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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.03.2025

Gefährliche Neugier

If We Were Gods
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Ein tolles Cover und eine spannende Inhaltsangabe machen sehr neugierig auf die Arcane Academy. Hier hat sich Olivia durch ihr Naturtalent, aber vor allem auch durch Fleiß und Ehrgeiz, ein Stipendium erkämpft. ...

Ein tolles Cover und eine spannende Inhaltsangabe machen sehr neugierig auf die Arcane Academy. Hier hat sich Olivia durch ihr Naturtalent, aber vor allem auch durch Fleiß und Ehrgeiz, ein Stipendium erkämpft. Das ist eine Tatsache, die sie vor ihren neuen Freunden geheim hält, denn sie entstammen ausnahmslos alle aus immens reichen Elternhäusern. Zusammen sind sie sechs junge Leute, die Besten ihres Jahrgangs, und gemeinsam werden sie von dem Wunsch getrieben, bis in die tiefsten Geheimnisse der Arcane Welt einzutauchen, auch wenn das strengstens verboten ist. Dabei gehen sie rücksichtslos und verantwortungslos vor, auch wenn sie am eigenen Leib erfahren, dass ihre Forschung Tod und Verderben über die Welt bringt.
Es ist meistens schwer, ein Buch zu mögen, in dem wie hier, keine Sympathieträger den Leser bei der Stange halten. Der Spannungsbogen entsteht zum größten Teil aus den gefährlichen Abenteuern, die die Gruppe auf ihren Exkursionen bestehen muss, aber auch die Gruppendynamik spielt eine große Rolle.
Beides konnte mich nicht dauerhaft fesseln, deswegen kann ich auch nur eine eingeschränkte Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 21.03.2025

Horrorträume

Nachtlügen
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Isra ist ein Nachtalb. Für den Unterhalt kellnert sie in einem Varieté, aber zum Leben braucht sie die Träume von schlafenden Menschen. Sie raubt diese Träume und ersetzt sie durch schlimme Albträume, ...

Isra ist ein Nachtalb. Für den Unterhalt kellnert sie in einem Varieté, aber zum Leben braucht sie die Träume von schlafenden Menschen. Sie raubt diese Träume und ersetzt sie durch schlimme Albträume, die ganz speziell und perfide auf den Schlafenden abgestimmt sind. Doch es läuft nicht alles glatt für Isra. Schon zwei nächtliche Todesfälle scheinen auf ihr Konto zu gehen und da gibt es noch dieses riesige Traum-Spinnenmonster, das sie nicht kontrollieren kann und das immer bedrohlicher wird.
Der Schreibstil von Lisanne Surborg ist eigentlich gut, aber inhaltlich konnte sie mich nicht abholen. Obwohl Isra ziemlich gut charakterisiert wird, bleibt eine Distanz zu ihr. Man versteht ihr Handeln und ihre Not, doch sie wird mir einfach nicht sympathisch. Es ist zwar interessant, sie auf der Suche, wer ihr schaden will, zu begleiten. Aber es zieht sich. Die Dialoge sind nicht spannend und die zwischen die Kapitel eingeschobenen kurzen Informationsschnipsel und Zitate sind es ebenfalls nicht.
So gerne ich Fantasy lese, aber mit diesem Roman bin ich leider nicht warm geworden.

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Veröffentlicht am 10.03.2025

Allein gegen Machos

Das Erste Problem
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Jane Tennison ist eine äußerst ehrgeizige Kommissarin, die zwar sehr fähig ist, aber immer nur mit unbedeutenden Fällen betraut wird. In ihrer Gehaltsstufe gibt es ansonsten nur männliche Kollegen, die ...

Jane Tennison ist eine äußerst ehrgeizige Kommissarin, die zwar sehr fähig ist, aber immer nur mit unbedeutenden Fällen betraut wird. In ihrer Gehaltsstufe gibt es ansonsten nur männliche Kollegen, die auch noch wie Pech und Schwefel zusammenhalten. Wieder einmal geht ein spektakulärer Mordfall über ihren Kopf hinweg an den Star der Abteilung, einen richtigen Macho, der es auch mit der Gesetzeslage nicht allzu genau nimmt. Doch per Herzinfarkt ist dieser plötzlich weg vom Fenster. Tennison erzwingt die Leitung der Mordkommission für sich, doch ihr rigoroses Vorgehen isoliert sie von den Kollegen, die von da an mehr oder minder offen gegen sie intrigieren.
Das Buch ist einerseits natürlich ein spannender Krimi, bei dem sich im Laufe der Zeit die Leichen häufen, aber es zeigt auch die Schwierigkeiten einer weiblichen Führungskraft in einer reinen Männerdomäne. Erschwerend kommt hinzu, dass Tennison wirklich eine sehr unsympathische Frau ist, die skrupellos ihren Willen durchsetzt, auch in der Partnerschaft. Nach Abschluss der Lektüre blieben bei mir noch Fragen offen, denn mir ist nicht klar, wie sehr der verstorbene Kollege mit den Opfern verbandelt war, was da gemauschelt wurde und vor allem, warum sich die Stimmung im Team gegen Ende geschlossen in eine bestimmte Richtung wendete.
Man merkt dem Buch deutlich an, dass es schon vor über dreißig Jahren geschrieben wurde, das sollte man bei der Lektüre bedenken, denn vieles ist nicht mehr zeitgemäß. Heutzutage herrscht ein anderes Arbeitsklima, auch wenn die Gleichstellung von Frauen im Berufsleben manchmal immer noch ein Papiertiger ist. Außerdem meine ich, dass Autoren mittlerweile fesselnder formulieren als noch vor Jahrzehnten. Deswegen gibt es bei mir Abstriche in der Punktvergabe.

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Veröffentlicht am 08.03.2025

Zu abgedreht

Lake
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Der Tod ihres Mannes wirft die Schauspielerin Casey Fletcher völlig aus der Bahn. Sie sucht Trost im Alkohol und muss ihre Bühnenlaufbahn zwangsweise beenden, nachdem sie bei einer Theateraufführung volltrunken ...

Der Tod ihres Mannes wirft die Schauspielerin Casey Fletcher völlig aus der Bahn. Sie sucht Trost im Alkohol und muss ihre Bühnenlaufbahn zwangsweise beenden, nachdem sie bei einer Theateraufführung volltrunken vor das Publikum getreten war.
Nun lebt sie im Ferienhaus ihrer Eltern an einem idyllischen See, verbringt die Tage mit ihrem besten Freund Alkohol und ihr Leben geht immer schneller den Bach hinunter. Vor lauter Langeweile bespitzelt sie ihre Nachbarn durch ein Fernglas, dabei steht ein Brandy immer in Reichweite. Doch plötzlich ist eine Nachbarin mit Eheproblemen wie vom Erdboden verschwunden. Casey setzt alle Hebel in Bewegung, denn sie hat schlimmste Befürchtungen, dass der Ehemann zu finalen Mitteln gegriffen hat. Dabei gerät Casey selbst in große Gefahr.
Soweit ist die Handlung noch relativ spannend, doch leider kippt sie jetzt um in eine Mysteryerzählung, die einem die Nackenhaare aufrichtet. Um diesen Twist hätte ich gerne vorher gewusst, denn dann ich hätte mich für ein anderes Buch entschieden.
Darüber hinaus war mir die Darstellung der Alkoholsucht von Casey mit all ihren unappetitlichen Begleiterscheinungen viel zu intensiv.
Für mich persönlich war dieses Hörbuch absolut kein Highlight, auch wenn Irina Salkow als Sprecherin sehr angenehm ist.

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Trotzkopf

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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Das Buch an sich ist der absolute Hingucker durch die themenbezogene Grafik des Covers, die bei der ersten Auflage durch einen farbigen Buchschnitt ergänzt wird.
Die Handlung spielt im ausgehenden 19. ...

Das Buch an sich ist der absolute Hingucker durch die themenbezogene Grafik des Covers, die bei der ersten Auflage durch einen farbigen Buchschnitt ergänzt wird.
Die Handlung spielt im ausgehenden 19. Jahrhundert und beginnt in Argentinien. Inez Oliviera verbringt ihre ganze Kindheit in der Obhut von ihrer Tante und den beiden Cousinen, denn ihre Eltern leben den überwiegenden Teil des Jahres in Ägypten und machen Jagd auf antike Kunstschätze. Als Inez eines Tages die Nachricht erhält, dass die beiden in der Wüste verschollen und damit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tot sind, zieht sie auf eigene Faust los, um die Wahrheit aufzudecken. Auch sie verfällt sofort dem Zauber Ägyptens und der Suche nach Artefakten.
Inez ist eine trotzige junge Frau, die durch Unwissenheit, aber auch oft durch pure Sturheit von einer lebensgefährlichen Situation in die nächste stolpert. Als Leser kann man über so viel Unvernunft nur die Haare raufen. Jedenfalls wird man nicht richtig mit ihr warm, und auch die aufflammende Liebesgeschichte mit einem Mitarbeiter des Grabungsteams wirkt nicht authentisch. Die Protagonisten erscheinen alle miteinander wie wandelnde Klischees und ihre Emotionen sind nicht glaubhaft. Andererseits ist das notwendig, damit die Autorin den Leser immer wieder mit völligen Plot-Twists überraschen kann. Und man muss berücksichtigen, dass als Zielpublikum junge Erwachsene erreicht werden soll. Unter dem Gesichtspunkt vergebe ich drei Lesesterne. Die Sprecher des Hörbuchs machen ihre Sache gut.

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