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Veröffentlicht am 05.03.2025

ein bisschen Krimi, ein bisschen Liebe – gelungene Mischung

Die tausend Farben von Paris
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Die Autorin entführt den Leser in das Paris von 1952. Dabei lernt man viele liebenswerte Charaktere kennen. Da gibt es den erfolglosen, verträumten Maler, Jack King, einen Amerikaner den es nach dem Kriegsdienst ...

Die Autorin entführt den Leser in das Paris von 1952. Dabei lernt man viele liebenswerte Charaktere kennen. Da gibt es den erfolglosen, verträumten Maler, Jack King, einen Amerikaner den es nach dem Kriegsdienst wieder in diese Stadt der Farben führt. Er ist in meinen Augen ein Träumer, lebt nur für seine Kunst, versucht seinen Stil und vor allem Käufe für seine Bilder zu finden. Dass er kein Geld hat stört ihn nicht so sehr, findet sich doch immer jemand, der ihm ein Frühstuck ausgibt, der Rest wird sich finden. Doch dann lernt er zufällig Rose Chevalier, Studentin und begeisterte Hobbyfotografin, kennen und lieben. Schwierig wird es für Jack, als ehemaliger Major ebenfalls in Paris auftaucht und von ihm verlangt sich in der Künstlerszene nach brisantem Material umzuhören. Eine Aufgabe, die so unkonkret wie schwierig für Jack ist, weil auch Rose in diesem Umfeld eigene Ziele verfolgt.
Jacks bester Freund ist der Show-Star Frank Levant, gefeiert vom Publikum und bei seinen Auftritten immer ein volles Haus, hat Frank jedoch ein dunkles Geheimnis. Ein Geheimnis, das er meinte in seiner alten Heimat zurückgelassen zu haben und das ihn nun in Paris eingeholt hat. Dabei hat auch er sich gerade und zum ersten Mal unsterblich in eine Pariserin verliebt.
Es ist schon spannend mitzuerleben, wie Geheimdienste im Untergrund agieren, nur um dunkle Machenschaften zu vertuschen. Jedoch konnte ich mit dem Auftrag des Majors a.D. kaum etwas anfangen. Da ging es mir wie Jack. Erst das Nachwort der Autorin brachte da Licht ins Dunkel.
Sehr gelungen fand ich die Figur der Amelie beschrieben. Die junge Blumenhändlerin hat mich mit ihrer Lebenseinstellung beeindruckt und die Begründung ihrer Abweisung gegenüber dem gefeierten Bühnenstar bei seinem ersten Annäherungsversuch war einfach brillant. Ich mochte die Lebenseinstellung dieser ehrlichen, warmherzigen jungen Frau. Insgesamt gibt’s von mir 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 05.03.2025

Marc Team zwischen den Fronten

Narbensommer #Thriller
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Der neue Fall des Frankfurter Ermittlerduos Marc Davids und Zoe Martin ist sehr brisant. Der Mord an einer albanischen Prostituierten scheint sich zu einem Bandenkrieg zwischen der albanischen Mafia und ...

Der neue Fall des Frankfurter Ermittlerduos Marc Davids und Zoe Martin ist sehr brisant. Der Mord an einer albanischen Prostituierten scheint sich zu einem Bandenkrieg zwischen der albanischen Mafia und den Wölfen, einer Rockergruppe, zu entwickeln. Auf jeden Fall hat der Autor die aufgeladene Atmosphäre im Frankfurter Bahnhofsviertel und die Aufteilung der Reviere sehr gut beschrieben. Tauschen möchte man in so einem Umfeld sicher nicht mit den Ermittlern. Genaugenommen sind es vier Ermittler, die hier als eingespieltes Team auftreten. Wobei ich sagen muss, dass mir Ayman Elmaleh am sympathischsten war. Dieser Mann, der jede dunkle Ecke im Frankfurter Milieu kennt, bleibt auch in kritischen Situationen ruhig, findet bei Befragungen den richtigen Tonfall und weiß seine Verbindungen zu nutzen. Ganz das Gegenteil von Bernd Konstantin, mit dem sie notgedrungen zusammenarbeiten müssen. Dieser Kriminaloberkommissar hat nicht nur Marcs Team Nerven gekostet, ich hätte ihm auch gerne mal die Meinung gesagt. So arrogant, provokant und unberechenbar. Mit anderen Worten, ein Kollege, den sich jeder wünscht.
Anfangs fand ich die Entwicklung dieses Thrillers etwas abgehackt. Da ist der Mord an der Abiturientin vor 20 Jahren, dann erfährt man die Gefühle und perfiden Denkweisen eines Unbekannten und schließlich gibt’s von die aktuellen Prostituiertenmorde. Aber das Durchhalten lohnt sich. Denn im letzten Drittel kommt es zum spannenden Finale. Der Schluss hat mir unheimlich gut gefallen. Die am Anfang geschilderten Verletzungen der Opfer sind sehr detailliert, abschreckend und brutal. So wie der Täter vorgegangen ist. Als begeisterter Leser von Chris Carter bin ich so einiges gewöhnt, doch hier war mir der Umfang des Geschilderten einfach zu viel. Insgesamt gebe ich 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 26.02.2025

eindringliche Lebensgeschichte und Mahnung zugleich

Wir, Mädchen in Auschwitz
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Abwechselnd erzählen die beiden Schwestern Tatiana und Andra Bucci über ihre traurige Kindheit. Ihre Familie ist aus dem Osten vor den Russen, über Ungarn nach Fiume, damals italienisch, geflohen. Hier ...

Abwechselnd erzählen die beiden Schwestern Tatiana und Andra Bucci über ihre traurige Kindheit. Ihre Familie ist aus dem Osten vor den Russen, über Ungarn nach Fiume, damals italienisch, geflohen. Hier wurden beide geboren, behütet von Oma Rosa und Mutter Mira. Der Vater war als Schiffskoch viel unterwegs. Als die Mädchen gerade 4 und 6 Jahre alt waren, veränderte sich ihr Leben dramatisch. Da sie mütterlicherseits Juden waren, wurde die gesamte Familie, ins gesamt 13 Personen, deportiert.
Die Erläuterungen, was dann passierte sind sehr ergreifend. Die beiden Kleinen können das alles gar nicht begreifen, haben auch teilweise Erinnerungslücken und unterschiedliche Erinnerungen. Nicht verwunderlich, wenn man in dem Alter aus dem gewohnten Leben gerissen wird. Und doch haben beide versucht, dieses Grauen aufzuarbeiten, sich Jahrzehnte später auszutauschen. Nicht nur untereinander, sondern auch mit anderen Betroffenen. Beispielgebend möchte ich zwei Tatsachen erwähnen, die mir besonders unter die Haut gegangen sind. Da ist einmal der mutige Kampf ihrer Mutter, dass ihre Kinder das Lager überleben. Sie kam mir wie eine Löwin vor, die ihr Rudel beschützt. Und das zweite ist die Tatsache, dass die beiden Mädchen im Lager nie an den eigenen Tod gedacht haben, obwohl ja das Sterben an der Tagesordnung war und die Leichenpyramiden zum täglichen Bild gehörten. Sie konnten es einfach nicht begreifen, weil sie dafür zu jung waren. Vielleicht auch gut, sonst wären die Erinnerungen noch unerträglicher und die Verarbeitung noch schwieriger gewesen. Überrascht war ich auch, dass die beiden später nie mit ihrer Mutter über die Lagerzeit gesprochen haben.
Den geschichtlichen Rückblick von Umberto Gentiloni Silveri auf die damalige historische Entwicklung Europas und ihr Bezug zur Familie Bucci habe ich zum Teil als Wiederholung der Erzählungen der beiden Frauen empfunden. Insgesamt gebe ich 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 21.02.2025

alles für den Klick – tolle Geschichte

Social Kill - Gefährliche Spiele auf TikTok
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Finn Wahlberg, Polizeireporter beim Insider in Hamburg, liebt seinen Job. Dass das wirklich der Fall ist und wie engagiert und einfallsreich er bei seinen Recherchen vorgeht, ist vom Autor sehr gut herausgearbeitet ...

Finn Wahlberg, Polizeireporter beim Insider in Hamburg, liebt seinen Job. Dass das wirklich der Fall ist und wie engagiert und einfallsreich er bei seinen Recherchen vorgeht, ist vom Autor sehr gut herausgearbeitet worden. Dass das Sammeln von Fakten nicht immer leicht ist und andere Journalisten auf Tricks zurückgreifen, hat Ralf Rahmsauer, ebenfalls Journalist, bewiesen. Manchmal hatte ich regelrecht Mitleid mit dieser verzweifelten Seele und ihrem Kampf für neue Aufhänger einer Story und gegen die Lockrufe des Alkohols.
Für mich war es Neuland zu erfahren, wie die Jugend um Follower und Klicks in den sozialen Medien nach Aufmerksamkeit giert ohne Rücksicht auf Leib und Leben. Sicher habe ich davon gehört, aber die Krassheit dieser Szene, ihre Risikobereitschaft und die Verrohung beim Umgang miteinander waren mir nicht so bewusst. Hier im Buch bekommt Finn das bei seinen Recherchen auch am eigenen Leib zu spüren. Für mich ist das beängstigend.
Die Hauptfigur, Finn, fand ich sympathisch, habe ihn bewundert für seinen Einfallsreichtum, aber auch für seinen Mut. Vielleicht nutzt er sein Handpan-Spiel auch um einen seelischen Ausgleich zu finden. Ich fand seinen Schlagabtausch mit seinen neuen Gästen, die das Instrument als Turtle bezeichnen, lustig. Da gehört schon eine Menge Großzügigkeit und Toleranz dazu die beiden Jugendlichen im eigenen Haus aufzunehmen. Pflegeleicht sind sie ja nicht gerade.
Bis sich die Zusammenhänge zwischen den Morden herauskristallisiert haben, ist ein weiter Weg, auf dem ich mich sehr spannend und kurzweilig unterhalten gefühlt habe. Von mir gibt’s 4 Lese-Sterne und ich freue mich schon auf Finns nächste Recherche.

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Veröffentlicht am 07.02.2025

gelungene Fortsetzung

Mörderfinder – Das Muster des Bösen
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Max Bischoff und Marvin Wagner wollen in Düsseldorf ein Detektivbüro unter dem Namen WaBi Investigations eröffnen. Sie sind in den letzten Vorbereitungen, da kommt ein Friseur aus Trier und will sie im ...

Max Bischoff und Marvin Wagner wollen in Düsseldorf ein Detektivbüro unter dem Namen WaBi Investigations eröffnen. Sie sind in den letzten Vorbereitungen, da kommt ein Friseur aus Trier und will sie im Namen seines in Untersuchungshaft sitzenden Freundes, Rainer Klinke, engagieren. Klinkes Sohn wurde vor 6 Monaten entführt, missbraucht und getötet und der Täter ist anschließend mit einer viel zu milden Strafe davongekommen. Doch nun ist wieder der Sohn eines Richters entführt und Klinke will, dass Bischoff den Jungen rettet…
Ich habe das Buch fast in einem Rutsch ausgelesen. Die beiden Detektive, Bischoff und Wagner sind einfach klasse. Besonders Marvin hat es mir angetan. Der haut völlig trocken seine Weisheiten heraus, dass ich des Öfteren laut lachen musste. Die Handlung ist spannend. Einfach weil es so viele mögliche Verdächtige, vor allem aber, weil man so viele unsympathische Menschen während der Ermittlungen kennenlernt. Jeder von denen könnte es sein. Doch selbst Bischoff lässt sich bei seinen Recherchen in die Irre führen, kann auf sein Bauchgefühl nicht mehr ganz vertrauen. Ich fand, dass er in diesem Band zu viele Vorschusslorbeeren bekommen hat. Getriggert wird die Spannung durch die Beschreibungen der Behandlung der armen Opfer, was gleichzeitig die zeitliche Brisanz für die Aufklärung vermittelt. Die Figur des Friseurs, der so erfolgreich Recherchen und die richtigen Treffer für die weitere Ermittlung im Internet findet, hat mir gefallen.
Ich finde diesen 5. Band absolut gelungen und empfehle ihn uneingeschränkt weiter. Darum gibt’s von mir auch 4 Lese-Sterne.

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