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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.03.2025

Spannend, Temporeich, Zynisch!

Müller und das letzte Gefecht
1

Im September 2024 hat Raphael Zehnder den Kriminalroman „Müller und das letzte Gefecht“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Es ist der 11. und der letzte Fall mit dem Baseler Kommissar Benedikt ...

Im September 2024 hat Raphael Zehnder den Kriminalroman „Müller und das letzte Gefecht“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Es ist der 11. und der letzte Fall mit dem Baseler Kommissar Benedikt Müller. Er kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Da ich sehr gerne Krimis lese und regelmäßig auf der Suche nach neuem Lesestoff bin, habe ich zugegriffen, als mir dieser Krimi in die Hände fiel. Von Basel kenne ich in erster Linie den Hauptbahnhof. Von Zürich schon etwas mehr. Es ist eiskalt und an der Dorenbach-Promenade liegt ein Toter. Erfroren. Kommissar Müller rätselt. Wie ist der abgestürzte und verprügelte Ex-Banker in diese Situation gekommen? Kurz darauf wird sein Kollege verletzt. Müller fordert für die Ermittlungen Verstärkung an und stößt auf Hinweise, die ihm so gar nicht gefallen.

Vom ersten Moment an ist mir die ungewöhnliche Schriftfarbe von Raphael Zehnder aufgefallen. Er nutzt gerne kurze Sätze. Dadurch erhöht er das Tempo, das in der ganzen Erzählung hoch ist. Er erzählt im Präsens, das lässt mich glauben, ich sei bei den Ermittlungen dabei. Er nutzte eine kodderige Ausdrucksweise und schwärzt viele Stellen. Das sehe ich zum ersten Mal und normalerweise behagt mir so etwas gar nicht. In diesem Fall passt es, wie die Faust auf das Auge. Mich erinnert Benedikt Müller an Schimanski, wenn er auch ganz anders ist. Ich habe eine Weile gebraucht, um mich an den Stil des Autors zu gewöhnen. Dann hat er mir Spaß gemacht und dann fand ich ihn nahezu genial. Raphael Zehnder ist ein Autor, den man gelesen haben sollte.

Alles in allem hat Raphael Zehner mit „Müller und das letzte Gefecht“ einen Kriminalroman auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Wer sich von einer kodderigen Ausdrucksweise, einer ordentlichen Portion Sarkasmus und gepfeffertem Zynismus nicht abhalten lässt, der kommt hier mit einem spannenden Kriminalfall voll auf seine Kosten.

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Veröffentlicht am 22.03.2025

Spannend, Fesselnd, Lesenswert!

Biberbrugg
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Ende November 2024 hat Silvia Götschi gemeinsam mit dem Verlag emons: den Regionalkrimi „Biberbrugg“ auf den Büchermarkt gebracht. Das Cover passt gut zu ihrer Reihe mit Valérie Lehmann. Der Titel und ...

Ende November 2024 hat Silvia Götschi gemeinsam mit dem Verlag emons: den Regionalkrimi „Biberbrugg“ auf den Büchermarkt gebracht. Das Cover passt gut zu ihrer Reihe mit Valérie Lehmann. Der Titel und der Name der Autorin sind gut lesbar. Der Button „Bestseller“ verrät mir, dass Silvia Götschi bereits viele Leser mit ihren Kriminalromanen begeistern konnte. Mich wundert das nicht. Von ihr habe ich bereits „Alpstein“ und „Stille Nacht, mörderische Nacht“ gelesen. Ein Blick auf den Buchrücken verrät mir mehr über den Inhalt.

Auf dem Klosterplatz in Einsiedeln findet sich die Leiche einer jungen Frau. Ausgerechnet am Güdelmontag. Valérie und ihr Team rätseln. Niemand scheint die Tote zu vermissen. Einen Tag später meldet die Polizei einen zweiten Toten. Valérie will nicht von einer Serie ausgehen, sie denkt, so etwas passiert nur in großen Städten. Nicht jedoch in Biberbrugg. Oder doch?

In einem anderen Erzählstrang lese ich von Colin. Er ist der Sohn von Valérie und ebenfalls bei der Kantonspolizei. Allerdings legt Colin einen Undercover-Einsatz hin, der gründlich nach hinten losgeht. Er patzt, wo er nur patzen kann. Gerne möchte er dafür seinem Chef Hubi die Schuld in die Schuhe schieben. Doch ehe er sich versieht, erreicht Valérie die Nachricht, dass ihr Sohn auf der Intensivstation liegt. Mit einer Kugel im Kopf.

Silvia Götschi macht es in ihrem Jubiläumsband ihrer Valérie nicht leicht. Es ist ihr zehnter Fall. Er fordert alles von ihr. Valérie zerreißt sich zwischen ihren Mordermittlungen und der Sorge um ihren Sohn. Es gelingt der Autorin hervorragend, diesen inneren Kampf zu zeigen. Und zwar ohne viel Gefühlsduselei.

Die Mordermittlungen gestalten sich spannend. Berufliches und Privates halten sich im Verhältnis so ungefähr hälftig. Mich beschäftigt der private Erzählstrang rund um Valéries angeschossenen Sohn intensiver als die Mordermittlungen. Ehe ich mich versehe, sind die ca. 348 Seiten gelesen und der Krimi ist sauber gelöst. Hier hätte ich mir ein etwas spektakuläreres Ende gewünscht und ich bin mir sicher, die Autorin hätte das auch gekonnt.

Alles in allem hat Silvia Götschi mit „Biberbrugg“ einen Regionalkrimi aus der Schweiz auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. In ihrem Jubiläumsband kämpft Valérie Lehmann persönlich und beruflich mit all ihrer Kraft für das Recht und für ihren Sohn. Dieser Teil kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Von mir bekommt die Autorin 4 verdiente Lesesterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 18.02.2025

Gelungen!

Plotpourri
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Von Alexandra Scherer habe ich bereits den hervorragenden Regionalkrimi „Eiskalter Tod“ gelesen. Als ich „Plotpourri, Kauzige Kreaturen“ entdeckt habe, habe ich gleich zugegriffen. Die Autorin hat die ...

Von Alexandra Scherer habe ich bereits den hervorragenden Regionalkrimi „Eiskalter Tod“ gelesen. Als ich „Plotpourri, Kauzige Kreaturen“ entdeckt habe, habe ich gleich zugegriffen. Die Autorin hat die Sammlung von Kurzgeschichten im Jahr 2020 herausgebracht und nun gibt es auch das eBook dazu.

Es ist eine bunte Sammlung von Erzählungen, die mich mit vielen Themen beschäftigen. Jede einzelne hat mich beschäftigt. Dies ist keine Kurzgeschichtensammlung zum nebenbei weg lesen. Dafür sind sie zu schade. Ich empfehle, die einzelne Geschichte zu lesen und diese wirken zu lassen. Alexandra Scherer hat etwas zu erzählen. Sie erzählt von Göttern, von der Liebe, von Einzelschicksalen, von unerwarteten Wendungen und dramatischen Erlebnissen. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Mit „Plotpourri, Kauzige Kreaturen“ hat die Autorin Alexandra Scherer eine gelungene Mischung Kurzgeschichten auf den Büchermarkt gebracht, die zum Nachdenken anregen. Gerne spreche ich eine Leseempfehlung aus für alle, die neugierig auf neue Gedanken sind. Von mir bekommt die Autorin verdiente 4 Lesesterne.

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Veröffentlicht am 14.02.2025

Erholsam, Unterhaltsam, Lesenswert!

Das kleine Berghotel am Wasserfall / Schreib mir einen Brief
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Nach einem anstrengenden Arbeitstag habe ich zu “Schreib mit einen Brief” von Heidi Troi gegriffen. Den Roman hat sie im Februar 2025 herausgebracht. Schon ein Blick auf das Cover beruhigt meine angegriffenen ...

Nach einem anstrengenden Arbeitstag habe ich zu “Schreib mit einen Brief” von Heidi Troi gegriffen. Den Roman hat sie im Februar 2025 herausgebracht. Schon ein Blick auf das Cover beruhigt meine angegriffenen Nerven. Es wirkt warmherzig und friedlich auf mich. Gespannt mache ich mich an das Lesen.

Im Internet lernen sich die beiden Hauptfiguren Sina und Jason als Bunny und Blackpanther kennen. Sie tauschen sich miteinander aus und es entwickelt sich eine Brieffreundschaft, in der sie sich ihre geheimen Gedanken anvertrauen. In einem sind sie sich sicher. Kennenlernen wollen sie sich auf keinen Fall. Nun wären wir hier nicht in einer Liebesgeschichte von Heide Troi, wenn das auch so klappen würde. Es dauert gar nicht lange und beide Protagonisten treffen sich im kleinen Berghotel. Sie erkennen sich nicht gleich, doch dauert es nicht allzu lange, bis es soweit ist.

Vom ersten bis zum letzten Buchstaben liest sich der Roman von Heidi Troi leicht und locker. Ihr Schreibstil ist bildhaft, so dass ich mir alles gut vorstellen kann. Diesen Roman habe ich in zwei Abenden gelesen, das lag schlicht daran, dass ich am ersten Tag einfach zu müde war.

Mit einer gelungenen Mischung aus Unterhaltung, Romantik, einem Hauch Nostalgie und ein wenig Gesellschaftskritik hat die Autorin Heidi Troi mit “Schreib mir einen Brief” einen Liebesroman auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Von mir bekommt sie dafür verdiente 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 06.02.2025

Unterhaltsam, Lesenswert, Informativ!

Goldene Zeiten. Die Münchner Ärztinnen
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Den Roman “Goldene Zeiten, Die Münchner Ärztinnen” hat Ina Bach im Januar 2025 gemeinsam mit dem Verlag Goldmann herausgebracht. Das Cover passt gut in die Reihe und in das Genre. Es handelt sich um den ...

Den Roman “Goldene Zeiten, Die Münchner Ärztinnen” hat Ina Bach im Januar 2025 gemeinsam mit dem Verlag Goldmann herausgebracht. Das Cover passt gut in die Reihe und in das Genre. Es handelt sich um den zweiten Teil der Reihe “Die Ärztinnen”. Ich empfehle, diese Reihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Wir sind im Jahr 1902. Lulu, Fanny und Elsa möchten in München Medizin studieren. Doch der Weg ist nicht leicht. Das Königreich Bayern stellt sich erfolgreich gegen die Zulassung von Frauen an der Universität. Lulu hat schon Schwierigkeiten mit dem Abitur. Elsa ist Wärterin im Kinderspital und Fanny gibt sich als ihr Zwillingsbruder Anton aus, um an die Uni zu gelangen. Keiner fällt irgend etwas zu. Dennoch wollen sie nur eines, sie wollen Ärztinnen werden.

Wunderbar gelingt es der Autorin, die Zeit um 1900 zu beschreiben. Es ist spannend zu lesen, mit welchen Themen und Methoden sich die Medizin beschäftigt hat. Ebenso spannend ist es, über den Job der Wärterin zu lesen. Manchmal wird mir beim Lesen flau im Magen und zwar immer dann, wenn ich über die Stellung der Frau in der damaligen Zeit lese. Auch dieses Thema bringt Ina Bach geschickt unter.

Obwohl ich es gewohnt bin, den zweiten Teil einer Reihe zuerst zu lesen, hat es hier eine Weile gedauert, bis ich mich in die Geschichte eingelesen habe. Als Neueinsteiger habe ich mich mit den vielen Personen auf den ersten Seiten ein wenig verheddert und hätte mir eine Liste mit den wichtigsten Personen im Vorfeld gewünscht. So war mein Lesestart ein wenig holprig. Richtig gefunkt hat es dann ab der Mitte und von da ab, wollte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen und ehe ich mich versehen habe, war es leider schon zu Ende.

Alles in allem hat Ina Bach mit “Goldene Zeiten, Die Münchner Ärztinnen” einen historischen Roman auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Von mir eine Leseempfehlung für alle, die sich für die Medizin und die Stellung der Frau um 1900 interessieren. Die Autorin bekommt von mir 4 verdiente Lesesterne.

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