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Veröffentlicht am 07.04.2025

So muss ein Fantasy-Abenteuer sein!

Impossible Creatures – Das Geheimnis der unglaublichen Wesen
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Aus einer seit Langem vor dem menschlichen Auge verborgenen Welt voller Fabelwesen erscheint ein Mädchen vor Christopher und bittet den Jungen um Hilfe: Ihre magische Welt liegt im Sterben und ein Mörder ...

Aus einer seit Langem vor dem menschlichen Auge verborgenen Welt voller Fabelwesen erscheint ein Mädchen vor Christopher und bittet den Jungen um Hilfe: Ihre magische Welt liegt im Sterben und ein Mörder ist hinter ihr her. Kurz darauf findet er sich in einem unglaublichen Abenteuer voller Sphinxe, Meermenschen und plappernder Eichhörnchen wieder, nicht ahnend, welches Familienerbe ihn erwartet. Und auch das Mädchen in dem fliegenden Mantel umgibt ein verborgenes Geheimnis ungeahnten Ausmaßes.
Impossible Creatures ist einer dieser Romane, bei denen ich sagen kann: hier hat die Autorin alles richtig gemacht. Es gibt Abenteuer zu Wasser, zu Lande und in der Luft, einen tierischen Sidekick, jede Menge Fabelwesen mit ihnen besonderen Eigenschaften und einen mächtigen Feind, der die Welt der Fabelwesen zu zerstören droht. Zu den Kindern, die sich sehr gut ergänzen, kommen noch zwei Erwachsene samt Anhang hinzu, mit denen sie schnell ein mutiges und kreatives Team bilden.
Bereits das bebilderte Bestiarium zu Beginn des Buches, in welchem die wichtigsten Fabelwesen vorgestellt werden, ist in Kombination mit der Landkarte der verborgenen Welt eine perfekte Einstimmung auf das folgende Abenteuer. Die Spannung steigt rasant an und kann sich durchgehend bis zum Schluss halten. Der Stil ist lebhaft und abwechslungsreich, es gibt viele brilliante Ideen, ein gelungenes World- und Charakterbuilding und das Zusammenspiel der Charaktere ist eine Freude zu lesen. Die Fabelwesen sind leider nicht alle harmlos, aber wer einem Mörder entkommt, wird die paar Rätsel der Sphinxe doch wohl lösen können, ohne als Mittags-Snack zu enden, oder?
Das perfekte Fantasy-Abenteuer nicht nur für Kinder, sondern auch für alle Junggebliebenen.

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Das Glück kommt auf Katzenpfoten

Die Magnolienkatzen
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Die Magnolienkatzen ist eines dieser Asian Healing bzw. Wohlfühlbücher mit dem Fokus auf den glücklichen Momenten des Lebens, mögen sie noch so klein scheinen. Oftmals mit Katze, manchmal mit Essen oder ...

Die Magnolienkatzen ist eines dieser Asian Healing bzw. Wohlfühlbücher mit dem Fokus auf den glücklichen Momenten des Lebens, mögen sie noch so klein scheinen. Oftmals mit Katze, manchmal mit Essen oder Büchern, einige behandeln das Thema Tod. Hier erzählt eine Schriftstellerin, wie sie dank einer Katzenfamilie aus ihrem perspektivlosen Leben herausfindet. Und alles beginnt damit, dass sie am Schrein um Glück bittet.

„Ich war über fünfzig und hatte mein Leben trotzdem nicht einmal ansatzweise im Griff.“ (Zitat)

Die fiktive Autorin lebt gemeinsam mit ihrer Mutter im Haus ihrer Kindheit in Yokohama. Eine für beide nicht immer einfache Konstellation. Am Tag nach dem Besuch des Schreins entdeckt ihre Mutter im Garten einen Wurf Katzenjunge. Das Tierheim verweigert die Annahme, sie selbst haben keinerlei Bezug zu Katzen. Dennoch beginnen die Frauen nach und nach, sich um die Kleinen und deren Mutter zu kümmern.

„Auf einmal waren sie niedliche Kätzchen mit Kulleraugen.“ (Zitat)

Gespickt mit einigen Rückblicken beschreibt die Erzählerin, wie nach und nach immer mehr Verwandte und Bekannte sie besuchen kommen, ihnen Tipps geben und sie unbewusst von der Verzückung gegenüber den Katzen angesteckt werden. Der gesamte Fokus der Frauen wird verschoben auf die kleine Rasselbande, früherer Unmut tritt zugunsten positiver Gefühle und Sichtweisen Pfote für Pfote in den Hintergrund.
Der Schreibstil ist einfühlsam, an den richtigen Stellen mit Details versehen und das Zusammenspiel zwischen Gegenwart und Rückblenden funktioniert perfekt. Tatsächlich muss man kein Katzenfan sein, um dieses Buch zu lieben; die fiktive Autorin und ihre Mutter waren bis dahin reine Hundemenschen, welche Katzen nichts abgewinnen konnten. Optisch ist das Buch wunderschön und harmonisch gestaltet, der Blütenzweig des Covers wiederholt sich zu Beginn eines jeden Kapitels und es gibt einige Katzenzeichnungen im Buch zu entdecken.
Von mir erhält das Buch 5 von 5 Katzenpfoten und eine klare Lese-Empfehlung.

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Veröffentlicht am 22.03.2025

Agenteneinsatz und Zeitreise-Abenteuer

Das Erbe der Macht: Ein Hauch von Anbeginn
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Die Serie geht hart auf das Finale zu und der Kampf gegen Merlin und die Wesen des Anbeginns wirkt immer bedrohlicher. Mit dieser Folge kommen jedoch endlich erste Ideen auf, wie die Feinde besiegt werden ...

Die Serie geht hart auf das Finale zu und der Kampf gegen Merlin und die Wesen des Anbeginns wirkt immer bedrohlicher. Mit dieser Folge kommen jedoch endlich erste Ideen auf, wie die Feinde besiegt werden können. Zugleich kristallisiert sich so langsam heraus, wer was von langer Hand geplant hat.
Hauptsächlich gibt es in diesem Band zwei Handlungsstränge, zwischen denen wie gewohnt hin und her gesprungen wird, so dass man stets beide Abenteuer im Auge behalten kann. Die eine Gruppe versucht, einen Weg zu finden, um unbemerkt nach Iria Kon zu gelangen. Dort bereitet Merlin sich auf weitere Schritte vor und ist umgeben von seinen Anhängern, die jeden Eindringling ohne zu zögern eliminieren würden. Kein leichter Einsatz für Max, Titik und seine Freunde.
Ein zweites Team unternimmt mit H. G. Wells Zeitmaschine eine Zeitreise. Schließlich gab es eine Zeit in der Vergangenheit, in welcher immens viel Wissen zusammengetragen wurde. Hier treffen sie auf magische Wissensträger und erhoffen sich etwas Bestimmtes zu finden, um Merlins Glücks-Pakt irgendwie aushebeln zu können. Hierbei bringt Cleopatra einigen Schwung in die Handlung, gewollt oder ungewollt.
Ich bin begeistert, dass auch jetzt noch immer wieder neue Ideen und Wendungen hinzukommen, mit denen ich nicht gerechnet habe. Und immer wieder hab ich zwischendurch so einen Aha-Effekt, wenn Bezug auf frühere Geschehnisse genommen wird. Ein was-bisher-geschah zu Beginn hilft, leichter in die Handlung reinzufinden.

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Veröffentlicht am 21.03.2025

Möwen und Killer holen sich, was sie wollen

Der Weihnachtsmannkiller 2
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Der Trend geht zur Fortsetzung, in diesem Fall eine gute Entscheidung. Wenn auch für manche Beteiligten tödlich. Kurzum: Der Weihnachtsmannkiller aus Folge 1 entkommt beim Freigang, ausgerechnet auf einem ...

Der Trend geht zur Fortsetzung, in diesem Fall eine gute Entscheidung. Wenn auch für manche Beteiligten tödlich. Kurzum: Der Weihnachtsmannkiller aus Folge 1 entkommt beim Freigang, ausgerechnet auf einem Weihnachtsmarkt. Und reist zurück nach Norden/Norddeich, um sich um seine verbliebenen Adventskalender-Türchen zu kümmern: Ein Opfer für jedes Türchen. Mit Ann-Katrin Klaasen als Türchen 24. Aber wer sagt, dass er sich an die ursprüngliche Reihenfolge halten muss? Zunächst steht der Killer jedoch vor dem Problem, dass an der Stelle seines damaligen Hauses jetzt ein gemütliches Familienhaus steht, in der eine junge Familie wohnt. Die Ärmsten wissen noch nichts von ihrem Glück, einem berühmten Killer unfreiwillig zur Hand gehen zu müssen.
Dies ist eine dieser Sidestories rund um die Ostfriesenkrimis, die einen gewissen Anteil an Humor mit sich bringen, wenn auch eher von der schwarzen Sorte. Ich mag K-P Wolfs Art, die Menschen zu betrachten und auf seine ihm eigene Art wiederzugeben. Dadurch erlebt man charakterliche Einblicke, welche andere AutorInnen zumeist weglassen oder den LeserInnen vorenthalten. So musste ich gleich zu Beginn schmunzeln als unser Killer, der liebend gern Möwen mit Brötchen füttert, überlegt, ob Silberfische (aus Ermangelung an Möwen in der Psychiatrie) wohl auch Brötchen mögen. Demgegenüber steht die brutale Gnadenlosigkeit, mit welcher er Unschuldige aus dem Weg räumt. Unterhaltsam ist auch diesmal wieder der menschliche Irrsinn, welchen K-P Wolf sich einige Leute ausdenken lässt, um sich ein paar Minuten Ruhm nicht entgehen zu lassen. Und über die Therapeutin, die nach der Flucht des Killers alles nur noch verschlimmbessert, konnt ich ebenfalls nur noch den Kopf schütteln. Herrlich menschlich-verrückt, dieser Krimi. Und blutig-spannend.

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Veröffentlicht am 21.03.2025

Aussergewöhnlicher SF/Dystopie-Krimi mit einigen Überraschungen

Der letzte Mord am Ende der Welt
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Wir befinden uns im Jahre 90 nach der Apokalypse. Der ganze Erdball ist von einem todbringenden schwarzen Nebel umgeben. Der ganze Erdball? Nein, ein von unbeugsamen Personen bevölkertes Dorf auf einer ...

Wir befinden uns im Jahre 90 nach der Apokalypse. Der ganze Erdball ist von einem todbringenden schwarzen Nebel umgeben. Der ganze Erdball? Nein, ein von unbeugsamen Personen bevölkertes Dorf auf einer Insel im Mittelmeer hört nicht auf, dem Nebel Widerstand zu leisten.
Mit diesem Worldbuilding beginnt Stuart Turtons neuester Roman, welchen er selbst als Sciencefiction-Apokalypse-Roman bezeichnet. Wirft das Setting an sich bereits viele Fragen auf, setzt der Autor gleich im Prolog noch eins obendrauf und konfrontiert uns mit der Behauptung: „Es muss jemand sterben, damit dieser Plan funktioniert.“ (Zitat) Damit war gleich auf der ersten Seite meine Neugier geweckt: Welcher Plan? Wer muss sterben? Wie und Warum? Und was ist bitte vor 90 Jahren geschehen?!
Mit dieser Erwartungshaltung startete ich voller Neugier in den Roman, fieberte (so merkwürdig das auch klingen mag) der geplanten Tat von Kapitel zu Kapitel immer mehr entgegen und sog jedes Detail zu dieser Insel und ihren Bewohnern regelrecht in mich auf. So nach und nach kristallisierten sich immer mehr Auffälligkeiten rund um das Dorf heraus. So können alle eine Stimme in ihrem Kopf hören, die Stimme einer Entität namens Abi, welche die Gedanken der Leute lesen kann. Und so einiges mehr. Hinzu kommen einige weitere Auffälligkeiten, welche ich hier nicht spoilern möchte, das wäre schade um den Überraschungseffekt. Jedenfalls stechen immer mal einige Personen aus dem Dorfidyll heraus wie z. B. Emory, die den Wissenschaftlern (so eine Art nicht alternde Gruppe von Dorfältesten) eindeutig zuviele Fragen stellt. Doch ebendiese Emory soll kurz darauf den Mord an einer Wissenschaftlerin aufklären, während der tödliche Nebel die Insel bald zu überfluten droht. Ein Rennen nicht nur gegen die Zeit, sondern auch gegen tödliche Pläne eines oder einer Unbekannten.
Ein aussergewöhnlicher Roman, welcher mir viel Spaß gemacht hat und einen wirklich kniffligen Fall beinhaltet. Knifflig vor allem auch deswegen, weil es zugleich diverse Geheimnisse aus der Vergangenheit zu klären gilt. Erschwerend kommt hinzu, dass den Bewohnern der Insel die Erinnerungen aus der Nacht des Mordes fehlen, als wären diese aus den Köpfen der Leute herausgelöscht worden.
Mir gefiel das schrittweise Aufdecken von Spuren und Hinweisen, mit welchen Emory zu jonglieren versucht, ohne zunächst das Ende des roten Fadens zu finden. Einige Details waren regelrecht schockierend, andere zunächst verwirrend. Bei der Personenauswahl beschränkt der Autor sich auf eine kleine Gruppe der Inselbewohner, so dass es übersichtlich bleibt. Die im Buch abgedruckte Karte der Insel ist ebenfalls ganz hilfreich, um einige Vorgänge besser nachverfolgen zu können. Und das Cover bietet einen Blick aus Richtung des Nebels über das haiversuchte Meer zum Leuchtturm der Insel mit Vulkankrater und Seilbahn im Hintergrund (für die Handlung nicht unwichtige Details).
Wer Interesse hat, einen aussergewöhnlichen Mordfall in einer noch aussergewöhnlicheren Zukunft zu lösen, wird auf Stuart Turtons Insel am Ende der Welt spannende Unterhaltung finden.

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