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Veröffentlicht am 02.04.2025

Und es war Sommer...

Wie Risse in der Erde
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Im Sommer des Jahres 1955 lernt die 17-jährige Beth Gabriel, den Sohn der wohlhabenden Nachbarn, kennen, die auf Gut Meadowland wohnen und sich von den Dorfbewohnern fernhalten. Die beiden verlieben sich ...

Im Sommer des Jahres 1955 lernt die 17-jährige Beth Gabriel, den Sohn der wohlhabenden Nachbarn, kennen, die auf Gut Meadowland wohnen und sich von den Dorfbewohnern fernhalten. Die beiden verlieben sich Hals über Kopf und verbringen einen wundervollen Sommer miteinander. Gabriels Mutter ist alles andere als begeistert von der Beziehung und gibt Beth zu verstehen, dass Gabriel nie im Leben mit einem Mädchen wie ihr zusammenbleiben wird. Tatsächlich kühlt die Beziehung ab und zerbricht, nachdem Gabriel zum Studium weggezogen ist. Beth ist am Boden zerstört und tröstet sich mit Frank, der schon immer in sie verliebt war. Die beiden heiraten, bekommen einen Sohn, alles scheint perfekt, bis es zu einem tragischen Todesfall kommt. Doch die Ehe hat Bestand und wird erst auf eine harte Probe gestellt, als eines Tages Gabriel wieder nach Meadowland zurückkehrt. Gabriel ist inzwischen ein gefeierter Autor und von seiner Frau getrennt. Obwohl Beth mit Frank glücklich ist, besteht die alte Anziehung zwischen ihr und Gabriel immer noch. Das Resultat ist eine Tragödie.
Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen. Der Sommer, in dem Beth und Gabriel sich verlieben, hat lange verschüttete Erinnerungen an die erste Liebe bei mir geweckt. Ich konnte mich gut in Beth und ihr Dilemma hineinversetzen. Eine Affaire, die heute wahrscheinlich auch von manchen kritisch beäugt würde, war im ländlichen England Mitte der 1950er Jahre ein Skandal. Dass Frank die ganze Zeit zu seiner Frau hält, ja nicht einmal eifersüchtig auf den Rivalen ist, erscheint fast unmöglich. Er verhält sich so edel und großherzig, dass er eigentlich einen Heiligenschein haben müsste! Das ist mein einziger Kritikpunkt an diesem Roman, der übrigens keineswegs so kitschig ist wie sich die Zusammenfassung anhört. Allerdings wird gegen Ende des Buchs klar, warum Frank sich so verhält. Ein überaus fesselndes und lesenswertes Buch!

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Veröffentlicht am 01.04.2025

In der Wildnis der Adirondacks

Der Gott des Waldes
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Mitten in der Wildnis der Adirondacks liegt ein Naturreservat, in dem jeden Sommer ein Feriencamp stattfindet. Eigentümer ist die reiche Familie Van Laar, denen das Land seit Generationen gehört.
Im Sommer ...

Mitten in der Wildnis der Adirondacks liegt ein Naturreservat, in dem jeden Sommer ein Feriencamp stattfindet. Eigentümer ist die reiche Familie Van Laar, denen das Land seit Generationen gehört.
Im Sommer 1975 nimmt die 13-jährige Tochter der Familie Van Laar, Barbara, am Camp teil. Eines Morgens ist sie verschwunden und eine großangelegte Suche beginnt. Das Tragische an ihrem Verschwinden ist, dass 14 Jahre zuvor ihr Bruder Bear ebenfalls aus dem Camp verschwand und nie gefunden wurde. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den beiden Vorkommnissen? Es kann doch unmöglich ein Zufall sein. Hat womöglich Jacob Slitter, ein aus dem Gefängnis entflohener Mörder, Barbara entführt?
An der Aufklärung beteiligt ist die junge Ermittlerin Judyta, die von ihren männlichen Kollegen kritisch beäugt wird, sich davon aber nicht beirren lässt. Innerhalb der Familie Van Laar trifft Judyta auf eine Mauer des Schweigens, doch sie lässt sich nicht entmutigen und entdeckt so manches, was bisher verborgen geblieben war.
„Der Gott des Waldes“ ist ein sehr vielschichtiges Buch. Einerseits geht es um die beiden verschwundenen Kinder, andererseits erfahren wir viel über die sozialen Verhältnisse der Protagonisten. Die Van Laars verhalten sich wie Großgrundbesitzer früherer Jahrhunderte, ihre Angestellten erscheinen wie Leibeigene.
Ich fand das Buch sehr spannend und gelungen. Was es mit dem Titel auf sich hat, habe ich allerdings bis zuletzt nicht verstanden.

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Veröffentlicht am 22.03.2025

Ein ungewöhnliches Ermittlerduo

Schmerz
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Die Polizistin Dora war seit Jahren an keinem Einsatz mehr beteiligt. Genauer gesagt, seit sie bei einem Einsatz in den Kopf geschossen wurde und nur knapp überlebte. Seitdem funktioniert ihr Gehirn nicht ...

Die Polizistin Dora war seit Jahren an keinem Einsatz mehr beteiligt. Genauer gesagt, seit sie bei einem Einsatz in den Kopf geschossen wurde und nur knapp überlebte. Seitdem funktioniert ihr Gehirn nicht mehr wie zuvor. Manches fällt ihr schwer, andererseits bemerkt sie Dinge, die anderen verborgen bleiben. Als eine Großrazzia stattfindet, an der sämtliche Kollegen beteiligt sind, bleibt nur Dora übrig, die nach einem verschwundenen Teenager suchen soll. Ein anderer Kollege ist allerdings auch von der Razzia ausgeschlossen: Rado, gegen dessen Schwiegervater sich die Razzia richtet. Die beiden Außenseiter haben von Anfang an einen guten Draht zueinander und setzen alles daran, das bei einer Klassenfahrt verschwundene Mädchen aufzuspüren. Doch trotz größter Bemühungen kommen sie nicht voran. Erst nach vier Monaten kommt Licht in die Sache.
Mir haben die beiden ungewöhnlichen Ermittler sehr gut gefallen. Wir erfahren viel über das Privatleben der beiden, was mir manchmal bei Krimis zuviel ist, hier aber passt. Die Auflösung des Falls ist etwas strange, aber ich fand’s nicht schlecht. Ich freue mich schon auf Dora und Rados nächsten Fall, der nächste Band der Reihe ist für Herbst 25 angekündigt.

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Veröffentlicht am 16.03.2025

Fesselnde Lektüre

Halbe Leben
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Die alleinerziehende Slowakin Paulina nimmt in Österreich in einer Familie eine Stelle als Altenpflegerin an. Dort kümmert sie sich um die etwa 70jährige Irene, die seit einem Schlaganfall Hilfe benötigt. ...

Die alleinerziehende Slowakin Paulina nimmt in Österreich in einer Familie eine Stelle als Altenpflegerin an. Dort kümmert sie sich um die etwa 70jährige Irene, die seit einem Schlaganfall Hilfe benötigt. Irenes Tochter Klara ist eine Karrierefrau, die die Verantwortung für ihre Mutter nur allzu gern abgibt. Paulina ist bald unersetzlich. Sie kümmert sich nicht nur mit großem Einfühlungsvermögen um Irene, sondern kocht für die ganze Familie und hält das Haus in Ordnung, was eigentlich nicht zu ihrem Aufgabenbereich gehört. Bald werden diese zusätzlich ausgeführten Arbeiten für Klara und ihren Mann Jakob selbstverständlich, und sie beginnen, immer mehr Gefälligkeiten einzufordern, wofür sie Paulina von Zeit zu Zeit zusätzlich entlohnen. Trotzdem fühlt sich Paulina mit der Zeit ausgenutzt und baut Ressentiments gegenüber ihren Arbeitgebern auf. Sie bleibt jeweils für zwei Wochen am Stück im Ausland, während dieser Zeit werden ihre beiden Söhne von der Ex-Schwiegermutter betreut. Bald merkt Paulina, dass sich die beiden von ihr entfremden und sich auch in der Zeit, in der sie zuhause in der Slowakei ist, von ihr abwenden. Sie versucht, die Söhne mit Geschenken zu bestechen, doch die Distanz bleibt, ihre Söhne nehmen ihr die ständige Abwesenheit übel.
Als Leser weiß man von Anfang an, dass Klara bei einer Wanderung mit Paulina bei einem Sturz ums Leben kommt, und man fragt sich unwillkürlich, ob es ein Unfall war oder Paulina dabei eine Rolle gespielt hat.
Ich fand das Buch absolut fesselnd. Susanne Gregor ist eine sehr gute Beobachterin, die Situationen mit großem psychologischem Gespür beschreibt und sprachlich auf den Punkt bringt. Nicht nur Paulinas Entwicklung ist sehr glaubhaft und nachvollziehbar geschildert, auch Irenes fortschreitende Verwirrtheit und die von ihr erlebte Vermischung verschiedener Zeitebenen, die für sie gefühlt alle gleichzeitig passieren, ist unglaublich gut beschrieben. Für mich ist „Halbe Leben“ einer der besten Romane, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass dieses großartige Buch ein schöneres Cover erhält, denn das Bild auf dem Umschlag finde ich ausgesprochen hässlich. Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Das ist doof!

Tilly stinkt's!
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Tilly ist ein kleines Stinktiermädchen, dem – wie Menschenkindern – so manches stinkt. Zum Beispiel, wenn das Eis auf den Boden fällt oder jemand ewig lange schaukelt, obwohl Tilly auch gerne schaukeln ...

Tilly ist ein kleines Stinktiermädchen, dem – wie Menschenkindern – so manches stinkt. Zum Beispiel, wenn das Eis auf den Boden fällt oder jemand ewig lange schaukelt, obwohl Tilly auch gerne schaukeln würde. In diesen Fällen benutzt Tilly ihren „Stinkezauber“, der allerdings alle in ihrer Umgebung das Weite suchen lässt. Plötzlich ist gar niemand mehr da, der mit ihr spielen möchte, und Tilly ist traurig. Ihre Mutter weiß allerdings Rat, wie sie es schafft, aus etwas Doofem etwas Gutes zu machen und nicht so oft zu stinken!
Ich habe dieses Buch meinem dreijährigen Enkel vorgelesen und es ist momentan sein Lieblingsbuch. Die Illustrationen sind sehr goldig und drücken die Emotionen von Tilly und ihren Freunden gut aus. In den einzelnen Situationen können sich Kinder gut wiederfinden, schließlich hat jeder schon einmal erlebt, dass ein anderer den schönen, hohen Bauklötzchenturm umgestoßen hat!
Ein wirklich schönes, kindgerechtes Buch, das Kindern zeigt, dass man seine Emotionen steuern kann und ihnen nicht hilflos ausgeliefert ist.

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