieben, kam ich gut durchs Buch. Wer also mit einer einfacher gestrickten Rahmenhandlung leben kann, wird mit sympathischen Charakteren, jeder Menge Action und doch auch viel Gefühl belohnt. Insgesamt vergebe ich dafür 3 1/2 Sterne.

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