Brutal und bildgewaltig
Bloodguard„Diejenigen, die viel haben, verstehen selten die Welt derer, die nichts haben.“
Cecy Robson schmeißt uns in „Bloodguard“ direkt in die Handlung. Als erstes lernen wir Leith kennen, der gerade auf dem ...
„Diejenigen, die viel haben, verstehen selten die Welt derer, die nichts haben.“
Cecy Robson schmeißt uns in „Bloodguard“ direkt in die Handlung. Als erstes lernen wir Leith kennen, der gerade auf dem Weg in die Arena ist. Und wir bekommen auch direkt einen Eindruck von den blutigen und brutalen Kämpfen, die er überstehen muss.
Er sammelt Geld für seine Familie und hat sich daher als Gladiator verpflichtet. Nach 100 gewonnen Kämpfen würde er den Titel eines Bloodguard erringen, dazu seine Freiheit, Reichtürmer und einen Adelstitel. Da es in der kargen und für ihn trostlosen Welt nicht viele Möglichkeiten gibt, nimmt er die Kämpfe auf sich, denn nur diese bieten ihm und seiner Familie einen Ausweg.
Er ist ein Einzelgänger, der kaum jemanden an sich heran lässt. Verständlich wenn man bedenkt, was er erlebt hat und dass er nie weiß, wer von den anderen Gladiatoren nach einem Tag in der Arena noch lebt.
Als er die Elfe Maeve kennenlernt, deren Verlobten er bei ihrem ersten Kennenlernen tötet, ändert sich das jedoch. Denn Maeve ist die Thronfolgerin von Arrow. Bisher herrscht ihr Onkel an ihrer Stelle, denn Sie wird erst Königin, wenn Sie heiratet. Da es nicht viele passende Bewerber gibt und Leith den letzten annehmbaren Kandidaten eliminiert hat, schließen Leith und Maeve einen Pakt. Sie, eine begabte Heilerin, unterstützt ihn auf dem Weg zum Bloodguard und dafür wird er sie heiraten, damit sie endlich ihren Thron beanspruchen kann.
Maeve ist eine absolute Bad-Ass-Protagonistin, die sich nichts gefallen lässt. Doch sie leidet darunter, dass ihr geliebter Vater scheinbar den Tod Ihrer Großmutter, der letzten Königin, zu verantworten hat. Sie glaubt jedoch an das Gute und möchte sich unbedingt als würdig erweisen, Arrow zu regieren und allen Untertanen gerecht werden.
Dies steht in großem Kontrast zu Leith, der durch seine Erlebnisse und die Arena-Kämpfe kaum noch an Menschlichkeit und Güte glaubt und seine Gefühle hinter dicken Mauern verbirgt.
Somit bilden die beiden eine Kombination mit viel Sprengkraft. Nach vielen sarkastischen Wortwechseln nähern die beiden sich langsam an und Maeve schafft es nach und nach die Mauern, die Leith errichtet hat, einzureißen. Doch auch die politischen Intrigen nehmen ihren Lauf und legen den beiden immer mehr Steine in den Weg.
Cecy Robson beschreibt die Kämpfe in der Arena schonungslos und hat mich total in ihren Bann gezogen. Mit Fortschreiten der Geschichte konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, ihr einnehmender und bildhafter Schreibstil hat dafür gesorgt, dass ich durch das Buch geflogen bin.
Für mich gab es viele Game-of-Thrones-Vibes, sowohl bei der Brutalität, als auch bei den Intrigen, was mir sehr gut gefallen hat. Mit den Wendungen habe ich zum Großteil auch nicht gerechnet, sodass für mich die Spannungskurve auch immer hoch blieb.
Fazit: ein tolles Buch, das mich gefesselt und sehr gut unterhalten hat. Als Leser sollte man sich aber der Brutalität bewusst sein, denn ich glaube, das ist nicht für jeden etwas.