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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.01.2018

Spurensuche im Rheiderland

Deichfürst
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Hauptkommissar Stephan Möllenkamp hat sich von Hannover zur Kripo nach Leer versetzen lassen. Nach dem der verfügte Baustopp für das Emssperrwerk aufgehoben wurde, haben die Bauarbeiten wieder begonnen. ...

Hauptkommissar Stephan Möllenkamp hat sich von Hannover zur Kripo nach Leer versetzen lassen. Nach dem der verfügte Baustopp für das Emssperrwerk aufgehoben wurde, haben die Bauarbeiten wieder begonnen. Bei der Vertiefung der Baugrube stoßen die Arbeiter auf eine längliche Holzkiste. In ihr befindet sich eine männliche Leiche ohne Papiere. Der Todeszeitpunkt liegt nur wenige Stunden zurück. Als die Lokalreporterin Gertrud Boekhoff zur Fundstelle kommt, vermutet sie, dass es sich bei dem Toten um den Bauern Tadeus de Vries handelt, der nicht sehr beliebt war. Haben die Sperrwerksgegner etwas mit dem Mord zu tun oder hat sich Bauer de Vries andere Feinde gemacht?

Das Buch lässt sich flüssig lesen, teilweise konnte ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Die Autorin hat sehr viel Lokalkolorit zum Bau des Emssperrwerkes mit einfließen lassen und tatsächliche Ereignisse mit in die Geschichte verwoben, so dass man sich gut in die 1999er Jahre versetzt fühlt. Die eingestreuten plattdeutschen Sätze geben dem Ganzen viel Authentizität. Wer sie nicht versteht, findet am Ende des Buches eine Übersetzung. Kurze Rückblenden in die Vergangenheit geben dem Leser Stück für Stück Aufschluss zu der Tat. Ein unterhaltsamer Regionalkrimi, der mich am Schluss noch überrascht hat.

Veröffentlicht am 04.03.2025

Ermittlungen im deutsch-dänischen Grenzgebiet

Die Brandung – Leichenfischer
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Friar Svensson, dänische Archäologin, war bei Ausgrabungen an der Flensburger Förde, im deutsch-dänischen Grenzgebiet unterwegs. Durch Zufall sackt der Baggerfahrer des Grabungsteams ein und es werden ...

Friar Svensson, dänische Archäologin, war bei Ausgrabungen an der Flensburger Förde, im deutsch-dänischen Grenzgebiet unterwegs. Durch Zufall sackt der Baggerfahrer des Grabungsteams ein und es werden die sterblichen Überreste einer Frau entdeckt. Anhand von Fotos erkennt Friar, dass die Art der Bestattung und die Grabbeigaben darauf hinweisen, dass die Frau nach einem alten Wikinger Ritual beerdigt worden ist. Als Friar den Kommissar Ohlsen von der deutschen Polizei davon erzählt, stellt sich heraus, dass ein Landwirt einen ähnlichen Fund mit Grabbeigaben angezeigt hatte. Die deutsche Polizei und die dänischen Kollegen beginnen gemeinsam zu ermitteln und treten auf der Stelle. Kann Friar Svensson die Polizei unterstützen?

Dieses ist der zweite Band einer Reihe und ich denke, er kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Ich habe mich mit diesem Krimi sehr schwer getan. Die ständig wechselnden Perspektiven forderten von mir ein konzentriertes Lesen, damit ich die Personen richtig einordnen konnte. Sie führten dazu, dass ich viele Fragezeichen im Kopf hatte und nicht wusste, in welche Richtung mich die Autorin führen wird. Wechselnde Erzählperspektiven sind oft ein Mittel um die Spannung zu erhöhen, hier trat für mich das Gegenteil ein. Sie bremsten meinen Lesefluss und es entstanden leider Längen, so dass mich die Handlung nicht gewinnen konnte. Die Auflösung war schlüssig, konnte mich aber nicht überzeugen, sie wirkte sehr konstruiert.

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Veröffentlicht am 16.08.2024

Die Villa auf Capri

Die Frauen von Capri – Das Lied vergangener Sommer
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Als Carlo Romano plötzlich verstirbt, hinterlässt er die Villa Octavia. Wenn man es im Hochsommer in Rom vor Hitze kaum auszuhalten konnte, war die Villa auf Capri sein Zufluchtsort. An der Testamentseröffnung ...

Als Carlo Romano plötzlich verstirbt, hinterlässt er die Villa Octavia. Wenn man es im Hochsommer in Rom vor Hitze kaum auszuhalten konnte, war die Villa auf Capri sein Zufluchtsort. An der Testamentseröffnung nehmen neben der zweiten Ehefrau Luisa überraschend auch die erste Frau Milena, die Ex-Geliebte Emilia sowie seine Mutter Gloria teil. Das Erbe soll zu gleichen Teilen an Luisa, Milena und Emilia gehen, unter der Bedingung, dass die Damen gemeinsam sechs Monate in der Villa leben. Bei Nichterfüllung geht das Erbe an eine Stiftung für Esel.

Nach und nach lernen sich die Frauen näher kennen. Bisher Vergangenes kommt heraus, so dass einiges in einem anderen Licht zu sehen ist. Antonia Riepp hat einen flüssigen Schreibstil, der sich gut lesen lässt, aber die Beschreibungen sind für mich zu detailliert gewesen, so dass meine Gedanken oft abgeschweift sind.
Dieses Buch ist der zweite Band einer Reihe, wobei der Roman nicht an den ersten anknüpft und allein gelesen werden kann.

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Veröffentlicht am 31.07.2024

Der Albtraum hört nicht auf

Es beginnt am siebten Tag
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Die Rechtsanwältin für Familienrecht Julia Crowne will sich von ihrem Mann Brian trennen. Im Laufe der Zeit ist ihre Liebe auf der Strecke geblieben. Sie wünscht sich von ihrem Mann mehr Abenteuer und ...

Die Rechtsanwältin für Familienrecht Julia Crowne will sich von ihrem Mann Brian trennen. Im Laufe der Zeit ist ihre Liebe auf der Strecke geblieben. Sie wünscht sich von ihrem Mann mehr Abenteuer und Farbe in ihr Leben, doch er kann ihr das nicht geben. Doch dann geschieht der Albtraum einer jeden Mutter. Das Gespräch mit einer Klientin zieht sich in die Länge und Julia schafft es nicht ihre Tochter Anna pünktlich von der Schule abzuholen. Als sie dort ankommt, ist Anna spurlos verschwunden. Die Polizei wird eingeschaltet, doch die Suche bleibt erfolglos. Julia macht sich die größten Vorwürfe, dass sie zu spät gekommen ist, um ihre Tochter abzuholen. Eine einberufene Pressekonferenz bringt nicht den erwarteten Erfolg und die Polizei rechnet mit dem Schlimmsten. Doch nach sieben Tagen taucht Anna wieder auf.
Das Buch lässt sich flüssig lesen. Der Schreibstil ist klar und verständlich. Das Buch ist in zwei Hauptteile untergliedert. Im ersten Teil „Vorher“ wird über die Entführung und die Hoffnung, speziell der Mutter, geschrieben. Sie macht sich immer wieder Vorwürfe, dass sie zu spät gekommen ist und ihre Gedanken drehen sich weiter im Kreis. Diese Hälfte war nur teilweise spannend, denn durch die immer wiederkehrenden Gedanken, hatte ich das Gefühl, ständig eine Wiederholung zu lesen, so dass es auf mich langatmig wirkte.
Im zweiten Teil „Danach“ ist Anna wieder aufgetaucht. Sie scheint unverletzt und ohne Erinnerung zu sein. Doch Julia kann sich über das Glück nicht lange freuen, denn nun beginnt ein weiterer Albtraum für sie. Die zweite Hälfte fand ich spannender, denn hier wird ein perfider Plan durchgeführt, um Julia zu belasten.
Dieses ist ein etwas anderer Thriller, der sein Augenmerk mehr auf die psychologische Seite setzt.

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Veröffentlicht am 13.07.2024

Leichte Sommerlektüre

Die Blütenfreundinnen
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Gleich zu Beginn des Buches lernen wir vier Frauen kennen, die altersmäßig zwischen vierzig und sechzig sind. Kristin ist seit 30 Jahren Innenarchitektin und soll am Tegernsee die Umgestaltung einer Villa ...

Gleich zu Beginn des Buches lernen wir vier Frauen kennen, die altersmäßig zwischen vierzig und sechzig sind. Kristin ist seit 30 Jahren Innenarchitektin und soll am Tegernsee die Umgestaltung einer Villa vornehmen. Doch der Auftrag platzt, eine jüngere hat ihn erhalten. Auch bei der Apothekerin Lena läuft nicht alles wie geplant. Sie war von Hamburg an den Tegernsee gefahren, um sich mit einem neuen Partner von einer Dating-App zu treffen, aber schnell merkt sie, dass sie nicht zusammen passen. Nicole hat in München einen Kochkurs besucht und strandet hier, denn die Bahn streikt. Sie schafft es gerade das letzte freie Fahrzeug zu reservieren. Bei der Autovermietung trifft Nicole auf Lena und Kristin. Sie beschließen gemeinsam richtig Norden zu fahren und am Ende der Reise verabreden sie sich am nächsten Wochenende zum Kochen. Die Schwägerin von Nicole, Antonia, die auf ihrer Suche nach ihrem Platz im Leben ist, schließt sich ihnen an. Sie findet Erfüllung in ihrem Beruf als Altenpflegerin und in Maik, den Mann fürs Leben. Doch ihr Kartenhaus bricht zusammen, als sie erfährt, dass er sie betrügt.

Die Geschichte lässt sich leicht und locker lesen. Die Seiten fliegen nur so dahin. Die Handlung wird abwechselnd von den vier Frauen erzählt. Man kann sich gut in die unterschiedlichen Personen hineinversetzen. Bei allen läuft es nicht glatt, sondern das Leben steckt voller Überraschungen, die neugierig auf den weiteren Verlauf machen. Aus der anfänglichen Zweckgemeinschaft entwickelt sich im Laufe der Zeit eine Freundschaft. Am Schluss hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt ist. Es ist eine leichte Sommerlektüre, die man gut nebenbei lesen kann, aber sie wird leider nicht so in Erinnerung bleiben, da die Handlung doch sehr oberflächlich gestaltet ist. Trotzdem bietet das Buch eine kleine Auszeit vom Alltag, in der man beim Lesen an nichts denken muss und abschalten kann.

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