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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.03.2025

Erneut packender Justiz-Krimi

Der zweite Verdächtige
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Bereits die bildliche Gestaltung und der Schriftzug des Buchcovers lassen hier auf den ersten Blick die Zugehörigkeit zur Eberhardt- und Jarmer - Reihe des Autorenduos Schwieker und Tsokos erkennen.

Ein ...

Bereits die bildliche Gestaltung und der Schriftzug des Buchcovers lassen hier auf den ersten Blick die Zugehörigkeit zur Eberhardt- und Jarmer - Reihe des Autorenduos Schwieker und Tsokos erkennen.

Ein Mord in der Homosexuellen-Club-Szene Berlins scheint anfänglich schnell aufgeklärt. Durch einen strikten Polizeieinsatz kann ein Verdächtiger festgenommen werden, in dessen Wohnung zudem auch die Substanz aufgefunden wird, die zum Tod des Opfers geführt hat.
Dem Strafverteidiger Rocco Eberhardt gelingt es trotzdem vor Gericht, den vermeintlichen Täter frei zu bekommen.
Als kurze Zeit später ein zweiter Mord geschieht und alle Anzeichen wieder auf den gleichen Verdächtigen hinweisen, entspinnt sich ein Gerichtskrimi, bei dem der Strafverteidiger zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft und seinem eigenen Mandanten auf die Suche nach der Wahrheit gerät.

Die zahlreichen Überraschungen und Wendungen im Handlungsverlauf machen das Buch absolut lesenswert und spannend.

Negativ anmerken muss ich aber leider den Umstand, dass sich die Autoren selbst kopieren. Das 10. Kapitel dieses Buchs entspricht inhaltlich zu 100% und auch sprachlich zu großen Teilen dem 13. Kapitel des vorangegangenen Romans "Die siebente Zeugin". Nur um Seiten zu füllen, sollte das nicht notwendig sein.
Trotzdessen: spannend und lesenswert!

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Das liebe Alter und seine Auswirkungen

Inselpralinen
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Jana und Oke sind glücklich. Sie haben ihr Haus, ihre kleine Tochter Svea ist absoluter Sonnenschein und Janas Pralinenmanufaktur läuft sehr gut. Doch dann bemerkt Jana an ihrer Freundin Enna Verhaltensänderungen ...

Jana und Oke sind glücklich. Sie haben ihr Haus, ihre kleine Tochter Svea ist absoluter Sonnenschein und Janas Pralinenmanufaktur läuft sehr gut. Doch dann bemerkt Jana an ihrer Freundin Enna Verhaltensänderungen und ist besorgt um die ältere Dame. Für Jana beginnt eine Zeit zwischen Organisation und Gewissensbissen.

„Inselpralinen - Freunde und Meer“ ist der dritte Band der „Inselpralinen“-Reihe von Jette Hansen.
Auch wenn der vorherige Band für mich nicht ganz stimmig war, hat mir dieser Band wieder etwas besser gefallen. Nur dieses ewige Hickhack um die Betreuung fand ich etwas unrealistisch.
Auch hier muss ich wieder sagen, dass Jette Hansen mit dem Thema ein wirklich wichtiges angeschnitten hat, doch die Herangehensweise war für mich mal wieder nicht stimmig. Es fehlte für mich eine Abstimmung mit der professionellen Seite, in dem Falle der Kranken- oder Pflegeversicherung, die vermutlich das Ganze etwas beschleunigt hätte.
Dennoch war es schön mitzuerleben, was der Kern dieser Geschichten ist, der Zusammenhalt der Insulaner und Freunde, das geschlossene Auftreten und eben auch die Freundschaft zueinander, die oftmals schon in familiäre Züge übergeht.
Was jedoch etwas anstrengend war, war der Handlungsstrang um Frauke. Hier kam ich mir zum Teil manchmal vor wie in einem Teenagerroman. Das Ganze wirkte etwas überzogen und in Zügen auch schon naiv.

Alles in allem waren es wie immer wichtige Themen, die Jette Hansen angesprochen hat, jedoch waren sie in der Herangehensweise nicht so überzeugend. Dennoch ist diese Reihe für mich die bisher schönste der Autorin.

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Veröffentlicht am 12.03.2025

Ein Auftrag und seine Listen

Im Auftrag der Fugger - Der Burgunderschatz
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Augsburg 1502 - Die Vollwaise Afra muss sich allein durchs Leben schlagen, was ihr nicht immer auf legale Weise gelingt. So versucht sie es mit Diebstahl oder auch Erpressung. Eines Tages gerät sie dabei ...

Augsburg 1502 - Die Vollwaise Afra muss sich allein durchs Leben schlagen, was ihr nicht immer auf legale Weise gelingt. So versucht sie es mit Diebstahl oder auch Erpressung. Eines Tages gerät sie dabei an äußerst interessante Unterlagen, von denen sie sich eine Menge erhofft.
Mehr oder minder wird Afra zur Botin der Familie Fugger und dabei deren verlässlichstem Boten Herwart zur Seite gestellt. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt.

Mit „Im Auftrag der Fugger - Der Burgunderschatz“ hat Peter Dempf einen neuen historischen Augsburg-Roman geschaffen.
Für mich war es der dritte Roman des Schriftstellers, der mir bisher am besten gefallen hat.
Die Aufmachung hat für mich einen Wiedererkennungswert und passt perfekt zum historischen Augsburg.
Das Buch beginnt mit einem mitreißenden spektakulären Einstieg, dessen Szenen sich durch das ganze Buch ziehen und auch erst am Ende aufgelöst werden, sodass ein roter Faden vorhanden ist.
Die Charaktere Afra und Herwart sind klug und listig, leicht unnahbar. Zusammen harmonieren sie wunderbar, was aber einem ständigen Auf und Ab unterzogen wird.
Der Verlauf der Geschichte ähnelt einem Krimi oder Thriller und nimmt zum Teil spektakuläre Ausmaße an, sodass man immer weiter lesen möchte. Dennoch finde ich, dass weniger manchmal mehr ist und so manches Abenteuer vielleicht doch eine Nuance zu viel war.
Interessant finde ich die historischen Fakten, die Peter Dempf außerdem vermittelt. So lernt man hier wieder die Verflechtungen der reichen Augsburger kennen, aber auch sog. Judenwege etc. Auch die baulichen Stätten und die Abläufe in der damaligen Zeit sind interessant und nachvollziehbar beschrieben.
In Bezug auf die Augsburger Familien fand ich die Beschreibung der Bedeutung der Frauen der Familie sehr interessant. Hier gab es ja doch sehr unterschiedliche Beschreibungen. Das betrifft ebenso die Beziehungen zwischen den Eheleuten.
Das Ende empfand ich als sehr offen. Es lässt viel Potential auf eventuelle zukünftige Romane zu.

Alles in allem ist Peter Dempf mit diesem Roman wieder ein sehr interessantes Buch gelungen, das mit seinen spannenden Elementen zu mitreißenden Lesestunden einlädt.
Wer mittelalterliche Romane liebt, ist mit diesem daher gut bedient.

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Veröffentlicht am 06.03.2025

Ernste Thematik

Die Inselfamilie
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Nachdem Anne sich entschieden hat, auf Amrum zu bleiben, überschlagen sich die Ereignisse. 
Edith hinterlässt Anne nach einem Telefongespräch mit einem mulmigen Gefühl und auch Emmas Probleme sind noch ...

Nachdem Anne sich entschieden hat, auf Amrum zu bleiben, überschlagen sich die Ereignisse. 
Edith hinterlässt Anne nach einem Telefongespräch mit einem mulmigen Gefühl und auch Emmas Probleme sind noch nicht gelöst. Auch weiß Anne immer noch nicht, wie sie mit Emma umgehen soll. Als dann auch noch eine junge Frau und ihr Kind vor der Tür stehen, überschlagen sich die Ereignisse.

„Die Inselfamilie“ ist Band 2 aus der „Amrum-Reihe“ von Jette Hansen, die bekannt für ihre Nordseeinselromane ist. 
Anne und Ben sind für mich das perfekte Paar. Auch die Kombination mit den weiteren Charakteren Edith und Emma passt wunderbar. Ich finde, der Autorin ist es gelungen, einen wunderbaren Zusammenhalt darzustellen und aufzuzeigen, dass eine Familie nicht nur aus den klassischen Teilen besteht, sondern auch Freunde zur Familie werden können.
Was mir dieses Mal besonders gefallen hat, dass die Geschichte nicht voraussehbar war, so wie manch andere der Autorin. Mit dem Verlauf des Romans hätte ich nun gar nicht gerechnet.
Am besten fand ich jedoch die Ernsthaftigkeit. Für mich hat die Autorin hier eine Art Botschaft gesendet, nämlich sich mit der eigenen Endlichkeit auseinanderzusetzen und zwar nicht in esoterischer Form sondern in den Dingen, die jeder Mensch für sich selber klären sollte, bspw. Testament oder Vorsorgevollmacht etc.
Weiterhin hat die Autorin m.E. auch die Probleme von Patchworkfamilien dargestellt und dass nicht immer alles eitel Sonnenschein im Leben ist.
Was mir so gar nicht gefallen hat, ist Annes beste Freundin Franziska. Die ist schon wirklich anstrengend und ich konnte Annes Haltung ihr gegenüber in Bezug auf Ben nicht ganz nachvollziehen.
Auch die Sache mit dem Pflegedienst ging ziemlich schnell und reibungslos. Das kann ich mir so nicht so ganz vorstellen. Ebenso war ich überrascht, dass Anne wirklich in jeder Situation wusste, wie sie reagieren muss.

Alles in allem ein hochemotionaler Roman, der zum Nachdenken anregt, in dem sich die Ereignisse jedoch auch wieder ein bisschen zu viel überschlagen.

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Veröffentlicht am 28.02.2025

Familienverstrickungen

Das Inselhaus
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Ein Schicksalsschlag zwingt Anne zu einem Aufenthalt auf Amrum. Hier ist sie mit der Insulanerin Emma Onken verabredet. Diese lässt sie durch Ben an der Fähre abholen und damit beginnt ein Wandel in Annes ...

Ein Schicksalsschlag zwingt Anne zu einem Aufenthalt auf Amrum. Hier ist sie mit der Insulanerin Emma Onken verabredet. Diese lässt sie durch Ben an der Fähre abholen und damit beginnt ein Wandel in Annes Leben, der es aber gleichzeitig auf den Kopf stellt.

„Das Inselhaus“ von Jette Hansen ist Band 1 ihrer Amrum-Reihe. Die Autorin ist auch schon durch andere Inselromane bekannt.
Liebe, Hoffnung und Zusammenhalt sind nur einige Dinge, die diesen Roman beschreiben. Es geht aber auch um die Suche nach den eigenen Wurzeln und eine Art Vergangenheitsbewältigung. Nicht nur Protagonistin Anne muss sich mit ihrer Vergangenheit beschäftigen, auch Emma Onken. Freundin Edith Blumenfeld wiederum ist der lehrende Charakter der Geschichte.
Ich habe bereits die ersten beiden Bände der Reihe „Stürmische Zeiten auf Föhr“ der Autorin lesen dürfen und hatte ein gespaltenes Verhältnis zu den Büchern. Aus diesem Grund war ich kritisch, was dieses Buch betrifft und fühlte mich am Anfang darin bestärkt. 
Am Anfang hatte ich Angst, dass Anne ein ähnlich verzwickter Charakter wie die Protagonistin der anderen Reihe ist. Aber auch wenn Anne ihre Ecken und Kanten und vor allem Probleme hat, ist sie doch sehr besonnen und vernünftig. Großen Einfluss auf die Handlung und die drei Frauen hat Ben, der in Annes Alter ist. Er ist für mich ein erdender Charakter, der die drei Frauen verbindet.
Was mich irritiert und auch etwas genervt hat, war die Tatsache, dass bis ungefähr zur Hälfte Emma und Edith prinzipiell mit ihrem vollen Namen beniemt werden, immer hieß es „Emma Onken“ und „Edith Blumenfeld“. Das führte nachher schon zu einem Augenrollen.
In gewissem Sinne ist die Geschichte vorhersehbar, was ich aber nicht schlimm finde. Viel mehr ist die Verbindung der drei Frauen der Kern der Geschichte und jede von ihnen hat eine gewisse Vorbildfunktion durch ihr Verhalten - bescheiden, empathisch und aufgeschlossen sind nur einige Adjektive, die die Frauen gut beschreiben.

Alles in allem: Eine schöne Geschichte auf einer wunderschönen Insel, die sich um den Sinn des Lebens, Liebe, Freundschaft und Familie dreht. Wer also mal mit einem Gegenwartsroman mit einem Hauch von Romantik abschalten möchte, ist hier richtig.

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