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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.06.2025

Das Sterben hat begonnen

Aschesommer
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Benjamin Cors liefert mit Aschesommer einen spannenden und leicht zu lesenden Thriller. Das ich den ersten Band nicht kennt, störte mich dabei überhaupt nicht. Mit den Mitgliedern des Teams war ich schnell ...

Benjamin Cors liefert mit Aschesommer einen spannenden und leicht zu lesenden Thriller. Das ich den ersten Band nicht kennt, störte mich dabei überhaupt nicht. Mit den Mitgliedern des Teams war ich schnell vertraut. Die Gruppendynamik und Zusammenarbeit wirkte glaubwürdig und lebendig.

Die Handlung entfaltet sich in mehreren Erzählsträngen, bleibt dabei aber gut strukturiert und keineswegs überladen. Trotzdem undurchsichtig und rätselhaft. Also genau so, dass man sich auf die folgenden Seiten freute und direkt weiterlesen wollte. Mit immer neuen Entwicklungen wurde die Spannung hochgehalten. Während sich einige Zusammenhänge allmählich erschließen, tauchen gleichzeitig neue Fragen auf. Das Team um Jakob und Mila kämpft unter Hochdruck gegen die Zeit, um weitere Opfer zu verhindern.

So gut und spannend der Thriller war, so sehr folgte er dennoch einem gängigen Muster. Bei den ersten Opfern tappen die Ermittler im Dunkeln und der Täter ist stets einen Schritt voraus. Irgendwann haben sie eine Idee wer in Gefahr ist, können die Person trotzdem nicht rechtzeitig warnen. Und beim nächsten Opfer ist es ganz, ganz knapp und sie kommen dem Täter immer näher. Dieser Verlauf wirkt sehr vorhersehbar und wenig überraschend.

Umso wirkungsvoller ist die überraschende Wendung am Ende, die so nicht absehbar war und dem Buch einen starken Abschluss verleiht.

Trotz vielen Lobs für diesen Thriller, hat er für mich auch ein paar Schwächen und Unstimmigkeiten. Auch wenn ich für manche Ungereimtheiten eigene Erklärungsversuche finde, empfinde ich es als störend, dass der Autor diese unbeantwortet lässt.

Wahrscheinlich soll Aschesommer in erster Linie spannend unterhalten und legt dabei weniger Wert auf absolute Realitätsnähe. Und das gelingt dem Buch zweifellos.

Veröffentlicht am 13.05.2025

Projekt Zaugg

Wut und Liebe
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Eigentlich bin ich im Krimigenre beheimatet. Aber zur Abwechslung lese ich auch sehr gerne einen Roman. Wobei ich mich dann unweigerlich frage, was uns der Roman mit auf den Weg geben will. Manchmal vielleicht ...

Eigentlich bin ich im Krimigenre beheimatet. Aber zur Abwechslung lese ich auch sehr gerne einen Roman. Wobei ich mich dann unweigerlich frage, was uns der Roman mit auf den Weg geben will. Manchmal vielleicht nichts, da es sich um einen Wohlfühlroman handelt. Doch ein Wohlfühlroman ist Wut und Liebe trotz der sehr leichten Schreibweise nicht. Also, was für eine Geschichte will uns Suter erzählen?

Einer der prägnantesten Sätze ist „Ich liebe dich, aber nicht das Leben mit dir“. Dies sagt Camilla zu Noah. So trifft sie eine sehr rationale Entscheidung und verlässt Noah. Sie will ein Leben ohne finanzielle Sorgen und nicht den mittellosen Künstler Noah durchfüttern. Dieser wiederum liebt Camilla, will sie zurück und braucht dafür Erfolg bzw. Geld. Dieses Geld könnte er durch ein unmoralisches Angebot seiner Zufallsbekanntschaft Betty bekommen. Bei ihr sitzt der Hass auf den Geschäftspartner ihres verstorbenen Mannes tief. Und sie kann sich vorstellen, für seinen Tod zu bezahlen.

Die anfänglich gestellt Frage, ob man auch arm glücklich sein kann, wird aus den Augen verloren. Stattdessen rückt nun in den Mittelpunkt, wie weit man für die Liebe bereit ist zu gehen und ob man für sie morden würde. Oder auch wie tief Hass und Rachegedanken sitzen können.

Alle drei Hauptpersonen werden vor moralische Fragen gestellt. Ihre jeweilige Motivation ist vielleicht rational erklärbar. Aber um die daraus folgende Entscheidung und Handeln zu verstehen, hätte es mehr Tiefe bedurft. Mir sind die Charaktere zu blass geblieben, um ihr bedenkliches Handeln nachvollziehen zu können.

Der Plot-Twist war gut vorbereitet, aber für mich nicht wirklich überraschend. Eigentlich habe ich auf eine Auflösung in diese Richtung gewartet.

Fazit: gute Unterhaltung im besten Sinne. Die aufgeworfenen Fragen sind interessant, aber die Geschichte selbst und die Charaktere sind zu seicht und oberflächlich.

Veröffentlicht am 23.04.2025

Alles hat seinen Preis

Ein ungezähmtes Tier
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Wir kennen bereits das Finale, ein Raubüberfall auf einen Juwelier in Genf. Und wir sind sogar bei der Ausführung der Tat dabei. Aber wir wissen nicht, wie der Raub ausgeht, wer ihn begeht, ob die Täter ...

Wir kennen bereits das Finale, ein Raubüberfall auf einen Juwelier in Genf. Und wir sind sogar bei der Ausführung der Tat dabei. Aber wir wissen nicht, wie der Raub ausgeht, wer ihn begeht, ob die Täter entkommen können oder das Motiv für die Tat.

Auf diese Reise nimmt uns der Autor mit. Einem Countdown ähnlich werden die Geschehnisse der letzten 20 Tage vor dem Raubüberfall beleuchtet. Hierbei stehen die beiden Ehepaare Braun und Liègan im Mittelpunkt. Das Schicksal der vier Personen ist eng miteinander verwoben. Da sie aber aus unterschiedlichen wirtschaftlichen Verhältnissen kommen, ist es nicht frei von Neid, Missgunst oder auch Besessenheit. Doch im weiteren Verlauf stellt sich die Frage, ob diese scheinbar schöne Welt und das Leben wirklich so begehrenswert sind.

Ein Blick hinter die Kulissen und auch immer wieder in die Vergangenheit der beiden Ehepaare bringt uns die Protagonisten näher. Je näher wir dem Raubüberfall kommen, umso mehr zeigen sich deutliche Risse in der Fassade, wovor auch Geld nicht schützen kann. Fast jeder hat etwas zu verbergen und die Geheimnisse beeinflussen den weiteren Verlauf.

Joel Dicker bedient sich zeitlicher Sprünge in der Erzählperspektive. Dies macht den Roman abwechslungsreich und lebendig. Die Erzählung ist minutiös geplant und dafür muss man Joel Dicker Respekt zollen. Hier ist nichts dem Zufall überlassen. Er weiß das Netz der Verwicklungen geschickt auszulegen. Aber die Handlungsstränge geben nur so viel preis, dass wir vom wirklichen Ausgang noch überrascht werden.

Fazit: ein Roman mit Krimielementen, der sich leicht lesen lässt. Doch ich habe mich zum Schluss gefragt, ob uns das Buch auch eine Message mitgeben möchte oder nur unterhalten will. Und definitiv gibt es von Joel Dicker bereits Bücher, die deutlich komplexer und wendungsreicher sind.

Veröffentlicht am 22.04.2025

Die Moorvilla

Für Polina
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Ich bin hin und her gerissen. Ist dieses Buch meisterlich und gekonnt komponiert oder hat der Autor zu viel gewollt? Ist die Geschichte um Hannes berührend oder langatmig und schwerfällig? Darauf muss ...

Ich bin hin und her gerissen. Ist dieses Buch meisterlich und gekonnt komponiert oder hat der Autor zu viel gewollt? Ist die Geschichte um Hannes berührend oder langatmig und schwerfällig? Darauf muss jeder für sich persönlich eine Antwort finden.

Auf jeden Fall ist es eine Liebesgeschichte voller Hoffnung und dem Glauben an die Kraft der Musik. Man wünscht Hannes ein Happy End und das er sein Glück in die Hand nimmt. Das er aus seiner Lethargie erwacht und nicht das Leben an sich vorbeiziehen lässt.

Doch die Grundstimmung fand ich sehr getragen, schwerfällig und melancholisch. Mitunter fand ich es anstrengend zu lesen und ich brauchte eine Pause. Es hätte etwas mitreisender und emotionaler sein können. Aber gegen Ende hat es mich doch noch gepackt und wie eine warme Decke umhüllt.

Fazit: eine zeitlose Geschichte, die auch vor 50 Jahren spielen könnte.

Veröffentlicht am 26.03.2025

Übertötung

Der Nachtgänger
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Ein Axtmörder geht um. Keine Frage also, dass Joona unter Druck steht, diesen Fall aufzuklären.
Dabei stützt er sich auf Hugo. Einen Schlafwandler, der am Tatort des ersten Mordes gefunden wurde. Joona ...

Ein Axtmörder geht um. Keine Frage also, dass Joona unter Druck steht, diesen Fall aufzuklären.
Dabei stützt er sich auf Hugo. Einen Schlafwandler, der am Tatort des ersten Mordes gefunden wurde. Joona setzt all seine Hoffnung darauf, dass Hugo während des Schlafwandelns etwas mitbekommen und in seinem Unterbewusstsein abgespeichert hat.

Hugo ist für mich der Held des Buches. Seine Wahrnehmungen während des Schlafwandelns sind tiefgreifend und verstörend. Und trotzdem erklärt er sich bereit, unter Hypnose befragt zu werden, um damit bei der Aufklärung helfen zu können.

Generell sind die Morde geprägt von Brutalität, Aggressivität, Blut bis hin zu Gewaltexzessen. Zimperlich darf man hier nicht sein. Mir war das ehrlich gesagt zu viel. Ich kann dies grundsätzlich in Büchern lesen, aber das hier beschriebene Ausmaß hat mir einmal mehr vor Augen geführt, dass ich es schlicht und ergreifend nicht mehr lesen MÖCHTE. Ein Krimi / Thriller muss auch anderweitig spannend sein. Und die Autoren zeigen, dass sie es können. Ich denke dabei unter anderem an Hugos Wahrnehmungen während des Schlafwandelns. Die Beschreibungen sind äußerst anschaulich, aber auch sehr beklemmend.

Joona und seine Ermittlungen sind mir leider etwas zu blass geblieben. Zu Beginn gab es noch einige vielversprechende Spuren, die sich später als Sackgassen entpuppten. Einige klassische Ermittlungsansätze über die Verbindung der Opfer werden hier jedoch überhaupt nicht angesprochen. Hatten sie gemeinsame Ärzte, Interessen, Freunde in Social Media, …? So bleibt das Motiv und wie der Mörder seine Opfer findet bis zum Schluss im Dunkeln.

Trotz meiner Kritikpunkte lässt sich das Buch sehr flüssig und zügig lesen. Auch abseits der Morde ist es spannend und das Thema Schlafwandel wurde geschickt verwoben. Auch wenn die ein oder andere falsche Spur zu offensichtlich gelegt war und ich deswegen die Person als Mörder ausgeschlossen habe, war die Aufklärung nicht offensichtlich.

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