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Veröffentlicht am 03.03.2025

Spionagegeschichte mit Orientflair

Emma
3

Die Französin Emma mit den "magischen Händen" wird auf Geheiß in den Oman berufen, um dort Masseure mit ihrem besonderen Können weiterzubilden. Was harmlos begann, stellte sich bald als ein Leben unter ...

Die Französin Emma mit den "magischen Händen" wird auf Geheiß in den Oman berufen, um dort Masseure mit ihrem besonderen Können weiterzubilden. Was harmlos begann, stellte sich bald als ein Leben unter Überwachung heraus und Emma kann keinen Schritt tun, ohne dass ihr Auftraggeber über sie Bescheid weiß. Eine verbotene Affäre mit dem Sohn des Premierministers, der mit der Tochter des omanischen Sultans verlobt ist, macht Emma erpressbar und schon bald findet sie sich mitten in einem Spionagefall wieder, in dem sie im Auftrag der französischen Regierung gegen ihren omanischen Liebhaber und weitgestrickte Machenschaften ermitteln soll.

"Emma" ist ein "Thriller", wie uns das Titelblatt verrät. Nun ja, meine Erwartungen waren hoch, sie wurden aber leider nicht erfüllt. Eingangs ist das Buch einfach ein Roman, der uns das Leben Emmas vermittelt und etwas "dahintröpfelt". Dann überschlagen sich die Ereignisse und man steckt übergangslos mitten drin in einer Spionagegeschichte, die aber auch nur wenig ausgereift ist und viel Raum für Spekulationen bietet. Und schließlich endet das Buch und die einst so leidenschaftliche Masseurin Emma macht quasi eine "Umschulung" zur Agentin.

Jean Reno vermag es, mit der Sprache zu spielen. Ist diese eingangs etwas gewöhnungsbedürftig, so hat sie mir im Endeffekt aber gefallen. Ich muss zugeben, den ein oder anderen Ausdruck musste ich nachschlagen, aber so habe ich tatsächlich auch einiges gelernt.

Am Schönsten an dem Buch fand ich den Schauplatz der Geschichte. Von Frankreich ging es nämlich direkt in den Oman, Emma durfte das Land und die Kultur kennenlernen. Diesen Teil fand ich am Gelungensten, was vielleicht daran lag, dass ich gerade selbst im Oman war und viele, der beschriebenen Orte wiedererkannt habe. Da ist so manche Schilderung wirklich gut gelungen und ich konnte das orientalische Flair durchaus nachvollziehen! Ach, wie gerne wäre ich doch mit Emma durch den Soul von Mutrah spaziert!

Insgesamt war ich mit "Emma" leider nicht ganz glücklich. Für den "Feelgood" Roman, als der sich der erste Teil liest, waren in der zweiten Hälfte zu viele Politik und üble Machenschaften involviert. Und für einen Thriller war es mir zu unspektakulär. Ein Buch, das von allem ein bisschen etwas hat, das mich aber trotzdem nicht ganz begeistert hat.

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Eine etwas konstruierte Schatzsuche am Genfer See

Die verborgene Tochter
0

Als Georgina von ihrer Großmutter eine Schachtel mit einem Edelstein erbt, macht sie sich auf die Suche nach den Hintergründen diese kostbaren Schmuckstückes und entdeckt so Schritt für Schritt Hintergründe ...

Als Georgina von ihrer Großmutter eine Schachtel mit einem Edelstein erbt, macht sie sich auf die Suche nach den Hintergründen diese kostbaren Schmuckstückes und entdeckt so Schritt für Schritt Hintergründe ihrer eigenen Familie, die ihr bisher verborgen waren. Ihre Suche führt Georgina bis an den Genfer See, wo sie gemeinsam mit dem charmanten Luca die Geheimnisse um den Schmuckstein aufklärt. Und plötzlich ist sie mitten drin, in der Geschichte ihrer Urgroßmutter Delphine, und sie lernt durch deren zauberhafte Liebesgeschichte vieles über sich selbst und ihre eigene Vergangenheit kennen.

Der 4. Teil von Soraya Lanes "Verlorene Töchter" Reihe entführt uns nach Genf. In 2 Zeitebenen tauchen wir gemeinsam mit Georgina in die Geschichte von Urgroßmutter Delphine ein, die über den rosaroten Edelstein und eine wertvolle Krone mit der Geschichte von Georgina selbst verwoben ist. Das ist grundsätzlich spannend und Lane ist damit eine schöne Fortsetzung ihrer Romanreihe gelungen, die sowohl ein bisschen Lokalkolorit als auch eine Liebesgeschichte enthält. Der Handlungsstrang ist durchgängig, es geht aber alles sehr zügig voran und gerade das Ende nimmt einen Lauf, der für meinen Geschmack viel zu oberflächlich und rasch, und damit auch sehr unrealistisch vor sich geht. Es hatten beide Geschichten ihre Berechtigung, aber ich entwickelte während des Lesens eine eindeutige Sympathie-Dominanz Richtung Delphine, irgendwie erschien mir diese Geschichte aus ausgefeilter und detailreicher, und auch wenn vieles passiert ist, so wirkte dieser Teil authentischer. Georginas Geschichte ist konstruiert und dass sich die Ereignisse gerade nur so überschlugen, war für mich etwas zu dick aufgetragen.

Was mir leider überhaupt nicht gefallen hat war, dass das Buch wie ein Abklatsch von Lucinda Rileys Reihe der "Sieben Schwestern" wirkte. Sowohl vom Aufbau her als auch von der Handlung (die Suche nach der Vergangenheit führt in ein fremdes Land und am Ende wird alles gut) sind sehr ähnlich, nur in diesem Fall leider bei Weitem nicht so ausgereift wie bei ihrem Vorbild und einfach zu "konstruiert".

Insgesamt war das Buch für mich ein netter Zeitvertreib, den man durchaus lesen kann, der aber leider nicht lange im Gedächtnis bleiben wird, weil für mich sowohl Authentizität als auch das "gewisse Etwas" gefehlt haben.

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Unspektakuläre Fortsetzung der Thriller Reihe um Hausmädchen Millie

Sie wird dich finden
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Millie ist zurück! Jahre nach all den Aufregungen, die Millie während ihrer Zeit als Hausmädchen widerfahren sind, lässt sich Millie mit ihrer eigenen Familie in einem Haus auf Long Island nieder. Die ...

Millie ist zurück! Jahre nach all den Aufregungen, die Millie während ihrer Zeit als Hausmädchen widerfahren sind, lässt sich Millie mit ihrer eigenen Familie in einem Haus auf Long Island nieder. Die Eingliederung in die beschauliche Nachbarschaft ist etwas holprig und schon bald tun sich Abgründe auf, die Millies kleine Welt erneut erschüttern. Glaubt sie doch, ihre kriminelle Vergangenheit hinter sich gelassen zu haben, findet sie sich plötzlich neuerlich auf einer Polizeistation beim Verhör wieder.

"Sie wird dich finden" ist schon der 3. Band einer Thriller-Serie um das Hausmädchen Millie. Während die ersten beiden Bände von Anfang an unglaublich spannend sind und mit vielen überraschenden Wendungen aufwarten, liest sich "Sie wird dich finden" lange wie ein Roman, ohne besondere Vorkommnisse. Als dann plötzlich der Nachbar tot aufgefunden wird, gibt es natürlich Turbulenzen und Verdächtigungen, insgesamt, bleibt die wirkliche Spannung jedoch aus. Auch die vielen Plottwists, die die ersten beiden Bände zu einem wahren Lesevergnügen gemacht haben, sucht man in diesem Buch vergeblich.

Freida McFadden kommt mit "Sie wird dich finden" zwar dem Wunsch, nach einem Wiedersehen mit Millie nach, aber leider nicht in bewährter, hochspannender Manier. Schade, dass Millie nicht mehr das ist, was sie einst war, sodass ich der Fortsetzung der Trilogie leider nur 3 Sterne geben kann.

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Der beeindruckende Kampf eines mutigen Mädchens

Ich bin Malala
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Malala Yousafzai kämpft mutig dafür, dass alle Menschen die Chance auf Bildung haben, Lesen und Schreiben lernen dürfen und in Freiheit und selbstbestimmt leben können. Sie kämpft mit allen Mitteln, riskiert ...

Malala Yousafzai kämpft mutig dafür, dass alle Menschen die Chance auf Bildung haben, Lesen und Schreiben lernen dürfen und in Freiheit und selbstbestimmt leben können. Sie kämpft mit allen Mitteln, riskiert dabei ihr eigenes Leben und wird von den Taliban beinahe getötet. In "Ich bin Malala" erzählt sie ihre Geschichte. Sie erzählt ihre Kindheit im Tal Swat in Pakistan, sie berichtet über die Verhältnisse dort und den Kampf der Menschen ums Überleben, sie erzählt von dem Tragischen Zwischenfall, bei dem sie beinahe gestorben wäre, von ihrem Weg zurück ins Leben und von ihrem Neubeginn im sicheren England.

Das Buch ist ein beeindruckendes Zeugnis eines sehr mutigen Mädchens. Es eröffnet neue Perspektiven und lässt einen die Gegebenheiten in Pakistan, das Leben der Menschen dort und die Schwierigkeiten, mit denen sie zu kämpfen haben, etwas besser verstehen. Es hat mich mit Respekt dem jungen Mädchen gegenüber erfüllt, das für Dinge kämpft, die für uns selbstverständlich sind und es ließ mich dankbar zurück, dass ich in einem Land leben darf, in dem der Zugang zu Bildung für alle möglich ist, in dem Frieden herrscht und in dem die Menschen nicht täglich aufs Neue bedroht werden.

Der Inhalt von "Ich bin Malala" war großartig und beeindruckend, der Schreibstil war leider zu langatmig und und durch die vielen Eigennamen etwas mühsam zu lesen. Man hätte auch das ein- oder andere Kapitel ruhig etwas kürzer fassen können. Insgesamt war es aber ein tief bewegendes Buch, das einem neue Blickwinkel eröffnet und das ich sehr gerne weiterempfehle, um so manches Geschehen auf der Welt besser verstehen zu lernen.

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Veröffentlicht am 01.01.2025

Schwedischer Weihnachtszauber mit Liebesverwirrungen

Schneezauber über Stockholm
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Alice hat das letzte Jahr seit der Trennung von ihrem Freund zurückgezogen und in ihrer eigenen Welt verbracht und auch das aufkeimende Weihnachtsfest will sie ignorieren. Ein neuer Job bringt aber wieder ...

Alice hat das letzte Jahr seit der Trennung von ihrem Freund zurückgezogen und in ihrer eigenen Welt verbracht und auch das aufkeimende Weihnachtsfest will sie ignorieren. Ein neuer Job bringt aber wieder etwas Abwechslung in ihr tristes Leben und dass ihr Auftraggeber Samuel auch noch attraktiv ist, lässt dann doch wieder Lebensfreude zurückkehren. Vielleicht ist ja doch nicht alles schlecht und vielleicht kann Alice im romantischen Stockholm um die Weihnachtszeit das Leben und die Liebe wieder neu für sich entdecken?

Camilla Davidsson hat mit "Schneezauber über Stockholm" einen atmosphärischen Weihnachtsroman geschrieben, der uns während der Weihnachtszeit in die schwedische Hauptstadt mitnimmt. Als begeisterten Skandinavien-Fan hat mir das sehr gut gefallen und ich konnte tatsächlich während des Lesens die Atmosphäre in Stockholm etwas nachfühlen - ein großer Pluspunkt dieses Romans. Alice ist sympathisch, aber auch etwas flatterhaft. Erst trauert sie ein Jahr lang ihrer alten Beziehung mit Sebastian nach und plötzlich wirft sie sich jedem Mann an den Hals, der es irgendwie gut mit ihr meint.

Die Geschichte selbst hält wenig Überraschungen bereit und ist vorhersehbar, aber das erwartet man bei einem Feelgood Roman ja auch irgendwie. Was mich tatsächlich gestört hat war, dass im Buch die Geschichte eines anderen Buches, das Alice als Lektorin bearbeiten soll, allzu detailliert beschrieben ist, es wirkte auf mich, als sollten dadurch einige Seiten gefüllt werden.

Insgesamt ist Camilla Davidsson mit "Schneezauber über Stockholm" ein gemütlicher Weihnachtsroman gelungen, der Atmosphäre verbreitet, aber durchaus auch einige Schwachstellen hat.

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