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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.12.2017

Wundervoller und spannender erster Band

Das Relikt der Fladrea
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Das Relikt der Fladrea (Fladremin / Die Suche nach dem verborgenen Volk) von Dominik Schmeller , erschienen im Mantikore Verlag am 14.09.2017

Larima und ihr Ziehbruder Semargan verleben eine recht unbeschwerte ...

Das Relikt der Fladrea (Fladremin / Die Suche nach dem verborgenen Volk) von Dominik Schmeller , erschienen im Mantikore Verlag am 14.09.2017

Larima und ihr Ziehbruder Semargan verleben eine recht unbeschwerte Kindheit. Semargan wird spaeter der Herr der Burg. Larima, die irgendwie spürt, dass etwas nicht mit ihr stimmt und das die Diener hinter ihrem Rücken tuscheln, soll bald den Ritter Eschenstab heiraten was sie aber ausschlägt. Eschenstab verfolgt seine eigenen Ziele und da er schon lange ein Freund der Familie ist, kündigt er an Larima zu sich zu holen um ihr das Leben an seiner Seite zu zeigen. Larima beschließt sich heimlich auf den Weg zu machen um ihr Volk und dessen Schicksal auf zu klären. Semi, ihr ungestümer Ziehbruder beschließt sie auf ihrer Reise zu begleiten. Als ihr Verschwinden bekannt wird, macht sich ausgerechnet Eschenstab auf den Weg um die Flüchtlinge einzufangen.

Eine wirklich magische Geschichte die mich sehr schnell gefesselt hat. Dieser erste Band einer Trilogie ist flüssig geschrieben und hat für unbekannte Worte ein Glossar. Die Geschichte ist sehr spannend und der Autor hat sich ausreichend Zeit genommen um die verschiedenen Figuren zu entwickeln. Man bekommt eine stimmige Geschichte, in einer fremden Welt mit etwas geschichtlichem Hintergrund und etwas Magie spielt auch eine Rolle.

Nichts ist ueberfrachtet und ich habe mit Larima und Semi mit gefiebert. Beide Figuren sind keine Ueberflieger, sie sind sympathisch und wirken echt.
Ich freue mich schon jetzt, dass diese Geschichte noch nicht zu Ende erzählt ist, und kann nur jedem Fantasie Fan der nicht die großen Schlachten sondern die kleinen Abenteuer sucht diese Geschichte ans Herz legen. Klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 15.12.2017

Der vierte Affe

The Fourth Monkey - Geboren, um zu töten
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The Fourth Monkey - Geboren, um zu töten von J.D. Barker, erschienen im Blanvalet Verlag am 27. Dezember 2017

Sam Porter, ein Detective, wird von seinem Kollegen angerufen und zu einem tödlichen Autounfall ...

The Fourth Monkey - Geboren, um zu töten von J.D. Barker, erschienen im Blanvalet Verlag am 27. Dezember 2017

Sam Porter, ein Detective, wird von seinem Kollegen angerufen und zu einem tödlichen Autounfall gerufen. Porter und sein Kollege nehmen gewöhnlich keine Autounfälle auf und schnell wird klar, dass mit der Leiche etwas außerordentlich nicht stimmt. Der Tote hat ein Päckchen dabei, genau so ein Päckchen wie der Four Monkey Killer sie immer verschickt hat. Ist der Tote der Killer und wo hat er sein aktuelles Opfer versteckt.

Wir ermitteln mit Porter und Nash, und erleben Momente der Angst mit dem Opfer, wobei lange nicht klar ist, ob wir die Vergangenheit oder aber die Zukunft miterleben. Ausserdem hat der Tote im Rinnstein ein Tagebuch dabei wo der kleine Serienkiller seine Kindheitserlebnisse zum Besten gibt. Für Spannung ist gesorgt. Alleine schon, dass der Serienkiller Leute bestrafen will, die sich seiner Meinung nach nicht an die Regeln und Gesetze gehalten haben, aber er greift nicht sie persönlich an, sondern Personen die ihnen sehr nahe stehen werden zu Opfern.

Dieser Thriller ist Nervenkitzel pur. Flüssig geschrieben, aus verschiedenen Blickwinkeln und der Autor schafft es, die Charaktere interessant und lebensecht wirken zu lassen. So ist lange nicht klar, warum Porter im Augenblick eigentlich nicht arbeitet, aber als Mann der ersten Stunde, selbstverständlich am Serienkillerfall mitarbeitet. Klare .Leseempfehlung

Veröffentlicht am 11.12.2017

Poesiealbum des Lebens

Was man von hier aus sehen kann
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Was man von hier aus sehen kann von Mariana Leky, erschienen im Dumont Verlag am 18.07.2017

Luise lebt mehr bei ihrer Großmutter als bei ihren Eltern, da diese zu sehr damit beschäftigt sind sich nicht ...

Was man von hier aus sehen kann von Mariana Leky, erschienen im Dumont Verlag am 18.07.2017

Luise lebt mehr bei ihrer Großmutter als bei ihren Eltern, da diese zu sehr damit beschäftigt sind sich nicht miteinander oder mit ihrer Tochter zu beschäftigen0 Immer wenn die Großmutter von einem Okapi träumt stirbt zuverlässig einer der Dorfbewohner. Vorher müssen aber noch all diese Wahrheiten abgearbeitet werden. Man möchte ja nicht mit Unerledigtem vor Petrus erscheinen.

Dieses Buch erzählt von Freundschaft und Liebe, von den kleinen widerlichen keifenden Stimmen im Hirn, die einen oft was Blödes machen lassen, auf die man aber leider auch in der Wiederholung hört. Alle Personen in diesem Buch sind nicht einfach Menschen. Sie sind besondere Menschen die gar nicht wirklich besonders sind, aber so wie Luises-Ich Erzählung uns diese Menschen zeigen, sind sie besondere Menschen in ihrem Leben. Dieser Roman lebt vom grandiosen Ausdruck von Mariana Leky die aus lauter schrulligen Dorfbewohnern quasi ein Okapi-Dorf macht. Alles was nicht zueinander passt wird einfach zusammengeworfen und ergibt am Ende ein außergewöhnliches ganzes. Grandios erzählt und irgendwie ein Buch, welches einen zur inneren Ruhe kommen laesst. Klare Kaufempfehlung.

Veröffentlicht am 09.11.2017

Ellbogengesellschaft

Unterleuten
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Unterleuten von Juli Zeh, erschienen im Luchterhand Literaturverlag am 8. März 2016

Ein kleines Dorf irgendwo in Brandenburg. Eine wirkliche Idylle für den flüchtigen Besucher. Unterschwellig gärt es. ...

Unterleuten von Juli Zeh, erschienen im Luchterhand Literaturverlag am 8. März 2016

Ein kleines Dorf irgendwo in Brandenburg. Eine wirkliche Idylle für den flüchtigen Besucher. Unterschwellig gärt es. Die Alteingesessenen halten nicht viel von den Zugezogenen, die Zugezogenen haben sich das alles etwas einfacher auf dem Land vorgestellt.

Zu dem ganz normalen Kleinkrieg der unter den Bewohnern herrscht, kommt noch richtig eine Schueppe drauf als eine Investmentfirma einen Windpark errichten will. Sofort spaltet sich die Bevölkerung in verschiedene Gruppen und man versucht sich gegenseitig das lukrative Bauvorhaben vor der Nase weg zu schnappen.

Juli Zeh ist ein großer Gesellschaftsroman innerhalb kleiner Grenzen gelungen. Zählt der Satz „Das Wohl von Vielen, es wiegt schwerer als das Wohl von Wenigen oder eines Einzelnen.“ im 21. Jahrhundert noch? Ist unsere Spaßgesellschaft noch fähig den Blick über den eigenen Tellerrand zu erheben und das eigene Glück zugunsten Vieler zurück zu stellen?

Dabei ist ihr ein herrlich bissiger Roman gelungen. Wenn Literatur doch immer so leicht lesbar, so unterhaltsam und spannend geschrieben würde. Die Protagonisten werden im Laufe des Buchs natürlich ausführlich behandelt und facettenreich beschrieben, nicht immer trügt der erste Eindruck, aber manchmal schon. So hatte ich viele vergnügliche Lesezeit mit diesem Buch, welches ich allen Stadtkindern ans Herz legen möchte bevor ihr aufs Land auswandert und allen Dorfbewohnern um denen zu zeigen, dass die Spinner aus der Stadt sich auch nicht so sehr von euch unterscheiden. Klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 09.11.2017

Auf der Flucht

Die Gabe der Auserwählten
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Die Gabe der Auserwählten: Die Chroniken der Verbliebenen. Band 3 von Mary E. Pearson, erschienen im ONE Verlag (Bastei Lübbe) am 26.10.2017

Rafes Kameraden sind ihm und Lea zur Hilfe gekommen und so ...

Die Gabe der Auserwählten: Die Chroniken der Verbliebenen. Band 3 von Mary E. Pearson, erschienen im ONE Verlag (Bastei Lübbe) am 26.10.2017

Rafes Kameraden sind ihm und Lea zur Hilfe gekommen und so konnten er und Lia aus Venda fliehen. Rafe will sich direkt auf den Weg in seine Heimat machen und so fliehen sie in Richtung des Königreich Dalbreck. Lia weiß aber, dass falls der Komizar überlebt hat, er zuerst ihre Heimat Morrighan, das ein Kopfgeld auf sie ausgesetzt hat überfallen will. So haben die beiden Königskinder einiges worüber man sich streiten kann.

Dieser Band ist etwas weniger ereignisreich als die beiden Vorgänger. Dafür bekommen die handelnden Personen mehr Tiefe und Rafe und Lia haben Zeit sich besser kennen zu lernen.
Die Geschichte wird in einer lockeren Sprache aus der Sichtweise verschiedener Personen, hauptsächlich Rafe und Lia, erzählt. So impulsiv wie Lia im ersten Teil handelte, so erwachsener erscheint sie jetzt und ist bereit Verantwortung zu übernehmen. Aus dem trotzigen Kind ist inzwischen eine junge Frau geworden, die scheinbar noch nicht ganz die Reichweite der Prophezeiung sieht, aber bereit ist sich ihrer Aufgabe im Leben zu stellen. Dieses Buch hat wieder alles, was eine Geschichte mit einem mittelalterlichen Setting haben sollte: Schwertkämpfe, Intrigen, treue Bedienstete und Kämpfe um die Macht. Leseempfehlung.