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Veröffentlicht am 24.03.2025

Geheimnisvolles Ägypten

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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Wir befinden uns Ende des 19. Jahrhunderts. Als Leserin von historischen Romanen war mir aber nach den ersten paar Seiten sofort klar, dass ich die historischen Hintergründe nicht zu ernst nehmen dürfte ...

Wir befinden uns Ende des 19. Jahrhunderts. Als Leserin von historischen Romanen war mir aber nach den ersten paar Seiten sofort klar, dass ich die historischen Hintergründe nicht zu ernst nehmen dürfte und die Zielgruppe mehr im Historical Romantasy zu suchen war.
Die junge Inez Oliveira lebt in Argentinien bei ihrer Tante. Ihre Eltern sind Archäologen und den größten Teil des Jahres unterwegs in Ägypten, wo sie Ausgrabungen leiten. Nur zu gerne wäre Inez bei ihnen, doch bislang musste sie bei ihrer Tante und den Kusinen bleiben. Doch dann erhält sie eine Schreiben ihres Onkels Ricardo, der ihr mitteilt, dass ihre Eltern unter mysteriösen Umständen verschwunden und für tot erklärt worden sind. Inez ist am Boden zerstört und bricht ohne groß zu überlegen Richtung Ägypten auf. Sie möchte Antworten über den plötzlich Tod ihrer Eltern und außerdem von ihrem Onkel wissen, was genau passiert ist. Doch im Land der Pharaonen ist sie nicht erwünscht. Kaum angekommen, will sie ihr Onkel sofort wieder zurück auf das Schiff nach Argentinien verfrachten. Als ihr magischer Ring, den sie von ihrem Vater bekommen hat, gestohlen wird, denkt sie gar nicht mehr daran Cairo zu verlassen. Sie möchte ihren Ring zurück. Außerdem hat sie das Gefühl, dass ihr Onkel etwas vor ihr verbirgt und möchte wissen, wie ihre Eltern ums Leben gekommen sind. Whitford, der Assistent ihres Onkels und Engländer, der die Aufgabe hat sie nach Argentinien zurückzubefördern, scheitert jedoch an Inez Einfallsreichtum und Gewitztheit. Für Inez beginnt ein atemberaubendes Abenteuer...

Wie gesagt, darf man es mit den historischen Hintergründen nicht so genau nehmen. Ein junges Mädchen, welches alleine für Monate auf dem Schiff reist, ohne vorher irgendwelche Vorkehrungen getroffen zu haben und eigentlich mittellos ist - undenkbar. Wir haben auch Inez nicht während ihrer Reise begleitet, sondern erfuhren nur, dass sie die Reise antritt und danach, wie sie in Ägypten ankam.
Die Handlung bezieht sich viel mehr aufs das Abenteuer, welches Inez im Land der Pharaonen erlebt. Man fährt mit ihr dem Nil entlang, begleitet sie bei Ausgrabungen und ist neugierig auf das magische Geheimnis rund um Cleopatra. Es wird spannend, weil man nicht weiß, wem man trauen kann und zusätzlich knistert es zwischen Whitford und Inez, was die Romantikfans erfreuen wird. Es gibt viele Geheimnisse, Intrigen und Verstrickungen.
Der fantastische Teil ist sehr klein, was mir entgegen kommt. Die Magie ist sehr im Hintergrund und nicht wirklich überzeugend. Sie wird auch nicht erklärt, wie und warum manche Gegenstände Magie enthalten. Es gibt also so einige kleine Ungereimtheiten und Logikfehler und trotzdem konnte mich dieser erste Teil wirklich sehr gut unterhalten.
Die Autorin kritisiert in ihrer Geschichte auch die rücksichtlosen kolonialen Ausgrabungen und das Stehlen der Artefakte.

Inez ist eine etwas naive junge Frau, die mit ihrer Sturheit und ihrer Neugier hinter einige Geheimnisse kommt und oftmals in Schwierigkeiten gerät. Der Schreibstil von Isabel Ibañez ist leicht zu lesen, bildhaft und auch humorvoll. Interessante Wendungen bringen immer wieder Spannung ins Geschehen. Die Wortgefechte zwischen ihr und Whitford ließen mich sehr oft schmunzeln.

Die Beschreibungen des antiken Ägyptens sind sehr bildhaft. Im Inneren des Buches findet man zusätzlich noch Zeichnungen von Tempeln und Abbildungen von Hieroglyphen. Das Cover und der Buchschnitt sind sowieso schon ein Fest für das Auge.

Zum Ende hin kommt es zu einer Wendung, die mir kurz dem Atem genommen hat und kurze Zeit später lässt mich die Autorin mit einem Cliffhänger zurück, der mich völlig ungläubig und entsetzt auf die letzten Zeilen hat starren lassen. Natürlich werde ich auch den zweiten Teil dieser Dilogie lesen, die Anfang September erscheinen wird.


Fazit:
Eine Mischung aus historischer Fantasy, einem Abenteuerroman und einem Hauch Romantik. Eine Geschichte, die mich überraschender Weise richtig gut unterhalten hat. Ich freue mich schon auf den Folgeband.

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Veröffentlicht am 19.02.2025

Slow Burn Romanze auf Hawaii

This could be home
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Nach ein paar eher schwereren Themen, war ich froh, dass ich auf den zweiten Teil der "Hawaii Love Trilogie" zurückgreifen und ein bisschen leichtere Kost zum Entspannen lesen konnte. Alleine schon das ...

Nach ein paar eher schwereren Themen, war ich froh, dass ich auf den zweiten Teil der "Hawaii Love Trilogie" zurückgreifen und ein bisschen leichtere Kost zum Entspannen lesen konnte. Alleine schon das Setting auf Hawaii lädt zum Träumen ein. Mir hat dieser zweite Teil sogar besser gefallen, als der Start der Reihe.
Ehrlich gesagt musste ich vor der Rezension googeln, was die Beschreibung "forced proximity" heißt :), die bei Amazon zum Inhalt angeführt wurde. Ja, all diese neuen Bezeichnungen bei Genres, die ich nicht so oft oder gar nicht lese, sind oftmal "spanische Dörfer" für mich. Nun bin ich wieder etwas klüger geworden und weiß, dass es sich um eine Situation handelt, wo zwei Charaktere unfreiwillig Zeit miteinander verbringen müssen. Für mich war "This could be home" einfach eine sehr nette Liebesgeschichte mit tollem Setting.

Bereits im ersten Band der Trilogie haben wir Laurie kennengelernt, die Schwester von Vince. Sie hat ihr Studium unterbrochen, um ihren Bruder beim Umbau und der Eröffnung des Hostels zu unterstützen. Nach einem Vorfall, bei dem sie beinahe ertrunken wäre, hat sich Laurie in den Kopf gesetzt Rettungsschwimmerin zu werden und anderen Menschen ebenfalls zu helfen. Die kleine und zierliche Laurie wird jedoch weder von Vince, noch von seinem Freund Chip ernst genommen. Um ihr zu zeigen, wie anstrengend dieser Job ist, nimmt Chip sie mit zu seinem Vater zu "Ocean Safety". Dort versucht Laurie ein Praktikum zu bekommen, welches sie tatsächlich erhält. Sie wird Chips Bruder Tristan zugeteilt, der alles andere als erfreut darüber ist. Von Anfang an verhält er sich gegenüber Laurie äußerst unhöflich und mürrisch. Er findet dieses kleine zarte Mädchen total ungeeignet für diesen harten Job. Doch Laurie gibt nicht so schnell auf, auch wenn sie noch einiges zu tun hat, um wirklich fit genug für die Prüfung zur Rettungsschwimmerin zu werden. Mit der Zeit merkt Laurie, dass Tristan auch zu sich selbst viel zu hart ist und hinterfragt seine Verhaltensweisen....

Im Gegensatz zum ersten Teil, haben wir hier eine Slowburn Romanze, was ich generell lieber lese. Die vorerst gegenseitige Abneigung wird langsam zu Interesse und Zuneigung. Das Tempo passte für mich perfekt. Man erkennt, wie Tristan mit etwas hadert und sich ein weicher Kern hinter seiner harten Fassade versteckt. Laurie gibt hingegen nie auf und kämpft für ihre Ziele. Bis sich die beiden eingestehen, dass sie mehr füreinander empfinden, erzählt Lilly Lucas gefühl-, aber auch humorvoll, wie sich die beiden näher kommen. Man fühlt sich beim Lesen einfach wohl und lebt mit den Figuren mit. Sie wachsen einem sehr schnell ans Herz, auch wenn es bei Tristan etwas länger dauert... Zusätzlich hat man auch Begegnungen mit alten Bekannten aus dem ersten Teil.

Auch diesmal hat mich wieder die atemberaubende Kulisse von Hawaii träumen lassen - von weißen Stränden, Palmen, Wasserfällen, Schildkröten und Delphinen....hach.
Nun freue ich mich im August auf den letzten Teil der Trilogie, der sicher wieder emotional wird.

Fazit:
Die Slowburn Romanze besticht durch sympathische Figuren, tollen Landschaftsbeschreibungen und einer richtig netten Geschichte, die mich hat träumen und das momentan schwierige Weltgeschehen ausblenden hat lassen.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Unterhaltsame Geschichte um eine Magier Gilde

Drei Magier und eine Margarita
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Mein allererstes Hörbuch und ich muss sagen mir hat diese Geschichte um eine Gilde von Magiern sehr gut gefallen.
Doch beginnen wir von vorne....Tori ist eine sehr impulsive junge Frau, die sich nichts ...

Mein allererstes Hörbuch und ich muss sagen mir hat diese Geschichte um eine Gilde von Magiern sehr gut gefallen.
Doch beginnen wir von vorne....Tori ist eine sehr impulsive junge Frau, die sich nichts gefallen lässt. Deswegen ist sie bereits einige Male in ihren Jobs angeeckt und wurde deshalb gekündigt. Durch Zufall entdeckt sie eine Stellenanzeige als Barkeeperin im Craw and Hammer, einer etwas abseits gelegenen Bar. Als sie zur Probearbeit kommen soll, findet sie die Gäste in der Bar etwas seltsam und ahnt nicht, dass sie eine Gilde von Magiern vor sich hat. Prompt geht ihre Probeschicht auch alles andere als rühmlich zu Ende, als sie einen der Männer am Tresen einen Margarita ins Gesicht schüttet. Doch überraschender Weise bekommt Tori den Job, obwohl sie ein Mensch ist, was zu Beginn durch einen Irrtum jedoch nicht erkannt wurde. Aus Mangel an Alternativen darf sie bleiben, bis der oberste Gildenmeister entscheidet, ob sie bleiben darf. Einige der Gilde begegnen ihr weiterhin ziemlich feindselig, jedoch hat sie in den Magiern Aaron, Kai und Ezra bald Freunde gefunden, die ihr zur Seite stehen und sie beschützen. Noch ahnen sie nicht, dass einer von ihnen in großer Gefahr schwebt und Tori mit ihnen....

Die Geschichte wird sehr unterhaltsam erzählt und ich hatte sehr oft ein Schmunzeln im Gesicht. Die vielen Nuancen der Figuren hat die Sprecherin sehr gut eingefangen. Witz, etwas magische Action und eine kleine Prise Romantik wechseln sich ab und unterhalten ausgezeichnet.
Die Figuren und Charaktere werden lebendig dargestellt, sind facettenreich und gut gezeichnet. Die Dynamik zwischen Tori und den drei Elementar Magiern ist mit jeder Silbe spürbar. Der charmante Aaaron, der zurückhaltende Ezra und der geheimnisvolle Kai werden für Tori gute Freunde. Ob einer davon auch ihr Herz erobern kann?
Besonders gefallen hat mir auch, wie die kanadische Autorin die mystische Parallelgesellschaft in die menschlichen integriert hat.
Zum Ende hin wird es noch richtig spannend und actionreich (aber keine Angst - es wird nicht übertrieben, wie es oftmals bei Thriller vorkommt, was ich gar nicht mag), denn Abtrünnige wollen der Gilde und ihren Mitgliedern schaden...

Obwohl ich das Hörbuch gehört habe, möchte ich euch das Originalcover des Buches nicht vorenthalten. Alle Übersetzungen haben sich an dieses gehalten, nur das deutsche Cover sieht ganz anderes aus (siehe oben).


Fazit:
Eine erfrischende und unterhaltsame Urban Fantasy Geschichte, die mich wunderbar unterhalten und sich somit mein erstes Hörbuch-Erlebnis sehr positiv gestaltet hat. Spannung und Humor kommen hier nicht zu kurz! Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen - ob als Buch oder Hörbuch entscheide ich spontan.

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Veröffentlicht am 11.02.2025

Fruchtkirschen und Gummibärchen

Haribo - So schmeckt das Glück
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Wer liebt sie nicht, die süßen Fruchtgummis der oben genannten Firma? Den Slogan "Haribo macht Kinder froh (und Erwachsene ebenso)" kennt hier in Österreich, Deutschland und der Schweiz wohl jedermann.

Wie ...

Wer liebt sie nicht, die süßen Fruchtgummis der oben genannten Firma? Den Slogan "Haribo macht Kinder froh (und Erwachsene ebenso)" kennt hier in Österreich, Deutschland und der Schweiz wohl jedermann.

Wie bereits viele Romane in diesem Genre, hebt dieser erste Band über die Erfindung der berühmten Fruchtgummis, keinen Anspruch auf historische Korrektheit. Das Autorenpaar, das uns unter dem Pseudonym Katharina von der Lane, die Entstehungsgeschichte erzählt, stützt sich auf die zugänglichen historischen Daten und verwebt Historie und Fiktion. Dies ist ihnen aber sehr gut gelungen!

Hans Riegel ist der älteste Sohn einer Bauernfamilie und soll eines Tages die Landwirtschaft übernehmen. Er liebt jedoch die Bonbonkocherei und hat mit dem Bauernhof seiner Familie so gar nichts am Hut. Sein Vater ist darüber nicht erfreut und es gibt deshalb immer wieder Streitigkeiten bis Hans doch noch als Arbeitsjunge für Hilfsarbeiten in der nahen Fabrik anfangen darf. Durch seinen Fleiß und sein Engagement bekommt er eine Stelle als Bonbonkocher und arbeitet sich rasch nach oben. Doch dann kommt Hans der Erste Weltkrieg in die Quere und er muss in den Krieg ziehen. Doch so schnell gibt Hans nicht auf, denn er kämpft für seinen Traum eine eigene Süßwarenfabrik zu gründen.

Hans ist ein willensstarker junger Mann, der an seine Ideen und Visionen glaubt. Sein Leben ist die Bonbonkocherei. Da kann es schon vorkommen, dass er voller Enthusiasmus öfters auf seine Familie vergisst oder neue Rezepte bis tief in die Nacht ausprobiert. Rückschläge, wie die Weltwirtschaftskrise, die Währungsreform oder Neid seiner Konkurrenten, halten ihn nur kurzfristig auf. Er tut alles, um sich endlich seinen Traum erfüllen zu können. Dabei steht seine Frau immer zu ihm und ist ihm eine große Hilfe.

Der erste Teil der Dilogie umfasst die Jahre 1908 bis 1939 und endet also kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Die Firma wird aber erst 1920 in Bonn gegründet. Wir erfahren auch wie der Firmenname Haribo entstanden ist (Hans Riegel Bonn) und wie Hans seine Gertrud kennenlernt. Die Dynamik in dieser Beziehung hat mir sehr gut gefallen.
Generell sind die Charaktere sehr lebendig dargestellt und mit Ecken und Kanten versehen. Der Schreibstil lädt dazu ein, immer weiter zu lesen, denn der Spannungsbogen ist gleichbleibend hoch.

Wie es mit Hans und seiner Familie mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges weitergehen wird, erfahren wir in Teil 2, der am 19. Februar erscheint. Ich bin schon sehr gespannt...

Fazit:
Ich fand die Geschichte rund um die Hans Riegel und die Erfindung seiner berühmten Fruchtgummis sehr interessant. Das Autorenpaar hat rund um Fiktion und Historie eine wirklich spannende Geschichte geschrieben. Ich freue mich auf Teil 2.

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Veröffentlicht am 04.02.2025

Pädagogin der Zukunft

Die Pädagogin der glücklichen Kinder
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Ein weiterer Roman von Beate Maly, die unter ihrem Pseudonym Laura Baldini über Themen rund um mobile Frühförderung schreibt und bereits biografische Romane über Maria Montessori oder Hans Asperger geschrieben ...

Ein weiterer Roman von Beate Maly, die unter ihrem Pseudonym Laura Baldini über Themen rund um mobile Frühförderung schreibt und bereits biografische Romane über Maria Montessori oder Hans Asperger geschrieben hat. "Die Pädagogin der glücklichen Kinder" gehört zur Reihe bedeutender Frauen, die die Welt verändern, die im Piper Verlag erscheint.

Als ungarische Jüdin darf Emmi Reich 1920 in ihrem Heimatland nicht studieren, weshalb sie zu ihrer Tante Poldi nach Wien zieht und sich an der ansässigen medizinischen Fakultät einschreibt. Dort lernt sie György Pikler kennen, einen ungarischen Lehrer, der sich für den Kommunismus engagiert. Die beiden gehen eine Fernbeziehung ein, während Emmi in Wien studiert und György in Triest und Budapest unterrichtet.
In Wien erlebt sie viele moderne Ansätze der Kindermedizin, die sie begeistern. Vor allem Clemens von Pirquet und Hans Salzer inspirieren sie zu Kind gerechteren Behandlungen und Verhaltensweisen. Nach erfolgreich absolviertem Studium kehrt das mittlerweile verheiratete Ehepaar in ihre Heimat Ungarn zurück. Die Regierung von Miklós Horthy legt Emmi und ihrem Mann jedoch weiterhin Steine in den Weg, György wird wegen seinen politischen Ansichten angefeindet und Emmi wegen ihrer jüdischen Herkunft und ihrer revolutionären Ideen und Behandlungen von Kindern. Sie betreut Familien auch zuhause und lässt die Mütter die einzelnen Entwicklungen ihrer Kinder protokollieren. Außerdem hält sie Vorträge über Pflege und Erziehung.

Laura Baldini widmet sich in ihrem neuen Roman der jungen Emmi Pikler, ihrer Jugendzeit und ihrem Wirken während des Zweiten Weltkrieges in Ungarn. Unterstützung erhält sie dabei von ihrer Wiener Freundin Eva und ihrer Nachbarin Henriette. Besonders gefallen haben mir die Auszüge aus ihrem Studium in Wien und den diversen Praktika in unterschiedlichen Krankenhäusern und Kinderkliniken. Die Mixtur aus Medizin, Pädagogik und Psychologie ist spannend erzählt und zeichnet ein Bild von einer sympathischen und engagierten Ärztin und Pädagogin, die ihrer Zeit voraus war. Sie widmet sich vor allem der Entwicklung der Kinder und möchte gleichzeitig auch deren Gesundheit fördern. Es ist spannend zu lesen, welche Ideen oder Einsichten Emmi Pikler hatte, die wir heute als selbstverständlich ansehen. Kaum jemand weiß, dass sie diejenige war, die sich darüber Gedanken machte und ihre Ideen schlussendlich übernommen wurden.

Laura Baldini versteht es ihre eigenen Kenntnisse als Pädagogin einfließen zu lassen. Auch die bildhaften Beschreibungen von Wien und der bereits sehr modernen medizinischen Fakultät, wie auch der politischen Lage in Österreich und Ungarn sind gelungen und wurden hervorragend recherchiert.

Fazit:
Beate Maly aka Laura Baldini erzählt in ihrem biografischen Roman eindrucksvoll von einer Frau, die die Kindererziehung nachhaltig geprägt hat. Fakten und Fiktion wurden von ihr wunderbar verwoben und zeigen das Bild einer beeindruckenden Frau.

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