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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.09.2025

Steine des Lebens

Drei Tage im Schnee
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"Drei Tage im Schnee" von Ina Bhatter ist ein Buch, das zum Nachdenken und Reflektieren anregt. Auf gerade mal 170 Seiten schafft Ina Bhatter es uns Lesern zu verdeutlichen, wie wichtig es ist zu Leben. ...

"Drei Tage im Schnee" von Ina Bhatter ist ein Buch, das zum Nachdenken und Reflektieren anregt. Auf gerade mal 170 Seiten schafft Ina Bhatter es uns Lesern zu verdeutlichen, wie wichtig es ist zu Leben. Wie wichtig es ist, sich daran zu erinnern, was man als Kind so besonders geliebt hat.

Mit Hannah und Sophie hat sie zwei Protagonistinnen erschaffen, die sic gegenseitig zum Leuchten bringen. Hannah, die eine Auszeit von ihrem stressigen Alltag und der Arbeit braucht und versucht wieder zu sich selbst zu finden. Sophie, das kleine Mädchen mit dem roten Schneeanzug, das neugierig in das Leben geht und einfach alles entdecken möchte. Sie öffnet Hannah die Augen. In den kurzen Kapiteln, entstehen viele einzelne Geschichten und Momente aus Hannahs Leben werden aufgegriffen.
Hannah ist einfach authentisch geschrieben. Sie wirkt echt und realistisch. Man erkennt sich in ihr wieder.

Das hängt auch mit dem Schreibstil zusammen, der nicht gestellt ist, sondern voller Gefühl und manchmal wird einem auch mit etwas Wucht die Realität vor Augen geführt.
Da kommt dann auch wieder das Glas mit den Steinen ins Spiel, das über das gesamte Buch hinweg immer wieder auftaucht. Besonders die Steine als Metapher in dem Glas bleiben hängen und sind ein Detail, das nachhaltig im Gedächtnis bleibt.

Generell ist dieses Buch – auch beeinflusst durch das Setting – ein Buch, das jeden daran erinnert, was man nicht aus den Augen verlieren soll. Eine Empfehlung für alle, die mehr als nur drei Tage im Schnee verbringen wollen. Für alle, die sich auch wieder in den Schnee legen und Schneeengel machen wollen.

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Herbstlich und cozy

Copenhagen Cinnamon 1. Delicate
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"Copenhagen Cinnamon" ist der Inbegriff von Herbst. Wer sich nach einem gemütlichen Setting, Blättern die von Bäumen fallen und einfach nach einer gemütlichen Stimmung sehnen, sind hier richtig. In diesem ...

"Copenhagen Cinnamon" ist der Inbegriff von Herbst. Wer sich nach einem gemütlichen Setting, Blättern die von Bäumen fallen und einfach nach einer gemütlichen Stimmung sehnen, sind hier richtig. In diesem Buch treffen wir auf Jonna und Mads, deren Leben unterschiedlicher nicht sein könnte. Nach und nach lernen wir sie besser kennen und erfahren das ein oder andere verborgene Detail aus ihrer Vergangenheit.

Doch zuerst einmal das Setting: herbstlich, cozy und einfach nur zum Wohlfühlen. Das Café, die Stadt und alle anderen Schauplätze harmonieren einfach perfekt zusammen und durch die guten und bildlichen Beschreibungen ist es ein leichtes, sich alles vorzustellen. Der Schreibstil von Stefanie Neeb ist super authentisch und lässt die Protagonisten wirklich lebendig werden. Wenn man einmal im Buch angekommen ist, dann fliegt man nur so durch die Seiten und die ein oder andere Länge erscheint vielleicht nicht mehr ganz so lang.

Im Laufe der Geschichte werden zudem die Protagonisten immer vielschichtiger. Besonders die Vergangenheit von Mads hat mich in ihren Bann gezogen und nach und nach habe ich ihn und sein Verhalten immer besser verstehen können. Jonnas Vergangenheit und Zukunft waren dagegen schon recht schnell klar – die Zukunft besonders, wenn es nach ihrem Vater ging. Hervorzuheben sind aber auch die Dialoge zwischen Jonna und Mads die einfach nur Spaß gemacht haben. Es war einfach schön zu sehen, wie die Zwei miteinander agieren. Die Nebenprotagonisten haben die Geschichte noch bunter gestaltet und auch ein bisschen angehoben.

Insgesamt hat mich die Geschichte wirklich positiv überrascht und einfach perfekt in den Herbst gepasst – das sieht man ja alleine schon am Cover.
Es ist dementsprechend eine Empfehlung für alle, die sich nach einer Liebesgeschichte in einem herbstlichen Wohlfühlsetting sehnen.

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Veröffentlicht am 22.06.2025

Tiefgreifend

Atmosphere
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"Atmosphere" von Taylor Jenkins Reid beeindruckt vor allem durch die tiefgreifende Geschichte von Joan Goodwin und ihren Beziehungen zu den verschiedensten Menschen. Man wird getragen in die Weiten des ...

"Atmosphere" von Taylor Jenkins Reid beeindruckt vor allem durch die tiefgreifende Geschichte von Joan Goodwin und ihren Beziehungen zu den verschiedensten Menschen. Man wird getragen in die Weiten des Alls und spürt die Faszination der Raumfahrt auf unterschiedlichen Ebenen.

Der Schreibstil trägt dazu bei, dass die Emotionen und Gefühle der Protagonisten greifbar werden. Es bleibt nichts anderes übrig, als in manchen Situationen mitzufiebern, zu zweifeln und so manches in Frage zu stellen. Es entwickelt sich mit der Zeit ein Sog und die Geschichte wirkt real. Dies liegt auch an den Beschreibungen und der gesamten Atmosphäre, die sich super schnell ändern kann.
So wie sich das Leben einzelner Protagonisten verändert.
Wir erleben mit, wie aus Fremden Freude werden. Wie aus Freunden vielleicht auch etwas mehr wird. Und wie sich innerhalb von einem Wimpernschlag alles ändern kann.

Durch den Wechsel von der Gegenwart in die Vergangenheit schafft Taylor Jenkins Reid es, eine packende und spannende Handlung aufzubauen. Sie bringt uns die Weiten des Universums näher und die Arbeit bei der NASA. Sie zeigt uns anhand von Joan wie hart es sein kann nur zu zuschauen und nichts machen zu können. Joan ist generell eine sehr nahbare Protagonistin und ihre Art einfach toll. Doch auch von anderen Protagonisten wie Vanessa, erfährt man vieles.
Doch besonders Joans Nichte Frances bleibt mir im Kopf: Sie und Joan haben eine tolle Beziehung zueinander und jede Szene zwischen den Beiden ist eine Szene, in der man etwas lernt. In der man eine andere Seite von Joan kennenlernt.

Schlussendlich ist "Atmosphere" ein Buch, dessen Geschichte man selbst erlebt haben muss. Sie ist facettenreich und tiefgreifend und öffnet die Tore in eine völlig neue Welt.
Es ist eine Geschichte, die die Vergänglichkeit auf eine neue Weise zeigt und auch, wie Liebe immer eine Rolle spielt...

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Ein gelungener Auftakt

The Serpent and the Wolf
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„The Serpent and the Wolf“ von Rebecca Robinson ist ein Buch, das mich positiv überrascht hat. Vom Weltenbau bis hin zu den Protagonisten harmoniert vieles sehr gut miteinander. Als Leser wird man in eine ...

„The Serpent and the Wolf“ von Rebecca Robinson ist ein Buch, das mich positiv überrascht hat. Vom Weltenbau bis hin zu den Protagonisten harmoniert vieles sehr gut miteinander. Als Leser wird man in eine vielfältige Welt voller Magie, Intrigen aber auch Politik gezogen.

Es muss gesagt sein, dass ich mich beim Lesen der Geschichte sehr gut unterhalten gefühlt habe. Für mich gab es keine Längen oder unnötige Platzhalterszenen. Alle Informationen, die man bekommen hat, wurden an irgendeinem Punkt in der Geschichte wichtig und dieses runde Bild, das sich ergeben hat – ohne Logiklücken – hat mir super gefallen. Ebenso der Weltenaufbau: Auch wenn ich meine Schwierigkeiten damit hatte, mich in Ikruria zurechtzufinden, so hat es doch ziemlich viel Freude bereitet, zu erfahren, was alle Länder voneinander unterscheidet.

Meine Schwierigkeiten hatte ich zu Beginn auch etwas mit dem Schreibstil, und damit verbunden auch mit den ganzen neuen Namen und Protagonisten, denen man begegnet. Das hat sich aber auch alles recht schnell gelegt, denn die wichtigsten Namen erfährt man direkt zu Beginn und nach und nach bekommt man dann auch die der Nebenprotagonisten auf die Reihe.
Vasaa und Reid haben mir besonders gefallen. Sie stehen beide für sich selbst ein, geben nicht so schnell nach und sind super selbstbewusst. Dazu ist die Dynamik der zwei einfach klasse: Sie scheuen nicht vor einem Schlagabtausch zurück und es gab definitiv die ein oder andere Stelle, die mich zum Schmunzeln gebracht hat.

Doch neben dem Humorvollen gibt es natürlich auch noch die ernstere, dunklere Seite voller Intrigen und Magie, die in diesem Buch auch nicht zu kurz kommt. Besonders gegen Ende kommen so einige Sachen ans Licht, mit denen man nicht unbedingt rechnet. Ich war ein wenig sprachlos, um es mal so zu sagen. Deshalb werde ich definitiv auch die Fortsetzung lesen!
Schlussendlich ist dieses Buch aber auch eine Empfehlung an alle, die sich in eine neue Magische Welt fallen lassen wollen und starke, wortgewandte Protagonisten lieben.

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Veröffentlicht am 13.02.2025

Ehrlich und rau

Klapper
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4,25 von 5

"Klapper" von Kurt Prödel ist ein Buch, das mich positiv überrascht hat. Es ist so ehrlich, rau und eindringlich geschrieben, dass es noch lange im Kopf hängen bleibt. Wir begegnen Klapper ...

4,25 von 5

"Klapper" von Kurt Prödel ist ein Buch, das mich positiv überrascht hat. Es ist so ehrlich, rau und eindringlich geschrieben, dass es noch lange im Kopf hängen bleibt. Wir begegnen Klapper und Bär, die zumindest vom Äußeren her nicht unterschiedlicher sein können. Im Laufe des Buches lässt sich dann doch die ein oder andere Gemeinsamkeit feststellen. Nur was ist passiert, dass Bär seit 4891 Tagen nicht mehr online war? Das erfahren wir ebenfalls und es kommt überraschend.

Beeinflusst durch den Schreibstil, der durch eine einfache Wortwahl und kurze Sätze überzeugt, bekommt die Geschichte von Klapper und Bär ein authentisches Flair. Durch die Erwähnung von einem IKEA-Wellenspiegel und Zitronenkrümeleistee fühlt man sich in der Zeit zurückversetzt. Es fühlt sich so an, als wäre man im Jahr 2011 unterwegs und nicht schon in 2025. Zwar mag sich die Geschichte an manchen Stellen etwas repetitiv anfühlen, so wird nur das Leben von Klapper und Bär widergespiegelt. Und so wie das Leben nun mal ist, kann es nicht immer spannend sein. Dennoch ist die Geschichte Abwechslungsreich und es kommen immer wieder neue Aspekte hinzu.

Mit den Protagonisten dagegen bin ich nicht immer warm geworden. So sind mir die Familien der Beiden doch eher unsympathisch gewesen, sodass ebenfalls häufig eine gewisse Distanz vorhanden war. Klapper und Bär dagegen hat man auf tieferen Ebenen kennengelernt. Besonders von Klapper hat man immer wieder mal andere Seiten gesehen und auch wenn seine Emotionen für mich manchmal nicht nachvollziehbar waren, so konnte ich ihn doch zum Großteil verstehen. Bei Bär dagegen ist es etwas anderes: Man sieht Ausschnitte aus ihrem Leben und kann sich in gewisser Hinsicht in sie hineinversetzen. Trotzdem werden ihre tiefgehenden Gefühle nie explizit erwähnt. Das fehlt dem Buch auch nicht, aber an manchen Stellen wäre es irgendwie schön gewesen.

Im Großen und Ganzen ist die Geschichte wirklich ehrlich und rau. Es wird nichts beschönigt und alles geschildert, wie es ist. Dazu gehört auch ein hartes Ende. Ein Ende, das man vielleicht nicht erwartet hat, aber einen super Abschluss der Geschichte bildet.
So kann ich die Geschichte nur allen empfehlen, die auch mal was anderes als Wohlfühl-Geschichten lesen wollen. Diese Geschichte ist eine Erinnerung daran, dass hinter jeder Fassade ein Mensch mit Gefühlen steckt und dass man das Leben genießen soll, wenn man die Möglichkeit dazu hat.

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