Platzhalter für Profilbild

Shilo_

Lesejury Star
offline

Shilo_ ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Shilo_ über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.03.2025

Sie wollte alles oder nichts

Für mich soll’s rote Rosen regnen. Hildegard Knef
0

Hildegard Knef (1925-2002) war eine Schauspielerin, Sängerin und Schriftstellerin. Sie wurde in Ulm geboren. Nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 1926 zog ihre Mutter mit ihr nach Berlin, wo sie mit 15 Jahren ...

Hildegard Knef (1925-2002) war eine Schauspielerin, Sängerin und Schriftstellerin. Sie wurde in Ulm geboren. Nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 1926 zog ihre Mutter mit ihr nach Berlin, wo sie mit 15 Jahren ihren Abschluss in der Mittelschule machte. Sie begann eine Ausbildung zur Schauspielerin. Durch den Film "Die Mörder sind unter uns" wurde sie zum ersten deutschen Filmstar der Nachkriegszeit. Im Film "Die Sünderin" (1951) war sie für einige Sekunden nackt auf einem Liegestuhl zu sehen. Dieses spaltete ihre Anhänger in zwei Gruppen. Die einen hassten sie jetzt, andere liebten sie noch mehr. Der Film wurde sogar in einigen Städten verboten. Sie versuchte ihr Glück in den USA und bekam in einem Musical eine Hauptrolle am Broadway. 1962 nahm sie ihre erste Schallplatte auf und konnte mit dem Lied "Er war nie ein Kavalier" die ersten Erfolge feiern und machte sich einen Namen als Chansonsängerin. 1970 schrieb sie ihre erste Autobiografie "Der geschenkte Gaul", die ein Bestseller wurde. Es folgten weitere Bücher, jedoch mit mäßigem Erfolg.
Knefs Karriere war eine Berg- und Talfahrt. Erfolg und Misserfolg wechselten sich stetig ab. Nach einem Triumph folgte unweigerlich der Absturz. Durch ihren hohen Lebensstandard befand sie sich immer wieder in finanziell angespannter Situation. Zwei ihrer Ehen scheiterten. Erst ihre dritte Ehe mit dem 13 Jahre jüngeren Paul von Schell, den sie 1977 heiratete, war von Dauer. Die letzten Lebensjahre der Frau, die sich immer wieder nach oben kämpfte, waren von gesundheitlichen Problemen überschattet. Sie starb im Alter von 76 Jahren an einer akuten Lungenentzündung.
Christian Schröder umreißt das Leben von Hildegard Knef auf 144 Seiten. Der interessierte Leser erhält einen Überblick über das Schicksal einer Frau, die sich niemals unterkriegen ließ, sondern sich immer wieder nach oben kämpfte. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.03.2025

Der Traum von einem besseren Leben

Tage aus Glas
0

In ihrem Debütroman entführt die Autorin den Leser zu den Glasmachern nach Gerresheim. Es ist das Jahr 1901. Die Arbeiter der Glashütte beschließen zu streiken und ahnen nicht, welche drastischen Folgen ...

In ihrem Debütroman entführt die Autorin den Leser zu den Glasmachern nach Gerresheim. Es ist das Jahr 1901. Die Arbeiter der Glashütte beschließen zu streiken und ahnen nicht, welche drastischen Folgen dies für sie haben wird.
Adam, ein junger Glasbläser, wird jedoch zum Streikbrecher. Er will mit seiner Geliebten Bille, der Tochter eines Flaschenmachers, nach Amerika auswandern und benötigt dazu jeden Pfennig. Dagegen gehört Billes Vater zu den überzeugten Streikenden. Bille weiß nicht, wie sie sich entscheiden soll. Mit Adam mitzugehen oder ihrer Familie in den schweren Zeiten zur Seite zu stehen?
Ebenso will Leonie, die Tochter des Werksarztes, den Gepflogenheiten ihres Standes entkommen. Sie sucht die Nähe ihrer Nachbarn, die sich mit Künstlern abgeben. Jedoch hat ihr Vater anderes für Leonies Zukunft im Sinn.
In diesem Roman geht es um zwei Frauen ganz unterschiedlicher Herkunft, die aus der Welt, in die sie hineingeboren wurden, ausbrechen wollen, um ihre Träume zu leben. Und die letztendlich vor der Wahl stehen, welchen Weg sie einschlagen wollen und welchen Preis sie bereit sind, dafür zu bezahlen.
In Anlehnung an den Generalstreik der Glasmacher im Jahr 1901 hat Dorothee Krings diesen fiktionalen Roman geschrieben. Es ist eine Geschichte, wie sie sich auch in Wirklichkeit hätte zutragen können. Die Charaktere sind nachvollziehbar und authentisch. Die Handlung ist spannend und gibt Einblick in das Leben der Menschen, die trotz schwerster Arbeit nur das Nötigste zum Leben hatten. Ein angenehmer und flüssiger Schreibstil führt durch die Geschichte.
Dieses Buch hat mir unterhaltsame und nachdenkliche Lesestunden bereitet. Gerne empfehle ich ihn weiter.
4 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.03.2025

Eine Liebe, die nicht sein durfte

Die Frau im weißen Kimono
0

In Anlehnung an Ereignisse im Leben ihres Vaters hat Ana Johns dieses Buch geschrieben.
Obwohl die 17-jährige Naoko Nakamura dem Sohn eines Geschäftspartners ihres Vaters versprochen ist, verliebt sie ...

In Anlehnung an Ereignisse im Leben ihres Vaters hat Ana Johns dieses Buch geschrieben.
Obwohl die 17-jährige Naoko Nakamura dem Sohn eines Geschäftspartners ihres Vaters versprochen ist, verliebt sie sich im Jahr 1957 in einen jungen amerikanischen Marinesoldaten. Es ist eine Verbindung, die weder von den Japanern, noch von den Amerikanern toleriert wird. Die Liebe zwischen den beiden jungen Menschen bleibt nicht ohne Folgen, und Naoko wird von ihrer Familie verstoßen. Ganz allein auf sich gestellt, muss sie nun eine schwere Entscheidung treffen.
Erzählt wird die Geschichte in zwei Handlungssträngen. Begleitet der Leser in den 1950er Jahren in Japan Naoko, schwenkt die Handlung regelmäßig nach Amerika in die Gegenwart. Hier erhält Tori Kavac von ihrem sterbenden Vater einen Brief mit der Bitte, ihn zu lesen. Schockiert über den Inhalt beschließt Tori, sich auf die Spuren der Vergangenheit zu begeben.
Es ist eine fesselnde und hochdramatische Geschichte, die reich an Wendungen ist, jedoch an keiner Stelle unglaubwürdig oder gar kitschig. Es ist eine Geschichte, wie sie in den 1950er Jahren vielen Frauen passiert ist. Und die anschließend die Konsequenzen zu tragen hatten.
Der Leser bekommt Einblick in die Kultur und in alte japanische Traditionen, die das Leben der Familien prägten und es vielleicht auch heute noch in einigen Gegenden tun.
Es ist ein beeindruckender und penibel recherchierter Roman, durch den die Autorin mit einem bildhaften und flüssigen Schreibstil führt. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.03.2025

Der leidvolle Weg zurück ins Leben

Das Spiel zwischen Licht und Schatten
0

Nachdem britische Soldaten die 23-jährige amerikanische Geheimagentin Margret Nelson aus einem Gestapogefängnis befreit haben, wird sie vom Geheimdienst befragt. Doch der körperlich und seelisch schwer ...

Nachdem britische Soldaten die 23-jährige amerikanische Geheimagentin Margret Nelson aus einem Gestapogefängnis befreit haben, wird sie vom Geheimdienst befragt. Doch der körperlich und seelisch schwer verletzten Frau wird nicht geglaubt. Denn wie ist es möglich, dass sie trotz stetiger Folter der Nazis keine Informationen an sie weitergegeben hat?
Maggie hat die Gefangenschaft nur durch ihren tiefen Glauben an Gott überstanden. Doch das Verhalten der Geheimdienste führte dazu, dass sie diesen nun Glauben verloren hat. Sie fühlt sich von aller Welt alleingelassen. Konzentrationsprobleme und körperliche Schmerzen, Folgen ihrer Inhaftierung, führen dazu, dass sie in eine Tablettenabhängigkeit gerät. Kann sie den Weg zurück ins Leben wieder finden?
Tabea Rompf hat die fiktive Geschichte um Margret Nelson glaubhaft und realistisch erzählt. Maggies langer, leidvoller Weg zurück ins Leben und zu ihrem inneren Frieden ist nachvollziehbar und sehr bewegend.
Historische Geschehnisse wie die Nürnberger Prozesse wurden gekonnt in die Handlung mit eingewoben.
Die Handlung mit ihren immer wieder überraschenden Wendungen ist unvorhersehbar und bringt Spannung in die Lektüre. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm.
Dieses Buch über den Glaubenskampf einer innerlich und äußerlich schwer verletzten jungen Frau hat mich sehr beeindruckt. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.03.2025

Ein absoluter Wohlfühlroman

Die Bücherfrauen von Listland. Der Gesang der Seeschwalben
0

Durch das warme Cover wurde ich auf das Buch aufmerksam und der Klappentext weckte meine Neugier.
Und so begab ich mich auf die Reise nach Sylt und tauchte tief in einen wunderbaren Roman ein.
Erzählt ...

Durch das warme Cover wurde ich auf das Buch aufmerksam und der Klappentext weckte meine Neugier.
Und so begab ich mich auf die Reise nach Sylt und tauchte tief in einen wunderbaren Roman ein.
Erzählt wird die Geschichte in zwei Zeitzonen, in der Gegenwart und in der Vergangenheit. In der Historie, sie spielt in Kriegszeiten ab dem Jahr 1937, dreht sich die Geschichte um Fenja und ihre Mutter Lene, sowie um eine dramatische Liebesgeschichte. In der Gegenwart reist die 55-jährige Anna nach Sylt, um eine Biografie über die inzwischen 85-jährige Fenja zu machen. Doch anstatt der alten Dame trifft die Journalistin deren Kinder Eric und Elisa an.
Es ist ein wunderbarer erster Teil der Dilogie, die Gabriella Engelmann hier geschrieben hat. Die Charaktere sind nachvollziehbar und authentisch dargestellt. Die Handlung ist unterhaltsam, jedoch hätte ich mir hier etwas mehr Spannung gewünscht.
Anfangs tat ich mich etwas schwer in das Geschehen hineinzufinden, denn es dauerte eine Zeit, bis die Geschichte an Fahrt gewann. Doch dann war ich von der Story gefesselt und konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Am Ende blieben einige Fragen offen, und so fiebere ich jetzt der Fortsetzung entgegen.
4 Sterne und eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere