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Veröffentlicht am 19.06.2025

Sehr spannender Justizthriller

Die feindliche Zeugin
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Dieser Justizthriller ist von Anfang an spannend und bleibt es bis zum Ende.
Er handelt von Rosa, einer schwarzen Anwältin, ihrer Arbeit, ihrem Leben und ihrem ersten großen Fall, dem Mord an ...

Dieser Justizthriller ist von Anfang an spannend und bleibt es bis zum Ende.
Er handelt von Rosa, einer schwarzen Anwältin, ihrer Arbeit, ihrem Leben und ihrem ersten großen Fall, dem Mord an einem weißen Krankenpfleger, bei dem sie Emmett, einen schwarzen Jugendlichen verteidigen soll. Die Beweise sind erdrückend und sie hat das Gefühl, dass Emmett ihr nicht alles sagt.
Dabei erfahren wir auch einiges über das Leben in Untersuchungshaft, aber auch über die Probleme, die Schwarze in London wegen ihrer Hautfarbe haben, vor allem, wenn sie des Mordes an einem Weißen angeklagt sind.
Etwas befremdet hat mich, dass Schwarze(r) immer groß geschrieben wurde, auch wenn es adjektivisch gebraucht wurde.
Das Buch ist besonders interessant, da die Autorin, Tochter einer weißen Mutter und eines schwarzen Vaters, selber Anwältin ist und für die Vielfalt im Justizsystem kämpft. Sie weiß also genau, wovon sie schreibt, und das merkt man dem Buch an.
Ich verwende hier durchgehend den Begriff "schwarz"/"Schwarze(r)", weil sie diesen auch so gewählt hat, auch wenn es natürlich hellhäutigere und dunklhäutigere Schwarze gibt - auch in der Geschichte.
Dieses Buch kann ich jedem empfehlen, der einen spannenden Justizthriller lesen will, dabei aber auch etwas über das Leben der schwarzen Protagonisten - und somit Schwarzer in der heutigen Zeit in England - erfahren will.

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Veröffentlicht am 15.03.2025

Das Leben der Frauen in einem afrikanischen Flüchtlingslager

Die Frauen von Bidi Bidi
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Charline Effahs Roman "Die Frauen von Bidi Bidi" handelt von Minga, einer Frau, die als Kind häusliche Gewalt an ihrer Mutter mit gabunischen Wurzeln erlebt hat, einer Mutter, die vor dieser Gewalt floh, ...

Charline Effahs Roman "Die Frauen von Bidi Bidi" handelt von Minga, einer Frau, die als Kind häusliche Gewalt an ihrer Mutter mit gabunischen Wurzeln erlebt hat, einer Mutter, die vor dieser Gewalt floh, und ihre achtjährige Tochter beim Vater zurückließ. Als der Vater stirbt, findet sie Briefe ihrer Mutter und und reist dorthin, wo diese zuletzt lebte. Sie möchte wissen, wer diese Frau war und wie und wofür sie lebte. Ihre Reise führt sie nach Bidi Bidi, dem zweitgrößten Flüchtlingscamp der Welt, wo sie Frauen begegnet, die vor dem Bürgerkrieg geflohen sind und Fürchterliches erlebt haben, der Macht der Männer über sie und dem Missbrauch können sie jedoch nicht entfliehen. Mit Mut und Stolz setzen diese Frauen sich wieder zusammen und versuchen, sich ein neues Leben aufzubauen. Um diese zerbrochenen Frauen hat sich ihre Mutter gekümmert, von ihnen erfährt Minga die Geschichte ihrer Mutter nach ihrem Weggang, aber auch über das Schicksal von Frauen, in Afrika und anderswo auf der Welt.
Ich habe mich allerdings gefragt, warum eine Autorin, die ursprünglich aus Gabun kommt, ihre Geschichte in den Südsudan und nach Uganda verlegt. Um nicht den Verdacht autobiografischer Züge aufkommen zu lassen? Oder um nochmals klarzumachen, dass sie von einem großen Problem der Frauen auf dem gesamten Kontinent und darüber hinaus spricht?
Ein sehr eindringliches Buch, in dem ich wieder ein Puzzleteil für mein Bild und zum Verständnis des afrikanischen Kontinents und seiner Bewohner gewinnen konnte. Aus diesem Grund lese ich schon seit Jahren gerne Bücher afrikanischer AutorInnen. Wie dieses Buch sind sie oft schwere Kost aber auf alle Fälle lesenswert.
Das Buch ist allen Menschen zu empfehlen, die sich gerne mit anderen Kulturen und Problemen der Menschen auseinandersetzen und dabei auch vor schwerer Kost nicht zurückschrecken.

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Veröffentlicht am 22.11.2022

Fesselnder, hervorragend recherchierter historischer Roman

Der eiserne Herzog
9

Mit der Battle of Hastings habe ich mich in meinem Leben schon oft beschäftigt, daher war ich gespannt, wie in diesem Roman die Geschichte dargestellt wird.
Schon das Buchcover mit dem Schild mit Wappen ...

Mit der Battle of Hastings habe ich mich in meinem Leben schon oft beschäftigt, daher war ich gespannt, wie in diesem Roman die Geschichte dargestellt wird.
Schon das Buchcover mit dem Schild mit Wappen in der Mitte und den Kämpfern, die die typisch normannischen Helme, die mir schon von der Tapisserie de Bayeux bekannt waren, fand ich wunderbar gestaltet. Es ist ein Hingucker und stimmt auf den Roman gut ein.
Und nun zum Roman:
Ich bin begeistert davon, wie Ulf Schiewe die historischen Fakten zu einem fesselnden Roman verarbeitet hat. Dabei ist besonders bewundernswert, dass die allseits bekannten historischen Persönlichkeiten Harold Godwinson und William the Conqueror hier die Hauptprotagonisten des Romans sind. Da der Autor vorher alles genauestens recherchiert hat, sind natürlich die Geschichte und sogar die damaligen Namen realitätsgetreu wiedergegeben. Darüber hinaus sind auch fiktive Elemente stimmig in die Erzählung eingebaut. Besonders die Gedanken und Gespräche der zwei Thronanwärter begeisterten mich hier. Man begleitet beide schon ab der Zeit viele Jahre vor der Schlacht, erfährt einiges über ihre Familien, dabei vor allem auch über die klugen, starken Ehefrauen und versteht ihre Beweggründe für ihre Handlungen. Und bei all dem vermittelt Ulf Schiewe nicht etwa belehrend oder gar trocken Geschichtswissen, sondern erschafft einen packenden Roman, der von Anfang bis Ende spannend ist, ungeachtet der Tatsache, dass die Geschichte ja eigentlich bekannt ist. Auch die sprachliche Ausarbeitung fand ich äußerst gelungen.
Das war mein erstes Buch dieses Autors, wird aber mit Sicherheit nicht mein letztes bleiben.

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Veröffentlicht am 12.11.2022

Eine unheimlich spannende, informative Familiengeschichte

Der Pfirsichgarten
1

Der Roman beginnt etwa um die Zeit des zweiten Weltkriegs. Man erfährt noch etwas über das Leben von Meilin und ihrer Familie davor, dann kommt ein Teil der Familie um, während der Rest heimatlos wird.

Meilin ...

Der Roman beginnt etwa um die Zeit des zweiten Weltkriegs. Man erfährt noch etwas über das Leben von Meilin und ihrer Familie davor, dann kommt ein Teil der Familie um, während der Rest heimatlos wird.

Meilin flieht mit ihrem Sohn Renshu und anfangs auch ihrem Schwager und dessen Familie - ihr Mann ist schon in früheren Kämpfen umgekommen - eine Odyssee durch China und später aus China heraus beginnt. Mit ihrer wunderbaren, wertvollen Bildrolle erzählt sie ihrem kleinen Sohn auf dieser Flucht Geschichten - ein Stück chinesischer Kulur. Neben diesen Geschichten erfährt der Leser viel über das Leben in China zu jener Zeit, über politische Hintergründe, die Traditionen und Familienbeziehungen. Sehr spannend fand ich als Europäerin auch, den Krieg auf einem anderen Teil der Welt mit ganz anderer Geschichte zu "erlesen".

Auch die Gründe, aus denen Festlandchinesen aus China flohen, nachdem die Japaner abgezogen waren, ihr Leben in Taiwan und anderen Ländern, ihre Probleme dort und den Einfluss, den die Politik bis ins ferne Amerika auf ihr Leben und das ihrer Nachkommen hatte, fand ich unheimlich spannend. Hierbei bewundere ich, wie Melissa Fu nicht "einfach" die Geschichte ihres Vaters erzählt, sondern diese Geschichte mit gut recherchierten Fakten und den Geschichten anderer Familien zu einer ganz neuen Familiensaga verwebt. Das macht die Geschichte um einiges vielschichtiger.

Durch ihre Sprache schafft sie es, den Leser alles hautnah miterleben zu lassen. Einfach wunderbar.

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Veröffentlicht am 15.08.2022

Sehr spannend mit Urlaubsfeeling

Die Marseille-Morde - Das tote Mädchen
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Ein sehr spannendere Krimi, der mich von der ersten bis zur letzten Seite fesselte und daher schnell gelesen war.
Die Verursacher des Selbstmordes sind schnell klar, ob aber alles restlos aufgeklärt werden ...

Ein sehr spannendere Krimi, der mich von der ersten bis zur letzten Seite fesselte und daher schnell gelesen war.
Die Verursacher des Selbstmordes sind schnell klar, ob aber alles restlos aufgeklärt werden kann, ob genug Beweise gesammelt werden können, ob die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden können macht die Spannung in diesem Krimi aus. Durch die Beschreibung der Handlungsorte und des ebenfalls interessanten Privatlebens der Protagonisten, fühlt man sich nach Südfrankreich versetzt und kann nebenbei lesender Weise dort Urlaub machen.
In anderen Büchern empfinde ich das Thema Corona und Lockdown als nervig, da ich froh bin, dass wir diese Phase hinter uns haben - hier jedoch war es spannend, die Bestimmungen in Frankreich und die Auswirkungen für bestimmte Berufsgruppen mitverfolgen.
Erschreckend fand ich die Untätigkeit der Lehrer, wobei ich mir durchaus vorstellen kann, dass dies an einer Privatschule, die auf Gelder angewiesen ist, sehr von der Leitung der Schule abhängt.
Ob die Geschichte bis ins letzte Detail realistisch ist, weiß ich nicht - vielleicht will ich mir aber nur nicht vorstellen, dass sie es sein könnte.
Anfangs erschlugen mich die vielen Themen - Mobbing, Diversität, Corona, uvm. - etwas, aber im Großen und Ganzen fand ich sie im Laufe des Buches alle passend.

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