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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2025

Geheimnisse, Intrigen und eine mysteriöse Loge

Knights & Heirs 1. Der Ruf der Schlange
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Gemeinsam mit ihrer Familie muss die siebzehnjährige Mags aus Dublin nach Deutschland ziehen. Hier nehmen sie eine ganz neue Identität an, doch die Gründe dafür, verrät ihr Vater nicht. Nur mühsam gelingt ...

Gemeinsam mit ihrer Familie muss die siebzehnjährige Mags aus Dublin nach Deutschland ziehen. Hier nehmen sie eine ganz neue Identität an, doch die Gründe dafür, verrät ihr Vater nicht. Nur mühsam gelingt es Mags, in Deutschland Anschluss zu finden, in Stella scheint sie jedoch nun endlich eine Freundin gefunden zu haben. Als ein junger Austauschschüler aus London an ihre Schule kommt, wird alles irgendwie merkwürdig. Nicht nur, dass Caleb sie magisch anzuziehen scheint, auch sonst scheint irgendetwas mit ihm anders zu sein. Mags ahnt nicht, dass Caleb, der eigentlich Cyrus heißt, genau nach ihr sucht. Denn Cyrus gehört einer uralten Geheimloge an und Mags ahnt nicht, dass auch sie in einer Verbindung zu dieser stehen könnte.
Seit dem ersten Buch der Autorin Rena Fischer bin ich ein Fan von ihren Büchern und war ganz gespannt auf ihr neuestes Werk. Der Einstieg fiel, vor allem dank Renas unheimlich flüssigen und leichten Schreibstils, mit dem sie sofort Bilder vors innere Auge zaubert, sehr leicht. Doch gleichzeitig verpackt sie in ihre Geschichte noch ganz viele Rätsel und Geheimnisse, so dass man als Leser in einen wahren Sog gerät.
Die Handlung ist recht mysteriös, viele Fragen werden aufgeworfen und je mehr man erfährt, desto weniger wird klar, wer hier welche Intentionen hat. Als Leser hat man nicht die geringste Ahnung, ob oder wem man hier trauen kann. Man wird hier regelrecht dazu eingeladen, ordentlich mitzufiebern und seine eigenen Vermutungen anzustellen, was ich persönlich absolut liebe. Es gibt aber so nach und nach immer wieder kleinere Antworten, aber auch neue Rätsel, vor allem, was die mysteriöse Geheimloge betrifft.
Erzählt wird die Handlung aus zwei Perspektiven, Mags und Cyrus, in der Ich-Form. Hin und wieder schieben sich kurze Kapitel aus der Vergangenheit dazwischen, die einen kleinen Blick auf mehrere Mitglieder der Geheimloge zulassen. Natürlich sorgen auch diese Kapitel für weitere Rätsel.
Das Setting, zunächst in einem kleinen Ort in Deutschland, später an der Schule des Ordens, war interessant. Gerade Nathair Manor wirkte düster und hatte einen leichten Hauch von Dark Academia. Hier erhält man einen kleineren Einblick über die Loge und deren Mitglieder, vor allem über deren Ränge. Aber auch hier bleibt es in erster Linie undurchschaubar, denn einst ist sicher, auch in dieser Loge ist irgendwas nicht in Ordnung und niemand sagt Mags, was wirklich los ist.
Mags und Cyrus stehen im Mittelpunkt der Story, gerade was ihre Gefühle und Gedanken angeht, dürfen wir beide näher kennenlernen, wobei Mags hier zunächst, verständlicherweise, völlig überfordert zu sein scheint und Cyrus eher verschlossen. Ich möchte an dieser Stelle gar nicht so viel verraten, denn in der gesamten Geschichte dreht sich alles um die Geheimnisse, die natürlich noch längst nicht alle gelöst sind.
Nebencharaktere lernen wir natürlich auch kennen und ja, auch diese bergen so einige Geheimnisse.
Mein Fazit: Mir hat der erste Band der Knights & Heirs Dilogie unheimlich gut gefallen, gemeinsam mit der Protagonistin Mags wird man hier in eine Welt voller Geheimnisse, Rätsel und Intrigen geworfen, bei denen man so einige Möglichkeiten hat, selbst Theorien aufzustellen. Spannend, geheimnisvoll, starke Charaktere und eine Handlung, die mit neuen Ideen absolut erfrischend anders wirkt. Natürlich gibt es auch noch einen fiesen Cliffhanger, der mich jetzt schon sehnsüchtig auf Band 2 warten lässt.

Veröffentlicht am 13.01.2025

Positiv überrascht

Love Me Like It's Yesterday
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Taro ist gelernter Psychiater, doch seitdem sein Youtube Kanal Make her yours erfolgreich ist, lebt er als Influencer. Als ein neuer Konkurrent auftaucht, lässt sich Taro zu einer Wette hinreißen, er soll ...

Taro ist gelernter Psychiater, doch seitdem sein Youtube Kanal Make her yours erfolgreich ist, lebt er als Influencer. Als ein neuer Konkurrent auftaucht, lässt sich Taro zu einer Wette hinreißen, er soll mit seiner Methode eine Frau verführen, aber nicht irgendeine, sondern eine von einem User ausgewählte. Die Wahl fällt auf Juno, doch Taro könnte nicht überraschter sein, als er von der Möbelrestauratorin erfährt, dass sie alles Digitale ablehnt und noch nicht mal ein Handy besitzt. Zunächst denkt Taro ans Aufgeben, doch dann müsste er seinen Kanal löschen. Also beschließt er, Juno mit herkömmlichen Methoden rumzukriegen. Doch je mehr er Juno kennenlernt, desto mehr muss er sich eingestehen, dass sie etwas besonderes ist.
Der Klappentext und das Thema Digital Detox machten mich neugierig und auch das Cover finde ich definitiv ansprechend. Wie sehr mich dieser Roman aber überzeugen konnte, hat mich dann doch völlig überrascht.
Autorin Juliane Käppler schreibt sehr leicht und locker und man fühlt sich innerhalb kürzester Zeit mitten in die Geschichte versetzt. Richtig gut fand ich die Kapitelüberschriften über Junos Kapitel, die immer mit einer Art Wörterbuch begannen, mit Junos ganz eigenen Wortkreationen. Man bekommt hier auf jeden Fall eine Menge zum Schmunzeln, aber auch einige Momente, die nachdenklich stimmten. Genau das hat mich auch sehr positiv bei diesem Buch überrascht, denn diese RomCom hat auch ganz viel Tiefgang.
Erzählt wird die Geschichte aus wechselnden Perspektiven zwischen Juno und Taro in der Ich-Erzählform, was dem Leser tiefe Einblicke in die Gefühle und Gedanken der beiden Charaktere gibt.
Wir lernen zu Beginn erst Taro und seinen Youtube Kanal kennen, wissen also, mit welchen Gedanken er bei Juno auftaucht. Der Blick auf Juno zeigt schnell, dass sie ein ganz besonderer Charakter ist, die sich aus persönlichen Gründen fern von Social Media und der digitalen Welt hält, selbst Kassetten begegnen dem Leser hier, für die, die es nicht mehr kennen: damit konnte man Musik aufnehmen und mit einem Recorder abspielen. Mir gefiel dieser Einblick besonders gut, denn es zeigt durchaus Vor- aber auch Nachteile unserer Welt. Immer erreichbar sein, ist nicht immer gut, sich durch Medien beeinflussen lassen? Auch das ist nicht immer positiv. Dieses Thema lässt den Leser auf jeden Fall innehalten und darüber nachdenken, vor allem auch mal darüber, einfach selbst mal den ein oder anderen Tag das Smartphone einfach mal links liegen zu lassen. Dabei ist die Geschichte durchaus ausschweifend erzählt, aber keineswegs langweilig, denn irgendwie ist sie so intensiv, dass man jeden Moment genießt.
Die Liebesgeschichte zwischen den Beiden ist absolut Slow burn und alles andere hätte hier auch nicht gepasst, denn auf den ersten Blick sind Juno und Taro so unterschiedlich wie Tag und Nacht.
Juno bezeichnet Taro zu Beginn als Hipster, was wirklich perfekt zu ihm passt. Er ist erfolgreich und in allem so, wie man es von einem Hipster erwartet, klare Linien in seiner Wohnung, teures Auto und natürlich ständig online. Juno ist ein wenig „angestaubt“ und das im wahrsten Sinne des Wortes aufgrund ihres Berufs. Aber auch sonst ist sie einfach anders, allein dadurch, dass sie alles an Medien ablehnt. Die Beiden lernen sich kennen und jeder gibt dem anderen auf eine andere Art Input, der zu den jeweiligen Entwicklungen der beiden passt. Mir haben beide unheimlich gut gefallen, da ich sie für absolut authentisch hielt.
Nebencharaktere gibt es gar nicht so viele, besonders im Gedächtnis sind mir Junos Nachbarn geworden, die gelinde gesagt, sehr nervig waren, aber durchaus für einen ganz spannende Plottwist sorgten.
Mein Fazit: Ein sehr warmherziges Buch mit tollten, lebendigen Charakteren und ein Thema, das wohl so gut wie jeden von uns trifft, denn wie oft ertappt man sich bei allem dabei, wieder einmal das Smartphone in die Hand genommen zu haben. Auch wenn die Geschichte manchmal weit ausgeholt wird, ist sie durchweg gut erzählt und weiß zu fesseln. Zum Lächeln, zum Lachen, aber auch zum Nachdenken und dabei noch wirklich toll geschrieben.

Veröffentlicht am 06.10.2024

Starker Krimi

Glutmoor (Janosch Janssen ermittelt 2)
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In einer Einfamilienhaussiedlung am Stadtrand findet Krankenschwester Carina Sander ihre Familie tot vor. Alle vier wurden mit einem Kopfschuss regelrecht hingerichtet. Kriminalkommissar Janosch Janssen ...

In einer Einfamilienhaussiedlung am Stadtrand findet Krankenschwester Carina Sander ihre Familie tot vor. Alle vier wurden mit einem Kopfschuss regelrecht hingerichtet. Kriminalkommissar Janosch Janssen erscheint gemeinsam mit seiner Vorgesetzten und Schwiegermutter am Tatort. Verschiedene Spuren deuten auf verschiedene Tatverdächtige, doch auch die Vergangenheit des Vaters Gregor Sander taucht während den Ermittlungen auf. So viele Anhaltspunkte und doch scheint keiner richtig. Wer kann so einen Hass auf die Sanders gehabt haben?
Der Klappentext machte mich sehr neugierig auf diesen Krimi und beim Lesen habe ich dann recht schnell festgestellt, dass es sich bereits um den zweiten Band der Reihe handelte, aber von meiner Seite aus gab es keinerlei Verständnisprobleme und ich kann sagen, dass man auch ruhig zugreifen kann, wenn man keine Vorkenntnisse hat.
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, er ist klar und schnörkellos und lässt sich flüssig lesen. Autor Lars Engels gelingt es hier problemlos, den Leser mit in seine Geschichte zu ziehen, da es ohne abzuschweifen bildhaft erzählt ist.
Da es hier recht schnell zum Auffinden der Leichen kommt, wird es auch schnell spannend. Viele kleine Fährten werden ausgelegt, die den Leser dazu animieren, Vermutungen aufzustellen und mitzurätseln. Hier scheint alles möglich zu sein, denn die Verdächtigen verhalten sich auch genauso.
Erzählt wird das Ganze aus unterschiedlichen Perspektiven aus den Sichten von Kriminalrätin Diana Quester, die auch gleichzeitig die Schwiegermutter des Kriminalkommissars Janosch Janssen ist und hin und wieder erhält man auch Rückblicke. Genau diese waren leider das, was mich an diesem Krimi nicht ganz so fesseln konnten. Normalerweise finde ich Einblicke in die Vergangenheit immer super, aber hier waren es die, die für mich Längen in die Handlung brachten.
Der Fall selber war wirklich interessant und auch der Beginn mit der Flucht aus der DDR, die der ermordete mit seinem damals besten Freund versucht hat, fand ich sehr interessant. Während es Sander glückte in die BRD zu flüchten, stirbt sein bester Freund.
Die Protagonisten Janssen und Quester fand ich beide sehr gut gelungen und authentisch. Janssen ist kurz davor Papa zu werden, denn seine Frau Helen ist in der 39. Woche. Langsam wird er nervös und immer wieder muss er feststellen, dass er vor allem Dinge, die Kindern angetan werden, nicht mehr so einfach verarbeiten kann. Als Mutter konnte ich das hervorragend nachvollziehen.
Auch seine Schwiegermutter Diana Quester fand ich absolut gelungen und ihre barsche Art nicht zu übertrieben. Hier muss auch sie selbst häufiger über ihre Handlungen nachdenken und umdenken.
Aber auch alle Nebencharakter sind authentisch und glaubhaft, was diesen Krimi absolut hervorhebt.
Mein Fazit: Ein wirklich spannender zweiter Fall für Janssen und Quester, die mir ebenfalls gut gefallen haben. Der Fall war grausam und die Ermittlungen spannend und luden zum miträtseln ein. Ich bin sehr gespannt auf weitere Fälle und freu mich auf eine Fortsetzung.

Veröffentlicht am 06.10.2024

Das Atlantis des Nordens

Rungholt
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Deutschland, Nordsee 1907 - als am Silvesterabend ein riesiger Eisberg an den Strand gespült wird, sind die Menschen mehr als neugierig, denn im Eis eingeschlossen kann man eine Jolle sehen. Auch Janna ...

Deutschland, Nordsee 1907 - als am Silvesterabend ein riesiger Eisberg an den Strand gespült wird, sind die Menschen mehr als neugierig, denn im Eis eingeschlossen kann man eine Jolle sehen. Auch Janna ist fasziniert, aber auch voller Hoffnung, denn seit fast einem Jahr wird ihr Zwillingsbruder vermisst, der auf einem Schiff angeheuert hatte. Neben den vielen Neugierigen kommen auch Gaukler ins Dorf, unter ihnen die alte Sigal mit ihrem Wagen. Beinahe magisch angezogen von der ungewöhnlichen Frau, macht Janna eine Entdeckung. Sigal besitzt ein uraltes Tagebuch einer Frau, die aus dem sagenumwobenen, vor 600 Jahren versunkenen Rungholt stammt. Während Janna Sigal vorliest, übersetzt diese das Tagebuch und irgendwann wird deutlich, dass das Schicksal der Frauen auf besondere Art miteinander verknüpft scheinen.
Ich muss gestehen, dass ich die Sage rund um das norddeutsche Atlantis zuvor nicht kannte, doch allein die Tatsache, dass Rungholt einst wirklich existierte, machte mich unglaublich neugierig auf dieses Buch.
Erzählt wird die Geschichte auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen, zum einen gibt es da Janna im Jahre 1907, zum anderen Lenore, deren Perspektive knapp zwei Jahre vor dem Untergang Rungholts 1360 beginnt. Dabei erzählt die Autorin mit einem wirklich unheimlich guten Schreibstil von den Ereignissen. Dank ihrer wohl durchdachten und unheimlich bildlichen Sprache sah ich nicht nur die Zeit um 1907, sondern auch Rungholt wurde für mich lebendig. Ich habe regelrecht eine Zeitreise begangen und bin fasziniert, wie dicht Autorin Ann-Kathrin Wasle hier recherchiert hat.
Mir haben zwar beide Perspektiven, die jeweils ihre eigenen Geheimnisse und Besonderheiten hatten, sehr gut gefallen, aber die Erzählungen von Rungholt haben auch mich auf ganz besondere Art und Weise berührt, da ich auch immer im Hinterkopf hatte, dass damals wirklich hier so viele Menschen ums Leben kamen.
Die Handlungen beider Zeitebenen spiegeln die damaligen Zeiten recht gut wieder, zwar gibt es hier und da Längen, aber ich bin auch kein versierter Leser historischer Romane. Ab einem gewissen Punkt kommt der schon von Grunde auf düsteren Story ein mystischer Aspekt hinzu, der das Buch dann spannend werden lässt. Ich hatte zwar meine Vermutungen, war mir aber nie sicher und wurde dadurch immer Tiefer in die Geschichte gezogen.
Beide Zeitebenen haben einen ähnlichen Ton, während Lenore 1360 auf Rungholt auf ihren Verlobten wartet, wartet Janna auf ihren Bruder. Beide Frauen haben somit einen geliebten Menschen auf hoher See verloren.
Wirklich fasziniert bin ich von Rungholt selber, diese Stadt, deren Bürger von Handel lebten und die sehr groß gewesen sein muss, ich las den Vergleich zu Hamburg zur damaligen Zeit in der Rungholt 2000 Einwohner und Hamburg 5000 Einwohner hatte. Diese Stadt war in nur einer Nacht einfach vom Meer verschluckt. Noch heute werden Fundstücke der Stadt ausgegraben und irgendwie berührt dies ungemein. Wirklich sehr interessant und sehr bewegend.
Janna wirkt zunächst sehr ruhig, schüchtern und wie eine Tagträumerin. Mir war sie umgehend sympathisch und ihre Faszination für Rungholt konnte ich absolut verstehen. Ich selber habe mir seitdem ein paar Dokumentationen angeschaut und Berichte im Internet gelesen und dieses Thema wirkt ganz besonders, so viele verlorene Menschen, für immer unter dem Schlick des Watts begraben. Aber kommen wir zurück zu Janna, während sie die alte Sigal abends besucht und ihr Lenores Tagebuch vorliest, wird Janna mutiger, schafft es aus sich herauszukommen und für sich einzustehen. Die Entwicklung war glaubwürdig und hat mir gut gefallen.
Lenore im Jahre 1360 war eine sehr mutige, extrem starke Frau, die sich nicht so leichter klein machen ließ. Sie fand ich unglaublich sympathisch und ich habe mit ihr mitgebangt, denn Lenore will mit Eintritt ihrer Volljährigkeit Rungholt verlassen. Für mich war sie auf jeden Fall ihrer Zeit weit voraus.
Neben den beiden Protagonistinnen gibt es einige Nebencharaktere, von denen vor allem Lenores Vetter Thorstein einen großen Raum einnimmt. Doch auch die weiteren Charaktere sind authentisch und lebendig und ich fand sie richtig gut ausgearbeitet,
Mein Fazit: Wer sich von alten Sagen begeistern lässt und eine unglaublich lebendige Geschichte dazu lesen möchte, sollte hier in Rungholt reinschnuppern. Wirklich toll geschrieben, sehr düster und mystisch und mit einer Portion Wehmut, weil man den Ausgang Rungholts ja kennt. Sehr lesenswerter Roman.

Veröffentlicht am 25.09.2024

Fantastisches Highlight

Dawn of Onyx – Die Edelsteinsaga
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Seitdem ihr Bruder Ryder und dessen Freund Halden der Armee von Amber beigetreten sind, lebt die junge Heilerin Arwen mit ihrer Schwester Leigh und ihrer kranken Mutter allein in Abbington. Doch dann steht ...

Seitdem ihr Bruder Ryder und dessen Freund Halden der Armee von Amber beigetreten sind, lebt die junge Heilerin Arwen mit ihrer Schwester Leigh und ihrer kranken Mutter allein in Abbington. Doch dann steht eines Tages überraschend Ryder vor der Tür, dieser hat den König von Onyx bestohlen und wird nun von dessen Soldaten verfolgt. Kurzerhand muss die Familie flüchten, doch Arwen fällt den Soldaten in die Hände und wird in die Schattenstein Burg des Onyx Königs gebracht. Hier soll sie tagsüber seine Soldaten heilen, während sie die Nächte in den dunklen, kalten Kerkern verbringen muss. Doch da ist noch der geheimnisvolle Mitgefangene, der ihr nicht nur überraschend Trost spendet, sondern sie auch irgendwie fasziniert, aber ob sie ihm wirklich vertrauen kann?
Das wunderschöne Cover sprach mich sofort an und die Geschichte klang zwar nicht völlig neu, aber trotzdem spannend, dass sie sich aber für mich zu einem Highlight entwickeln würde, hat mich sehr überrascht und gefreut.
Von der ersten Seite an gelingt es der Autorin Kate Golden mich in ihre Welt der Edelsteinländer zu ziehen. Mit einem Schreibstil der leicht und flüssig zu lesen, aber auch absolut bildgewaltig ist, zauberte sie mir vom ersten Augenblick an ein spannendes Kopfkino.
Die Geschichte beginnt recht schnell spannend zu werden, nachdem wir einen kurzen Blick auf Arwen und ihr bisheriges Leben werfen konnten, wird sie auch gleich an die Burg des brutalen Königs entführt. Hier muss sie sich nur vor anderen MItgefangenen in acht nehmen, sondern auch vor den Soldaten des Königs, die die hübsche junge Frau belästigen. Arwen steht in der Fremde und doch muss sie sich so nach und nach fragen, wer hier gut und wer hier böse ist. Wem kann sie noch vertrauen? We soll sie glauben? Es scheint, dass alle Wege irgendwie in eine Sackgasse führen.
Das Wordlbuilding hat mir ausgesprochen gut gefallen, die unterschiedlichen Reiche dieser Welt sind nach unterschiedlichen Edelsteinen benannt und verfügen, teilweise, auch über unterschiedliche Eigenschaften. So scheint es, dass im Reiche Amber hauptsächlich ärmere Menschen, zum großen Teil Bauern leben, das Königreich Onyx hingegen auch magische Bewohner hat.
Es herrscht Krieg zwischen den Reichen und Arwen glaubt, dass der Onyx König sich das Land Amber zu seinem Untertan machen möchte. Sie hört überall Erzählungen über den brutalen König und verzweifelt nun, dass sie an dessen Hofe bleiben soll.
Arwen als Protagonisten und Ich-Erzählerin der Geschichte ist eine junge Frau, die recht widersprüchlich ist. Auf der einen Seite kämpft sie immer wieder gegen Panikattacken, auf der anderen Seite ist sie unbedarft und handelt manches Mal recht kopflos. Man merkt, dass sie keinerlei Erfahrung in Umgang mit Gefahren hat und auch mit Geheimnissen kann sie nicht allzu leicht umgehen. Doch während der Geschichte beginnt sie sich weiterzuentwicklen, ja, definitiv manches Mal langsam, aber doch stetig und gerade zum Ende hin gibt es eine große Wendung.
Kane, der Onyxkönig, gilt als brutal und Frauenheld, doch seine Begegnungen mit Arwen lassen ihn in meinen Augen manchmal fast zu weich wirken. Trotzdem mochte ich es, wenn die beiden sich ihre Schlagabtäusche lieferten und brachten mich dadurch durchaus zum Schmunzeln. Die sich daraus anbahnende Lovestory blieb für mich noch in einem Rahmen ohne zu spicy zu werden und nicht in völliger Schmachterei auszuarten auch wenn es natürlich dazu kommt. Trotzdem blieb es für mich durchaus nachvollziehbar.
Was mir hier ebenfalls gut gefallen hat, sind die Nebencharaktere, allen voran die junge Hexe Mari, die sich hin und wieder mit dem Commander des Königs, Griffin, Schlagabtäusche liefert. Aber auch Dagan, der gemeinsam mit Arwen im Apothecarium arbeitet und sich als großartiger Lehrmeister für Arwen entpuppt.
Mein Fazit: Für mich war Dawn of Onyx ein überraschendes Highlight, das zwar mit teilweise bekannten Elementen arbeitet, aber einfach spannend und fesselnd war und dank des Schreibstils ein tolles Kopfkino erzeugte. Arwen war vor allem zu Beginn zwar etwas nervig, aber irgendwie konnte ich sie durchaus verstehen. Kane ist ein starker Held, der Potential für einen Bookboyfriend liefert. Magische Wesen, immer wieder Überraschungen, eine recht düstere Welt, tolle Protagonisten und eine fesselnden Handlung ließen das Buch für mich zu einem Pageturner werden. Für jeden der High Romantasy mag ein absoluter Tipp!