Berührend, authentisch und lesenswert
Zehn Bilder einer LiebeManchmal beginnt man ein Buch zu lesen und merkt ganz schnell, wie fast jeder Satz in einem nachhallt. Wie die Gedanken und Aussagen der Figuren ein Sich-Wiedererkennen in einem selbst bewirken und dann ...
Manchmal beginnt man ein Buch zu lesen und merkt ganz schnell, wie fast jeder Satz in einem nachhallt. Wie die Gedanken und Aussagen der Figuren ein Sich-Wiedererkennen in einem selbst bewirken und dann weiß man „das hier wird richtig gut“. So ging es mir mit diesem Buch.
Die Geschichte von Luisa und David ist frei von Pathos und Glitzer, es ist eine unprätentiöse und unheimlich ehrliche Liebesgeschichte. Und genau daraus resultiert ihre besondere Kraft. Hannes Köhler erzählt dabei zehn Episoden aus ihrer gemeinsamen Zeit und lässt immer beide Charaktere zu Wort kommen. So sind wir bei ihrem ersten Kennenlernen auf Milos dabei, oder auch als David einen schweren Schicksalsschlag verkraften muss. Wir lernen sie in ihren glücklichen Momenten kennen und sind ihnen auch bei ihren Zweifeln und Diskussionen ganz nah. Gerade durch den Perspektivwechsel konnte ich beide Personen gleichermaßen verstehen und sehr gut mit ihnen fühlen.
Einen besonderen Schwerpunkt des Romans stellt dabei das Thema Kinderwunsch und Vaterschaft gerade aus Davids Position dar. Luisa bringt in die gemeinsame Beziehung ihre Tochter Ronya mit und David wächst ganz wunderbar in seine neue Rolle als Bonuspapa hinein. Dabei zeigt der Autor hier besonders einfühlsam auf, wie emotional herausfordernd diese Situation für den nicht leiblichen Elternteil sein kann und welches Gefühlschaos es immer wieder auslöst. Auch der Wunsch nach einem weiteren, gemeinsamen Kind ist berührend und klug geschrieben. Ob er sich am Ende erfüllt, verrate ich an dieser Stelle allerdings nicht, denn dafür wünsche ich mir viel zu sehr, dass Ihr das Buch selbst lest. Denn von mir gibt es einen uneingeschränkte Leseempfehlung.
Für mich war es eine ganz besondere Geschichte, in die ich mich mühelos einfühlen konnte und die mich mit warmen Emotionen zurückließ. Nur zu gerne wäre ich mit diesem Paar befreundet.