Nach dreißig Jahren Ehe ist Marlene plötzlich Witwe, doch statt zu trauern, ist sie vor allem wütend. Die Mitglieder ihrer angeheirateten Großfamilie wundern sich über ihr Verhalten, aber Marlene lässt niemanden an sich heran. Bis sie eines Tages einen unerwarteten Mitbewohner bekommt: Jack ist nicht nur ein begnadeter Koch, sondern stellt auch die richtigen Fragen. Und er ist nicht der Einzige, der Marlene noch mal so richtig aus dem Konzept bringt.
Ich mag Geschichten bei denen viele unterschiedliche Charaktere zusammenkommen und wenn es dann noch einen Roadtrip gibt ist das voll meins. Das Buch hat, trotz des schweren Themas eine Leichtigkeit bei ...
Ich mag Geschichten bei denen viele unterschiedliche Charaktere zusammenkommen und wenn es dann noch einen Roadtrip gibt ist das voll meins. Das Buch hat, trotz des schweren Themas eine Leichtigkeit bei mir ausgelöst und ich fand alle Charaktere sehr gut dargestellt, auch wenn ich mir die ein oder andere Vertiefung gewünscht hätte. Das Ende hat mir auch sehr gut gefallen, weil ich zwischendrin echt nicht wusste wie die Geschichte ein gutes Ende bekommen kann. Der Abschluss der Geschichte war für mich rund und gelungen.
Marlene ist Witwe, nach über 30 Jahren Ehe ist sie nun allein, ohne Perspektive und wütend. Sie bereitet ihren Suizid vor, als Jack vor ihrer Tür auftaucht, der Klempner ist und - wie sich herausstellt ...
Marlene ist Witwe, nach über 30 Jahren Ehe ist sie nun allein, ohne Perspektive und wütend. Sie bereitet ihren Suizid vor, als Jack vor ihrer Tür auftaucht, der Klempner ist und - wie sich herausstellt - einer ihrer früheren Schüler. Jack zieht vorübergehend bei Marlene ein, bekocht sie und versucht, hinter die Ursachen ihrer Wut zu kommen. Als sich eine frühere Freundin meldet, die einen Abschiedsbrief des Verstorbenen erhalten hat, um ihn Marlene persönlich auszuhändigen, macht sich diese zusammen mit Jack und ihrer Hausärztin Ida auf den Weg nach Wien. Ihre Pläne hat sie dabei aber noch lange nicht aufgegeben.
»Mit Vollgas auf einen Baum zuzufahren war nicht unbedingt ihre bevorzugte Todesart, aber vielleicht erwischte sie ihn ja doch, diesen einzigartigen Moment, in dem ihr alles egal war, auch ihr Hunger, so dass sie das Steuer festhalten und nicht doch noch in allerletzter Sekunde herumreißen würde.« (Seite 22)
Ich klappte das Buch mit tränennassen Wangen und einem Lächeln im Gesicht zu. Mit wunderbarer Leichtigkeit erzählte Susann Pásztor die Geschichte von Marlene und ihren Weggefährten, fand passende Worte, um zu beschreiben, wie die einsame Witwe sich fühlt, welche unterschiedlichsten Gefühle sie durchlebt und mit welchen Dämonen sie sich auseinandersetzt, weil sie eine letzte Handlung ihres verstorbenen Mannes nicht akzeptieren will. Dieses ernste Thema so gefühlvoll umzusetzen, das ist schon große Kunst. Meiner Meinung nach ist dies hier perfekt gelungen. Lesenswert!
Marlene wurde von ihrem Ehemann betrogen. Um den Tod betrogen. Ein gemeinsamer Suizid hätte es werden sollen mit ihrem todkranken Mann, aber Rolf hat sie betrogen. Er hat ihr stattdessen nur ein Schlafmittel ...
Marlene wurde von ihrem Ehemann betrogen. Um den Tod betrogen. Ein gemeinsamer Suizid hätte es werden sollen mit ihrem todkranken Mann, aber Rolf hat sie betrogen. Er hat ihr stattdessen nur ein Schlafmittel gegeben und ist allein gegangen.
Wie betäubt zieht das Leben fortan an Marlene vorbei, die nur den Gedanken hegt, Rolf so bald wie möglich nachzufolgen. Doch dann steht plötzlich ein ehemaliger Schüler vor ihrer Tür. Statt nur ihre Dusche zu reparieren, wie geplant, zieht Jack bei Marlene ein. In ihr Haus, aber vor allem auch in ihr Leben. Und das stellt er ordentlich auf den Kopf.
Es waren vor allem die starken Charaktere, die mir diesen Roman so ans Herz haben wachsen lassen. Marlenes Charakterentwicklung unter dem Einfluss von Jack, der das Herz auf dem rechten Fleck hat, und der patenten Ärztin Ida war einfach wunderbar zu lesen. Und auch Griseldis muss erwähnt werden, Rolfs leicht gruselige Enkelin mit dem losen Mundwerk. Überhaupt fand ich die Konstellation von Marlene und Rolfs drei Söhnen mit deren Familien wirklich spannend angelegt, und auch hier erleben wir ein Wachsen und Werden. Ein skurriler Roadtrip führt Marlene schließlich heraus aus ihrem eigenen Stillstand.
Ein schöner Roman, der ernste Themen anspricht und große Fragen stellt, aber immer dem Leben zugewandt bleibt und den Humor nicht vergisst.
Der Roman vermittelt eine besondere Stimmung, die zu Beginn ziemlich kühl und hoffnungslos erscheint, dann aber durch eine Brise Humor immer lebendiger und lebensbejahender wird. Marlene wird nach dreißig ...
Der Roman vermittelt eine besondere Stimmung, die zu Beginn ziemlich kühl und hoffnungslos erscheint, dann aber durch eine Brise Humor immer lebendiger und lebensbejahender wird. Marlene wird nach dreißig Ehejahren Witwe, das wirft sie komplett aus dem Konzept, aber nicht nur die Tatsache, dass ihr Ehemann tot ist, sondern auch, dass er Suizid begangen hat und sie in gewisser Weise belogen oder betrogen hat. Marlenes Emotionen sind intensiv und greifbar, sie ist so wütend, dass sie zuerst keine Trauer zulassen kann. Zum Glück hat sie umsichtige, zuvorkommende Menschen in ihrem Umfeld, die zu sehr guten Freunden werden. Mit der Zeit öffnet sich Marlene immer mehr und es tut ihr sichtbar gut. Es ist eine Freude, ihre persönliche Entwicklung beim Lesen mitzuverfolgen. Der Schluss hat mir besonders gut gefallen, mehr möchte ich an dieser Stelle aber auch nicht verraten, der Brief hat es in sich.
Marlene und Rolf waren 30 Jahre verheiratet. Jetzt ist Rolf tot und Marlene fühlt sich von ihm im Stich gelassen. Am liebsten möchte sie auch sterben. Da steht eines Tages der Klempner Jack vor ihrer Tür. ...
Marlene und Rolf waren 30 Jahre verheiratet. Jetzt ist Rolf tot und Marlene fühlt sich von ihm im Stich gelassen. Am liebsten möchte sie auch sterben. Da steht eines Tages der Klempner Jack vor ihrer Tür. Er will zwar nur die Dusche reparieren, bleibt aber gerne für ein Gespräch etwas länger. Jack ist ein ehemaliger Schüler von Marlene und da er gerade keine Wohnung hat, zieht er bei Marlene ein. Er gibt sich größte Mühe, Marlene aus ihrer Lethargie zu holen. Da meldet sich Marlenes alte Freundin Wally aus Wien. Sie behauptet, daß Rolf ihr einen Brief geschickt hat, den sie Marlene nach seinem Tod persönlich übergeben soll. Marlene beschließt nach Wien zu fahren. Doch Jack will sie nicht allein fahren lassen und da sich zwischen ihm und Marlenes Ärztin Ida eine kleine Romanze entwickelt hat, fährt Ida auch mit. Zusammen unternehmen sie eine Reise, die sie so nicht geplant hatten.
Der Roman "Von hier aus weiter" hat mich tief berührt. Die Autorin Susann Pasztor beschreibt darin die Einsamkeit einer Frau, die 30 Jahre an der Seite ihres Mannes gelebt hat und nun alleine ihr Leben meistern muß. Dies gelingt ihr aber nicht und so wird aus Trauer Wut. Diese Gefühle kann man beim Lesen dieser Geschichte auf jeder Seite spüren. Die überaus sensible Erzählweise der Autorin berührt wohl jeden, der sich in die Handlung hineinversetzen kann. Trotzdem schlägt die Geschichte dem Leser nicht aufs Gemüt. Es kommt immer wieder zu kuriosen Situationen, die die Geschichte aufhellen. Dafür sorgen nicht nur Jack und Ida. Auch die Nebenfiguren werden so lebendig dargestellt, daß jeder auf seine Weise für die Geschichte wichtig wird.
Susann Pasztor hat ein Gespür für tiefgründige Geschichten. Sie macht Lesen zum Erlebnis!