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Veröffentlicht am 25.03.2025

Üus Hüs

Der Duft von Kuchen und Meer
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Moin!
Kennt ihr die emotional anrührenden Wohlfühl-Romane von Anne Barns? Wenn man so will, bin ich ein Fan der ersten Stunde. Ich liebe ihre Insel-Romane, welche eine spannende (Familien-) Geschichte ...

Moin!
Kennt ihr die emotional anrührenden Wohlfühl-Romane von Anne Barns? Wenn man so will, bin ich ein Fan der ersten Stunde. Ich liebe ihre Insel-Romane, welche eine spannende (Familien-) Geschichte aus der Sicht von starken Frauen erzählen und die Schönheit von Nord- und Ostsee spiegeln. Aus diesem Grunde habe ich mich sehr auf den neuen Roman "Der Duft von Kuchen und Meer" gefreut, der für Anne Barns als Rückkehr zu ihren literarischen Wurzeln zu verstehen ist:

Das schlichte Cover ist in sanften Pastell-Tönen gehalten. Im Fokus stehen "Oome Hedwigs winjbüüdel".. Wer möchte nicht die selbstgebackenen gefüllten Windbeutel verkosten, die mit Puderzucker bestäubt serviert werden? Der aussagekräftige Titel ist wie ein Versprechen von Anne Barns an ihre treuen Leserinnen.

In ihrem Roman schlägt Anne Barns einen weiten Bogen von der Kunst- und Kulturstadt Kassel in Nordhessen bis hin zu nordfriesischen Insel Amrum. Kassel ist die Heimat von Maren Liebermann, einer alleinerziehenden Konditorin, und ihrer sechsjährigen Tochter Leni. Nach dem unerwarteten Tod ihres Lebensgefährten vor vier Jahren ist sie auf sich allein gestellt. Auch wenn sie von ihrer 75jährigen Oma Undine tatkräftig unterstützt wird, hat Maren kaum Zeit für sich selbst. Undine stammt von der ostfriesischen Insel Amrum, hat aber alle Kontakte dorthin abgebrochen. Die rechtlich bindende Entscheidung über ihre Immobilie auf Amrum möchte sie ihrer Enkelin Maren überlassen, die auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin auf die ostfriesische Insel reisen soll.

Das Geschehen spielt auf verschiedenen zeitlichen Ebenen. Im Fokus steht die aktuelle Gegenwart, erzählt aus der Ich-Perspektive von Maren, durchbrochen von einzelnen Rückblicken auf die Jahre 1946, 1956 und 1970, geschildert aus der Sicht von Hedwig, der Uroma von Maren. Im Mittelpunkt dieses Romans stehen selbstbewusste Frauen aus verschiedenen Generationen, verbunden durch die gemeinsame Liebe zum Backen. Für mein persönliches Empfinden handelt es sich in erster Linie um einen berührenden Familien-Roman. Von einem klassischen Liebesroman möchte ich nicht sprechen, auch wenn die Protagonistin Maren zarte Bande zu Mattes, einem geschiedenen Seenot-Retter auf Amrum, knüpft, der sich durch seinen einfühlsamen Umgang mit kleinen Kindern auszeichnet und das Herz von Leni im Sturm erobert.

Anne Barns nimmt ihre Leser
innen mit auf eine zauberhafte Reise nach Amrum. Dank ihrer atmosphärisch dichten Beschreibungen kann man sich an alle Schauplätze träumen. Auf diese Weise hat man das Gefühl, selbst vor Ort zu sein und mit den Protagonist*innen die nordfriesische Insel kennen- und lieben zu lernen. Für das besondere Insel-Feeling sorgt die Verwendung von "Öömrang", einem typischen Dialekt der nordfriesischen Sprache, der auf der Insel Amrum im Kreis Nordfriesland gesprochen wird.

Meinen persönlichen Geschmack hat dieser berührende Wohlfühlroman getroffen. Die literarischen Figuren wirken authentisch und nahbar, sie sind nicht ausnahmslos als klare Sympathieträger gestaltet worden, sondern sie besitzen positive und negative Eigenschaften wie alle normalen Menschen. Besonders berührt hat mich die enge Verbindung von Maren und Leni, die sich nach dem schweren Schicksalsschlag um so mehr einander verbunden fühlen. Nicht vergessen möchte ich die im Anhang enthaltenen Rezepte von Anne Barns, die im Roman erwähnt werden und das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Mir hat diese warmherzige Lektüre sehr gefallen. Sie lädt ein zum Entspannen und Wegträumen und eignet sich perfekt zur Einstimmung auf einen Urlaub auf Amrum.

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Veröffentlicht am 16.03.2025

Zeichnungen

HEN NA E - Seltsame Bilder
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Habt ihr schon von Uketsu gehört? Dieser japanische Schriftsteller ist ein großer Unbekannter, der seine wahre Identität hinter einer weißen Maske und einem schwarzen Ganzkörperanzug verbirgt. Uketsu gibt ...

Habt ihr schon von Uketsu gehört? Dieser japanische Schriftsteller ist ein großer Unbekannter, der seine wahre Identität hinter einer weißen Maske und einem schwarzen Ganzkörperanzug verbirgt. Uketsu gibt seinen Mitmenschen Rätsel auf - genauso wie sein faszinierender Kriminalroman "Hen na e - Seltsame Bilder."

Das kunstvolle Cover fällt aus dem Rahmen des Üblichen. Es ist reduziert und schlicht, was mir sehr gefällt. Die äußere Aufmachung ist ungewöhnlich, farblich gesehen, dominieren Rot und Weiß, die klassischen Farben der Flagge Japans. Gleichzeitig ist man fasziniert von der Auswahl von Zeichnungen, die in bestimmten Mustern arrangiert worden sind. Entfernt haben sie mich an Collagen erinnert, wie sie auf Instagram gezeigt werden. Ihre Bedeutung erschließt sich im Verlauf der Handlung, wenn sie näher vorgestellt und interpretiert werden. Auch der mysteriöse Titel weckt die Aufmerksamkeit der Leser*innen, die zum Grübeln und Mit-Rätseln angeregt werden..

Der Roman spielt in Japan, die Handlung vollzieht sich in mehreren zeitlichen Ebenen. Beeindruckend ist ihr kunstvoller Aufbau. Umrahmt von Prolog und Epilog, wird das Geschehen in mehreren Episoden vermittelt, die auf eine unnachahmliche Weise miteinander verwoben werden. Im Fokus stehen verschiedene Zeichnungen, die von den handelnden Personen (miss-) gedeutet werden. Sie enthüllen schockierende Geheimnisse aus der Vergangenheit, die dunkle Spuren in der Gegenwart hinterlassen haben. Auf den ersten Blick muten die dargestellten Ereignisse seltsam an, lose Zusammenhänge lassen sich erahnen, aber die Auflösung des komplexen Falles ist schlüssig und überraschend zugleich.

Für mich war dieses Buch ein innovatives Lese-Vergnügen, das mich sehr beeindruckt hat. Der Schreibstil ist leicht und flüssig, man ist wie gefesselt von seiner Lektüre und fliegt förmlich durch die einzelnen Lese-Abschnitte des Kriminalromans. Ich freue mich auf weitere Meisterwerke aus der Feder von Uketsu!

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Veröffentlicht am 16.03.2025

Schwestern...

Die Schwester des Serienkillers
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Kennt ihr schon die erfolgreiche Reihe "Die Familie des Serienkillers"-der Schriftstellerin Alice Hunter? Nachdem mich die ersten zwei Bände aus dieser Reihe geflasht hatten, war ich sehr gespannt auf ...

Kennt ihr schon die erfolgreiche Reihe "Die Familie des Serienkillers"-der Schriftstellerin Alice Hunter? Nachdem mich die ersten zwei Bände aus dieser Reihe geflasht hatten, war ich sehr gespannt auf den letzten Band. Bewegt sich dieser Psychothriller auf den gleichen hohen Niveau oder kann er seine Vorgänger sogar toppen?

Das Cover ist perfekt auf die bereits erschienenen Bände abgestimmt. Der farbige Einband ist in einem leuchtenden Grün gehalten, auf dem Buchschnitt ist der Vorname "Anna" in einem auffälligen Gelb zu lesen. Das Cover zeigt das Antlitz einer dunkelhaarigen jungen Frau, die allen Betrachterinnen einen (misstrauischen oder scheuen?) Blick über die Schulter zuwirft. Der Titel fokussiert sich auf die Protagonistin, der Untertitel wirft eine rhetorische Frage auf und regt alle Leserinnen zum Nachdenken an.

Die Handlung ist in England angesiedelt, genauer gesagt: in einer idyllisch anmutenden kleinen Gemeinde in Devon. Das Geschehen spielt auf zwei zeitlichen Ebenen, in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Im Mittelpunkt steht die engagierte Lehrerin Anna Price, die kleine Kinder an einer exklusiven Schule unterrichtet. Auf den ersten Blick scheint sie ein glückliches Leben zu führen. Von ihrer alleinerziehenden drogenabhängigen Mutter vernachlässigt, ist sie i- gemeinsam mit ihrem kleinen Bruder - in die Obhut eines Waisenhauses gekommen, wo die physische/psychische Misshandlung von traumatisierten Schutzbefohlenen an der Tagesordnung war (und vor der Außenwelt vertuscht worden ist). Trotz dieses schweren Starts ist ihr der Absprung aus den prekären Verhältnissen gelungen. Anna lebt in geordneten Verhältnissen, sie hat eine innige Beziehung zu ihrem Ehemann Ross, trotz ihres unerfüllten Kinderwunsches. Dennoch hütet sie einige dunkle Geheimnisse aus ihrer Vergangenheit, die ihre bürgerliche Existenz infrage stellen.

Für meinen persönlichen Geschmack ist dieser finale dritte Band sehr raffiniert gestrickt. Dank der vielen unerwarteten Wendungen bleibt er auf einem konstant hohen Niveau, was die Spannung angeht, sie fesselt ihre Leser*innen von der ersten bis zur letzten Seite. Das Finale ist völlig unvorhersehbar, es hat mich geradezu umgehauen. Die Vorstadt-Idylle verwandelt sich nach und nach in einem düsteren Alptraum, aus dem es kein Entrinnen mehr zu geben scheint. Für mich bildet dieser actionlastige, temporeiche Psychothriller einen gelungenen Abschluss, ich kann ihn allen Büchermenschen wärmstens empfehlen, die intelligente, packende Psychothriller lieben...

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Daughters

Don't Let Her Stay
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Patchwork-Familien haben es nicht leicht. Mangelnde Akzeptanz von Familienmitgliedern kann sich als schwerer Stolperstein erweisen und die Beziehungen untereinander vergiften. In ihrem Psychothriller "Don' ...

Patchwork-Familien haben es nicht leicht. Mangelnde Akzeptanz von Familienmitgliedern kann sich als schwerer Stolperstein erweisen und die Beziehungen untereinander vergiften. In ihrem Psychothriller "Don' t let her stay" erzählt Nicola Sanders von einem besonderen Fall, in dem es um eine toxische Familienkonstellation und das nackte Überleben von Betroffenen geht.

Das Cover spielt mit subtilen Ängsten. Der Blick der Betrachterinnen konzentriert sich auf die geöffnete Tür. Der helle Lichtschein in einem in Dunkelheit getauchten Raum lässt ein beklemmendes Gefühl entstehen. Der Titel ist eine unverblümte Warnung, der Untertitel lässt alle Alarmglocken schrillen. Was wird in den kommenden Wochen geschehen - und warum?

Eine klare Antwort auf diese Fragen liefert der raffiniert gestrickte Psychothriller nicht. Vielmehr webt Nicola Sanders ein raffiniertes Netz aus dramatischen Ereignissen, die verschiedene Interpretationen zulassen. Die Handlung ist angesiedelt in der aktuellen Gegenwart, das Geschehen wird aus der Perspektive von Joanne Atkinson vermittelt, die mit ihrem wesentlich älteren Mann Richard und dem gemeinsamen Kind Evie in einem vornehmen Anwesen auf dem Lande in Großbritannien lebt, weit weg von der pulsierenden Metropole London. Als erfolgreiche Immobilienmaklerin weiß Joanne die ländliche Idylle durchaus zu schätzen, aber sie fühlt sich nicht wohl in ihrem neuen Zuhause, das aufgrund der durchgesetzten Sicherheitsvorkehrungen fast wie ein Gefängnis anmutet. Mit ihrem Baby auf sich allein gestellt, kämpft sie gegen die ersten Anzeichen einer postpartalen Depressionen, abgeschnitten von ihren (beruflichen und privaten) sozialen Kontakten, hermetisch abgeschottet von der Außenwelt von einem cholerischen Mann. Die Ankunft ihrer undurchsichtigen zwanzigjährigen Stieftochter Chloe aus der ersten Ehe ihres Mannes, die sich für unbestimmte Zeit im Hause ihres Vaters einquartiert, führt zu ernsten Auseinandersetzungen zwischen Richard und Joanne. Chloe erweist sich als eine Meisterin der Manipulation, die ihren Vater und ihre Stiefmutter gegeneinander ausspielt. Joanne sieht sich gefangen in einem Alptraum, aus dem es keinen Ausweg mehr zu geben scheint.

Bei der Lektüre stellt man sich unwillkürlich die Frage, wer hier die Wahrheit sagt und wer nicht. Aufgrund von traumatischen Erfahrungen in ihrer Kindheit ist Joanne psychisch labil, sie leidet unter eine postpartalen Depression und nimmt ärztlich verordnete Medikamente ein, die ihre Wahrnehmung beeinflussen können. Chloe hingegen verhält sich ambivalent, ihrem leiblichen Vater hingegen benimmt sie sich tadellos, während sie sich ihrer unsicheren Stiefmutter gegenüber zahllose Gemeinheiten (in Abwesenheit ihres Vaters) erlaubt. Ist sie von Hass auf die Patchwork-Familie getrieben? Wie weit wird sie in ihrer Abneigung gegenüber der zweiten Frau und dem neuen Baby gehen?

Der Psychothriller ist raffiniert gestrickt mit schwer durchschaubaren handelnden Personen, was für großen Nervenkitzel sorgt. Nicola Sanders überrascht mit unerwarteten Twists, die ihre Leser
innen zu einem ständigen Perspektivenwechsel während der Lektüre zwingen. Man muss seine eigene Wahrnehmung hinterfragen und ist wie gefangen in einem unheimlichen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Nach dem blutigen Show-Down glaubt man, die Lösung des Rätsels gefunden zu haben, bis der Epilog wieder alles infrage stellt. Wer lügt? Wer sagt die Wahrheit? Ein Buch, das unter die Haut geht!

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Veröffentlicht am 17.02.2025

Sag es mit Blumen...

The Florist
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Heute ist Valentinstag. Mein Mann hat mich nicht nur mit einem wunderschönen Blumenstrauss überrascht, sondern auch mit einem neuen Buch, das auf meiner Wunschliste stand. Wie steht es um euch? Gefällt ...

Heute ist Valentinstag. Mein Mann hat mich nicht nur mit einem wunderschönen Blumenstrauss überrascht, sondern auch mit einem neuen Buch, das auf meiner Wunschliste stand. Wie steht es um euch? Gefällt euch die Kombination Buch und Blumen? Liebt ihr nicht nur spannende Psychothriller, sondern auch ausgefallene Blumen- und Pflanzenarrangements? Dann möchte ich euch das Buch "The Florist" der britischen Schriftstellerin C. L. Pattison ans Herz legen, das um toxische Freundschaften und dunkle Familiengeheimnisse kreist.

Das Cover ist ein Hingucker. Es wirkt wie ästhetisches floristisches Kunstwerk, geschaffen von einem Könner. Die Komposition aus rotem Klatschmohn und weißen Lilien gefällt mir sehr, sie bildet einen klaren Kontrast zu dem düsteren Hintergrund und zieht alle Blicke auf sich. Bei näherer Betrachtung entdeckt man einige Blutstropfen, die auf kommendes Unheil verweisen und eine Gänsehaut über den Rücken jagen. Der Titel ist auf die wesentliche Information konzentriert, die versetzt gestaltete weiße Schrift fällt aus dem Rahmen des Üblichen.

Der Psychothriller spielt mitten in London, wo die künstlerisch begabte Floristin Amy Mckenzie den kleinen, feinen Blumenladen "Darling Blossoms" führt. Mit ihren floralen Kreationen hat sie sich einen guten Namen erarbeitet, aber in der Metropole ist Networking (über-) lebenswichtig. Auf der Suche nach vermögenden Kund*innen, die nicht nur regelmässige Aufträge vergeben, sondern auch gesellschaftlichen Aufstieg in die High Society ermöglichen, setzt sie auf den Kontakt mit dem angesehenen Architekten James Elliott, der - zusammen mit seiner Frau - eine Überraschungsparty anlässlich des 40. Geburtstages seiner Schwägerin Izzy ausrichten will. Die allein lebende, ehrgeizige Floristin Amy Mckenzie fühlt sich von der Welt der Reichen und Schönen im Allgemeinen und der glamourösen geschiedenen Frau im Besonderen magisch angezogen; sie heftet sich an ihre Fersen, sucht ihre Freundschaft und will ein Teil ihres Lebens werden.

Das Geschehen spielt auf mehreren zeitlichen Ebenen und wird aus verschiedenen Perspektiven vermittelt. Hierbei kommt vor allem Amy Mckenzie in der Ich-Perspektive zu Wort. Durchbrochen werden ihre Schilderungen von offiziellen Vernehmungsprotokollen, die sich um die Aufklärung eines Verbrechens drehen, umrahmt von einem Prolog und Epilog, wiederum aus der Sicht von Amy Mckenzie. Auf diese Weise kann man tief in die Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonistin eintauchen. Sie ist eine gebrochene literarische Figur, traumatisiert von folgenschweren Ereignissen in ihrer Vergangenheit, die sie um jeden Preis geheimhalten will. Sympathie kann man ihr kaum entgegenbringen, eher Mitleid. Amy Mckenzie will alles wissen, aber nichts von sich preisgeben. Sie kann kein Vertrauen schenken, aber sie will alles über die Menschen erfahren, die mehr oder weniger zufällig ihren Weg kreuzen.

Mich hat dieser ausgefallene, auf eine subtile Weise spannende Psychothriller sehr beeindruckt. Bereits die ersten Zeilen lassen ein ungutes Bauchgefühl entstehen, das sich nach und nach zur festen Gewissheit steigert. Alle handelnden Personen sind sehr vielschichtig angelegt, sie hüten eigene (dunkle) Geheimnisse und sind in kaum zu durchschauende toxische Beziehungen untereinander verstrickt. Auch wenn die dargebotene Lösung in sich schlüssig ist, hätte man sie so nicht erwartet, denn C. L. Pattison ist es mühelos gelungen, viele falsche Fährten zu legen, die für zusätzliche Verwirrung sorgen. Genau das Richtige für alle Lesenden, die zum Sterben schöne, tiefgründige Psychothriller schätzen.

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