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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.08.2025

Überraschend

Zwei wie du und ich
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Annie hat nach einem traumatischen Erlebnis in ihrer Kindheit Schwierigkeiten Männern zu vertrauen oder überhaupt ihr Leben angstfrei zu gestalten. Bei ihrer Arbeit als Masseurin lernt sie jedoch den charmanten ...

Annie hat nach einem traumatischen Erlebnis in ihrer Kindheit Schwierigkeiten Männern zu vertrauen oder überhaupt ihr Leben angstfrei zu gestalten. Bei ihrer Arbeit als Masseurin lernt sie jedoch den charmanten und aufmerksamen CEO Stephen kennen, der ihr wieder ein Gefühl von Sicherheit und Verbundenheit gibt. Doch wenn etwas zu schön ist, um wahr zu sein, ist vielleicht doch nicht alles so wie es scheint.

Abwechselnd dazu wird von Kate berichtet, die sich aufgrund eines Ereignisses vor kurzer Zeit auf einen Reiterhof flüchtet, sich dort versteckt und ein neues Leben aufbaut. Jedoch stehen die Geheimnisse der Vergangenheit ihrem neuen Glück im Wege.

Auch wenn das Cover sehr leicht und romantisch wirkt und die Liebe eindeutig nicht zu kurz kommt, wird in dem Roman auch ein schwieriges und wie ich finde sehr wichtiges Thema auf sehr geschickte Art und Weise behandelt. Ich möchte auch nicht zu viel dazu schreiben, um die Auflösung nicht vorweg zu nehmen, aber das Ende und die Auflösung des Ganzen hat mich überrascht.

Zu den Protagonisten: Annie ist eine von Selbstzweifeln zerfressene Person, die nicht immer unbedingt die besten Entscheidungen für sich selbst trifft und mich damit öfters zum Verzweifeln gebracht hat. Manchmal wollte ich sie einfach nur schütteln und fragen, was sie da eigentlich macht…
Kate dagegen mochte ich wahnsinnig gerne mit ihrer witzigen und lockeren Art. Und ich musste des Öfteren lachen, wenn sie als absolute Pferde-Anfängerin versucht hat sich in einem professionellen Reitstall gut zu verkaufen. Auch wenn meine pferdebegeisterten Zeiten schon etwas zurück liegen, haben mich diese Abschnitte wirklich gut unterhalten.

Etwas nervig fand ich die Cliffhanger nach so gut wie jedem Kapitel. Natürlich hat es Spannung aufgebaut, aber meine Geduld wurde dadurch schon arg strapaziert.

Insgesamt hat mich sowohl der Inhalt an sich als auch das Ende überrascht, was ich anhand des Covers und des Klappentextes nicht erwartet habe. Wer Romance mag, aber auch gerne mal einen etwas anderen Plot möchte, kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten, man muss dem Buch nur etwas Zeit geben.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.05.2025

Sympathischer, ungruseliger Geist sucht...

Ghosted
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Emily wurde vor 8 Monaten von ihrem Freund Andy geghosted, seitdem versucht noch mehr als bisher sich und ihr Leben zu optimieren, um ihre Kindheit in armen Verhältnissen zu vergessen und für sich selbst ...

Emily wurde vor 8 Monaten von ihrem Freund Andy geghosted, seitdem versucht noch mehr als bisher sich und ihr Leben zu optimieren, um ihre Kindheit in armen Verhältnissen zu vergessen und für sich selbst eine bessere Zukunft aufzubauen. Als bei einer ihrer Partys der Strom ausfällt und die Gäste auf die Idee kommen und ein Quija-Brett zu nutzen, um Geister zu beschwören, erfährt Emily überraschend die Wahrheit über Andy: er hat sie nicht geghosted, sondern ist wirklich gestorben und das unter bisher ungeklärten Umständen. Bei den Forschungen über Andys plötzlichen Tod erfährt Emily viel über sich, ihre Beziehungen und beginnt zu hinterfragen, ob ihre momentane Lebensweise wirklich die beste für sie ist.
Emily ist ein schwieriger Charakter: in armen Verhältnissen aufgewachsen, vom Vater früh verlassen, hat sie das Gefühl nicht genügend wert zu sein und versucht dies zu kompensieren, indem sie jeden Ratschlag und Hinweis von Instagram und Co. umzusetzen versucht und das ohne Rücksicht auf Verluste. Ihre Lebensweise und Beziehungen müssen in ihr neues Lebenskonzept passen, welches ihr eine sichere und angenehme Zukunft verspricht.

Auch wenn ich verstehen kann, dass Emily aufgrund ihrer Kindheit diese ganzen Anstrengungen unternimmt, fiel es mir doch manchmal schwer sie sympathisch zu finden. Es war oft einfach zu extrem, wie sie sich verhalten hat und wie es sich auf den Umgang mit ihren Mitmenschen ausgewirkt hat. In vielen Situationen schwankte ich dagegen zwischen Mitleid und Fremdschämen, was dem Ganzen doch einiges an Humor genommen hat.
Gerettet hat für mich dagegen das ganze Buch Andy: Er ist witzig, herzlich und ein durch und durch direkter, offener Mensch. Szenen mit ihm haben mich oft zum Lachen gebracht und ich hab jetzt auf jeden Fall einen neuen Lieblingsgeist. Er ist zwar meist eher ein etwas zu groß geratener Kindskopf, aber seine Zuneigung gegenüber der echten Emily ist einfach nur süß.

Das Buch war sehr angenehm und flüssig zu lesen, trotzdem kann ich es keine leichte, sommerliche RomCom nennen, dafür waren mir die Themen doch zu vielschichtig. Andy ist ein sehr lustiger Geist, aber ist er viel zu früh gestorben und viele Szenen, die sich mit seinem Tod befassten, haben mich ganz schön traurig gemacht. Auch Emilys Kindheitsgeschichten haben mich sehr mitgenommen und mich oft eher mit einem beklommenen Gefühl zurückgelassen, was für mich nicht in eine RomCom reingehört.

Andererseits bekommt das Buch eindeutig Bonuspunkte, weil es einfach mal etwas anderes ist und sich mit aktuellen Themen auseinandersetzt. Auch wenn ich etwas mehr Liebe erwartet habe, hat mich das Buch trotzdem gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 15.03.2025

Schwieriges Thema einfach nähergebracht

Das Parlament der Tiere
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Das Eichhörnchen Emily entdeckt bei sich im Wald einen immer größer werdenden Baum, der schon bald die leckersten Pfirsiche trägt. Innerhalb kürzester Zeit möchten alle Tiere die saftigen Früchte essen. ...

Das Eichhörnchen Emily entdeckt bei sich im Wald einen immer größer werdenden Baum, der schon bald die leckersten Pfirsiche trägt. Innerhalb kürzester Zeit möchten alle Tiere die saftigen Früchte essen. Doch bevor die Pfirsiche im Gerangel zerstört werden, versucht Emily mit den anderen Tieren gemeinsam eine Lösung zu finden, um sie gerecht aufzuteilen.

In dem Kinderbuch wird auf einfache und anschauliche Weise beschrieben, warum man zunächst überhaupt eine Regierung benötigt, aber auch wie diese gebildet wird, was demokratisch bedeutet oder nach welchen Prinzipien die Ressourcen aufgeteilt werden können. Dabei werden zwar ein paar Fachbegriffe genutzt, die aber sowohl innerhalb des Buches, als auch am Ende erklärt werden. Selbst ich als Erwachsene konnte noch etwas lernen oder zumindest mein Schulwissen wieder etwas auffrischen.

Teils fand ich die Begriffe gerade für kleinere Kinder (das Buch soll ab 4 Jahre sein) etwas schwieriger. Der Begriff „Abgeordnete“ wird mit dem Wort „Vertreter“ erläutert, was für meine Kinder nicht verständlicher war. Auch „Mehrheit“ musste weiter erklärt werden, da sie den Begriff „Hälfte“ nicht kannten. Doch auch ohne diese Fachbegriffe wurde den Kinder deutlich, dass man miteinander reden muss, um eine Lösung zu finden, die für die meisten akzeptabel ist.

Trotzdem kann man das Buch sogar gut mit jüngeren Kindern lesen, wenn es einem nicht nur um die politischen Aspekte geht. Das Buch ist bunt bebildert mit vielen verschiedenen Tieren, die sich um essen streiten. Das verstehen auch die Kleineren schon sehr gut. Auch das man sich am Ende wieder mit seinen Freunden verträgt, selbst wenn man vorher unterschiedlicher Meinung war und sich gestritten hatte, ist eine wichtige Botschaft.

Bei älteren Kindern sorgt das Buch dagegen sicher für einigen Diskussionsbedarf. Welche Verteilung ist gerecht? Dürfen auch gemeine Tiere Pfirsiche bekommen? Wer entscheidet darüber? Und muss man Entscheidungen akzeptieren, auch wenn sie einem selbst nicht gefallen, nur weil es die Mehrheit so möchte?

Die Bilder haben die Geschichte sehr gut unterstützt, sodass man den Plot fast ohne Text nachvollziehen kann. Mir persönlich hat der Stil der Zeichnungen zwar nicht immer so gut gefallen, aber die Tiere sehen schon niedlich aus und auch die Farben in dem Buch sind sehr angenehm und entsprechen den natürlichen Farben des Waldes.

Sehr schön fand ich die Idee, dass man am Anfang des Buches den QR-Code für ein Pfirsichkuchen-Rezept findet. Es scheint einfach zu sein, sodass auch Kinder gut mithelfen können. Ausprobiert habe ich es zwar noch nicht, ich werde es aber auf jeden Fall nachholen, sobald meine Kinder und ich uns demokratisch für dieses Rezept entschieden haben…

In diesen politisch schwierigen Zeiten halte ich es für ein gutes Buch, um einen ersten Einblick in die Thematik zu bekommen. Es zeigt nicht nur, warum man eine demokratisch gewählte Regierung benötigt, sondern auch, wie wichtig ein gutes Miteinander ist.

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Veröffentlicht am 28.10.2024

Mehr als eine Liebesgeschichte…

A thousand heartbeats - Der Ruf des Schicksals
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Es ist eine Geschichte der Gegensätze. Die freundliche, gütige Annika aus dem strahlenden Kadier trifft auf den verbitterten und dunklen Lennox, der sein Leben im düsteren Vosino Castle verbringt. Es entwickelt ...

Es ist eine Geschichte der Gegensätze. Die freundliche, gütige Annika aus dem strahlenden Kadier trifft auf den verbitterten und dunklen Lennox, der sein Leben im düsteren Vosino Castle verbringt. Es entwickelt sich eine Story über die erste Liebe, Verrat und Eifersucht, aber auch über die Frage, was uns ausmacht und wer unsere Geschichte schreibt.

Ich bin bei diesem Roman hin und hergerissen. Auf der einen Seite fand ich den Anfang sehr langgezogen, die Orte und Personen werden ausführlich erklärt, ohne dass viel passiert. Hat man diese Einleitung erst einmal überstanden, überschlagen sich die Ereignisse so schnell, dass ich kaum hinterher kam. Während einige Szenen sehr ausführlich beschrieben werden und die meisten Personen sehr lebendig wirken, fehlen an anderen Stelle entscheidende Details, um in der Geschichte versinken zu können. Ich werde das Gefühl nicht los, dass man das Buch vielleicht gekürzt hat, damit es ein Standalone bleibt. Denn zwischendurch gibt es immer wieder wunderschöne Textstellen, die einen verzaubern und zum Träumen verführen und man fragt sich, warum nicht das ganze Buch in diesem Stil ist.

Die Liebesgeschichte steht für mich in diesem Roman nicht im Vordergrund. Sie ist süß und teilweise auch noch etwas unschuldig. Und auch wenn ich verstehe, warum sich Annika und Lennox ineinander verlieben, hätte ich gerne mehr Gefühl und auch mehr Zeit gehabt, damit die Liebe mit der Geschichte mitwachsen kann und sie sich nicht zu plötzlich aus dem Nichts entwickelt.

Trotz des wunderschönen und femininen Covers sollte man nicht zu viel Romantik erwarten, es wird viel Raum für den Plot über die beiden verfeindeten Parteien und auch für die Entwicklung der einzelnen Charaktere gegeben. Immer wieder stellt sich die Frage, was einem wichtig ist: Liebe? Freundschaft? Oder doch das Pflichtgefühl? Trotzdem hatte ich oft das Gefühl, dass die Protagonisten sich selbst im Weg standen und sich damit das Leben unnötig schwer gemacht haben.

Es bleibt ein leichtes Gefühl des Bedauerns, dass die Autorin nicht mehr aus der Geschichte rausgeholt hat. Ich hatte bei der Autorin und dem Thema des Buches einfach mehr erwartet. Trotzdem war das Buch insgesamt angenehm zu lesen und hat mich zwischenzeitlich immer wieder durch seine spannenden Abschnitte gefesselt.

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Veröffentlicht am 18.08.2024

Speed-Dating mal anders

Spellbound - Der Zwerg im Glassarg
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Und wieder ist etwas in Spellbound geschehen, doch statt eines weiteren Toten, liegt jetzt nur ein Zwerg (statt Schneewittchen?) verflucht im Sarg. Emma muss sich mit dem Fall auseinandersetzen, da ihre ...

Und wieder ist etwas in Spellbound geschehen, doch statt eines weiteren Toten, liegt jetzt nur ein Zwerg (statt Schneewittchen?) verflucht im Sarg. Emma muss sich mit dem Fall auseinandersetzen, da ihre Freundin aus der Hexen-Förderklasse als Verdächtige verhaftet wurde.

Wie immer löst Emma den Fall auf unkonventionelle Art und Weise, dieses Mal indem sie sich mit der Dating-Szene in Spellbound auseinandersetzt, was auch zu Verwirrung in ihrem eigenen Liebesleben führt. Nebenbei sorgt sie für jede Menge Chaos, wenn sie wieder etwas in der magischen Welt nicht bedacht hat und damit eine ganze Kettenreaktion auslöst.

Das Buch wirft auf sehr lustige Weise die Frage auf, wie Dating abläuft, wenn jeder jeden kennt, die meisten sehr lange oder gar für immer leben und es keine Möglichkeit gibt, den Ort des Geschehens zu verlassen, falls es denn doch nicht klappen sollte. Es war schon sehr unterhaltsam ein magisches Speed-Dating mitzuerleben und beruhigend zu wissen, dass auch in Spellbound nicht jedes magische Date gleich voller Magie sein muss…

Es ist vielleicht nicht der spannendste Krimi, aber trotzdem ein Buch für gute, kurzweilige Unterhaltung. Emma verzaubert einen mit ihrer unkomplizierten, frischen Art und man fühlt sich in Spellbound schon wie zu Hause. Die Charaktere wachsen einem im dritten Band langsam ans Herz und man fiebert mit, wie sich alles für jeden weiterentwickeln wird.

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