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Veröffentlicht am 02.06.2025

Entdecke dein Kokoro

Kokoro
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Autorin und Japanologin Beth Kempton findet Trost und Orientierung in der japanische Lebensart und ihrem Kokoro. Um den Tod ihrer Mutter und eine persönliche Krise zu bewältigen, reist sie durch Japan. ...

Autorin und Japanologin Beth Kempton findet Trost und Orientierung in der japanische Lebensart und ihrem Kokoro. Um den Tod ihrer Mutter und eine persönliche Krise zu bewältigen, reist sie durch Japan. Dabei favorisiert sie keine Religion oder Orte, sondern begegnend mit Neugier ihren Erfahrungen und führt viele Gespräche mit Menschen unterschiedlichster Glaubensrichtungen. In drei Teilen geht es um die achtsame Begegnung mit dem präsenten Dasein, die Akzeptanz ihrer Vergänglichkeit und schließlich auch um die Schönheit des Lebens, Begegnungen und die Liebe. „Die wichtigste Aufgabe ist es vielleicht, das Leben in vollen Zügen zu leben.“

Mit «Kokoro» möchte Beth Kempton die "Japanischen Weisheiten" vermitteln und erzählt, wie es ihre Lebenseinstellung geprägt hat. Ihre persönlichen Anekdoten, Erkenntnisse und Eindrücke geben Anregung, die eigene Lebensweise zu hinterfragen und zeigen einen Reisebericht aus Japan, der besonderen Art, mit abschließenden Reisetipps. Ihr Schreibstil fügt sich hervorragend ins Thema ein und besticht durch Präsens, schöne Beschreibungen und einen Hauch Poesie.

Der Begriff Kokoro hat viele Gesichtet. Es ist das intelligente Herz und Orientierungshilfe für ein gelungenen Leben. Mediation und Achtsamkeit sind unter anderem Methoden, um sich auf das Kokoro einzustimmen. Die Kokoro-Übungen, zum Ende jedes Kapitels, bestehen aus Reflexionsfragen und wird mit einer Weisheit abgeschlossen. Das geht manchmal sehr tief und bedeutet viel Eigenarbeit, diesen Fragen auf den Grund zu gehen. Ich hatte den Eindruck, es sich an eine Zielgruppe richtet, die in der Lebensmitte angekommen ist. Für Neulinge würde ich das Buch nicht empfehlen, aber jenen, die sich für Japan, Lebensweisheiten und persönlichen Erfahrungsberichte interessieren, die einen Mehrwert bieten.

„Möge dieses Buch Ihnen zur rechten Zeit dienen, wenn Sie es brauchen, und lange in Ihrer Obhut verweilen, während Sie sich auf all das, was geschehen mag, bereitwillig einlassen.“

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Veröffentlicht am 04.05.2025

Detektivgeschichte mit witzigem Fall

Detektivagentur Christie & Agatha – Ein Beweisstück verschwindet
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Eine süße Hommage an die britische Schriftstellerin Agatha Christie, den Schriftsteller und Arzt Arthur Conan Doyle und ihre Kriminalgeschichten.

Die Zwillinge Agatha und Christie sind ganz unterschiedlich ...

Eine süße Hommage an die britische Schriftstellerin Agatha Christie, den Schriftsteller und Arzt Arthur Conan Doyle und ihre Kriminalgeschichten.

Die Zwillinge Agatha und Christie sind ganz unterschiedlich und mögen es überhaupt nicht, wenn man sie für gleich hält, nur weil sie sich ähnlich sehen. Agatha liebt das Schreiben und deshalb lädt die Nachbarin Mrs Trellis sie zum Tee ein. Der weltbekannte Autor Sir Conan Doyle wird auch da sein und fasziniert Agatha sehr. Der angesehene Arzt Sir Alexander Fleming präsentiert an diesem Nachmittag seine neuste Erfindung und das Drama beginnt, als ein Beweisstück verwindet und Agatha sich schuldig fühlt. Zum Glück hat sie ihre Schwester Christie, die sie auf die richtige Spur bringt.

Für Kinder ist es eine sehr kindgerechte und unterhaltsame Detektivgeschichte mit zwei sympathischen und cleveren Schwestern, einem witzigen Fall und dem Flair der 1920er - was ich besonders toll finde, weil es mal was ganz anderes ist. Toll fand ich besonders, dass die Ermittlungen im Vordergrund stehen, es durchweg cozy bleibt und die Auflösung zum Gesamtkonzept passt. Geschrieben hat «Detektivagentur Christie & Agatha - Ein Beweisstück verschwindet» Pia Murphy und es ist so leicht und verständlich, das auch Leseanfänger mit dieser Cozy-Krimi-Reihe starten können. Sie ist nicht zu lang, hat kurze Kapitel und ist lebendig geschrieben. Dazu gibt es viele Schwarz-Weiß-Illustrationen, die auch historische Details berücksichtigen, und sprachliche Besonderheiten, die die Reihe so einzigartig machen. Es hätte allerdings gern etwas spannender sein dürfen.

Ab August 2025 darf man sich schon auf die Fortsetzung freuen, wenn Christie und Agatha in Schottland und ab Oktober 2025 dann in den Pyramiden ermitteln.

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Veröffentlicht am 24.03.2025

Unterhaltsam Romance mit Humor

Maybe Meant To Be
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«Maybe Meant to Be» wird abwechselnd aus der Perspektive von Sage und Charlie erzählt. Die beiden sind beste Freunde. Charlie Bruder Nick übt auf Sage eine besondere Anziehung aus, während der neue im ...

«Maybe Meant to Be» wird abwechselnd aus der Perspektive von Sage und Charlie erzählt. Die beiden sind beste Freunde. Charlie Bruder Nick übt auf Sage eine besondere Anziehung aus, während der neue im Internat namens Luke, Charlie den Kopf verdreht.

Das Jugendbuch bedient so einige Tropes: Boy Loves Boy, LGBTQIA+, Friends to Lovers, wobei mir Secret Love besonders zugesagt haben. Slow Burn könnte dem einen oder andere zu langsam im Aufbau sein, aber wer das mag, für den ist die Romance genau richtig. Glücklicherweise kommt «Maybe Meant to Be» ohne lästige Klischeebedienung aus und überzeugt mit zwei großartigen Hauptfiguren und einem gelungenem Humor. Es geht um Freundschaft, mangelndes Selbstwertgefühl und damit verbundenen Unsicherheiten und das Entdecken der eigenen Identität und der Liebe. Das Buch liest sich ganz leicht, ist nachvollziehbar geschrieben, unterhaltsam und hält auch Überraschungen bereit.

Veröffentlicht am 24.03.2025

Von Liebe, Enttäuschungen und dem Schicksal

Das Leben fing im Sommer an
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«Das Leben fing im Sommer an» ist ein autobiografischer Coming-of-Age-Roman einer kurzen Jugend-Episode des Fussballweltmeisters Christoph Kramer und eine notstalgisch angehauchte Reise in das Zeitkolorit ...

«Das Leben fing im Sommer an» ist ein autobiografischer Coming-of-Age-Roman einer kurzen Jugend-Episode des Fussballweltmeisters Christoph Kramer und eine notstalgisch angehauchte Reise in das Zeitkolorit der Nullerjahre. Im Sommer 2006, als Deutschland das Fußball-Sommermärchen feierte, erlebt der fünfzehnjährige Protagonist Chris vier prägende Tage, voller erster Male und herber Enttäuschungen, die sein Leben gezeichnet haben. Hauptfigur Chris ist sympathisch und leidet wie viele Jugendliche an mangelndem Selbstwertgefühl. Seine Beschreibungen über die Fremdheit in der Welt und das gelernte Alleinsein als Einzelkind wirken authentisch, denn er ist der einzige Fußballer, der einen Roman geschrieben hat und das Schreiben meditativ empfindet.

Geschrieben in der Ich-Form hat der Roman etwas federleichtes, unbeschwertes, wenn Chris mit seinen Freunden agiert oder den heißen Sommertag im Freibad genießt. Besonders seine Schwärmerei für Debbie und der gemeinsame Kinobesuch, ausgeschmückt mit vielen Details. Dass Fussball in diesem Roman keine große Rolle spielt, sollte vielleicht noch erwähnt werden. Aus lesender Sicht ist diese Geschichte nichts besonderes, aber aus Sicht der Hauptfigur sehr besonders, was es wieder interessant macht - vor allem, wenn man die Danksagung gelesen hat.

Veröffentlicht am 24.03.2025

Wohlfühlroman zum Abschalten

Der Duft von Kuchen und Meer
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Großmutter Undine hat eine freudige Nachricht für ihre alleinerziehende Enkelin Maren: sie möchte ihr das Haus auf Amrum schenken, welches ihr einst ihr Vater vererbte. Maren hört zum ersten Mal davon ...

Großmutter Undine hat eine freudige Nachricht für ihre alleinerziehende Enkelin Maren: sie möchte ihr das Haus auf Amrum schenken, welches ihr einst ihr Vater vererbte. Maren hört zum ersten Mal davon und wusste nichts von dieser Vergangenheit ihrer Großmutter. Doch warum hat sie nicht früher etwas davon erwähnt? Gemeinsam mit ihrer sechsjährigen Tochter reist die Konditorin auf die Nordseeinsel und ist entzückt von dem Reetdachhaus, das nun ihr neues zu Hause werden könnte.

«Der Duft von Kuchen und Meer» ist für mich ein echter Wohlfühlroman mit Herz, genau wie der Buchtitel es vermuten lässt. Ich habe gerade ein ähnliches Buch gelesen. «Der Gesang der Seeschwalben» spielt ebenfalls auf einer Insel und es geht um Familiengeheimnisse. Der war deutlich spannender, aber auch, wenn «Der Duft von Kuchen und Meer» einige Rückblicke zur Urgroßmutter Hedwig gewährt, wird hauptsächlich aus der gegenwärtigen Perspektive von Maren erzählt. Damit ist die Story deutlich entspannender. Das besondere an diesem Buch ist die herzerwärmende Beziehung zwischen Mutter und Tochter und die tolle Entwicklung von Maren, die man in den Folgebänden weiter mitverfolgen kann. Spaß hatte ich auch an dem Amrumer Friesisch, das die Einheimischen sprechen. Die letzten Kapitel haben mich sehr berührt und emotional werden lassen. Auch nach der Lektüre bin ich gern gedanklich noch nach Amrum gereist und freue mich auf die Fortsetzung, um zurückkehren zu können. Empfehlenswert für alle, die Lust auf eine kleine Auszeit mit Kuchen am Meer haben.