Profilbild von Island

Island

Lesejury Star
offline

Island ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Island über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.03.2025

Coming-of-Age mit tragischem Ende

Klapper
0

Dieser Debüt-Roman handelt auf zwei Zeitebenen. Im Jahr 2011 und in der Gegenwart. 2011 ist Klapper, der diesen Spitznamen bekommen hat, weil sein Gelenke knacken, 16. Er verkörpert so ziemlich das Idealbild ...

Dieser Debüt-Roman handelt auf zwei Zeitebenen. Im Jahr 2011 und in der Gegenwart. 2011 ist Klapper, der diesen Spitznamen bekommen hat, weil sein Gelenke knacken, 16. Er verkörpert so ziemlich das Idealbild eines Nerds mit Metalshirts, Counter-Strike als einziges wirkliches Hobby und ohne wirkliche Freunde. Nach den Sommerferien kommt dann ein Mädchen, das Bär genannt werden möchte, neu in seine Klasse und setzt sich neben ihn. Sie ist groß, stark, selbstbewusst und unkonventionell und über ihr gemeinsames Interesse an Counter-Strike nähern sie sich langsam an. Irgendwann nimmt ihre Freundschaft dann aber ein abruptes Ende und so wirft es den erwachsenen, aber immer noch sehr einsamen IT-ler Klapper dann auch ziemlich aus der Bahn, als er plötzlich wieder Bärs altes Profil auf seinem Bildschirm sieht.

Der Roman punktet insbesondere durch die detaillreichen Schilderungen aus der Jugendzeit von Klapper und Bär mit Zitronenkrümel-Eistee, Raucherecken an Schulen, schrulligen Lehrern, den Anfängen von Bitcoins, Counter-Strike und nicht ganz einfachen Elternhäusern. So kommen beim Lesen fast nostalgische Momente auf. Neben einigen Skurrilitäten gibt es aber auch immer wieder ernste Momente und die Unsicherheit des Teenager-Alters ist sehr gut eingefangen. Der Sprachstil des Autors ist sehr wortgewandt und anschaulich, aber auch flüssig lesbar.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2025

Wird am Ende alles gut?

Entscheidung in der Rosenholzvilla
0

Dies ist nun schon der letzte Teil der Trilogie um die Rosenholzvilla. Auch diesmal ist die Covergestaltung wieder sehr gut zur Thematik und zum Schauplatz passend und zugleich im selben Stil wie die Vorgängerbände, ...

Dies ist nun schon der letzte Teil der Trilogie um die Rosenholzvilla. Auch diesmal ist die Covergestaltung wieder sehr gut zur Thematik und zum Schauplatz passend und zugleich im selben Stil wie die Vorgängerbände, sodass die Zusammengehörigkeit offensichtlich ist.

Auf jeden Fall ist es ratsam, zuvor den ersten und zweiten Teil der Reihe zu lesen, da doch viel aufeinander aufbaut. Dann kann man sich umso mehr am Wiedersehen mit Elisa und den anderen Menschen rund um die Rosenholzvilla erfreuen und erfährt nun, wie es mit ihr und Danilo weitergeht und auch, was aus dessen Bruder Fabio, seiner kleinen Familie und der Instrumentenmanufaktur wird. Und natürlich tauchen auch alle anderen, beteits bekannten, Nebenfiguren wieder auf und auch deren Geschichten finden einen Abschluss.

Die Autorin schreibt gewohnt anschaulich und gut lesbar. An die Orte der Handlung konnte ich mich so sehr gut versetzen und beim Lesen in die Atmosphäre im Tessin eintauchen. Auch blieb mir Elisa als Protagonistin weiterhin sehr sympathisch. Mit Danilo und seinem Bruder Fabio dagegen wurde ich bis zum Schluss nicht so richtig warm. Einen kleinen Abzug gibt es von mir auch, weil das Finale am Ende doch etwas zu unrealistisch, auch für dieses Genre, ausgefallen ist. Nichtsdestotrotz ist es schade, dass die Geschichte um die Rosenholzvilla als Rückzugsort für verletzte Künstler nun außerzählt ist. Auf die, bereits angekündigte, neue Reihe der Autorin freue ich mich daher schon.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 02.03.2025

Leben und bauen unter erschwerten Bedingungen

Die Allee
0

Die Bilder und die Farbgestaltung des Covers dieses Buches lassen bereits vermuten, dass dieses sich um die Zeit der DDR dreht. Geschrieben wurde es von der Enkelin des im Mittelpunkt stehenden Architekten ...

Die Bilder und die Farbgestaltung des Covers dieses Buches lassen bereits vermuten, dass dieses sich um die Zeit der DDR dreht. Geschrieben wurde es von der Enkelin des im Mittelpunkt stehenden Architekten Hermann Henselmann, der nach dem Zweiten Weltkrieg zum Chefarchitekten Ost-Berlins aufstieg und und bedeutende Bauprojekte der DDR, wie die Stalinallee, den Palast der Republik oder den Fernsehturm entscheidend prägte.

Es geht aber nicht nur um ihn, sondern auch seine Frau Isi und Isa, eine seiner Töchter, nehmen eine wichtige Rolle ein. Isi hat selbst eine große Begabung für Architektur, durch die vielen Schwangerschaften schaffte sie es aber nie, ein Studium durchzuziehen und assistierte so ihrem Mann oft nur, bis sie sich mit zunehmendem Alter doch noch mehr von ihm emanzipiert. Hermann eckt bei der DDR-Führung mit seinen Vorstellungen von Architektur oft an und muss am Ende oft Kompromisse eingehen, um seine Position zu behalten. Sein Umgang mit Isi und seinen Kindern ist öfter wenig vorbildlich, so kommt es immer wieder zu Affären und gegenüber der Kinder neigt er zu gewalttätigen Wutausbrüchen. Isa geht daher recht früh ihre eigenen Wege, gerät dabei aber auch immer wieder in brenzlige Situationen, teilweise auch, weil sie nun mal die Tochter des recht bekannten Architekten ist.

Ich fand die Geschichte sehr interessant, insbesondere, weil ich so mehr über die Entstehungsgeschichte prägnanter Bauwerke der DDR erfahren habe, und darüber, wie es dazu kam, dass dort genau so gebaut wurde. Auch die Familiengeschichte hat mein Interesse geweckt, weil ich so noch einmal viel über die Frauenrolle in der DDR und am Beispiel von Isa über das Aufwachsen unter diesen erschwerten Bedingungen erfahren habe. Die Autorin schreibt gut nachvollziehbar und anschaulich, beschönigt aber trotz ihrer Verwandtschaft mit Hermann Henselmann nichts. Alles wirkt auch sehr gut recherchiert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.03.2025

Wenn eine Lüge zur nächsten führt

Luzie in den Wolken
0

Das Cover und der Titel von Charlotte Lucas neuestem Roman wirken bunt, fröhlich und auffällig. Die Geschichte hat aber auch eine traurige Seite.

Die siebenjährige Luzie hat mit drei Jahren ihren Vater ...

Das Cover und der Titel von Charlotte Lucas neuestem Roman wirken bunt, fröhlich und auffällig. Die Geschichte hat aber auch eine traurige Seite.

Die siebenjährige Luzie hat mit drei Jahren ihren Vater verloren und ihre Mutter Miriam ihren Mann. Nun versucht sie, sich und ihre Tochter mit einem Kinder Secondhandladen über Wasser zu halten, was mehr schlecht als Recht klappt. Luzie nimmt am Ballonwettbewerb eines Spielzeugladens teil und schreibt auf die Karte folgende Botschaft: »Liber Got, mein Papa ist bei dir im Himell - kannst du mir nicht bite einen neuen schikken? Von ganzem Hertzen, deine Luzie in den Wolken.« Der Ballon wird von Gabriel Bach, einem Bestseller-Autor mit Schreibblockade gefunden, der Luzies Schicksal zunächst als Inspiration für ein lang erwartetes neues Buch sieht und sich daher bemüht, Luzie und ihrer Mutter näher zu kommen.

Die Geschichte ist sowohl etwas sentimental als auch mit einer Prise Humor und einer ordentlichen Dosis Zuversicht ausgestattet. Die Protagonist:innen sind alle irgendwie liebenswert, wenn auch teilweise etwas naiv, aber, das ist bei einem solchem Roman ja nicht so schlimm. Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt gut lesbar und sehr einfühlsam, was die Situation von Luzie und Miriam angeht. Teilweise hätte die Handlung aber etwas gestrafft werden können. Bei den kleineren Nebenfiguren, die nur ganz am Rand eine Rolle spielen, begegnet man alten Bekannten aus früheren Romanen der Autorin wieder, was recht nett ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.03.2025

Dunkle Erinnerungen

Die Schanze
0

Bei diesem neuen Thriller hat mich die Covergestaltung direkt neugierig gemacht. Die Skisprung-Schanze sticht wirklich ins Auge und gibt zugleich einen Hinweis darauf, dass die Handlung in den Bergen spielt.

Ärztin ...

Bei diesem neuen Thriller hat mich die Covergestaltung direkt neugierig gemacht. Die Skisprung-Schanze sticht wirklich ins Auge und gibt zugleich einen Hinweis darauf, dass die Handlung in den Bergen spielt.

Ärztin Ellen hat ihr Heimatdorf in Oberbayern direkt nach dem Abitur verlassen und wollte eigentlich auch nie mehr dorthin zurückkehren, da sie ungute Erinnerung rufen mit dem Ort und einigen Bewohnern verbindet. Dann kommt es aber doch dazu, dass sie nach einer Trennung ihre Stelle in einem Hamburger Krankenhaus kündigt und die Praxis des Dorfarztes in ihrer alten Heimat übernimmt, auch wenn sie diesem Unterfangen mit gemischten Gefühlen entgegen sieht. Kurz nach ihrer Ankunft wird dann auch eine Leiche an der Skischanze hängend gefunden und Ellen kennt den Toten von früher und hätte selbst durchaus ein Motiv, sich an ihm zu rächen. Zusammen mit einem Journalisten der Regionalzeitung und einem pensionierten Polizisten versucht sie herauszufinden, was hinter dem Mord steckt.

Ich fand den Thriller recht lange spannend, da einige falsche Fährten gelegt wurden. Ellen als Protagonistin war mir sympathisch, wie sie an die neue Aufgabe herangeht und sich ihrer Vergangenheit stellt, obwohl das alles definitiv nicht leicht für sie ist. Auch die beiden männlichen Nebencharaktere, die sie bei den Nachforschungen unterstützen, sind interessante Persönlichkeiten, die ihre Ecken und Kanten haben. Der Schreibstil war anschaulich und zugleich gut nachvollziehbar. Der Sprecher des Hörbuchs war gut ausgewählt, man konnte ihm angenehm zuhören und seine Stimme passte zur Atmosphäre des Thrillers.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere