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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2025

als Debüt nicht schlecht

Emma
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Bin mir gar nicht so sicher, was ich mir von diesem Buch genau erwartet habe. Da ich Jean Reno als Schauspieler aber sehr mag und bewundere, wollte ich sein Buch gerne lesen. Vielleicht liegt es am Thema, ...

Bin mir gar nicht so sicher, was ich mir von diesem Buch genau erwartet habe. Da ich Jean Reno als Schauspieler aber sehr mag und bewundere, wollte ich sein Buch gerne lesen. Vielleicht liegt es am Thema, Spionagegeschichten und politische Thriller sind nicht unbedingt meins, aber ich hab nur schwer Zugang zur Handlung und den Figuren gefunden.

Das Thema Geheimdienste lässt lange auf sich warten. Obwohl zwischen den Fließtext ein paar Notizen und eine Art Nachrichtenaustausch eingestreut sind, bleibt deren Relevanz lange verborgen. Erst ungefähr in der Hälfte des Buches tut sich das Thema Spionage so langsam auf und spitzt sich zu, was dann auch für mehr Spannungsmomente innerhalb der Handlung sorgt. Bis dahin mutet das Buch eher wie ein herkömmlicher Roman über Emma, ihre Profession, ihre Lebensgeschichte und eine verbotene Liebe an.

Ich fand die Story ein bisschen erschlagend- das Setting, die Figuren und ihre verschleierten Interessen waren für mich wenig nahbar. Und dazwischen Emma, gefangen zwischen einer alten Schuld, einer Gabe die sie selbst nicht so recht einordnen kann und einem neuen Gewissenskonflikt.

Im letzten Drittel wurde es dann nochmal ein bisschen abenteuerlich und temporeicher. Insgesamt ist das ganze gut und bildhaft beschrieben, man merkt schon, dass Jean Reno durchaus schreiben kann. Bis zuletzt blieben mir aber die schieren Beweggründe von Emma, sowie bestimmte Handlungsmuster seltsam unklar, nicht so richtig natürlich. Fands ok, hat mich aber einfach nicht so richtig abgeholt.

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Veröffentlicht am 28.02.2025

Schwierige Geschichte

Fun
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Ich bin Fan der Ärzte, Fan von Bela B. und sein Buch „Sharnow“ fand ich auch ganz ok. Nun ein Buch mit dem dem Titel „Fun“, über eine Band mit cooler Aufmachung. Vllt hätte ich den Klappentext genauer ...

Ich bin Fan der Ärzte, Fan von Bela B. und sein Buch „Sharnow“ fand ich auch ganz ok. Nun ein Buch mit dem dem Titel „Fun“, über eine Band mit cooler Aufmachung. Vllt hätte ich den Klappentext genauer lesen sollte, denn ich habe inhaltlich ein völlig anderes Buch erwartet. Für mich wars kein „Fun“, was sicherlich auch die Intention des Autors war.

Der Klappentext deutet es bereits an: dies ist ein unbequemer Gesellschaftsroman, eigentlich schon ein Sittenporträt, wenn man so will. Wer also eine locker-leichte Bandgeschichte erwartet, ist hier beim falschen Buch gelandet.

Bin mir unschlüssig, ob die Welt dieses Buch gebraucht hat. Einerseits cool, dass bekannte Personen endlich auch öffentlich Stellung zu wichtigen Themen beziehen. Aber in dieser Form? Schwierig. Bin ehrlich, das Buch zu lesen war für mich eine Qual. Ich finds einfach nicht gut, ich finde Bücher über sexualisierte Gewalt an Frauen nie gut. Hat Bela B. den Ton der Zeit, einer Generation und männlicher Überheblichkeit getroffen- absolut. Habe ich mich beim Lesen getriggert gefühlt- unsagbar. Hätte ich das Buch gelesen, wenn mir in vollem Umfang klar gewesen wäre, worum es geht- nein.

„Fun“ wirft einen fast schon zu ehrlichen Blick auf die Szene, auf Rock und die hässlichen Seiten davon.

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Veröffentlicht am 28.02.2025

Braucht es das?

Games Untold – Die The-Inheritance-Games-Geschichten
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Ich hatte es anhand es Klappentextes bereits befürchtet: das Buch besteht aus einer Art Kurzgeschichten, die innerhalb des Inheritance Games Universums spielen. Pluspunkt: vorne im Buch gibt es eine Zeitachse ...

Ich hatte es anhand es Klappentextes bereits befürchtet: das Buch besteht aus einer Art Kurzgeschichten, die innerhalb des Inheritance Games Universums spielen. Pluspunkt: vorne im Buch gibt es eine Zeitachse die anzeigt, wo die einzelnen Geschichten angesiedelt sind. Aber braucht es das das wirklich? Hat was von dem rausgeschnittenen Bonusmaterial von Filmen: nicht wichtig genug um es ins Hauptwerk zu schaffen, aber vllt kann man damit trotzdem noch Geld verdienen. Lässt mich immer irgendwie unschlüssig zurück, ob ich diese Taktik schamlos oder bewundernswert finden soll.

Es gibt von der Länge her zwei Hauptgeschichten und dann noch diverse kleine Anekdoten. Für mich die interessanteste Geschichte war die über Tobias und Averys Mutter. Weil es gefühlt die einzige Geschichte war, die unerwartet kam und die für sich selbst auch schön eigenständig stand. Ich finde, die hat einen echten Mehrwert gehabt: Die restlichen Episoden fand ich amüsant und nett zu verfolgen, aber halt auch nicht mehr.

Kann man lesen, ist charmant und kurzweilig geschrieben, keine Frage. Inhaltlich aber jetzt eben für mich nicht die Wahnsinns-Bereicherung.
Es gibt quasi zu jedem Charakter eine Hauptgeschichte, die ein bisschen mehr über seine Persönlichkeit offenbart. Wie so ein kleines Schlaglicht auf ebenjenen Charakter.

Ich habs jetzt gelesen, aber noch so einen Band bräuchte es für mich nicht. Mir gefallen die in sich geschlossenen Romane deutlich besser.

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Veröffentlicht am 21.02.2025

Teenie-Hormone lassen grüßen

Mismatch
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Ich lese Sport-Romance an sich immer total gerne, so ein bisschen ist das ein Guilty Pleasure für mich geworden- seichte Romane mit schöner Wohlfühl-Atmosphäre und easy Lovestory. Und ich fands richtig ...

Ich lese Sport-Romance an sich immer total gerne, so ein bisschen ist das ein Guilty Pleasure für mich geworden- seichte Romane mit schöner Wohlfühl-Atmosphäre und easy Lovestory. Und ich fands richtig cool, dass es hier mal nicht um Football oder Eishockey geht Ich muss aber sagen, dass ich die Figuren eher anstrengend als ansprechend empfunden habe und ich daher bei der Lovestory nicht wirklich mitgefiebert habe. Ganz nett für zwischendurch, für mich aber kein Highlight.

Zum Inhalt: Joyce setzt alles daran um mal Sportjournalistin zu werden- ein hart umkämpftes Gebiet, in die Frauen es nicht haben. Aber zumindest an ihrer Uni hat sie schon mal einen Fuß in der Tür, da sie einen guten Draht zum Basketballcoach hat. Und dass ihr Bruder Teamkapitän ist, schadet sicher auch auch nicht. Als ein neuer Spieler auftaucht, ist Joyces Neugier direkt geweckt, denn sie wittert eine Story.

Mein Highlight ist ja Austins Oma, die sich sofort in mein Herz geschlichen hat. Die war einfach klasse. Joyce hingegen wirkte total verbissen auf mich und irgendwie hat es mich gestört, dass sie es einfach nicht gut sein lassen konnte, selbst als sie anfing Austin zu mögen. Dagegen gehen die Probleme, die sie als Sportjournalistin auf Social Media erlebt, total unter. Das hätte ich thematisch tatsächlich interessanter gefunden.
Und die neandertalerhaften Revier-Kämpfe die Josua anzettelt, gehen einfach gar nicht. Der war für mich eine total Red Flag. Generell hat mir hier auch der echte Team-Zusammenhalt und das Wir-Gefühl gefehlt, was ich sonst bei Sport-Romance so liebe.

Austins Geheimnis, um das er so ein Aufsehen macht, fand ich tatsächlich irgendwie random. Und dadurch, dass es schon in der Hälfte des Buches offenbart wird, war alles, was danach passiert relativ absehbar. Insgesamt irgendwie sehr unspektakulär, hätte man auch einfach weglassen können.

Der Schreibstil ist seicht, die Sprache jugendlich passend und leicht verständlich. Insgesamt ist das halt alles ein bisschen oberflächlich. Das Thema Eyeliner wurde öfter aufgegriffen als die angedeuteten Reibungspunkte. Die Lovestory war ganz süß, aber halt auch einfach nichts besonderes.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Kein Thriller

Sing mir vom Tod
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Das Cover mutet ja fast schon erhaben an und ich war gespannt darauf, was für ein Thriller sich wohl dahinter verstecken mochte. Da ich die Autorin bisher nicht kannte, habe ich mich allein vom Klappentext ...

Das Cover mutet ja fast schon erhaben an und ich war gespannt darauf, was für ein Thriller sich wohl dahinter verstecken mochte. Da ich die Autorin bisher nicht kannte, habe ich mich allein vom Klappentext her der Geschichte genähert. Ich muss sagen, dass mir diese über weite Strecken fast schon inhaltslos erschien, eine Mischung aus Roadtrip und wildem Ritt aus Gewalt und Willkür. Nicht ganz so meins

Zum Inhalt: Zwei Frauen, die im Gefängnis vielleicht nicht unbedingt Rivalinnen waren, aber auch keine Freundinnen. Als beide gleichzeitig auf Bewährung freikommen, beschließt die eine der anderen zu folgen. Und dabei hinterlassen sie eine Spur aus Gewalt von Arizona bis nach Los Angeles.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und verlagert sich handlungsstechnisch von der beklemmende Enge des Gefängnisses in die unbezwingbare Weite der USA. Corona kommt tatsächlich auch streckenweise vor, was dem ganzen einen Weltuntergangs-Charakter verleiht, wie man ihn zu Beginn der Pandemie aus den Medien kennt. Trotzdem schafft es die Geschichte nicht so wirklich Atmosphäre zu erzeugen.

Und dazwischen immer ein Aufblitzen von Erinnerungen Floridas Vergangenheit und daran was vermutlich zu ihrer gegenwärtigen Situation geführt hat. Von allem fand ich diese kurzen Ausschweifungen noch am gehaltvollsten, am greifbarsten. Vielleicht weil sie so klar umrissen sind, während Floridas restliches Leben, ihre Zukunftsaussichten, ihre Schuldfrage und die sonderbare Beziehung zu Dios sehr vage blieben.

Generell hat es mir bei dieser Geschichte an Tiefgang gefehlt, an echten Konfrontationen und Reflexionen. Mir hat einfach irgendwas gefehlt, dass mir eine Verbindung zu den Figuren und ihren Schicksalen schafft, die ganze Geschichte kam mir sehr distanziert vor.

Der Text selbst las sich durchaus flüssig, aber für mich haben Inhalt und Ausdruck hier einfach nicht zusammengearbeitet, sodass mich das Buch nicht erreicht hat.

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