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Veröffentlicht am 15.04.2025

Durchdachte Anleitungen für Neulinge und inspirierende Anregungen für jeden Balkongärtner

Keine Zeit zu gärtnern – Balkonglück mit wenig Aufwand
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Die Bloggerin Melanie Kolos hat selber mit dem Gärtnern auf einem kleinen Balkon angefangen und lässt an ihren Erfahrungen teilhaben.

Die Themen sind übersichtlich und informativ aufbereitet und detailliert ...

Die Bloggerin Melanie Kolos hat selber mit dem Gärtnern auf einem kleinen Balkon angefangen und lässt an ihren Erfahrungen teilhaben.

Die Themen sind übersichtlich und informativ aufbereitet und detailliert genug, so dass auch Anfängern im Gärtnern grundlegendes Wissen vermittelt wird. Gut gefallen hat mir, dass die Autorin voraus schickt, wie wichtig vor allem ein planvolles Vorgehen ist, das beginnt mit den Voraussetzungen, die der Balkon bietet, über benötigtes Werkzeug, verschiedene Pflanzgefäße, bis zu den Aufgaben, die in jedem Monat des Jahres zu bedenken und erledigen sind.

Steckbriefe von Blumen, Kräutern, Gemüsen und Obst mit Details zu Pflanzzeit, -tiefe, Abstand, Lichtbedarf u.a. werden durch Fotos sehr anschaulich, genau so die Beetpläne, die auch mit Grafiken, genauen Anleitungen auch zum Zeitplan und anderen Details und darüber hinaus mit Tipps informieren. Melanie Kolos Liebe zum Gärtnern ist spürbar, sie vermittelt umfassendes Wissen, das sie sehr übersichtlich und strukturiert präsentiert, damit der Überblick nicht verloren geht.

Auch Hochbeete und der Vertikalanbau, Krankheiten und Schädlinge und sogar Dekotipps sind Themen.
Am Schluss gibt es noch leckere Rezepte, ebenfalls mit schönen Fotos und übersichtlich dargestellt, wie man die selber angebaute Ernte verarbeiten kann. Ich finde das Buch sehr inspirierend und hilfreich und kann es ohne Einschränkung empfehlen.

Veröffentlicht am 08.04.2025

Wer solche Freunde hat...

Du hast mich zuerst getötet
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Margot und Anna sind Freundinnen und leben in einer ruhigen Vorortsiedlung. Als Liv und ihre Familie in die Nachbarschaft ziehen, wird sie die Dritte im Bund. Aber keine der Frauen ist aufrichtig, jede ...

Margot und Anna sind Freundinnen und leben in einer ruhigen Vorortsiedlung. Als Liv und ihre Familie in die Nachbarschaft ziehen, wird sie die Dritte im Bund. Aber keine der Frauen ist aufrichtig, jede lügt und hat Geheimnisse.

Nach einem schockierenden Prolog beginnt die Handlung 11 Monate zuvor mit Livs Ankunft in ihrem neuen Haus. Erzählt wird im Präsens abwechselnd aus den Ich-Perspektiven der drei Frauen, so dass ich ihre Gedanken und Gefühle unmittelbar teile und mal amüsiert, mal erstaunt, erschrocken oder auch schockiert bin. Margot, früher ein TV-Star, ist egozentrisch, boshaft und gehässig und ich frage mich wie Liv anfangs, wieso die unscheinbar und unbedarft erscheinende Anna mit ihr befreundet ist.
Die Figurenzeichnung ist gelungen, auch Nebencharaktere erscheinen glaubwürdig, die Protagonistinnen sind vielschichtig und faszinieren durch ihr Auftreten und Handeln, für mich ist es fast so wie bei einem Unfall, bei dem man nicht wegschauen kann.

Neben den Perspektiven der drei Frauen lese ich, in kursiv gesetzten Einschüben, von einer zunächst rätselhaften Figur und ihren psychischen Problemen.
Nicht nur diese Einschübe und die aktuelle Entwicklung, sondern auch Enthüllungen aus der Vergangenheit der Frauen machen den Thriller immer spannender, wozu auch Cliffhanger am Ende der Kapitel beitragen, und erst zum Ende hin ergibt sich ein vollständiges Bild der komplex und clever konstruierten Geschichte.

Das düstere Cover mit der Frauensilhouette vor einem lodernden Feuer passt gut zum Buch. John Marrs schreibt bildhaft, lebendig und fesselnd und hat mich mit diesem Thriller voller unerwarteter Wendungen überrascht und bestens unterhalten.

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Veröffentlicht am 23.03.2025

In eigener Sache

Winter's Game
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Auf die Frankfurter Rechtsanwältin Carla Winter werden am gleichen Tag zwei Anschläge verübt und während sie dem ersten mit Glück entkommen kann, bringt sie der zweite schwer verletzt ins Krankenhaus. ...

Auf die Frankfurter Rechtsanwältin Carla Winter werden am gleichen Tag zwei Anschläge verübt und während sie dem ersten mit Glück entkommen kann, bringt sie der zweite schwer verletzt ins Krankenhaus. Sie erholt sich langsam, als es einen weiteren merkwürdigen Vorfall gibt. Carla entlässt sich selbst und will nur noch nach Hause. Verunsichert und geschwächt, aber zusammen mit ihrem starken Team, auf das sie sich verlassen kann, und mit der Unterstützung ihres beruflichen wie sozialen Netzwerks versucht Carla herauszufinden, wer es auf sie abgesehen hat und warum. Sie ist zwar angeschlagen, aber immer noch tough, klug und vor allem stur.

In diesem dritten Krimi um die Rechtsanwältin treten auch Figuren aus den Vorgängerbänden auf und es wird Bezug genommen auf vergangene Fälle. Lukas Erler baut diese Informationen geschickt in die Handlung ein, so dass auch ein Quereinstieg in die Reihe möglich ist, mehr Spaß und umfassenderes Verständnis hat aber sicherlich ein Leser mit Vorkenntnissen. Die Figurenzeichnung ist glaubhaft mit nahbaren Charakteren, manche Beziehungen entwickeln und vertiefen sich und Carla Winters Verletzlichkeit in diesem Band hat mir auch gut gefallen.

Erlers packender Schreibstil ist klar, lebendig, bildhaft und atmosphärisch, auch Humor blitzt auf. Die spannende Handlung ist rasant und überrascht mit unerwarteten Wendungen. Carlas Einfallsreichtum und ihr Vorgehen rechtfertigen unbedingt und augenzwinkernd den vom Konzept der Vorgängerbücher abweichenden Titel dieses Krimis.
Lukas Erler spricht auch in 'Winter's Game' gesellschaftlich aktuelle Missstände an und hat zu verschiedenen Themen gut recherchiert, besonders beeindruckt hat mich hier die anschauliche Erklärung der praktischen Auswirkung einer Aphasie.
Mir hat der neue Krimi von Lukas Erler sehr gut gefallen und mich bestens unterhalten, ich freue mich schon auf einen vierten Band der Reihe.

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Veröffentlicht am 12.03.2025

Beeindruckender Roman, der technische Entwicklungen weiter denkt und philosophische und gesellschaftliche Fragen stellt

Thanatopia
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Ende des 21. Jahrhunderts bestimmt das Holonet auch das Aussehen der realen Welt, der Mensch kann sich selbst und seine Umgebung so gestalten, wie es ihm gefällt und die Technologie des Mind Uploads in ...

Ende des 21. Jahrhunderts bestimmt das Holonet auch das Aussehen der realen Welt, der Mensch kann sich selbst und seine Umgebung so gestalten, wie es ihm gefällt und die Technologie des Mind Uploads in Klone bietet heute noch nicht vorstellbare Möglichkeiten. Ein Geheimnis bleibt vielleicht nur noch der Tod und das, was eventuell danach kommt.
Mit zwei identisch aussehenden Toten hat Kommissar Wenzel Landauer in Wien zu tun, die sich jedoch als Klone herausstellen, juristisch umstritten bleibt, ob eher Sachbeschädigung oder ein Tötungsdelikt vorliegt. Als die Besitzerin der Klone verschwindet und ein Mensch ermordet wird, stellt Landauer doch Ermittlungen an und stößt auf die Gruppe der Deather, die technologisch bestens ausgestattet den Moment des Todes und was vielleicht danach passieren mag, erforschen.

Der Hologrammatica-Weltenbau ist wohl durchdacht, so plausibel wie erschreckend. Durch eine Virusinfektion ist die Menschheit um die Hälfte geschrumpft, Dürren und hohe Temperaturen in Folge der Klimakatastrophe haben zum Exodus aus europäischen Metropolen geführt, Grönland und Sibirien sind nun angesagte Wohngebiete.
Die Figurenzeichnung und die Entwicklung der Charaktere ist gelungen, die Protagonisten haben Tiefe und besonders Wenzel, der immer noch um seine verstorbene Frau trauert und die gemeinsame Tochter allein groß gezogen hat und Sahana, gläubige Physikerin mit konsequenter theologischer und wissenschaftlicher Meinung, finde ich überzeugend dargestellt, mit beiden kann ich mich identifizieren.

Neben Wenzels gibt es weitere, wechselnde Erzählperspektiven, auch Galahad Singh und Fran Bittner gehören zu den Protagonisten und sind aus den Vorgängerbänden bekannt. Es gibt Verweise auf Geschehen in den anderen Hologrammatica-Bänden und es ist sicher empfehlenswert, zumindest einen bereits gelesen zu haben.
Nach Zwischenfällen 2048 und 2088 mit der außer Kontrolle geratenen Klima-KI Æther ist der Einsatz Künstlicher Intelligenz streng kontrolliert und begrenzt. Es scheint jedoch eine weitere Kopie von Æther in einem Qube zu geben, die nicht nur von UN-Behörden, sondern auch von der KI selbst aus einem weit entfernten Asteroidengürtel des Sonnensystems aus gesucht wird. Æther nennt sich jetzt Nemo und hat laut eigener Aussage inzwischen das Descartes-Problem gelöst (das besagt, dass Menschen mit einem digitalen Gehirn nach 30 Tagen in ihren Stammkörper zurück müssen, um zu überleben) und könnte den Menschen Unsterblichkeit ermöglichen.

Tom Hillenbrand schreibt bildhaft und fokussiert, alles ist wichtig, es gibt keine überflüssigen Details und das Lesen erfordert Konzentration. 'Thanatopia' ist ein düsterer, komplexer, durchgehend spannender und einfallsreicher Thriller, der philosophische und gesellschaftskritische Fragen stellt und mögliche technologische Entwicklungen weiter denkt. Ein umfangreiches Glossar am Ende des Buchs erweist sich als hilfreich.
Mir hat 'Thanatopia' sehr gut gefallen und mir ein an- und aufregendes Lesevergnügen bereitet. Ich hoffe, es wird einen weiteren Band aus der Welt der Hologrammatica geben, ich würde gern mehr über die Hardlights, ihre Fähigkeiten und den Lichtdom erfahren.

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Veröffentlicht am 08.03.2025

Spannend und tiefgründig, ein überzeugender Science Fiction-Roman

Lyneham
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An seinem 12. Geburtstag landen Henry, seine Geschwister und sein Vater auf Perm, einem Mond in einem weit entfernten Sonnensystem. Seine Mutter Mildred ist Wissenschaftlerin und kommt mit einem anderen ...

An seinem 12. Geburtstag landen Henry, seine Geschwister und sein Vater auf Perm, einem Mond in einem weit entfernten Sonnensystem. Seine Mutter Mildred ist Wissenschaftlerin und kommt mit einem anderen Raumschiff. Entgegen der Erwartungen ist Perms Terraforming nicht abgeschlossen und nur die bisher errichteten Biome bieten Sicherheit auf dem unwirtlichen Mond.

Es gibt zwei Handlungsebenen, Henry erzählt vom Alltag im Biom, wobei es auch humorvolle Gespräche und Situationen gibt, während Mildred nüchtern von ihren Forschungen zum Leben auf Perm und seine faszinierende Andersartigkeit im Vergleich zur Erde berichtet und die zu erwartenden Schwierigkeiten bei der Besiedlung immer besser erkennt, sie beschreibt Gefahren sowohl für Menschen als auch für die Lebewesen auf dem Mond.

Nils Westerboer schreibt lebendig, bildhaft und anschaulich, auch Mildreds wissenschaftlichen Ausführungen kann ich gut folgen, ihre Überlegungen und Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar, der Autor entwirft hier kreativ und ideenreich eine erstaunliche, andersartige, überzeugende Welt. Hilfreich, besonders in Hinblick auf auch verwirrende Namen, sind die Karten von Perm innen auf den Umschlagklappen. Ein Glossar am Ende des Buchs hat mir teilweise überraschende Sichtweisen auf bekannte Begriffe eröffnet. Das düstere, schöne Cover gefällt mir und vermittelt einen passenden Eindruck von Fremde und Verloren sein.

Die Figurenzeichnung ist gelungen, besonders die Kinder finde ich authentisch beschrieben, aber auch Mildred mit ihrem analytischen, zielgerichteten Verstand ist glaubwürdig. Die spannende Handlung überrascht mit unerwarteten Wendungen. Schon im unterhaltsamen, klugen und informativem Prolog lässt Nils Westerboer Mildred erörtern, wie sinnvoll eine extraterrestrische Ansiedlung der Menschheit ist und am Ende des wohldurchdachten Romans hat der Autor auch ethische Fragen aufgeworfen, die mich weiter beschäftigen.
Mir hat 'Lyneham' sehr gut gefallen und ich kann das Buch Lesern von tiefgründiger Science Fiction uneingeschränkt empfehlen.

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