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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.03.2025

Spannend

Kein Land in Sicht
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Stephanie kommt zu sich. Ohne Erinnerung und auf einem Kreuzfahrtschiff, auf dem sie als Animateurin arbeitet. Doch komischerweise kann sie sich an nichts erinnern. Nicht an ihren Namen, nicht an ihre ...

Stephanie kommt zu sich. Ohne Erinnerung und auf einem Kreuzfahrtschiff, auf dem sie als Animateurin arbeitet. Doch komischerweise kann sie sich an nichts erinnern. Nicht an ihren Namen, nicht an ihre Arbeit und auch nicht, wieso sie in diesen Zustand gekommen ist. Doch das ist erst der Anfang, die Fahrt wird schlimmer und zum Horrortrip.

Das Buch ist ein sehr guter Thriller und wirklich sehr spannend. Die Kapitel wechseln jeweils aus Sicht von Stefanie und von ihrem Kollegen Michael. Während sich die eine mühsam bemüht, die Erinnerungslücken zu schließen, kämpft der andere buchstäblich um sein Leben. Interessant ist dabei mitzulesen, wie diese beiden Geschichten zusammengeführt werden und was dahinter steckt. Und vor allem, dass man immer wieder daran zweifelt, wer Freund und wer Feind ist. Und dass dies auch oft wechselt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Hoffnungsvoll

Von hier aus weiter
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Marlenes Mann ist gestorben. An einer schweren Krankheit und durch Selbstmord. Doch das ist noch nicht alles. Marlene verschließt sich vor der Welt, bleibt in ihrem Haus und will nur ihre Ruhe. Anrufe ...

Marlenes Mann ist gestorben. An einer schweren Krankheit und durch Selbstmord. Doch das ist noch nicht alles. Marlene verschließt sich vor der Welt, bleibt in ihrem Haus und will nur ihre Ruhe. Anrufe werden nicht entgegengenommen, Freunde und Familie nicht hereingelassen. Erst als es ein handwerkliches Problem gibt, ruft sie einen Klempner. Nicht ahnend, dass der bei ihr einziehen wird.

Das Buch ist sehr schön. Das beginnt mit dem passenden Cover und geht weiter mit dem wunderbaren Schreibstil. Außerdem verbreitet es trotz des sehr schweren Themas unheimlich viel Hoffnung. Die Wandlung von Marlene in den verschiedenen Phasen der Trauer und Wut ist nachvollziehbar. Auch gibt es einige Überraschungen und sehr humorvolle Ereignisse. Das alles macht das Lesen zu einem Erlebnis und von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 26.02.2025

Schockiert

Meine wundervollen Schwestern
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Khalida will Fußball spielen. Doch das ist so gut wie unmöglich im Afghanistan Mitte der 1990er Jahre. Dort ist Frauen so gut wie nichts erlaubt. Die Mädchen probieren trotzdem, zumindest hinter hohen ...

Khalida will Fußball spielen. Doch das ist so gut wie unmöglich im Afghanistan Mitte der 1990er Jahre. Dort ist Frauen so gut wie nichts erlaubt. Die Mädchen probieren trotzdem, zumindest hinter hohen Mauern etwas zu spielen. Doch das funktioniert nicht. Khalidas Familie muss vor den Taliban nach Pakistan fliehen. Als die Taliban nicht mehr an der Macht sind, kommt die Familie zurück. Die Mädchen und Frauen haben kleinere Freiheiten. Sie können endlich wieder zur Schule gehen und eine Universität besuchen. Khalida beginnt sofort, wieder Fußball zu spielen und später auch eine Nationalmannschaft aufzustellen. Das ist 2007 und immer noch nicht werden Frauen anerkannt. Sie bekommt eine Arbeit im Sportmanagement der Nationalmannschaft. Doch sie wird massiv bedroht und flieht im letzten Moment 2011 letztendlich nach Dänemark.

Die Geschichte von Khalida und ihren Mitspielerinnen berührt sehr. Aber sie schockiert auch. Während der Zeiten der Taliban waren die Mädchen und Frauen komplett unterdrückt. Allerdings war ich der Annahme und es wurde uns auch zur damaligen Zeit so rübergebracht, dass in der Zwischenzeit die Frauen relativ frei waren. Khalida erzählt eine sehr persönliche, aber ganz andere Geschichte. Bis auf ganz, ganz wenige Lockerungen hatte sich für die Frauen so gut wie nichts verändert und sie lebten immer noch in großer Gefahr, was allein ihre Flucht beweist. Mit dem Erstarken der Taliban müssen auch andere Fußballspielerinnen fliehen und dies geschieht auch sehr dramatischer. Die Beschreibung ist aus persönlicher Sicht, inhaltlich mag es die eine oder andere kleinere Sache geben, die für mich nicht nachvollziehbar erscheint und bei allem Verständnis für Khalida war ich manchmal überrascht, dass sie so gar keine Rücksicht auf die Sicherheit ihrer Familie nahm. Aber wie gesagt, es waren dramatische Zeiten und es waren persönliche Erlebnisse und jeder hat seine eigene Sicht. Insgesamt ist es ein Buch, das zwar gleichzeitig vielen jungen Frauen und Mädchen Mut machen soll, für die eigenen Ziele einzustehen, es ist aber auch ein Buch, das aufzeigt, wie gefährlich das ist. Egal wie man es nimmt, es ist ein sehr wichtiges Buch und sollte von möglichst vielen gelesen werden.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Unheimlich berührend und stark

Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster
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Fred Wiener ist geschieden, zieht seinen Sohn Phil allein groß und arbeitet in einem Büro. Allgemein ist er wohl so etwas wie ein eher einsamer, trauriger, sehr zurückgezogener und kontaktscheuer Mensch. ...

Fred Wiener ist geschieden, zieht seinen Sohn Phil allein groß und arbeitet in einem Büro. Allgemein ist er wohl so etwas wie ein eher einsamer, trauriger, sehr zurückgezogener und kontaktscheuer Mensch. Seine Kollegen bekommen erst etwas Respekt vor ihm, als er erzählt, dass er sich als ehrenamtlicher Sterbebegleiter hat ausbilden lassen. Doch gleich seine erste "Klientin" Karla macht es ihm schwer und ist völlig anders, als er es erwartet hat...

Das Buch hat mich stark beeindruckt. Zum einen rein vom Aufbau her. Über den Kapiteln steht jeweils der Name desjenigen, aus dessen Sicht erzählt wird. Das macht es dem Leser einfach, obwohl man allein schon am unterschiedlichen Stil gemerkt hätte, wer da berichtet. Am besten gefiel mir die direkte, geradlinige und auch sehr pragmatische Art des 13-jährigen Phil. Man merkt im Laufe des Buches, dass er nicht nur körperlich wächst, sondern insgesamt erwachsener wird.
Vor allem aber hat mich der Inhalt beeindruckt und berührt. Die Art der Autorin über die Figur Karla mit der Krebserkrankung und dem Sterben umzugehen und dabei rüberzubringen, wie man die Wünsche der Menschen zu respektieren hat, hat mir viel Stoff zum Nachdenken gegeben. Fred wollte als Sterbebegleiter alles richtig machen und macht doch einiges ganz falsch. Das kann einem selbst immer passieren, sobald eine Person in der Umgebung von Krebs oder einer anderen schweren Krankheit betroffen ist. Ich habe viel aus dem Buch gelernt und mitgenommen.
Und trotzdem habe ich das Buch als einen schönen Roman empfunden, der mich auch unterhalten hat. Dieser Spagat ist der Autorin zu 100 % gelungen. Mehr als die volle Punktzahl kann ich nicht vergeben, aber hier hätte ich gern noch die Möglichkeit von Zusatzpunkten gehabt.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Super

Schlaflied
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Das Buch beginnt auf den Philippinen. René, ein Arzt, stürzt eine junge Frau beim Bungeejumping in den Tod. Dann wechselt das Geschehen nach Schweden. Dort wird die Leiche eines Jungen gefunden, vergewaltigt ...

Das Buch beginnt auf den Philippinen. René, ein Arzt, stürzt eine junge Frau beim Bungeejumping in den Tod. Dann wechselt das Geschehen nach Schweden. Dort wird die Leiche eines Jungen gefunden, vergewaltigt und ermordet. Die Spur führt ins Pädophilenmilieu. Und dann nach Rumänien. Weiter verschwinden junge Flüchtlinge. Die Mordkommission mit Mette, Olivia u. a. ermittelt wieder und Mette holt Tom endlich wieder ins Team.

„Schlaflied“ empfand ich als bestes Buch in der Reihe. Wie immer können sich die Figuren der Vorgängerbände entwickeln. Sie alle haben Ecken und Kanten. Schön ist, dass Tom jetzt richtig in die Ermittlungen eingebunden ist und trotzdem noch eigene Wege gehen kann. Das Buch ist von Anfang an spannend. Die verschiedenen Handlungsstränge bündeln sich schon etwa in der Mitte des Buches, was mir gut gefiel. Trotzdem blieb die Spannung durchgehend hoch, die Ermittlungen real und nachvollziehbar. Mit einer besonderen Überraschung am Ende. Die Latte für das nächste Buch hängt extrem hoch.

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