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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.08.2025

Ein Buch der Kontraste

Hundesohn
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Hundesohn von Ozan Zakariya Keskinkiliç ist ein Roman, der ganz sicher polarisieren wird. Auf dem Buchrücken steht, es sei eine Liebesgeschichte. Und das stimmt definitiv.
Doch es ist nicht nur die Geschichte ...

Hundesohn von Ozan Zakariya Keskinkiliç ist ein Roman, der ganz sicher polarisieren wird. Auf dem Buchrücken steht, es sei eine Liebesgeschichte. Und das stimmt definitiv.
Doch es ist nicht nur die Geschichte zwischen Zakariya und Hassan, die erzählt wird. Auch die Liebe zur Familie, zu Freund:innen, zur Literatur, zu Sprache und letztendlich auch zu sich selbst wird hier verhandelt.
Der Roman ist zugleich derb und zärtlich, was wie ein Widerspruch klingt, aber die einzige Beschreibung ist, die hier passt. Neben rohen Passagen über Bettwanzen oder Sexualpraktiken stehen poetische Sätze über Sprache oder Herkunft. Der Protagonist ist dabei unaufhörlich auf der Suche nach sich selbst, seiner Identität und einem Halt in seinem Leben.
Dieses Buch zeigt für mich mal wieder, was Lesen und Literatur alles kann. Ich habe nichts, aber auch gar nichts mit dem Protagonisten gemeinsam. Er ist ein Mann, queer, Muslim, religiös, hat einen Migrationshintergrund, wechselnde Sexualpartner, … . Und dennoch konnte ich mich so sehr in seine Erzählung einfühlen! Manchmal, wenn das Leid und die Sehnsucht besonders spürbar waren, hätte ich ihn einfach gerne in den Arm genommen.
Ich muss aber ehrlicherweise sagen, dass ich auch verstehen kann, wenn man zu dem Buch keinen Zugang findet. Mann muss sich darauf einlassen, die expliziten, drastischen Szenen zu lesen und sich ihnen ausliefern, da die verletzlichen, leisen Seiten erst durch den Kontrast ihre volle Wirkung entfalten.

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Veröffentlicht am 25.05.2025

Schöne Streichgeschichten

Das Übelchen zieht ein ... und aus und wieder ein
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Das Übelchen von Jan Strathmann und Dominik Rupp (Ill.) ist ein lustiges Kinderbuch, das sich gut zum Vorlesen eignet.
Das Übelchen ist ein kleines Wesen, das sich weiterentwickelt, indem es anderen Leuten ...

Das Übelchen von Jan Strathmann und Dominik Rupp (Ill.) ist ein lustiges Kinderbuch, das sich gut zum Vorlesen eignet.
Das Übelchen ist ein kleines Wesen, das sich weiterentwickelt, indem es anderen Leuten Streiche spielt. Im Laufe der Geschichten denkt es sich dazu unterschiedlichste Dinge aus und merkt aber auch, dass es manchmal auch schön sein kann, Menschen zu helfen, statt ihnen Streiche zu spielen. So wichtig diese Entwicklung auch ist, ist sie für mich im Buch leider nicht ganz rund (soll das Übelchen nun einfach nicht mehr weiter wachsen?).
Meinem Sohn hat das Buch gut gefallen und er hat an einigen Stellen laut gelacht. (Leider hat er sich dann das Übelchen zum Vorbild genommen und ist einige Zeit lang schnipsend durch die Gegend gelaufen… ). Für ihn hätte es eine Prise mehr Abenteuer sein dürfen, aber das ist ja von Kind zu Kind sehr unterschiedlich und soll hier keine Kritik am Buch sein. Die Figuren sind sehr gut ausgestaltet. Bei meinem Sohn ist besonders das Nachbarshuhn gut angekommen und mir hat gefallen, dass trotz der für die Geschichte gewählten Stereotypisierung auch Graustufen gezeigt wurden und dass Mirandoline dem kleinen Kerlchen mit so viel Wohlwollen begegnet ist.
Die einzelnen Kapitel hatten eine gute Länge zum Vorlesen und die Zeichnungen haben die Geschichte toll unterstützt.
Insgesamt ein schönes Kinderbuch für Fans von z.B. Pumukl und Michel aus Lönneberga.

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Veröffentlicht am 01.05.2025

Tolles Coffee Table Buch

Schauplätze der Weltliteratur
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Schauplätze der Weltliteratur: Eine Reise zu berühmten Orten großer Werke ist ein wunderschönes Coffee Table Book, herausgegeben von John Sutherland und übersetzt von Andreas Schiffmann und Alan ...

Schauplätze der Weltliteratur: Eine Reise zu berühmten Orten großer Werke ist ein wunderschönes Coffee Table Book, herausgegeben von John Sutherland und übersetzt von Andreas Schiffmann und Alan Tepper.
Das Buch ist unterteilt in vier Kapitel, die sich auf literarische Epochen bzw. Zeitabschnitte beziehen. Von der Romantik bis zur Gegenwart werden einzelne Werke aufgegriffen und es wird aufgezeigt, wie diese den Ort der Handlung beschreiben, in die Geschichte mit einbeziehen, symbolisch aufladen, usw. Die Einträge werden unterstützt durch Zeichnungen, Karten, Bilder und Zitate. Zusätzlich gibt es zu allen Autor:innen eine kurze Information.
Geografisch ist hier mäßig gut gestreut worden. Es finden sich auch Werke aus Regionen, die oft weniger im Fokus stehen, grundsätzlich merkt man aber dennoch die westlich geprägte Sicht auf Literatur. Ähnlich sieht es beim Thema Geschlecht aus. Es gibt etwa doppelt so viele Bücher, die von Männern geschrieben wurden wie die aus der Feder von Frauen.
Optisch ist das Buch (abgesehen vom Cover) sehr ansprechend gestaltet und es macht viel Freude, es durchzublättern. Natürlich ist es kein Buch, das man von vorne bis hinten durchliest (wer das mag, kann das natürlich trotzdem tun), sondern eher eines, bei dem man immer mal wieder einen Eintrag liest. Ich habe als erstes die Beiträge zu den Büchern angeschaut, die ich selbst schon gelesen habe. Wissenschaftliche Tiefe findet man hier eher nicht, aber das ist auch nicht das, was das Buch bieten kann und will. Vielmehr sind es schöne Überblicke und Hintergrundinformationen zu Schauplätzen und deren (metaphorischer, historischer, individueller, …) Bedeutung.
Mir hat das Buch bis auf die erwähnten Punkte sehr gut gefallen und ich freue mich darauf, die ein oder andere Entdeckung zu machen. Gelungen finde ich übrigens auch das Vorwort, das sich auf Gertrude Stein und ihr Zitat „There’s no there there“ bezieht und die Thematik des literarischen Ortes einordnet.

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Veröffentlicht am 07.03.2025

Animiert zum Selberlesen

Muffin und Tört! 1: Bei den Wikingern
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Muffin und Tört von Adam Stower ist eine Geschichte mit wenig Text und vielen Bildern, die auch Erstlesende dazu animiert, doch mal zum Buch zu greifen.

Wir begleiten Muffin und seinen Gefährten ...

Muffin und Tört von Adam Stower ist eine Geschichte mit wenig Text und vielen Bildern, die auch Erstlesende dazu animiert, doch mal zum Buch zu greifen.

Wir begleiten Muffin und seinen Gefährten Tört auf einer abenteuerlichen Mission: sie müssen einen Wikinger aus den Fängen eines Trolls retten. So dachten sie zumindest - was dann tatsächlich passiert, verrate ich nicht ;).

Die Geschichte hat viel Humor (mir ist es stellenweise zu albern, aber für die Zielgruppe vermutlich sehr passend) und ich mag die Zeichnungen gerne. Die überschaubare Menge Text, die die Bilder begleitet, hilft dabei, Anfänger:innen zu motivieren und ihnen schnelle Erfolgserlebnisse zu bescheren.

Was mir nicht so gut gefallen hat, ist die Thematik rund um Muffins "Pölsterchen" - das hätte man sicher auch etwas anders lösen können, ohne dass Gewicht/Figur schon als Thema (wenn auch kleines) in einem Buch für Grundschüler:innen auftaucht.

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Veröffentlicht am 02.03.2025

Interaktives Kinderbuch in tollen Farben

Mein Schiebe-Mitmachbuch - Lieblingstiere
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Das Lieblingstiere Schiebebuch von Bernd Penner, illustriert von Federica Iossa, ist ein Kinderbuch für die Allerkleinsten aus dem Ravensburgerverlag.
Die Schiebeelemente animieren zum Mitmachen und helfen ...

Das Lieblingstiere Schiebebuch von Bernd Penner, illustriert von Federica Iossa, ist ein Kinderbuch für die Allerkleinsten aus dem Ravensburgerverlag.
Die Schiebeelemente animieren zum Mitmachen und helfen dabei, bereits Einjährige an Bücher heranzuführen. Besonders gut haben mir die knalligen Farben gefallen, denn auch das ist meiner Meinung nach ein wichtiger Aspekt um die Lesefreude zu fördern.
Im Buch begegnen wir vielen Tieren, die die Kinder oft bereits kennen oder die zumindest aus ihrem Lebensbereich stammen könnten (sprich: in Deutschland natürlich vorkommen). Dass ein 18 Monate altes Kind (das ist die Zielgruppe) bereits Gämsen oder Murmeltiere gesehen hat, ist jetzt vielleicht eher weniger wahrscheinlich, aber Hunde, Katzen, Vögel oder auch verschiedene Tiere, die am See leben, sind dann den meisten doch bekannt.

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