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Veröffentlicht am 22.03.2025

Gute Ansätze mit einigen Schwächen

Krönchen, Chucks und sieben Zwerge
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Das Buch hat mich einerseits sehr positiv überrascht, andererseits dann aber auch an einigen Stellen wirklich sehr enttäuscht, und an einigen einfach nicht ganz überzeugen können, sodass es mir am Ende ...

Das Buch hat mich einerseits sehr positiv überrascht, andererseits dann aber auch an einigen Stellen wirklich sehr enttäuscht, und an einigen einfach nicht ganz überzeugen können, sodass es mir am Ende doch eher negativ aufgefallen ist.

Die Nachricht des Buches (sei du selbst, verändere dich nicht für andere, Aussehen ist nicht alles im Leben, es kommt auf die inneren Werte an) ist zwar ziemlich offensichtlich und nichts wirklich Neues, aber die Umsetzung hat großteils funktioniert, und es war durchaus interessant, zu lesen, wie Rosie mit allem umgeht, und wie sie Probleme überwindet und langsam dazu lernt.
Die Figuren waren sehr vielseitig, aber teils auch extrem Klischeehaft, sodass sie mich nicht immer von sich überzeugen konnten, einfach weil sie so stereotypisch waren. Und dann kam noch hinzu, dass einige Missverständnisse mir einfach nicht richtig vorgekommen sind. Ja, Rosie hat Fehler gemacht, zu denen sie auch stand, aber ich hatte wirklich das Gefühl, dass eigentlich das gesamte Buch über niemand wirklich versucht hat, ihr zu helfen, sondern alle wollten sie immer nur ändern, und dann am Ende war sie plötzlich schuld, weil sie nicht mehr sie selbst war? Alle wollen sie dazu bringen, ein Date zu kriegen, und am Ende werfen Leute ihr vor, dass sie besessen davon ist, nachdem am Anfang niemand je auf die Idee kam, ihr zu sagen, dass sie ja vielleicht kein Date braucht? Jemand macht sie an, sie lehnt empört ab, und dann wird sie von ihren Freundinnen abgeschrieben, weil die ihr nicht glauben, und sie entschuldigen sich nicht mal dafür? Und das alles wurde nur noch davon getoppt, dass die Mutter Rosie absichtlich einen verfluchten Spiegel gegeben hat, nur damit sie was lernt. Der Spiegel hätte fast ihr Leben zerstört, was genau hätte die Mutter dann getan? Ja, sie hatte ein Auge auf Rosie, aber wirklich genug? Was, wenn Rosies Freundinnen nie wieder etwas mit ihr hätten zu tun haben wollten, nachdem das vorbei war? Wie genau hätte sie sich da gerechtfertigt? Hätte Rosie dann einfach damit Leben müssen, dass ihr Leben kaputt ist? Und dann wird der Spiegel in der Zukunft vermutlich ans nächste Kind weitergegeben? Das alles war für mich die absolute Katastrophe, und hat tatsächlich dafür gesorgt, dass ich danach eigentlich nichts mehr an dem Buch genießen konnte, auch wenn das Ende durchaus niedlich war.
Und auch außerhalb vom Ende und der Haupt-Message vom Buch gab es durchaus ein paar ziemlich gute Gedanken, die vorhanden waren, und die Kindern ziemlich sicher den richtigen Weg zeigen können, oder auf jeden Fall richtige Lebenshinweise geben, nur gab es eben auch so einige Schwächen im Verhalten der Figuren.
Und zusätzlich dazu war es wirklich nicht erklärt, wie die Märchen eigentlich eins zu eins passiert sind, die Geschichte aber gleichzeitig im modernen alltäglichen New York gespielt hat. Das war zwar das kleinste der Probleme, die ich beim Lesen hatte, aber trotzdem sehr verwirrend.

Insgesamt einige echt gute Ideen und Ansätze, und die Nachrichten an Kinder sind ziemlich gut, aber es gibt auch eindeutig stellen, die so überhaupt nicht funktionieren (oder auf jeden Fall für mich überhaupt nicht funktioniert haben), und dadurch war es teils zum Ende hin wirklich schwer zu lesen, weil die Handlungen einiger Figuren in meinen Augen einfach katastrophal und nicht wirklich zu entschuldigen waren ... nicht zuletzt, weil sich eigentlich niemand wirklich entschuldigt hat, abgesehen von Rosie, dabei hätte sie wirklich nicht die einzige sein sollen.

Veröffentlicht am 21.03.2025

Spannende Idee, konnte mich nicht überzeugen

Letztendlich sind wir dem Universum egal
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[Spoiler vorhanden, lesen mit Vorsicht]

Die Idee dieses Buches gefällt mir wirklich unglaublich gut, und immer wieder gibt es Momente, die ich einfach fantastisch geschrieben fand. Die Diversität der ...

[Spoiler vorhanden, lesen mit Vorsicht]

Die Idee dieses Buches gefällt mir wirklich unglaublich gut, und immer wieder gibt es Momente, die ich einfach fantastisch geschrieben fand. Die Diversität der Figuren, die mal ganz beiläufig, mal größer in die Geschichte eingebaut ist, hat mir wirklich gut gefallen, und A dabei zuzusehen, wie er immer wieder die Leben wechselt und in neuen Situationen ist, die er irgendwie meistern muss, fand ich wirklich spannend.
Auch hat mir das Konzept gefallen, dass es für A nicht wirklich Geschlechter gibt und es kaum einen Unterschied macht, und er sich weder männlich noch weiblich und gleichzeitig aber irgendwie beides fühlt. Ich habe das Gefühl, dass das Buch (und besonders das Hörbuch) das nicht vollkommen wiedergibt, da der Sprecher Männlich war und der Klappentext außerdem von "ihm" spricht, entsprechend wirkt es beim Lesen/Hören schon so, als wäre A männlich, aber ich hatte auch das Gefühl dass es ihn nicht stört, wenn man ihn anders wahrnimmt, und die Art, wie er einfach mit dem lebt, was ihn jeden Tag aufs neue erwartet, fand ich wirklich schön gemacht.
Was auch der Grund ist, aus dem ich wirklich gerne nur das gehabt hätte. Denn diesen Teil der Geschichte fand ich wirklich toll, und auch der Plot mit Nathan war wirklich interessant, aber leider hat die Liebesgeschichte mir überhaupt nicht gefallen. Die Tatsache, dass es Liebe auf den ersten Blick ist, und er dann wirklich immer und immer wieder darauf besteht, dass er sie liebt, und er bei ihr sein muss, und dass er ohne sie nicht leben kann, war einfach zu viel für meinen Geschmack. Dass er sie ein paar Stunden kennt und lässt seine Liebe sofort an Besessenheit grenzen, wenn man mich fragt, und dass er daraufhin immer wieder alle Grenzen überschreitet, die es gibt, nur um diese Liebe tatsächlich zu bekommen hat mir einfach nicht gefallen. Und zwar nicht nur ihre Grenzen, sondern auch die so ziemlich aller Personen, in deren Körper er steckt. Oft fand ich ihn sympathisch, in vielen kleinen Momenten mochte ich die Art, wie er denkt, aber dann gab es Momente, wie den, in dem er bereit gewesen wäre, ein Date zu versetzen, an dem ihm etwas lag, oder als er den Familienurlaub nicht mit angetreten hat und der Körper darum vermutlich die schlimmsten Probleme jemals bekommen hat/wird, und ... ich hatte einfach so oft das Gefühl, dass er Leben zerstört, und dass er das Gefühl hat, dass ein paar Stunden mit irgendeinem Mädchen (sie ist nett, ja, und ich mag sie, aber sie ist trotzdem nur irgendein Mädchen) das rechtfertigen und okay machen, ging einfach gar nicht.
Leider hat mir an der Stelle auch das Ende wirklich nicht gefallen, auch wenn ich verstehe, was das Ziel war. Also dass er sie hat gehen lassen ist toll, aber nachdem sie ihm gesagt hat, sie braucht nach der Trennung mehr Zeit und alles ist schwer ist sein nächster Anlauf, ihr einfach jemand anderen als sich selbst zu besorgen? Was? Was genau hat er denn nicht verstanden, als sie meinte, sie muss erst mal über Justin hinweg kommen?!
Also eine wirklich tolle Grundidee, und alles um den Hauptplot drumherum mochte ich sehr gerne, aber der hat leider sehr zu wünschen übrig gelassen, da ich immer wieder an As Intentionen zweifeln musste, und ob er wirklich so gut ist, und ich hätte es einfach wesentlich cooler gefunden, wenn er sich unabhängig von der Liebesgeschichte etwas weiterentwickelt hätte, und nicht Rhiannon für alles der Auslöser gewesen wäre. (Und so sehr sie es verdient hat, glücklich zu sein, fühlte sich As Wunsch danach, sie glücklich zu machen und an ihrer Seite zu sein, doch sehr gezwungen in meinen Augen an. Wirklich jedes andere Paar in dem Buch (außer Justin und Rhiannon vielleicht) hatte mehr Chemie als die beiden, in meinen Augen, und ich fand es wirklich schade, so viel Zeit "verschwenden" zu müssen, um über die zu lesen, wenn A sich in der Zeit genauso gut auf andere Leben hätte einlassen können ...)
Insgesamt trotzdem weder richtig schlecht noch richtig gut. Die Romanze hat als schwächster Part leider überwogen, aber der Rest hat mir so gut gefallen, dass es für mich trotzdem eher ein Mittel-Ding ist. Es hätte allerdings wesentlich besser sein können, und ich hätte es mir auch gewünscht.

Veröffentlicht am 20.03.2025

Leider eher enttäuschend

Was ist mit uns
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Ich wünschte wirklich, ich hätte das Buch mehr gemocht, vor allem, weil es Teile gab, die mir echt gefallen haben (oder die mich zumindest haben laut auflachen lassen, und das war sogar erstaunlich oft), ...

Ich wünschte wirklich, ich hätte das Buch mehr gemocht, vor allem, weil es Teile gab, die mir echt gefallen haben (oder die mich zumindest haben laut auflachen lassen, und das war sogar erstaunlich oft), aber irgendwie hat die Geschichte für mich im Großen und Ganzen dann doch nicht funktioniert. Vielleicht liegt es daran, dass ich kurz vorher zwei Oseman-Bücher gelesen habe, so dass der Unterschied zwischen denen und dieser Liebeskomödie hier einfach zu groß war, um mich voll und ganz abzuholen; vielleicht sind es die ganzen Anspielungen, die mir einfach nicht gefallen haben (nicht ihre Schuld, aber bei JKR-Anspielungen in einem guten Licht habe ich irgendwie immer das Gefühl, dass man das lieber lassen sollte, gerade bei queeren Figuren); vielleicht war es der überzogene Schreibstil, der manchmal wirklich ernst wird, aber dann auch nicht ernst genug... Ich weiß es nicht, aber auf jeden Fall bin ich jetzt am Ende nicht überzeugt.

Ich mochte die Charaktere, und ich mochte (meistens) den Humor, aber ich hatte auch das Gefühl, dass es auch ein bisschen zu viel war und das auf eine erzwungene Art und Weise? Also es war immer viel, aber dann doch nie die Extrameile, wenn es den Charakteren zugute gekommen wäre oder so, und stattdessen gab es dann plötzliche Eifersucht (für mich immer ein großes Nein, vertraut euren Partnern), und Diskussionen/Streitigkeiten, auf die vorher nie wirklich hingearbeitet wurde (ich habe wirklich nicht verstanden, warum Arthur plötzlich so wütend darüber war, dass Ben sich nicht reinhängen würde, wo doch vorher nie angedeutet wurde, dass er Ben für alles andere als perfekt hält), und auch einfach... Ich konnte mich irgendwie mit der „das Universum hat Pläne“-Sache anfreunden, aber dann kommt dieses Buch für mich auch ein bisschen nah an „Liebe auf den ersten Blick“ heran, und das mag ich wirklich nicht, also... vielleicht ist es auch einfach generell nicht das Buch für mich gewesen? Ich dachte ehrlich, es wäre anders, aber vielleicht hätte ich es auch besser wissen sollen?

Einige Interaktionen waren wirklich großartig, und ich mochte die Freunde und Eltern und viele der Nebencharaktere im Allgemeinen, das fand ich oft echt gelungen, ich hatte nur auch das Gefühl, dass es entweder noch ein bisschen mehr auf der Comedy-Seite und „over the top“ hätte sein können, oder ein bisschen weniger. Denn so war es teils zu ernst, um es einfach als eine unterhaltsame Geschichte zu sehen, aber auch zu komödiantisch, um die ernsten Dinge, die angesprochen wurden, wirklich wertschätzen zu können.
(Außerdem mochte ich zwar Ben (schätze ich?), und Arthur war größtenteils in Ordnung (ich mochte seine Eifersuchtsausbrüche wirklich nicht und er ist bei so kleinen Dingen ohne Vorwarnung dann doch ziemlich ausgeflippt, was mir immer zu kritisch war), aber ich verstehe wirklich die Besessenheit der beiden miteinander nicht. Warum genau waren sie so ineinander verliebt? Denn ich hatte das Gefühl, dass da gar nichts zwischen ihnen war, was dazu führte, dass für mich nichts davon funktionierte, weil die Chemie für die Geschichte des Buches ja wirklich wichtig ist, und ich von der halt absolut nichts gemerkt habe. Vielleicht ist es auch das, was mich an dem „Liebe auf den ersten Blick“-Ding stört: dass ich halt echt nicht sehe, wie genau da irgendwas in der Art entstanden sein sollte.)

Insgesamt haben einige Teile mir gefallen, andere nicht, und am Ende bereue ich nicht, dass ich es gelesen habe, aber ich hatte auch nicht die beste Zeit mit dem Buch, und hätte ich‘s nicht gelesen, würd‘s mich wirklich auch nicht stören, denke ich.

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Veröffentlicht am 27.12.2024

Konnte mich leider nicht überzeugen

The Courting of Bristol Keats
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Ich habe nun sehr lange darüber nachgedacht, wie ich dieses Buch bewerten soll, und muss am Ende gestehen: leider konnte es mich doch nicht überzeugen. Die Aufmachung vom Buch ist wunderschön, der Anfang ...

Ich habe nun sehr lange darüber nachgedacht, wie ich dieses Buch bewerten soll, und muss am Ende gestehen: leider konnte es mich doch nicht überzeugen. Die Aufmachung vom Buch ist wunderschön, der Anfang liest sich super, und der Klappentext verspricht viel (für mich besonders Erwartungen Richtung Cruel Prince, einfach weil die Geschichte so sehr danach klingt, als könnte sie ähnlich emotional werden), und dann kann die Geschichte selbst leider nicht mit all dem mithalten, jedenfalls in meinen Augen nicht.
Die Figuren sind durchaus interessant und sympathisch, man kann auch verstehen, warum sie gewisse Dinge tun oder nicht tun (jedenfalls die Hauptfiguren, viele Nebenfiguren kommen auch einfach sehr kurz), und auch das Worldbuilding hat gute Ansätze, aber leider entwickelt viel an den Figuren sich auch außerhalb dessen, was man liest (so passieren einige ziemlich wichtige Dinge eher off-page und beim Lesen fühlte es sich dann nicht an, als wären die Grundlagen für Gefühle oder emotionale Nähe tatsächlich gelegt), es gibt wirklich sehr viele Figuren, und auch viele, die mal kurz eine Perspektive bekommen und dann doch wieder nicht (was einerseits durchaus interessant ist, andererseits aber auch ein wenig vom wesentlichen Ablenkt) und die Geschichte selbst, also der Plot, geht kaum voran, da der Fokus eher auf den Figuren liegt und das andere häufig nebenbei passiert.
Wenn Emotionen auftauchen, finde ich sie durchaus glaubwürdig geschrieben und Pearson hat es geschafft, dass ich ihren Figuren viel von dem abkaufe, was sie empfinden, das Problem war eher, dass das auftauchen der Emotionen selbst für mich unglaubwürdig war. So waren die Emotionen in Ordnung, aber es gab keinen Grund für ihre Anwesenheit (gerade weil so vieles an Entwicklung dann nur kurz erwähnt wird, wenn überhaupt). Angesichts dessen, wie lang das Buch ist, hätte es eindeutig platz geboten, Dinge langsam anzugehen, oder mit einem entsprechenden Fokus. (Denn Dinge passieren auch nicht schnell, nur eben häufig nicht im Text selbst, weil der sich dann eher auf das bezieht, was jetzt da ist, statt wie die Figuren dorthin kommen.)
Und leider bin ich auch von der Welt nicht überzeugt. Sie liest sich ziemlich gut, aber umso länger ich darüber nachdenke, umso unzufriedener werde ich leider. Es wirkt ein wenig so, als hätte Pearson ein vorhandenes Regelwerk für Faerie genommen (womit ich absolut kein Problem habe, ich habe damit gerechnet, dass die Welt ähnlich zu zum Beispiel Cruel Prince sein wird), dann eine der Regeln geändert, und sich dann keine Gedanken darüber gemacht, inwiefern diese Änderung alle weiteren Regeln beeinflussen müsste. Denn leider müsste die Änderung realistisch gesehen so einige Folgen für die komplette Welt mit sich bringen, leider ist dem aber nicht so. Entsprechend wirkt es ein wenig willkürlich auf mich, wie die Welt aufgebaut ist, und während sie einerseits sehr magisch ist und sich schön lesen lässt, habe ich andererseits das Gefühl, dass vieles keinen Sinn ergibt. Eventuell hat sie sich doch mehr Gedanken gemacht, und diese werden in der weiteren Geschichte dann näher beleuchtet, bisher macht es allerdings nicht den Eindruck auf mich.
Alles in allem hatte ich keine schlechte Zeit mit dem Buch, wurde aber mehr und mehr frustriert, umso weiter ich gelesen oder über Dinge genauer nachgedacht habe, und bei der Aussage »Mary Pearson ist die neue Königin von Faerie.« auf der Rückseite des Buches habe ich eindeutig mehr erwartet als das, was es letztendlich gab, denn von dem Faerie, das ich mir erhofft hatte, habe ich im Buch nur äußerst wenig entdecken können und bin in der Hinsicht eher enttäuscht worden.

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Veröffentlicht am 13.12.2024

Wird mein letztes Buch von Nuyen gewesen sein

Das Drachentor
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Ich habe bereits vor einer Weile Nijura gelesen, und damals hatte ich ein ganz großes Problem damit, dass das Buch mit 100 Seiten Einleitung über Figuren anfing, die im Klappentext nicht einmal relevant ...

Ich habe bereits vor einer Weile Nijura gelesen, und damals hatte ich ein ganz großes Problem damit, dass das Buch mit 100 Seiten Einleitung über Figuren anfing, die im Klappentext nicht einmal relevant waren, und wir ewig warten mussten, um die eigentlichen Protagonisten kennenzulernen. Da ich dieses Buch aber bereits in meinem Besitz hatte, ich den Büchern noch eine Chance geben wollte, und die Geschichte mich damals dann doch inhaltlich interessiert hat, habe ich mich diesmal am Buch versucht, ohne vorher den Klappentext zu lesen, was einerseits besser funktioniert hat, weil ich so nicht das Gefühl hatte, über Dinge zu lernen, die eigentlich nicht relevant für die Geschichte sind, andererseits hat es aber schlechter funktioniert, weil auch hier nach 100 Seiten (bzw. sogar 266 Seiten) plötzlich die eigentlichen Protagonisten ins Spiel kommen, und ich plötzlich alle Figuren, zu denen ich vorher noch eine Bindung aufgebaut hatte, verloren habe. Und dann musste ich wieder eine Bindung zu neuen Figuren aufbauen.
Ich habe auf YouTube die ersten 200 Seiten ca. als Hörbuch gefunden, habe sie also neben dem Lesen auch gehört, hatte das Gefühl, dass es mich wirklich interessiert, und dann kaum was das Hörbuch vorbei hätte mir das Buch mit seinen Figuren plötzlich nicht mehr egaler sein können. Ich war noch interessiert am Ausgang, aber ehrlich gesagt war alles so ausführlich geschrieben und die ersten 100 Seiten haben mich viel mehr Interessiert als der Rest, und dann haben sich auch die Themen eigentlich sehr stark zu dem wiederholt, was bei Nijura bereits vorhanden war, nur dass es diesmal auch noch Drachen gab, und ich gebe es zu: ab Seite 300 habe ich wirklich nur noch überflogen und teilweise sogar durchgeblättert, weil ich einfach nur ungefähr wissen wollte, was los ist und wie es ausgeht, aber noch viel mehr wollte ich leider endlich etwas anderes lesen.
Ich muss trotzdem sagen, dass Nuyen an sich keinen schlechten Job gemacht hat, und gerade die sehr düstere und brutale Welt hat sie eigentlich gut dargestellt (sofern ich es eben mitbekommen habe), ich kann aber nicht immer für 100 Seiten Figuren kennenlernen, die dann bis zum Ende keine Rolle mehr Spielen, besonders wenn die Figuren auch noch verdammt ähnlich zueinander sind (zumindest wüsste ich ganz genau, welche Figuren aus diesem Buch ich jeweils mit denen aus Nijura vergleichen würde, und da ist egal ob Herangehensweise oder Motivation), und das Ende war für mich (vielleicht weil ich vieles Übersprungen habe, vielleicht weil es wirklich so war) leider auch eher mäßig, und ich glaube wirklich, dass das Buch nicht für alle Personen schlecht ist, aber für mich waren es fast 400 Seiten Kampf und die ersten 200 waren nur keiner, weil ich das Hörbuch hatte, und ich fürchte, es lag nicht an Nijura, sondern ich bin einfach wirklich nicht die Person für Nuyens Bücher, und entsprechend werde ich es in Zukunft auch nicht mehr versuchen, egal wie ansprechend die Bücher klingen oder aussehen.