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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.03.2025

Moderate Spannung im Finale

Vergissmeinnicht - Was die Welt zusammenhält
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Das Ende der Trilogie holt die Story wieder aus dem Knick, die Spannung litt im zweiten Band doch sehr. Neben einigen Abenteuern im Saum, einer gefährlichen Orakel-Rettungsmission und einem geplanten Schulball, ...

Das Ende der Trilogie holt die Story wieder aus dem Knick, die Spannung litt im zweiten Band doch sehr. Neben einigen Abenteuern im Saum, einer gefährlichen Orakel-Rettungsmission und einem geplanten Schulball, der natürlich völlig anders verläuft als gedacht, wird endlich das Geheimnis um das lang erwartete Sternentor-Ritual gelüftet, an welchem Quinn teilnehmen soll.
Durch die mittlerweile wirklich sehr vielen Charaktere benötigte ich eine Weile, um wieder in die Handlung zu kommen und die Leute zuordnen zu können. Auch wenn Erklärdämon Baximilian Grimm sich gleich zu Beginn alle Mühe gibt, das bisher Geschehene unterhaltsam zusammenzufassen. Eine sehr gute und auch notwendige Idee.
Einige Szenen wie die rund um das Orakel hab ich echt geliebt. Auch das Ritual und was da alles offenbart wird sind hervorragend. Trotzdem bin ich der Meinung, es hätte der Story gut getan, alles auf zwei Bände einzukürzen, um das Spannungsloch im zweiten zu vermeiden. Denn auch diesmal gibt es wieder einiges, was zwar unterhaltsam ist, ich jedoch nicht vermisst hätte, wäre es nicht im Buch vorgekommen. Zumal zuviele Nebenhandlungen die eigentliche Spannung einfach überstrapazieren.
Der dritte Band nimmt mit einigen sehr guten Ideen und spannenden Abenteuern wieder langsam an Fahrt auf und löst endlich diverse Geheimnisse rund um den Saum und das Sternentor-Ritual.

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Veröffentlicht am 21.03.2025

Ein Krimi (wie ein) Dinner

Das Dinner – Alle am Tisch sind gute Freunde. Oder?
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Der Aperitif
Es geht um fünf Erwachsene, welche früher zu einer Clique gehörten. Dabei sind diese Leute charakterlich derart unterschiedlich, dass es erstaunlich ist, wie sie früher eine Clique bilden ...

Der Aperitif
Es geht um fünf Erwachsene, welche früher zu einer Clique gehörten. Dabei sind diese Leute charakterlich derart unterschiedlich, dass es erstaunlich ist, wie sie früher eine Clique bilden konnten. Einige von Ihnen haben sich seit Jahren nicht mehr gesehen, zwei sind ein Paar, zwei waren früher ein Paar.
Die Vorspeise
Es gab ein sechstes Mitglied der Clique, Maria. Diese Freundin verschwand vor fünf Jahren spurlos während eines Festivals. Kurz darauf zerbrach die Clique.
Das Hauptgericht
Das Spiel beginnt, die Verbleibenden der Clique treffen sich seit langer Zeit zu einem gemeinsamen Krimi-Dinner. Hierfür haben sie ein abgelegenes Luxus-Restaurant ganz für sich allein, in welchem einer der Männer als Chefkoch angestellt ist. Schon bevor das Spiel überhaupt losgeht liegt eine unangenehme Spannung in der Luft. Als sich während des Spiels immer mehr Parallelen zum damaligen Festival zeigen, bei welchem Maria verschwand, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Abend endgültig eskaliert. Weiß die Person, die das Spiel erstellt hat, was mit Maria geschah? Befindet sich etwa ihr Mörder unter den Mitspielern?
Die Zutaten des Hauptgerichts
Die Handlung ist nun aufgeteilt in mehrere Zeitabschnitte, sowohl in der Gegenwart, während der Szenen des Krimispiels als auch in der Vergangenheit während des Festivals. Es wird sich abwechselnd der drei Zeitstränge bedient, diese ergänzen sich nach und nach. Hinzu kommen Perspektivenwechsel. Dadurch werden einige Szenen wiederholt aus unterschiedlicher Sichtweise erzählt, wobei es zu Unstimmigkeiten kommen kann. Was verdeutlicht, dass vielleicht nicht alles der Wahrheit entspricht. Das zieht es allerdings auch manchmal etwas in die Länge. Und die Charaktere selbst sind irgendwann so polarisierend, mit denen möchte man nicht befreundet sein.
Das Dessert
Die Zeit nach dem missglückten Krimidinner räumt ein wenig mit dem Geheimnis um Marias Verschwinden auf. Doch gerade, als man sich bequem zurücklehnen und das Ende genießen will, gibt es doch noch eine kleine Überraschung.
Das Trinkgeld
Eine gelungene Idee, die mir gefiel. Die Charaktere sind alle so speziell, da würd ich mit keinem von denen privat befreundet sein wollen. Stellenweise waren mir die schon etwas zu extrem. Zwischendrin gab es einige Hänger in der Spannung, vor allem dann, wenn einige Szenen zu ausgiebig oder wiederholt vorkamen. Ebenso können die vielen Wechsel in Zeit, Perspektive und Name/Spielername unter Umständen etwas verwirrend sein.

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Veröffentlicht am 30.12.2024

Sehr Jane Austen Fangirlie-lastig

A Spark of Time - Ein Date mit Mr Darcy
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Oh, was habe ich der Fortsetzung nach dem Abenteuer auf der Titanic entgegen gefiebert. Immerhin endete Band 1 doch mit einem argen Cliffhanger. Dieser wird zu Beginn des zweiten Bandes zum Glück schnell ...

Oh, was habe ich der Fortsetzung nach dem Abenteuer auf der Titanic entgegen gefiebert. Immerhin endete Band 1 doch mit einem argen Cliffhanger. Dieser wird zu Beginn des zweiten Bandes zum Glück schnell geklärt, das Hauptproblem bleibt jedoch bestehen: Wie kann man Damien Belmonts Vater stoppen, bevor dieser alle Zeitreise-Zahnräder zusammen hat und er seinen Plan vollendet? Denn was hinter dessen Plänen steckt, da haben Lilly und Damien schnell einen fürchterlichen Verdacht.
Nach einem unerfreulichen Zusammentreffen mit Damiens Vater müssen Lilly und Damien zunächst in die Vergangenheit in den Haushalt der Autorin Jane Austen reisen. Und dieser Punkt ist Stärke und Schwäche des Romans zugleich. Zufällig ist Lilly Jane Austen Fan und kennt sich dadurch nicht nur mit vielen Details aus, sondern lässt auch keine Gelegenheit aus, für sich selbst mehr über Janes Familie herauszufinden und Jane und Mister Darcy aus der Ferne anzuschmachten. Das mag für Fans von Jane Austen wunderschön zu lesen sein, fiktive Szenen aus deren Familienleben mitzuerleben. Mir selbst war es leider auf Dauer zuviel, vieles davon war einfach nicht relevant für die Story sondern reines Fangirlie-Verhalten. Entsprechend empfand ich die Erlebnisse in der Zeit auf Dauer einfach als etwas lahm. Spannender wurde es im Anschluss bei einer weiteren Zeitreise, die dringend notwendig wurde und mit welcher die Autorin nochmal das Ruder herumreißen konnte, so dass ich letztlich mit der Auflösung doch noch zufrieden die letzte Seite umblättern konnte.
Ein schöner Abschluss der Dilogie mit zunächst starkem Fokus auf Jane Austens Familie, was für deren Fans deutlich interessanter zu lesen sein mag als für Nicht-Fans.

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Veröffentlicht am 15.12.2024

Die Welt hinter der Wand

The Hollow Places
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Karas Welt befindet sich im Umbruch. Nach der Scheidung zieht die Graphikdesignerin zu ihrem Onkel und hilft in dessen kuriosem Wundermuseum aus. Zudem sorgen ihre Besuche im Café gegenüber für ausreichend ...

Karas Welt befindet sich im Umbruch. Nach der Scheidung zieht die Graphikdesignerin zu ihrem Onkel und hilft in dessen kuriosem Wundermuseum aus. Zudem sorgen ihre Besuche im Café gegenüber für ausreichend Abwechslung, wenn sie sich mit dem exzentrischen Barista Simon austauscht. Ein plötzliches Loch in der Wand des Museums weckt kurz darauf die Neugier der beiden, da sich dahinter nicht nur ein surreal langer Gang auftut, sondern sie hinter einer verbarrikadierten Tür eine völlig unglaubliche Welt vorfinden. Eine Welt, in welcher der Horror nicht lange auf sich warten lässt.

„ Wir könnten chinesisches Essen bestellen und den Glückskeks befragen.“

Ich liebe es, wenn die Protagonisten in fremde Welten stolpern. Erst recht, wenn dort nichts so ist, wie es zunächst scheinen mag, die Idylle trügerisch ist und das Grauen im Verborgenen lauert. Als angenehm empfand ich auch, dass Kara und Simon vom Alter her eben bereits mitte bis ende 30 sind und anders agieren als Leute anfang 20. Von Simons Anspielungen an gewisse Elemente der Popkultur ganz zu schweigen. Und um es mal vorweg zu nehmen: Das Buch ist komplett frei von Romantik und es gibt auch kein Geflirte zwischen den beiden. Was mir auch alles sehr zusagte.
Warum ich nur 4 von 5 Sternen gebe? Ich fand das Buch zwischen dem latenten Horror, welcher sich mit dem Loch in der Wand in die Leben der beiden einschleicht, bisweilen etwas langatmig. Zudem, welcher langjährige Horrorfilm-Konsument (Simon) betritt eine fremde Welt, ohne sich den Ausgangspunkt sorgfältig zu markieren? Von diesen Kritikpunkten abgesehen hat mir das Buch viel Spaß bereitet. Insbesondere die Beschreibungen des Wundermuseums waren recht unterhaltsam, sowohl ohne als auch mit Horroreinlage.
Dies war mein erstes Buch der Autorin und wird nicht mein letztes von ihr gewesen sein. Gerade die an den klassischen Horror erinnernden Elemente (laut ihrer Aussage basiert das Buch auf einer klassischen Horrorerzählung) sowie die erwachseneren Charaktere mit ihren jeweiligen Eigenarten konnten mich überzeugen.

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Veröffentlicht am 08.12.2024

Gewalt erzeugt Gegengewalt

Parts Per Million
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Puh, dies ist ein Roman, welcher mich auf mehreren Ebenen überrascht hat. Zunächst: Die Handlung spielt in naher Zukunft, die Auswirkungen des Kimawandels werden immer deutlicher. Und dennoch ist die Lobby ...

Puh, dies ist ein Roman, welcher mich auf mehreren Ebenen überrascht hat. Zunächst: Die Handlung spielt in naher Zukunft, die Auswirkungen des Kimawandels werden immer deutlicher. Und dennoch ist die Lobby der Wirtschaft groß genug, um Legislative und Exekutive für ihre Zwecke einzuspannen und weiterhin den Kurs der Gewinnmaximierung auf Kosten der Umwelt zu fahren. In dieser Welt lebt Autorin Johanna, die nach einem guten Thema für einen neuen Roman sucht und zufällig miterlebt, wie eine friedliche Sitzblockade von Klimaaktivisten fast in einer Schlägerei endet. Von der Chuzpe der jungen Leute beeindruckt will sie mehr über sie erfahren und versucht, sich in die Aktionen der Klimaktivisten einzubringen. Zunächst nur als Beobachterin. Hierbei wird sehr schnell deutlich, in welch veraltetem Rollenklischee Johanna in Wirklichkeit lebt und dass sie zunächst bei sich anfangen muss, bevor sie etwas Großes verändern will.
Soweit so gut, bis hierhin war erstmal noch alles drin und ich war neugierig, in welche Richtung die Handlung driften würde. Die Gewalt, mit welcher Klimademonstranten selbst bei friedlichen Aktionen zu kämpfen hatten, haben mich bei Lesen regelrecht schockiert, scheinen aber unweit von der Realität zu liegen. Auch die darauf folgende Gewaltspirale im Buch hat mich ziemlich erstaunt, war allerdings in sich nachvollziehbar aufgebaut.
Ein weiterer, bewegender Aspekt des Romans sind die kleinen Kurzmeldungen zu Beginn eines jeden Kapitels. News in Kurzform, welche z. B. über Umweltkatastrophen berichten und zunächst wie in der Zukunft angesiedelt wirken, in wirklichkeit jedoch Originalzitate der jüngsten Vergangenheit sind.
Das Buch ist nicht ohne und zeigt eine dystopische Zukunft, wie sie verlaufen könnte.

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