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Veröffentlicht am 03.05.2025

Rache, Romantik, Reichtum

Heiress Takes All
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Olivia Owens will sich an ihrem wohlhabenden Vater rächen. Zum einen, weil er wirklich kein guter Vater war, zum anderen, weil er ihre Mutter betrogen hat, sie rausgeschmissen hat und es dann zu einem ...

Olivia Owens will sich an ihrem wohlhabenden Vater rächen. Zum einen, weil er wirklich kein guter Vater war, zum anderen, weil er ihre Mutter betrogen hat, sie rausgeschmissen hat und es dann zu einem Unfall kam. Um die Arztrechnungen zu bezahlen, lässt Olivia sich einen Coup einfallen, denn sie mit einem zusammengewürfelten Haufen an Komplizen gerade auf der Hochzeit Nummer 3 ihre Vaters abziehen möchte.



Mit Olivia wurde ich erst nach und nach warm. Zum einen bekommt man nur Stück für Stück erklärt, warum sie diesen Diebstahl abziehen möchte, zum anderen ist sie teilweise sehr wankelmütig in ihren Gefühlen.

Dass sie den Rest ihrer Crew nur ein wenig oder gar nicht kannte, machte etwas spannender noch, da sie die Leute erstmal einschätzen musste, aber gut darin ist in Menschen zu lesen.

Den Aspekt ihres Exes Jackson, von dem sie sich getrennt hat, weil er sie betrogen haben soll, bringt natürlich noch den Herzschmerz und die Romantik mit. Ich mochte Jackson sehr und fand es ganz gut, dass er als Ablenkung / Komplikation zum Plan hinzu kam.

Leider war es durch die Einführung des Planes und aller Charaktere aber zwischenzeitlich etwas langatmig. Was aber fast schon mein einziger Kritikpunt ist, denn die verschiedenen Charaktere und Olivias Vater als Antagonisten fand ich super.

Nachdem wir eigentlich direkt mit dem Beginn des Coups starten, verfolgen wir, wie alles aufgebaut und ins Rollen gebracht wird. Auch mit Schwierigkeiten geht Olivia gut um, obwohl man schnell merkt, dass man nicht alles bedenken kann, erst Recht nicht bei so einer großen Hochzeit. Aber dadurch fiebert man mit und eben auch, weil die Charaktere rund um Olivia so sympathisch sind.

Ich fand die Mischung zwischen Spannung und Gefühl (verschiedenster Art) wirklich gut gelungen, nur die paar Längen hätte es nicht unbedingt geben müssen

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Veröffentlicht am 23.03.2025

Norwegischer Politthriller mit aktuellen Themen

Echokammer
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Während Jens Meidell in die internen Ränkespiele der norwegischen Arbeiterpartei gerät, wohlgemerkt mitten im Wahlkampf, gibt es immer mehr Hinweise auf eine kleine Gruppe rechtsnationaler Extremisten, ...

Während Jens Meidell in die internen Ränkespiele der norwegischen Arbeiterpartei gerät, wohlgemerkt mitten im Wahlkampf, gibt es immer mehr Hinweise auf eine kleine Gruppe rechtsnationaler Extremisten, die einen Anschlag planen und im Besitz von großen Mengen von Giftgas sind. Lieselott Benjamin und Martin Tong ermitteln fieberhaft, um diesen Anschlag zu verhindern.



Ja, der Klappentext verspricht einen politischen Thriller, aber gerade zu Beginn, war es doch sehr viel Politik für meinen Geschmack. Verständlicherweise müssen erstmal alle Charaktere eingeführt werden und wir haben hier ja ein paar, doch trotzdem kam bei mir die Spannung erst so richtig nach der ersten Hälfte auf.

Was nicht an der Schreibstil von Ingar Johnsrud lag, sondern daran, dass wir viele Sichten bekommen und man zu beginn nicht wirklich weiß, wie die zusammen hängen und welche wichtig sind. Doch wenn man sich sortiert hat und auch ein paar Fäden schon zusammen gekommen sind, dann kommt der Lesefluss.

Die politischen Themen und Schwerpunkte im Wahlkampf sind leider auch total auf Deutschland beziehbar, so dass man immer wieder ins Kopfschütteln kommt und sich fragt, wie es wohl in Deutschland intern in den Parteien aussieht.

Der Nationalismus Gedanke, der Hass gegen Ausländer der Wunsch eines gesunden Sozialstaats sind alles aktuellen Themen , die auch hier die Gemüter aufmischen und auch im Buch wird immer die Frage aufgemacht, was man noch sage kann und ab wann man schon zu rechtes Gedankengut hat.

Um so mehr Fäden zusammen kommen um so spannender wird es und teilweise wachsen einem die Charaktere ans Herz. Wobei manche auch noch ein paar Leichen im Keller haben und somit noch etwas lassen für eine weiteren Band noch etwas offen.

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Veröffentlicht am 02.03.2025

Medizin Academy Jugend Thriller

Academy of Lies (Band 1) - Anatomie einer Verschwörung
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Quinn fängt mit ihrem Medizin Studium an einer Eliteuniversität an. Die Universität wurde von ihrem Großvater gegründet und auch ihr Bruder Flor ist dort am studieren. Denn Quinn wird sterben, da ihr Spenderherz ...

Quinn fängt mit ihrem Medizin Studium an einer Eliteuniversität an. Die Universität wurde von ihrem Großvater gegründet und auch ihr Bruder Flor ist dort am studieren. Denn Quinn wird sterben, da ihr Spenderherz nicht mehr lange durchhalten wird. Doch Flo scheint in seiner Hoffnung, seiner Schwester helfen zu können, auf Abwegen gekommen zu sein. Erst wird der neue Rektor ermordet, kurz danach stirbt eine Studentin- und gerade Flo gerät in Verdacht.



Nina Scheweling schafft es packend zu schreiben und der Thriller Aspekt kommt super zur Geltung. Am Ende werden wir natürlich mit einem Cliffhanger belohnt, da es noch einen weiteren Band geben wird, was auch gut ist, denn es bleiben nur Fragezeichen über.

Quinn ist etwas gefühlsarm zu Beginn, da sie sich mit ihrem nahenden Tod schon abgefunden hat. Nur ihre Verbindung zu Flo lässt uns hinter die Fassade gucken und bemerken, dass sie doch zu Zwischenmenschliches fähig ist. Aber durch ihre Art, die ich einerseits verstehen kann, werde ich aber über das gesamte Buch nicht komplett warm mit ihr. Es bleibt immer ein Abstand und ich beobachte mehr von außen als mitzufühlen. Auch wenn sie mit der zeit mehr Gefühle zeigt.

Das Thema Universität, Verbindungen und deren Privilegien und die dortigen Hierarchien spielen hier eine wichtige Rolle und werden gut in die Geschichte mit eingebracht. Zudem bekommen wir immer wieder Medizinische Nebeninfos, die in Form von Quinns Tagebucheinträgen auch in einer anderen Schrift im Buch gut abgehoben sind und gerne abschließend zu einem Kapitel passen. Ich fand die sehr interessant und passend und überhaupt nicht den Verlauf störend. Wenn Protagonisten per Handy schrieben, wurde dieses auch Bildlich dargestellt, was ich immer gerne mag in Büchern.

Ich werde auf jeden Fall Band 2 lesen. Nicht weil ich mit Quinn mitfühle, sondern, weil ich wissen will, was hinter all dem steckt. Zudem ist bisher ein leichter Fantasyaspekt drinnen, bei dem ich gespannt bin, ob der nachher wissenschaftlich erklärt wird.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Bridgerton trifft auf griechische Mythologie

Goddess of Fury 1: Dein Herz so steinern
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Euryale wird von Griechenland nach London geschickt, um dort den Riss zur Unterwelt zu finden und zu schließen. Wenn dies erledigt ist, kann sie endlich eine vollständige Furie werden.

Doch um dort nicht ...

Euryale wird von Griechenland nach London geschickt, um dort den Riss zur Unterwelt zu finden und zu schließen. Wenn dies erledigt ist, kann sie endlich eine vollständige Furie werden.

Doch um dort nicht aufzufallen, muss sie sich den Gepflogenheiten des viktorianischen Englands anpassen und so tun, als wenn sie auf der Suche nach einem Ehemann sei. Dabei läuft sie immer wieder Deacon über den Weg, angehender Geschichtsprofessor und wenn es nach Euryale geht, die größte Nervensäge. Doch Deacon kann noch viel mehr, als nur mit seinem Geschichtswissen glänzen.



Auch hinten auf der Rückseite steht " Bridgerton meets Greek Mythology". Zusammen mit dem Klappentext dachte ich, wir bekommen eine mystische Fantasy Geschichte im viktorianischen London mit einer schönen Liebesgeschichte. Diese bekommen wir auch, aber liegt die Liebesgeschichte mehr im Vordergrund. Das filtert sich schnell raus und als ich mich darauf eingestellt habe, war ich auch gut damit.

Zu Beginn bekommen wir einen schnellen Crash Kurs in der griechischen Mythologie und den Furien. Da ich letztes Jahr schon einige Bücher mit dem Thema gelesen habe, fiel mir der Einstieg nicht so schwer.

Und als sich das Setting nach London verlegte und wir mit Euryale in die britischen Gesellschaften abtauchen, wird es besonders lustig, denn natürlich kann eine starke Furie nicht einfach die gesittete Madame auf Bräutigamsuche spielen. So kommt es zu einigen witzigen Situationen, gerade mit dem anderen Geschlecht.

Die Figuren sind gut ausgearbeitet. Nicht nur Euryale und Deacon, sondern auch Callisto, und Cecilia bekommen ihre Geschichte und wachsen einem ans Herz.

Die Verweise auf die Schauergeschichten des viktorianischen Englands habe ich während des Lesens nicht so ganz bekommen, eher später beim Diskutieren über das Buch, da ich doch gut beschäftigt war, mit den griechischen Aspekten der Geschichte. (genauer drauf eingehen kann ich nicht, sonst spoiler ich )

Auch zum großen Finale läuft es etwas andres ab als erwartet, aber ich fand es erfrischend. Nachdem ich mein Schubladendenken in Genres beim Lesen abgelegt hatte, konnte ich das Buch genießen.

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Veröffentlicht am 31.03.2024

Trauer und Liebe liegen manchmal nah beieinander

Northern-Hearts-Reihe, Band 1 - Somebody to Love.
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Freya trauert, denn sie hat ihre große Liebe Hendrik in einer verhängnisvollen Nacht verloren. Die Umstände seines Todes verfolgen sie auch noch einige Monate später. Doch Hendrik hat auch seine Zwillingsgeschwister ...

Freya trauert, denn sie hat ihre große Liebe Hendrik in einer verhängnisvollen Nacht verloren. Die Umstände seines Todes verfolgen sie auch noch einige Monate später. Doch Hendrik hat auch seine Zwillingsgeschwister zurückgelassen. Seine Schwester Lene flieht vor der Trauer und nur sein Bruder Emil scheint Freya zu verstehen und ihr mit der Trauer helfen zu können. Gemeinsam suchen sie nach Antworten und kommen sich dabei näher. Doch darf das sein?

Somebody to love hat mich durch das Cover und das norwegische Setting angesprochen. Ich dachte, es wäre mal etwas anderes als der Standard. Leider war das zu sehr im Hintergrund. Ja wir haben Fjorde, norwegische Namen und einen traumhaften Wald, aber irgendwie habe ich zwischendurch immer wieder vergessen, dass es in Norwegen spielt.
Zudem habe ich noch keine Geschichte über Drillingsgeschwister gelesen gehabt.
Das Thema Trauer ist natürlich sehr stark vorhanden, wie man im Klappentext ja lesen kann.
Dies bringt die Autorin auch durch die beiden Charaktere Freya und Emils sehr gut rüber. Mit Lene konnte ich mich nicht so sehr anfreunden, aber sie bekommt ja noch die Chance ihre Geschichte zu erzählen in Band 2.
Die Geschichte ist aus beiden Sichten, Freya und Emil, geschrieben, so dass wir zwei Arten von Trauer kennen lernen und eben auch die Gedankengänge der beiden gut nachvollziehen können.
Spannung kommt durch die Ereignisse rund um Hendriks Todesnacht rein und man wünscht den beiden nur, dass sie die Wahrheit rausfinden können.
Ich war schockiert über die Reaktionen der Außenstehenden zu der Beziehung von Freya und Emil, aber es war ja vorhersehbar, nur haben die Charaktere sehr stark reagiert.
Ich mochte die Protagonisten und auch die Geschichte um Hendrik. Für mich hat das Buch etwas zu viel Zeit gebraucht um in Fahrt zu kommen. Zum Glück hat es dann aber nicht ewig gebraucht, um Probleme zu lösen. So dass ich es am Ende mit einem guten Gefühl bei Seite gelegt habe.

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