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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.01.2026

Ergreifend

Das Jahr voller Bücher und Wunder
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Es gibt Bücher, die ziehen einen in ihren Bann, obwohl man zwischendurch überlegt, ob man weiterlesen kann, weil einen der Herzschmerz so packt. Eigentlich sind Bücher für mich Fiktion und ich nehme das ...

Es gibt Bücher, die ziehen einen in ihren Bann, obwohl man zwischendurch überlegt, ob man weiterlesen kann, weil einen der Herzschmerz so packt. Eigentlich sind Bücher für mich Fiktion und ich nehme das auch bewusst so war, jedoch gibt es Themen, die wenig an einem abprallen können und der Verlust des Partners gehört dazu. Man stellt sich unweigerlich die Frage, wie und ob überhaupt man nach so einem Schicksalsschlag weitermachen kann und da ist die Erwartungshaltung und der Umgang des eigenen Umfelds noch gar nicht einkalkuliert. Libby Page schaffte es, mir Tillys Gedankenwelt so offen zu legen, dass ich einfach völlig in diesem Buch versunken bin. Es ist einfach ohne Schnickschnack und mitten aus dem Leben. Ich war skeptisch, wie ich die Entwicklung zwischen Alfie und Tilly sehen soll, Liebesromane sind halt so gar nicht mein Ding, aber es passte gut in die ganze Story, auch wenn sowas natürlich nicht komplett ohne Kitsch auskommt.

Aber am Ende geht es um Bücher und das lässt mein Herz höher schlagen. Der Stil ist sehr angenehm zu lesen, durch die einzelnen (Buch)-Monate hat das Buch im Prinzip zwölf Kapitel, an jedem befinden sich noch ein paar Buchtipps (wirklich schöne Idee), Chatnachrichten stehen als Chatnachrichten im Text (keine Angst, das kommt gar nicht so oft und wenn dann passend vor) und so ist man am Ende selbst immer gespannt, welches Buch Joe für Tilly als nächstes ausgesucht hat und in der Bücherei auf sie wartet.

Ich habe es wirklich verschlungen und werde mir dann wohl auch weitere Bücher der Autorin mal genauer anschauen.

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Veröffentlicht am 16.10.2025

Gelungene Auferstehung!

Die Auferstehung
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Ich muss ja gestehen, dass ich die Drei ??? früher tatsächlich nie gehört habe. Mein Mann ist großer Fan von Ihnen und jetzt verstehe ich auch wieso! Ich hatte ein wenig Angst, dass ich die Vorgeschichte ...

Ich muss ja gestehen, dass ich die Drei ??? früher tatsächlich nie gehört habe. Mein Mann ist großer Fan von Ihnen und jetzt verstehe ich auch wieso! Ich hatte ein wenig Angst, dass ich die Vorgeschichte für das Buch benötige, diese wurde mir jedoch genommen und das zu Recht. Man kann da Buch beruhigt auch so lesen.

Von Beginn an hat mich allein schon die Frage in Beschlag genommen, warum die Drei ??? nicht mehr zusammen ermittelt haben, was ist passiert, dass dieses eingeschworene Trio getrennte Wege ging? Zeitgleich galt es natürlich auch herauszufinden, ob die (un)bekannte Frau aus dem brasilianischen Dschungel wirklich die ist, die sie vorgibt zu sein. Wer erzählt die Wahrheit und wer lügt? Und wer verfolgt welche Interessen? Es ist zwischendurch gar nicht so einfach zu entscheiden, wem man jetzt Glauben schenkt.

So rast man förmlich durch das Buch und bei jedem Kapitel denkt man sich "Oh, na gut, eins lese ich noch vor dem Schlafengehen." Der Schreibstil ist typisch Eschbach locker fluffig und entspannt, es hat Spaß gemacht, das Buch zu lesen und vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung, jetzt wo Justus, Peter und Bob wieder zusammengefunden haben.

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Veröffentlicht am 05.08.2025

Sturm und inneres Chaos

Windstärke 17
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Nach 22 Bahnen wartet Caroline Wahl nun mit dem Fortsetzungsroman auf, der sich diesmal um das Leben von Tildas Schwester Ida dreht.
Diese verlässt nach dem Tod der Mutter das gemeinsame Zuhause nur mit ...

Nach 22 Bahnen wartet Caroline Wahl nun mit dem Fortsetzungsroman auf, der sich diesmal um das Leben von Tildas Schwester Ida dreht.
Diese verlässt nach dem Tod der Mutter das gemeinsame Zuhause nur mit einem kaputten Koffer und ihrem MacBook ohne Plan, wohin die Reise gehen soll.

Wie so oft im Buch kommen bereits bei Abreise die zwiespältigen Gefühle Idas zum Vorschein. Sie will zu ihrer Schwester, aber eigentlich auch nicht und so findet sie sich am Ende auf der Insel Rügen wieder, ergattert mehr zufällig einen Job in der Robbe und lernt dort Knut und seine Frau Marianne kennen, die sich im Laufe des Buchs fast ein wenig als die vielleicht insgeheim ersehnten Ersatzeltern herausstellen.

Caroline Wahl hat es geschafft, mich mit diesem Buch zu verzaubern. Der eigentlich eigenwillige, abgehackte Schreibstil mit teils gar nicht so leicht zu lesenden Übergängen zwischen Gedanken und gesprochenem Wort, Erinnerungen und Gegenwart machen das Buch aber am Ende aus und vermitteln so auf unfassbar passende Weise Idas Zerrissenheit und ließen mich die Gefühle förmlich spüren. Zwischendurch hätte ich Ida immer gern mal geschüttelt und sie aufgefordert, einfach das zu tun, was sie wirklich möchte, ohne sich immerzu wieder geplagt vom eigenen Schmerz selbst zu geiseln und für die Vergangenheit zu bestrafen.

Windstärke 17 ist ein mehr als treffender Titel für dieses teilweise orkanartige Leben von Ida, ich hätte so gern noch weitergelesen und fast traurig als das Buch fast schon abrupt endete.

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Veröffentlicht am 17.07.2025

Das verlassene Dorf

Der dunkle Sommer
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Das Buch habe ich tatsächlich erst nach einer Empfehlung begonnen zu lesen, klang mir der Klappentext doch gar zu klischeehaft und abgedroschen. Zum Glück habe ich mich anders entschieden.

Tilda kauft ...

Das Buch habe ich tatsächlich erst nach einer Empfehlung begonnen zu lesen, klang mir der Klappentext doch gar zu klischeehaft und abgedroschen. Zum Glück habe ich mich anders entschieden.

Tilda kauft in einem verlassenen italienischen Dorf ein Haus für einen Euro, um es restaurieren zu lassen. Warum das Haus so günstig zu haben und Dorf verlassen ist, stellt sich bald heraus und man erkennt, dass es schlussendlich um die Aufklärung des damals stattgefundenen Massakers geht.

Hier kann man bald gar nicht mehr schreiben, ohne zwangsläufig zu spoilern. Das Buch ist seit langem mal wieder eines mit wirklich gelungenen Plot Twists, die nicht zwanghaft konstruiert sondern wirklich überraschend wirken. So ist man beim Lesen jedes Kapitels gespannt, was nun wieder an's Licht kommt und welche Rolle die wenigen, aber dafür intensiv beteiligten Personen spielen. Am Ende ist alles anders, als es scheint und die Überraschung ist zumindest mir gegenüber sehr gelungen. Danke an Vera Buck für diese unterhaltsame, kurzweilige Sommerlektüre mit Spannungsgarantie!

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Veröffentlicht am 10.03.2025

Vor hundert Sommern und doch so aktuell

Vor hundert Sommern
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Generationentraumata - das ist wohl ein Thema, welches erst in den letzten Jahren wirklich den Weg in die Öffentlichkeit gefunden hat. Bei der sog. transgenerationalen Traumatisierung fühlen sich Menschen ...

Generationentraumata - das ist wohl ein Thema, welches erst in den letzten Jahren wirklich den Weg in die Öffentlichkeit gefunden hat. Bei der sog. transgenerationalen Traumatisierung fühlen sich Menschen vermeintlich unbegründet seltsam und suchen eigentlich immer nach einem Grund. So auch Lena. Die angehenden Produktdesignstudentin hat schlimme Mobbingerfahrungen in ihrer Jugendzeit gemacht, doch geht die Suche nach ihrem Gefühl der Leere und des nicht dazugehören vielleicht noch tiefer? Ihre Mutter Anja arbeitet in der Bremer Bibliothek und versucht sich immer wieder am Spagat, allem gerecht zu werden. Da ist zum Einen ihre Arbeit, die unerwartete Aufstiegsmöglichkeiten bietet, ihr Mann Stefan und ihre erwachsenen Töchter Lena und Anabel, die trotzdem Kinder mit ihren eigenen Sorgen geblieben sind und ihre Mutter Elisabeth, die aufgrund ihres Gesundheitszustandes mit ihren über 90 Jahren nun im Altersheim Pflege benötigt. Dieser Schritt hat zur Folge, dass Lena und ihre Mutter in der Charlottenburger Wohnung von Elisabeth beim Ausräumen auf diverse Relikte der Familienvergangenheit stoßen, die erahnen lassen, dass die Kinder und Enkel noch lange nicht alles aus der Familiengeschichte wissen. 
Das Buch ist durch den ständigen Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart sehr kurzweilig, anfangs hatte ich ein wenig Bedenken, ob es nicht zu nah an unserem Alltag ist, da viele aktuelle politische Themen eine Rolle spielen, die man im realen Leben ja zur Genüge ertragen muss, soll Lesen für mich doch eine Ablenkung davon sein. Doch je weiter man liest und je tiefer man in die Familiengeschichte einsteigt versteht man, dass dieser Bezug zur Gegenwart wichtig und fast grundlegend ist, um die Vergangenheit zu verstehen. 
So taucht man bald tief in die Geschichte von Clara ein. Clara ist Elisabeths Tante und der Schlüssel zu vielen Geschehnissen in Elisabeths Familie. Und eigentlich habe ich mir bis zum Schluss die Frage gestellt: was ist passiert, dass Elisabeth so lang geschwiegen hat und jetzt an ihrem Lebensende den Drang verspürt, ihre Geschichte doch noch zu erzählen? Und bringt dieses auch für ihre Tochter und ihre Enkeltöchter die erhoffte Erleichterung?
Katharina Fuchs hat es geschafft, dass in diesem Buch nach anfänglicher Skepsis versunken bin und die Figuren so lebendig wurden, dass man zu allen Szenen den Kopf voller Bilder hatte. Alles geht Hand in Hand zusammen und am Ende bleiben keine Fragen offen. 

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