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Veröffentlicht am 06.04.2025

Liebe, Sehnsucht, und die Frage nach dem warum nicht

Unsere Suche nach Zärtlichkeit
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Für einen Autor und vor allem für einen Autor mit dieser Biographie finde ich ist es recht ungewöhnliches Buch, ich habe mich gefragt was hat ihn dazu bewogen, weil es eigentlich nicht sein Metier ist. ...

Für einen Autor und vor allem für einen Autor mit dieser Biographie finde ich ist es recht ungewöhnliches Buch, ich habe mich gefragt was hat ihn dazu bewogen, weil es eigentlich nicht sein Metier ist. Dass er gut schreiben kann hat er in dem Buch „Der Liebende“ bereits bewiesen. Ich denke er wollte hier die Sicht und die Sehnsucht eines Mannes zu Beziehung und Liebe darstellen und das ist ihm in diesem sehr warmherzig und einfühlsamen Roman gelungen, aber um was geht es? Dumont arbeitet bei der Telefonseelsorge, und bekommt einen Anruf, der anders verläuft als sonst. Telefonseelsorge bonsoir, ich bin da und höre dir zu. Ein sehr beruhigender Satz finde ich, aber dieser Anruf verläuft anders, eine Frau ist zu hören und sie weint, schweigen kann so vieles sagen aber es macht hilflos, er kann diese Frau nicht erreichen, sie legt wieder auf. Nach diesem Gespräch das ihn tief berührt hat nimmt er sich eine Auszeit und begibt sich auf eine Reise, kann er diese Frau finden, irgendwie hat er das Gefühl sie suchen zu müssen. Er reist in das südfranzösische Antibes, an die Côte d’Azur und bezieht dort einen kleine Pension. In einer Ausstellung lernt er eine Frau kennen und ihre gemeinsame Geschichte beginnt, entwickelt sich und endet mit vielen Fragen, Sehnsüchten, Enttäuschungen und letztendlich doch der Liebe. Welche Fragen stellt man sich, oder kann man nicht einfach diese neue Liebe leben, kann und darf man sie leben, obwohl einer eigentlich vergeben ist? Wie weit kann liebe gehen, wie weit darf sie gehen und welches Versprechen gibt man sich, all diese Fragen finden in dem Buch eine Antwort und es entsteht eine Chance, Gefühle auch einmal einfach zu genießen. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen, auch das Cover passt perfekt und ich empfehle es sehr gerne weiter. Vielen Dank.

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Veröffentlicht am 27.03.2025

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt

Halbinsel
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Der Leistungsdruck unserer Gesellschaft scheint uns immer früher zu erreichen und wer nicht schwimmt geht verloren. Aber mit Mitte Zwanzig das ist erschrecken, mit Mitte Zwanzig sollte eine junge Frau ...

Der Leistungsdruck unserer Gesellschaft scheint uns immer früher zu erreichen und wer nicht schwimmt geht verloren. Aber mit Mitte Zwanzig das ist erschrecken, mit Mitte Zwanzig sollte eine junge Frau am Anfang ihres Berufslebens überhaupt ihres Lebens sein, oder erwarten andere Generationen zu viel von jungen Menschen. Dieses Buch der Autorin Kristine Bilkau soll sicherlich kein Umweltroman sein, aber es greift Gedanken dazu auf. Ein Zitat auf Seite 184 heißt: “Fondsentwickler sind nur auf den Markt fixiert, die 1,5 Grad Grenze interessiert sie nicht. Sie erzeugen mit ihrem Lebensstil in einer einzigen Stunde mehr Treibhausgase als viele andere Menschen in ihrem ganzen Leben“. Und Seite 213: „Eine Frau, die vor der Erderwärmung warnt, auf der Straße sitzend, weil die Sprache nicht mehr wirkt“. Ein wahrer Satz, eine Situation die die Protagonistin Linn dazu gebracht hat ihr Leben zu überdenken und deswegen lässt sie zunächst alles hinter sich und zieht überraschend wieder bei ihrer Mutter ein. Wie wird sich diese Geschichte von Mutter und Tochter entwickeln, sicherlich nicht nur das Linn einen möglichen neuen Weg finden muss, auch altes unausgesprochenes scheint zu Tage zu kommen, muss aufgearbeitet werden. Aber letztendlich habe ich den Eindruck beide finden neue Wege, manchmal muss man eben kleine Brötchen backen. Ich liebe die Bücher von Kristine Bilkau nachdem ich „Eine Liebe in Gedanken“ gelesen habe, es sind sehr einfühlsame, tragend geschriebene Geschichten über das Leben und seine Zeit. Ein Zitat aus „Eine Liebe in Gedanken“ Seite 196 "Solche Telefonate bringen keine Nähe, sie lassen nur noch stärker spüren, wie groß die Entfernung ist." Aktuell, März 2025, Der Roman "Halbinsel" der Schriftstellerin Kristine Bilkau wurde für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert, als Leser wünsche ich ihr alles Gute dafür. Vielen Dank.

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Veröffentlicht am 21.03.2025

Trauer muss sprechen, damit sie leichter werden kann

Endlosschleifentage
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Endlosschleifen bedeuten ja, das man aus einem Zustand nicht herauskommt, sondern in ihm gefangen ist, eine schwierige Vorstellung, eine schwere Zeit. Wenn jemand verstirbt finde ich lebt man in einem ...

Endlosschleifen bedeuten ja, das man aus einem Zustand nicht herauskommt, sondern in ihm gefangen ist, eine schwierige Vorstellung, eine schwere Zeit. Wenn jemand verstirbt finde ich lebt man in einem Vakuum, die Welt hält an und nichts ist mehr wie es war und die Frage bleibt wie lange wird es so bleiben, kann man das je überwinden? Darf man eigentlich schreiben, ein Buch über Trauer und Tod ist gut, ich denke schon, nicht immer ist Trauer und Tod nur schwierig, nur traurig. Manchmal ist es gut zu Lesen, wie in diesem Buch wie andere damit umgegangen sind, wie ihr Weg war, ob es nach einem Verlust irgendwann leichter wird. Ich habe die Hauptprotagonisten David, Katha und Kinga kennengelernt, Katha die bei einem Unfall ums Leben gekommen ist und David ihr Mann, aber auch ihre beste Freundin Kinga zurücklässt. Zurücklassen, das ist hier ein richtiges Wort, das Leben lebt man vorwärts, in diesem Buch steht es still. Was David, aber auch Kinga letztendlich helfen wird ihren Weg und damit ihr Leben wieder leben zu können kann man in diesem Buch von Fabian Neidhardt lesen. Manchmal kann ein Abschied eben auch eine Chance sein, Dinge zu überdenken, es tun sich Gedanken und Möglichkeiten auf, die man vorher so gar nicht gesehen hat. Fabian Neidhardt finde ich hat seine ganz eigene Schreibart, als wenn er mit einer gewissen Leichtigkeit schreibt, ganz in der Geschichte ist und gar nicht groß drum herum schreiben will. Ich habe dieses Buch von ihm sehr gerne gelesen, es lässt ein eine Zeit lang nachdenklich zurück, was sehr gut ist, vielen Dank.

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Veröffentlicht am 13.03.2025

Der Strand ist nicht immer ein Ort, manchmal ist er ein Gefühl

Die Bücherfrauen von Listland. Der Gesang der Seeschwalben
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Als Leser hat man das Gefühl man macht eine Reise nach Sylt und schmeckt förmlich das Salz auf der Zunge beim Lesen, aber wie es so oft ist das Leben nicht nur Idylle. Das Buch teilt sich in zwei Zeiten ...

Als Leser hat man das Gefühl man macht eine Reise nach Sylt und schmeckt förmlich das Salz auf der Zunge beim Lesen, aber wie es so oft ist das Leben nicht nur Idylle. Das Buch teilt sich in zwei Zeiten ein, wie Ebbe und Flut könnte man denken. Eine Zeit ist jetzt, eine um 1937 und man liest nicht nur die Schönheit der Insel, sondern bekommt gleich den Eindruck das schwierige Zeiten bevorstehen. Das Buch beginnt mit einer Reise einer Autorin die ein Biographie über die Bücherliebhaberin Fenja Lorenzen nach Sylt macht, dort angekommen ist Fenja aber nicht da und meldet sich auch nicht, was mag geschehen sein? Ein Sturm bringt nicht nur die nötigen Reparaturen an dem Haus ans Licht, sondern auch ein geheimnisumwobenes Buch, was halten sie da in Händen, gibt es ein Familiengeheimnis was gelüftet werden möchte, war dieser Sturm ein Hinweis und wo ist Fenja? Das Cover lädt durch seine Pudertöne zum Innehalten ein, beim Lese begleitet man die Protagonisten durch neue und alte Freundschaften, erahnt die Liebe zum Lesen und zu Büchern und kommt letztendlich dem Geheimnis auf die Spur. Dieses Buch „Die Bücherfrauen von Listland“ ist der Auftakt einer Sylt-Dilogie, die Geschichte ist also noch nicht zu Ende und der Leser kann weiter gespannt sein und bekommt die Möglichkeit noch einmal in die Geschichte samt Sylter-Insel-Feeling einzutauchen was sich genau wie in dieses Buch lohnen wird, unter dem Motto, wenn das Meer Geschichten erzählt… Vielen Dank.

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Veröffentlicht am 10.03.2025

Ein Strandkorb ist wie ein kleines Zuhause am Strand - gemütlich, einladend und voller Erinnerungen

Strandkorbbriefe
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Als ich das Buch gelesen habe war es Februar und neblig und da war es schön lesend eine Reise an die ostfriesische Nordseeküste nach Greetsiel machen zu dürfen. Bei Greetsiel und dem Cover denkt man gleich ...

Als ich das Buch gelesen habe war es Februar und neblig und da war es schön lesend eine Reise an die ostfriesische Nordseeküste nach Greetsiel machen zu dürfen. Bei Greetsiel und dem Cover denkt man gleich an ein verschlafenes kleines Dorf an der See und irgendwie ist es das auch, die Welt scheint hier noch in Ordnung zu sein, naja zumindest ein wenig. Zuerst habe ich gedacht, was hat das mit Liebesbriefen zu tun das eine Polizistin in Ausführung ihres Dienstes bei einem unerschöpflichen Nachbarschaftsstreit zwei knorriger alter Männer mit einer Pistole verletzt wird und traumatisiert zurückbleibt. Aber vielleicht entsteht daraus eine Zeit die auch eine Chance bietet, zur Ruhe kommen und Dinge entdecken die sonst nicht so viel Beachtung bekommen und da käme eine neue Liebe gerade recht. Das Krummhörner Wochenblatt lässt eine alte Tradition des Briefeschreiben wieder aufleben und Merles Familie ist der Meinung das der Gewinner des Briefeschreibens einen Liebesbrief an Merle geschrieben hat und sie beginnt zu überlegen wer es denn womöglich sein könnte. Diese ganze Sache holt Merle auch irgendwie wieder ins Leben zurück, lässt sie wieder lebendig werden. Mit dem Redakteur des Krummhörner Wochenblattes Bastian macht sie sich auf die Suche nach dem vermeidlichen Briefeschreiber, am Ende kann verraten werden finden sie den Briefeschreiber tatsächlich, aber Merle wird noch etwas ganz anderes finden, was das Lesen sie selber, es ist ein sehr warmherzig, angenehm geschriebenes Buch, man hört und spürt das Meeresrauschen, schmeckt das Salz auf der Zunge und schmunzelt oft gerne. Eine kleine Reise, quasi ein Abstecher nach Greetsiel, ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Vielen Dank.

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