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Veröffentlicht am 08.01.2026

Unterhaltsamer, kurzweiliger Histo-Krimi aus dem Sherlock Holmes Universum

Sherlock Holmes Band 04 - Der Fall Harry Houdini
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Als der berühmte Meisterdetektiv Sherlock Holmes erfährt, dass der ebenso bekannte Entfesselungskünstler Harry Houdini einen spektakulären Auftritt in Berlin geplant hat, überrascht er seinen, wie immer, ...

Als der berühmte Meisterdetektiv Sherlock Holmes erfährt, dass der ebenso bekannte Entfesselungskünstler Harry Houdini einen spektakulären Auftritt in Berlin geplant hat, überrascht er seinen, wie immer, ahnungslosen Freund mit einer spontanen Einladung und Karten für die Vorstellung. Dr. Watson freut sich sehr über die wohlmeinende Geste, doch schon bald ahnt er, dass Holmes sie beide erneut in ein atemberaubendes und gefährliches Abenteuer verstrickt hat. Und Houdinies Auftakt gerät dabei beinahe zur Nebensache. Denn kurz nachdem ein Säureanschlag auf ihn verübt wird, dem er durch Besonnenheit nur knapp entgehen kann, verschwindet der Entfesslungskünstler spurlos. Houdinies Frau engagiert Holmes und Watson und mögliche Verdächtige sind ebenfalls schnell ausgemacht. Doch die Suche nach dem entführten Entfesslungskünstler entwickelt sich zu einem Wettlauf gegen die Zeit und führt das befreundete Ermittlerduo mitten ins tiefste Berliner Kneipen und Szeneviertel, wo sie sich mit echten Originalen und finstersten Saufkumpanen gemein machen müssen, um einer möglichen Fährte nachzugehen…

Mit „Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs“ wurde vor einiger Zeit eine neue Hörspielreihe ins Leben gerufen, die sich anlehnt, an die beliebten Romanvorlagen von Sir Arthur Conan Doyle. Wegen des Erfolges, erscheinen nun dazu besagte Hörspiele zusätzlich in Buchform, wobei es sich, wie hier etwa, um ca. 80 Taschenbuchseiten lange Geschichten handelt, die aus Dr. Watsons Sicht geschildert werden. Ich habe bereits von Kindesbeinen an eine Schwäche für Detektivgeschichten und liebe daher natürlich auch die Sherlock Holmes Stories sehr; ob nun in Buchform oder als Verfilmung und erhoffte mir von diesem Büchlein natürlich im Besonderen, dass es die besondere Atmosphäre, die in Doyles Büchern vorherrscht, würde einfangen können. Genauso, dass es sprachlich gesehen, nicht das historische Flair zerstören würde.

Nun, abgesehen von meinem minimalen Kritikpunkt, dass es unglaubwürdig erscheint, dass Holmes und Watson unglaublich lernfähig erscheinen in Bezug auf die deutsche Sprache und tatsächlich sogar den Berliner Dialekt der einheimischen Bevölkerung verstehen können, war ich sehr angetan von der Geschichte. Holmes und Watson wirken lebensecht in ihren Dialogen und trotz der limitierten Seitenzahlen, wirkt die Story rund und atmosphärisch dicht erzählt. Dazu mochte ich die Idee, mit dem deutschen Setting an sich und natürlich auch, Holmes und Houdini aufeinander treffen zu lassen. Holmes & Watson Fans werden sicherlich ihren Spaß haben, an dieser Lektüre und auch anderen Histo-Krimifans kann man die Geschichte bedenkenlos empfehlen. Übrigens auch perfekt als Buch für unterwegs geeignet, etwa während einer Zugfahrt, da herrlich kurzweilig.

Kurz gefasst: Unterhaltsamer, kurzweiliger Histo-Krimi aus dem Sherlock Holmes Universum.


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Veröffentlicht am 14.03.2025

„Seit Du tot bist“ von Sophie McKenzie ist ein packender Thriller nach bester Alfred Hitchcock Manier gestrickt.

Seit du tot bist
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Geniver hat einen liebevollen und aufmerksamen Mann, beide sind, da Art einen guten Job hat, vermögend und eigentlich könnte das Leben für die junge Frau nicht besser sein. Wenn sie nicht Jahre zuvor eine ...

Geniver hat einen liebevollen und aufmerksamen Mann, beide sind, da Art einen guten Job hat, vermögend und eigentlich könnte das Leben für die junge Frau nicht besser sein. Wenn sie nicht Jahre zuvor eine Totgeburt gehabt hätte. Ihre Tochter Beth, starb damals vor ihrer Zeit im Mutterleib und Gen konnte sich seitdem zu nichts mehr aufraffen. War sie früher mit Leib und Seele Schriftstellerin, leidet sie seit der Fehlgeburt unter einer regelrechten Schreibblockade.

Doch eines Tages wird sie von einer Frau mittleren Alters angesprochen, die behauptet, dass Gens Baby damals nicht starb. Ärzte und selbst Gens Mann Art sollen gelogen haben. Gen fällt aus allen Wolken als sie davon hört; glaubt aber der Frau zunächst kein Wort.
Art, dem Gen alles erzählt, ist ebenso geschockt über die Dinge, die die unbekannte Frau, deren Schwester damals zum Ärzteteam gehörte, behauptet und streitet alles vehement ab. Mehr noch, er empfiehlt Gen eine Therapie, denn er fürchtet, dass seine Frau langsam ihren Verstand verliert. Doch Gen bohrt weiter. Sie kann nicht aufhören in der Vergangenheit herumzustochern und gerät dadurch plötzlich in Lebensgefahr. Lediglich Lorcan, ein Schauspieler irischer Abstammung und ehemals bester Freund Arts, hört Gen zu und glaubt ihr. Doch meint er es ehrlich mit Gen oder spielt er ein falsches Spiel mit der verzweifelten Frau? Wem kann Gen noch glauben? Ihrem Mann, Lorcan oder nur noch ihrer besten Freundin Hen?
Und dann geht auch noch ein gewissenloser Killer um…

Meine Einschätzung:

Sophie McKenzie hat bereits einige Jugend und Joung Adult Romane verfasst. Dies ist nun ihr Thrillerdebütroman für Erwachsene. Und dieses Debüt hat es wahrlich in sich!
Ich bin recht unbedarft an Sophie McKenzies Thriller herangegangen, erhoffte mir bestenfalls einen halbwegs unterhaltsamen Roman und hatte noch nicht einmal im Ansatz so eine nervenaufreibende, spannende und knifflig gestrickte Handlung erwartet, die mich völlig in ihren Bann gezogen hat. Obwohl die Heldin des Romans, Gen, sicherlich keine einfache Romanakteurin ist, kann man sich vom ersten Moment an in ihre Gedankenwelt hineinversetzen. Man spürt ihre innerliche Zerrissenheit ob der Ungewissheit am eigenen Leib mit und kann sich gut in Gen hineinversetzen. Unweigerlich fragt man sich beim Lesen des Romans, wie man selbst in gewissen Situationen reagiert hätte. Besonders stark fand ich auch die Charakterisierung der Nebenfiguren. Allesamt scheinen sie auf den ersten Blick freundlich, zuvorkommend und der Heldin zugetan zu sein. Doch jeder von ihnen verbirgt ein Geheimnis und legt somit eine gewisse Unehrlichkeit an den Tag. Der Autorin ist es aber sehr gut gelungen die wahren Absichten und Charaktereigenschaften dieser Nebenakteure zu verschleiern und erst gegen Ende des Romans lüftet sie das große Geheimnis, das für meinen Geschmack ziemlich unter die Haut geht. Man ist als Leser hin- und hergerissen, fragt sich zwischenzeitlich ob Gen eventuell alles nur phantasiert oder ob ihr Kind wirklich noch lebt und jedes Mal, wenn man dann glaubt endlich Gewissheit bekommen zu haben, verändert sich der Handlungsverlauf abermals. Und wenn man die letzten Zeilen gelesen hat, wird man noch eine ganze Weile über das Ende nachdenken, soviel ist sicher.


„Seit Du tot bist“ von Sophie McKenzie ist ein packender Thriller nach bester Alfred Hitchcock Manier gestrickt.

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Veröffentlicht am 14.03.2025

Der bisher beste Teil der Serie mit einem charismatischen Helden gekrönt- einer hocherotischen Love Story, die ans Herz geht gewürzt und eine Handlung die Spannung pur verströmt!

Die Macht der Angst
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Während die Familie McCloud, besonders Sean, Kevs Zwillingsbruder, noch viele Jahre später um den viel versprechenden Bruder trauert, weilt Kev trotz schwerer äußerlicher und seelischer Narben, tatsächlich ...

Während die Familie McCloud, besonders Sean, Kevs Zwillingsbruder, noch viele Jahre später um den viel versprechenden Bruder trauert, weilt Kev trotz schwerer äußerlicher und seelischer Narben, tatsächlich noch unter den Lebenden.
Kev geriet einst in die Hände einer grausamen und eiskalten Forschungstruppe, die sich auf Experimente in der Hirnforschung spezialisiert hatte. Bei seinem Fluchtversuch wurde Kev im Haus des reichen Finanziers dieser Forschungstruppe, Parrish, eingefangen und begegnete dabei auch einem kleinen Mädchen, Kevs Engel, der in zukünftigen finsteren Zeiten, sein seelischer Rettungsanker werden sollte.

Nachdem Kev für große Schwierigkeiten im Haus von Parrish gesorgt hatte, sollte er von Dr. Ostermanns Schergen zum Schweigen gebracht werden, doch ein Mann, der zufällig Zeuge dieser Begebenheit wurde, Tony Ranieri, griff beherzt ein und rettete Kev in letzter Sekunde.
Und in den dunklen Jahren der Verwirrtheit, des Gedächtnisverlustes und der Schmerzen, wuchsen dieser Mann und seine Familie Kev ans Herz.

Ausgerechnet viele Jahre später sorgt ein Ereignis bei dem Kev fast ums Leben kommt, dafür, dass er sich wieder bruchstückhaft an frühere Dinge und Namen von Personen erinnern kann. Er beginnt fieberhaft mit Nachforschungen und stößt dabei auch zufällig auf Edie Parrish, eine junge Comiczeichnerin, deren Romanheld beträchtliche Ähnlichkeit mit seiner Person aufweist und dessen Vita mit Kevs auf unheimliche Art übereinstimmt. Woher weiß eine ihm unbekannte Frau soviel über sein Leben?

Kev beschließt, Edie persönlich aufzusuchen und zur Rede zu stellen. Besonders, nachdem er erfahren hat, dass Edie, die Tochter des Finanziers Parrish ist, der einst Dr. Ostermanns Forschungen unterstützte.
Als Edie und Kev aufeinander treffen, ist es, als ob sich zwei verlorene Seelen wieder finden würden, zudem entpuppt sich Edie als das kleine Mädchen von einst, nun knapp dreißig Jahre alt und zu einer attraktiven jungen Frau herangewachsen. Was Kev und Edie zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht ahnen, ist, dass beide in großer Gefahr schweben, denn durch Edies und Kevs besondere Fähigkeiten, gerät das Pärchen in den Fokus von skrupellosen Killern…

Meine Zusammenfassung:

Man sagt ja immer Vorfreude wäre die schönste Freude, doch im Fall von „Die Macht der Angst“, dem lange ersehnten Teil der McCloud Reihe, der sich mit Seans tot geglaubten Zwillingsbruder Kev beschäftigt, muss ich sagen, dass das Lesen von Kevs Geschichte die Vorfreude um Längen überwogen hat. Nach einer paar Romanen der Reihe, die mich nicht hundertprozentig überzeugen konnten, auch wenn ich sie dennoch gut fand, toppt die Autorin, bisher alles Dagewesene im positiven Sinne und bringt so viel Spannung, tiefschürfende Charaktere und knisternde Erotik in den 7. Teil der Serie mit ein, dass sich die ersten 580 Seiten des Romans wie im Flug lesen lassen und „Die Macht der Angst“ zu meinem bisherigen Lieblingsteil der Reihe avancierte.

Dann jedoch empfand ich es so, als ob die Autorin die Geschichte künstlich in die Länge ziehen wollte. Sicher, das Showdown zwischen Kev und Ava, war unglaublich spannend beschrieben und auch das actionreiche Finale ließ keine Wünsche übrig, doch irgendwie ertappte ich mich dennoch dabei, dass ich am liebsten einige Seiten überblättert hätte, da auch Kevs und Edies Liebesszenen, so hot sie auch sein mögen, eindeutig etwas Überhand nahmen.

Während Kevs Brüder allesamt ziemlich harte Alpha-Männer sind, entpuppte sich Kev dann als viel sensibler, feinfühliger und auch sympathischer beschrieben. Zudem ist er trotz seiner seelischen und äußerlichen Verletzungen kein jammernder, rachezerfressener „tortured hero“, sondern ein Romanheld, der mit Köpfchen agiert und seine Männlichkeit nicht so zur Schau stellt, was mir besonders gut gefallen hat.

Edie dagegen, nun, sie war mir, trotz ihrer Vorgeschichte eine Spur zu passiv in manchen Situationen und hat sich von ihrer Familie meiner Meinung nach einfach zu viel bieten lassen. Zwar fand ich es wieder mal sehr sensibel und klasse geschildert, wie es der Autorin gelingt, Edie von einer schüchternen Person in eine selbstbewusste Frau zu verwandeln, wenn sie mit Kev zusammen ist, doch ehrlich gesagt konnte ich Edies Rückschritte, wenn sie danach auf ihre Familie traf, nicht so wirklich nachvollziehen. Zumal sie ja auch beruflich schon recht erfolgreich war.
Auch diesmal hat das Heldenpaar in jeder noch so brenzlichen Situation Sex, was ich in meinen Rezensionen zu den Vorgängerbänden bereits bemängelte, da es schon ein wenig unglaubwürdig wirkte. Doch in diesem Fall dient der Sex zwischen Kev und Edie auch als eine Art Trost und beide versuchen damit ihre Ängste zu verdrängen, so dass ich diesmal eigentlich weniger Probleme damit hatte, die Beweggründe des Paares zu verstehen.

Die Familienzusammenführung der McClouds lässt dagegen sehr lange auf sich warten und wer befürchtet, dass sie allzu rührselig ausfallen könnte, braucht in dieser Hinsicht nichts zu befürchten. Diese Situation ist recht typisch für die harte „McCloud-Bande“ geraten.

Trotz gewisser Längen, der Roman hätte meiner Meinung nach gut 200 Seiten kürzer sein können und kleiner Kritikpunkte, haben mich die ersten 580 Seiten jedoch so gut unterhalten, dass ich einfach nicht weniger als 5 Punkte für „Die Macht der Angst“ vergeben möchte. Zudem ist Kev McCloud einfach ein rundum gelungener Romanheld, dessen Geschichte einfach anrührt.

Fazit: Der bisher beste Teil der Serie mit einem charismatischen Helden gekrönt- einer hocherotischen Love Story, die ans Herz geht gewürzt und eine Handlung die Spannung pur verströmt!

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Veröffentlicht am 14.03.2025

Ein Roman der leisen Töne, der berührt und unter die Haut geht;

In einer heißen Sommernacht
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Ist ein Happy End zwingend erforderlich? Diese Frage stellte sich mir, als ich beim Lesen der ersten Seiten des neuen Sandra Brown Romans erkannte, dass die Geschichte nicht mit einem herkömmlichen Happy ...

Ist ein Happy End zwingend erforderlich? Diese Frage stellte sich mir, als ich beim Lesen der ersten Seiten des neuen Sandra Brown Romans erkannte, dass die Geschichte nicht mit einem herkömmlichen Happy Ending für das Liebespaar ausgehen würde. Für “In einer heißen Sommernacht” hat Sandra Brown einen etwas anderen Weg des Schreibens für sich erwählt, was mich sehr überrascht hat. Der Roman ist so völlig anders, als das; was man sonst von Sandra Brown gewohnt ist, denn die Autorin steht normalerweise für knallharte Suspense und prickelnde Liebesszenen in ihren Romanen.
Diesmal ist sogar das Setting ungewohnt, denn die Story spielt sich Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts ab; in einer Zeit als es den Menschen sehr schlecht ging und die Weltwirtschaftskrise selbst den Farmern schwer zu schaffen machte.

In Gilead, einer Kleinstadt in den USA, lebt Ella Barron zusammen mit ihrem autistischen Sohn Solly und betreibt dort eine kleine Pension. Der Arzt des Städtchens bittet sie eines Tages darum, seinem entfernten Verwandten für eine gewisse Zeit ein Zimmer zu vermieten, da dieser an einer unheilbaren Krankheit leidet und nicht in einsamer Umgebung sterben möchte. Ella nimmt David Rainwater auf und im Laufe der Zeit kristallisiert sich immer mehr heraus, dass er ein Händchen für ihren autistischen Sohn hat, der noch nicht einmal Ella richtig an sich heran lässt.

Aber nicht nur die anderen Bewohner der Pension schließen David schnell ins Herz, da er das verkörpert, was man einen Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle nennt, auch Ella fühlt sich plötzlich zu ihm hingezogen. Ein Satz in dem Roman hat mich dabei sehr berührt. Ella und David unterhalten sich über ein Buch von Hemingway, das traurig endet und zu diesem Zeitpunkt ist beiden auch schon insgeheim klar, dass sie sich ineinander verliebt haben. Aus rechtlichen Gründen gebe ich an dieser Stelle nur die Romanstelle an, wo ihr besagten Satz finden werdet. (Seite 229 1. Abschnitt)

Dieser Satz sagt eigentlich alles aus und hat mir tatsächlich ein paar Tränchen in die Augen getrieben. Er hat mich aber auch in anderer Hinsicht nachdenklich werden lassen. Bislang gehörte ich immer zu den Lesern, die eigentlich Bücher mit Happy Ending bevorzugen, doch diese bittersüße Liebesgeschichte zwischen Ella und David hat mich am Ende dann doch packen können und mich eines Besseren belehrt. Sicherlich es ist eine sehr traurige Liebesgeschichte, doch am Ende ist Davids Tod (ohne dass ich jetzt mehr darüber verraten möchte) nicht vergebens.

Der Roman dürfte besonders Leser von Inspirational Historicals anprechen, denn in diese Richtung tendiert Sandra Browns “In einer heißen Sommernacht” sehr. Nebenbei erzählt die Autorin aber auch eine Geschichte über Rassismus, Vandalismus und der Ohnmacht der Kleinstädter gegen die sogenannte Obrigkeit und ihrem anschließenden gemeinsamen Kampf dagegen.

Obwohl es die Autorin in dieser Hinsicht sicherlich gut gemeint hat, fand ich es sehr schade, dass Sandra Brown bei diesem Thema nur an der Oberfläche gekratzt hat. Andererseits umfasst dieser Roman gerade einmal 287 Seiten und wahrscheinlich wäre es wegen der begrenzten Seitenzahl auch gar nicht möglich gewesen noch viel mehr in die Tiefe zu gehen, da ja auch der Autismus von Solly eine große Rolle in dem Buch spielte und nebenbei die Liebesgeschichte von Ella und David genug Raum zur Entfaltung benötigte. Dennoch, ich fand schon, dass die Autorin hier ein wenig Potential verschenkt hat. Der Roman hätte meiner Meinung nach gut und gerne 100 Seiten mehr vertragen können. Obwohl die Liebesgeschichte sehr romantisch erzählt wird, darf man diesmal nicht auf eventuelle prickelnde Liebesszenen hoffen. Diese fallen äußerst züchtig aus und anders hätte es zu dieser Art von Roman auch nicht gepasst, denke ich.

Fazit: Sandra Browns “In einer heißen Sommernacht” hat mein Denken was Happy Endings in Romanen angeht tatsächlich ein wenig verändert. Ein Roman der leisen Töne, der berührt und unter die Haut geht; auch wenn ihm, was die Nebenhandlung angeht, hier und da ein wenig mehr Tiefe gut getan hätte. Meine Bewertung: 4.0 und meine Empfehlung beim Lesen eine Großpackung Taschentücher bereit zu halten.

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Veröffentlicht am 14.03.2025

Bitterböse, freche und witzige Abrechnung einer Putzfrau mit ihren Arbeitgebern. Herrlich!

Augen zu und durchwischen
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Isaure ist Putzfrau aus Leidenschaft und liebt es, in fremden Wohnungen Ordnung zu schaffen um deren Besitzer glücklich zu machen. Nebenher kommen Isaure die Arbeitszeiten einer Putzfrau sehr entgegen ...

Isaure ist Putzfrau aus Leidenschaft und liebt es, in fremden Wohnungen Ordnung zu schaffen um deren Besitzer glücklich zu machen. Nebenher kommen Isaure die Arbeitszeiten einer Putzfrau sehr entgegen und auch die Tatsache, dass sie in einem ihrer ersten Jobs sehr gutes Geld verdient. Im Laufe der Zeit stellt Isaure jedoch fest, dass ihre Arbeitgeber durchaus auch ihre Macken haben und nicht nur verdreckte, vermüllte oder verstaubte Wohnungen zu bieten haben, sondern ihre Putzfrau als eine Art Leibeigene ansehen.

In „Augen zu und Durchwischen“ macht die Autorin des Buches ihrem Unmut darüber einmal Luft; auf scherzhafte Art sicherlich, aber auch mit sehr spitzen, manchmal sogar bitterbösen Humor gewürzt, der Leser, die mit einem ähnlichen Humor gesegnet sind, sicherlich die Lachtränen in die Augen treiben wird. Zumindest mir ging es so und ich habe das Büchlein leider viel zu schnell ausgelesen gehabt.
Man wird den Job der Putzfrau nach dem Lesen dieser Lektüre sicherlich mit völlig anderen Augen sehen; aber vielleicht auch, den ein oder anderen Nippesartikel, der in der hauseigenen Vitrine trostlos vor sich hinvegetiert.

Isaures Art zu Schreiben hat meinen Lesenerv aufs Äußerste getroffen und ich kann das Büchlein auch anderen Lesern, die (wie ich) branchenfremd sind, nur wärmstens ans Herz legen.
Mein Lesehighlight war Isaures „Kleines Putzfrauen ABC“- das stichpunktartig zusammengefasst aufs Bissigste und Witzigste zusammenfasst, was unsere Romanheldin bereits erleben durfte.
Einziger Wermutstropfen war für mich, dass man diverse Anspielungen auf französische Stars und Sternchen oder Lokalitäten vielleicht nicht ganz so gut nachvollziehen kann, da man sie hier zumeist nicht kennt. Dieser Kritikpunkt bezieht sich aber auf sehr wenige Romanpassagen und ansonsten steht dem Lesevergnügen meiner Meinung nach auch nichts im Wege.

Fazit: Bitterböse, freche und witzige Abrechnung einer Putzfrau mit ihren Arbeitgebern. Herrlich!

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