Schnallt euch an, es geht auf Nachtfahrt!
NachtfahrtWas für ein rasanter Thriller! Mit "Nachtfahrt" liefert Annika Strauss ein Debüt ab, das es in sich hat.
Dank des flüssigen und atmosphärischen Schreibstils war ich ab der ersten Seite mitten im Geschehen. ...
Was für ein rasanter Thriller! Mit "Nachtfahrt" liefert Annika Strauss ein Debüt ab, das es in sich hat.
Dank des flüssigen und atmosphärischen Schreibstils war ich ab der ersten Seite mitten im Geschehen. Die kurzen Kapitel, die fast immer mit einem Cliffhanger enden, sowie die soghafte Story haben ihr Übriges getan, sodass ich nur so durch die Seiten geflogen bin.
Gut gefallen haben mir auch die verschiedenen Erzählperspektiven, die Abwechslung in die Story gebracht haben. Im Fokus der Geschichte steht Katharina Holten, die nach dem mysteriösen Tod ihres Vaters zurück in ihre Heimat fährt, um sich um die Beerdigung und ihre Nichte Ronja zu kümmern.
Einzelne Kapitel werden u.a. auch aus Sicht von Ronja oder Kathas früherer Freundin Tati erzählt; zudem gibt es einen Handlungsstrang, der losgelöst vom Rest der Story zu sein scheint und einfach total unheimlich war.
Toll fand ich auch das Setting. Sowohl die Fahrschule als auch die Verortung dieser im Schwabenländle waren erfrischend anders.
Katha ist eine sympathische Protagonistin und ich habe mit ihr mitgefiebert, als Ronja entführt wird und sie innerhalb von 48 Stunden ein dunkles Familiengeheimnis aufdecken muss, um ihre Nichte zu retten. Obwohl Katha ein Päckchen von früher mit sich herumträgt, setzt sie alles daran, die Vergangenheit ihrer Familie aufzuarbeiten.
Mir war beim Lesen tatsächlich zu keiner Zeit langweilig, da so viel passiert. Für meinen Geschmack war das aber schon etwas zu viel. So hätte man die Storyline um Corinna nicht unbedingt gebraucht, auch wenn ich sie total unheimlich fand. Zudem haben sich die Rolle der Nachbarin und die Sache mit Onkel Joe für mich nicht so wirklich logisch angefühlt.
Insgesamt ist "Nachtfahrt" ein extrem spannender Thriller, der mir an manchen Stellen allerdings etwas zu rasant war. Auf jeden Fall ist Annika Strauss aber ein tolles Debüt gelungen – und ihren Namen sollte man sich definitiv merken.