Eine nüchterne Erzählung
Es geht mir gutAn einem warmen Sonntag im November 1957 geht Kathleen Beckett in den Swimmingpool der Wohnanlage, in der sie mit ihrem Mann Virgil und den beiden Söhnen wohnt. Das ist erstmal nicht spektakulär, jedoch ...
An einem warmen Sonntag im November 1957 geht Kathleen Beckett in den Swimmingpool der Wohnanlage, in der sie mit ihrem Mann Virgil und den beiden Söhnen wohnt. Das ist erstmal nicht spektakulär, jedoch weigert sie sich bis zum späten Abend, wieder herauszukommen. Virgil spult seine sonntägliche Routine trotzdem ab, zwischen Kirchgang und Golfspiel mit den Vorgesetzten bittet er Kathleen vergeblich, ihren mütterlichen und hausfraulichen Pflichten nachzukommen. Im Lauf des Tages schweifen die Gedanken beider Ehegatten in die Vergangenheit und die Leser erfahren, dass die nach außen hin gut funktionierende Ehe eine Farce ist. Beide belügen und betrügen den anderen nach Strich und Faden, Kathleen ist enttäuscht von Virgil, weil er seine Versprechen nicht einhält, während er eher resigniert wirkt. Am Ende des Tages will sie die Wahrheit herausfinden.
Der Schreibstil der Autorin ist nüchtern, und die Personen bleiben auf Distanz. Es ist mir schwer gefallen, mich auf die Geschichte einzulassen. Es gab zu viele Situationen, bei denen ich überhaupt nicht verstanden habe, was in den Protagonisten vorgeht. Verstörend fand ich zum Beispiel, dass Kathleen versteckt dabei zuschaut, wie ihr Schwiegervater ihrem Sohn in dreckiger Umgebung heimlich Blut abnimmt, und nicht eingreift.
Der Roman enthüllt zwar auf gerade mal 160 Seiten erstaunlich viele Details aus dem Leben der Becketts, ich hatte mir jedoch mehr Tiefe gewünscht.