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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.03.2025

Ein kompliziertes Beziehungsgefüge

Mickey und Arlo
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„Mickey & Arlo“ ist eins dieser Bücher, bei denen es bei mir Liebe auf den zweiten Blick war, bei denen ich aber unendlich glücklich bin, sie doch gefunden zu haben. Denn es ist eine tiefgründige, emotionale ...

„Mickey & Arlo“ ist eins dieser Bücher, bei denen es bei mir Liebe auf den zweiten Blick war, bei denen ich aber unendlich glücklich bin, sie doch gefunden zu haben. Denn es ist eine tiefgründige, emotionale Geschichte, die nicht immer ganz leicht ist, aber die dem Leser viel gibt. Mochte dieses Buch wirklich gerne und kann es nur empfehlen.

Zum Inhalt: Mickey Vater hat sie verlassen, als ein Kind war. Um eine neue, bessere Familie zu haben. Darum ist sie von seinem Tod nicht allzu getroffen, aber zumindest überrascht, als er ihr quasi sein gesamtes Vermögen vermacht. Doch dieses Erbe ist an eine Bedingungen gekoppelt: sieben Therapiestunden, bei einer Therapeutin seiner Wahl. Was Mickey noch nicht weiß sie wird dabei ihrer Halbschwester Arlo gegenübersitzen.

Die Story erinnert an ein schräges Sozialexperiment. Mickey und Arlo könnten nicht unterschiedlicher sein, aber beide sind grandios darin zu scheitern und fragwürdige Entscheidungen zu treffen. Allein die Prämisse unter der sie sich treffen, schafft keine guten Grundvoraussetzungen, aber genau das trägt erheblich zum Unterhaltungswert der Geschichte bei, vor allem in Kombination mit dem seltsamen Beziehungsdreieck, dass sich aus den Schwestern und dem Nachlassverwalter formiert.

Teilweise muten die dargestellten Situationen fast schon skurril an, vor allem auch wie Arlo ihre überlegene Position auszunutzen versucht und gezielte Manipulation anwendet. Beide Frauen verhalten sich absolut unangemessen bezüglich der Verantwortung, die sie tragen.

Mickeys Abwärtsspirale tut fast schon körperlich weh. Ihre Gier nach Alkohol wird sehr bildlich beschrieben, inklusive der weitreichenden Konsequenzen, die die Sucht auf ihr Leben hat. Das ganze Buch wirkt ein bisschen wie eine Abschreckungskampagne, aber ich mochte, wie Sucht und Co-Abhängigkeit hier sehr nahbar thematisiert werden. Sucht hat viele Facetten und Gesichter und genau das wird hier sehr anschaulich und emotional greifbar gemacht.

Es geht viel um Verlust, Verdrängung und Bewältigung, sowie darum, Verantwortung für seine Handlungen zu übernehmen. Mickey und Arlo wachsen aneinander und miteinander. Für mich ein toller Roman, den ich gerne gelesen habe.

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Veröffentlicht am 16.03.2025

Feelgood-Romance

Love will find you
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Ich habe super viel positives über dieses buch gehört und wollte es dann unbedingt auch lesen. Und wie gute ist bitte dieses Setting?! ich liebe ja dieses Kleinstadt-Flair und Berryfield ist natürlich ...

Ich habe super viel positives über dieses buch gehört und wollte es dann unbedingt auch lesen. Und wie gute ist bitte dieses Setting?! ich liebe ja dieses Kleinstadt-Flair und Berryfield ist natürlich mal wieder eine echte Perle. Und dann gibts einfach auch noch eine Alpaka-Farm, da werden doch Mädchenträume wahr. Richtig, richtig schön, macht direkt gute Laune und ist einer dieser absoluten Wohlfühlromane.

Insgesamt ist die Handlung natürlich recht vorhersehbar, wie das bei solchen Büchern halt immer ist. Aber ab und zu lese ich einfach total gerne solche Bücher. Ich fand Emma Idee ihrem Großstadtleben zu entfliehen und sich auf der selbst zu verwirklichen so super schön. Da kommt direkt diese Girlpower/ DIY-Stimmung auf. Liebe sowas immer total und fand toll mitzuerleben, wie Emma immer mehr Teil von Berryfield wird.

Auch die Lovestory fand ich insgesamt gute angelegt. Gegen Ende wurde es nochmal ein bisschen dramatisch, aber unterm Strich so eine klassische Boy meets Girl Geschichte. Noah und seine Brüder haben auf jeden Fall das gewisse Etwas und ich würde mir auf jeden Fall auch Bücher mit ihnen als Protagonisten zu Gemüte führen.

Das Buch ist aus den wechselnden Perspektiven der Protagonisten geschrieben und liest sich richtig gut weg. Die Geschichte ist gefühlvoll und einfach herzlich. So richtig cozy und eine Story, in die man sich einfach reinfallen lassen kann. Mochte ich wirklich sehr und verstehe, wie das Buch so gut ankommt.

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Veröffentlicht am 08.03.2025

Klaustrophobischer Thriller

Die Kammer
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Allein bei dem Cover laufen mir ja schon Schauer über den Rücken und das Setting fand ich einfach spektakulär. Etwas vergleichbares habe ich bisher auch noch nicht gelesen, was es nochmal interessanter ...

Allein bei dem Cover laufen mir ja schon Schauer über den Rücken und das Setting fand ich einfach spektakulär. Etwas vergleichbares habe ich bisher auch noch nicht gelesen, was es nochmal interessanter für mich machte. Und ich kann sagen: mich hats einfach total gecatcht. Ich hätte dieses Buch gerne verfilmt.

Zum Inhalt: eine Gruppe von Sättigungstauchern macht sich in der Nordsee auf den Weg zu ihrem Einsatz an einer Ölpipeline. Eingesperrt auf engstem Raum in der Tiefe gibt es wenig Privatsphäre. Und als plötzlich einer von ihnen stirbt, scheint die Situation mit jeder verstreichenden Stunde auswegloser.

Also die Stimmung in Buch war einfach der Wahnsinn, selbst als Leser waren meine Nerven zum Zerreißen gespannt angesichts der beklemmenden, klaustrophobischen Atmosphäre. Ich wusste vorher nichts über das Thema des Sättingstauchens und fand es absolut bildhaft und eindrücklich beschrieben.

Die Handlung selbst ist generell auch sehr szenisch geplottet. Einzelne Sequenzen des Zusammenlebens innerhalb der Kapsel, Notfallübungen und die Arbeit am Meeresgrund reihten sich aneinander.
Manchmal fand ich den Erzählstil etwas eigentümlich, als würde die Protagonistin den Leser direkt ansprechen. Da das aber nicht Konsequent durchgezogen war, bin ich nicht sicher, ob das so beabsichtigt war.

Die Auflösung fand ich ok, auch wenn sie mich nicht so 100% überzeugt hat. Dabei kann ich gar nicht so richtig festmachen, woran das lag aber es wollte nicht zu meinem Gesamteindruck vom Rest der Geschichte passen. Aber da der restliche Gesamteindruck sehr stark war, fällt das für mich nicht so ins Gewicht.

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Veröffentlicht am 08.03.2025

Elitär

Academy of Lies (Band 1) - Anatomie einer Verschwörung
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Eine Geschichte zwischen Anatomiesaal und den ominösen Machenschaften eines elitären Zirkels. Diese Geschichte ist geheimnisvoll, gefährlich und echt fesselnd.

Die medizischen Ausführungen, mit Fokus ...

Eine Geschichte zwischen Anatomiesaal und den ominösen Machenschaften eines elitären Zirkels. Diese Geschichte ist geheimnisvoll, gefährlich und echt fesselnd.

Die medizischen Ausführungen, mit Fokus auf das Thema Sterben, haben mir insgesamt richtig gut gefallen. Generell mochte ich, wie intensive sich Protagonistin Quinn damit auseinandersetzt um die Mechanismen dahinter zu verstehen. Ich hätte mir sogar noch mehr Einblicke in die Kurse und die Welt der Medizin, vor allem auch in die Forschung von Quinns Großvater gewünscht.

Was mir besonders positiv aufgefallen ist: es gibt keine raumgreifende Lovestory. Klingt blöd, aber oft stört mich, wie sehr eine integrierte Lovestory den Fokus von anderen Themen nimmt. Und hier ist das einfach nicht der Fall, was ich sehr erfrischend fand. Stattdessen geht es vielmehr um Quinns Familiengeschichte und die Geheimnisse des Zirkels, die ab circa der Hälfte des Buches mehr Raum einnehmen.

Die Geschichte ist tatsächlich deutlich düsterer als erwartet, da tun sich echte Abgründe auf, was mir aber richtig gut gefallen hat. Man startet zwar mit ein paar grundsätzlichen Fragezeichen in die Geschichte, aber der Plot ist schon so konzipiert, dass es kontinuierlich neue Erkenntnisse gibt, wodurch dass Spannungslevel sehr konstant gehalten wird.

Bin sehr gespannt wies weitergeht

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Veröffentlicht am 08.03.2025

Zwischen Traum und Realität

Achtzehnter Stock
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Ich finde die Geschichte erzählt sehr plastisch vom Leben am Minimum, in der grauen Trostlosigkeit der Berliner Plattenbaus, wie sie in Berlin und generell im Osten Deutschland wie Mahnmale gescheiterter ...

Ich finde die Geschichte erzählt sehr plastisch vom Leben am Minimum, in der grauen Trostlosigkeit der Berliner Plattenbaus, wie sie in Berlin und generell im Osten Deutschland wie Mahnmale gescheiterter Existenzen und geplatzter Träume in den Himmel ragen. Nirgendwo prallen Welten glanzvoller und schmerzlicher aufeinander als in Berlin. Das Buch fängt den Vice der Stadt in einer fast märchenhaft anmutenden Erzählung ein. Mit einer Protagonistin, die dem perspektivenlosen Leben entkommen will, entfliehen in den Glamour der Filmbranche und sich dabei einigen Herausforderungen stellen muss.

Wanda ist nicht unbedingt die nahbarste Protagonistin, das Leben hat sie schroff gemacht, sie pragmatisch werden lassen. Trotzdem fiebert man als Leser mit ihr und ihrem Schicksal mit, hofft, dass sie es schaffen wird. Und schaut ihr bei der Tragik des Scheitern zu, was das Buch zu einer echten Achterbahnfahrt zwischen Traum und Hoffnungslosigkeit macht. Neben Wandas Bemühungen es aus der Platte heraus zu schaffen, stehen die Begegnungen im Wohnblock im Fokus. So wird ein Bild des alltäglichen gezeichnet, der Banalitäten und der kleinen Träume, die die Bewohner für sich selbst und ihre Familien noch hegen und kaum zu hoffen wagen.

Es ist ein raues Pflaster, das da skizziert wird, die Unbarmherzigkeit des Lebens. Und trotzdem ergeben sich für Wanda kleine Chancen, es bilden sich innerhalb der Gemeinschaft der Hausbewohner Freundschaften, zarte Bande und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und Heimat. Eine Geschichte aus dem Leben, die sehr authentisch erzählt und den Berliner Flair gut einfängt. Es ist eine offene, ungesühnte Geschichte, ein Blick auf das Leben der anderen.

Das Ende fühlte sich für mich ein bisschen unfertig an. Passt aber auch irgendwie zur Erzählung, denn das Leben geht schließlich irgendwie weiter.

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