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Veröffentlicht am 25.05.2025

Der erste Fall des Dreiergespanns Galavakis, Demostaki und Pendulaki

Unerbittliches Kreta
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Die junge, rebellische Eleni ist instagram-verrückt und möchte sich mit spannenden Mutproben nicht nur ein wenig gegen ihr konservatives kretisches Elternhaus auflehnen, sondern auch mehr Reichweite in ...

Die junge, rebellische Eleni ist instagram-verrückt und möchte sich mit spannenden Mutproben nicht nur ein wenig gegen ihr konservatives kretisches Elternhaus auflehnen, sondern auch mehr Reichweite in den sozialen Medien generieren. Davon verspricht sich die 18jährige über kurz oder lang Geld und damit ein unabhängiges Leben - und eine Weltreise sollen die sozialen Medien ihr auch finanzieren.

Auf einer ihrer verrückten Touren in eine abgelegenen Schlucht entdeckt Eleni einen skelettierten Torso, der nicht auf natürliche Weise gestorben zu sein scheint. Die selbstbewußte junge Frau wendet sich an die Polizei, verlangt vom etwas speziellen Kommissar Hyeronimos Galavakis jedoch bei den Ermittlungen helfen zu dürfen - schließlich ist es ja "ihr" Toter und sie fühlt sich für die Aufklärung dieses Falls irgendwie verantwortlich.

Gemeinsam mit Galavakis und der Gerichtsmedizinerin Penelope macht sich Eleni daran, das Geheimnis des Torso zu lüften - und sticht dabei in ein Wespennest aus schrecklichen, lang zurückliegenden Ereignissen, die die Menschen der Insel bis heute nicht loslassen.

Die Autorin Nikola Vertidi entwickelt in diesem ersten Band ihrer Kreta-Reihe - parallel zum durchaus spannenden Kriminalfall - vor allem die Hauptprotagonisten Hyronimos Galavakis, Dr. Penelope Demostaki und Eleni Pendulaki. Allesamt sehr interessante und auch sympathische Charaktere, wobei jeder Charakter für sich sein ganz spezielles Päckchen zu tragen hat. Gerade diese besonderen Protagonisten und ihre spreziellen Eigenarten versprechen eine spannende und vielversprechende Reihe lesenswerter Krimis vor der Kulisse der wunderbaren Urlaubsinsel Kreta.

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Veröffentlicht am 18.05.2025

Ungeschönter Klartext

Shitbürgertum
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In seinem Buch "Shitbürgertum" geht der Autor Ulf Poschardt - seineszeichens Publizist, Medienmanager und Autor - mit dem angepassten und gemütlichen Bürgertum in Deutschland hart ins Gericht. Schonungslos ...

In seinem Buch "Shitbürgertum" geht der Autor Ulf Poschardt - seineszeichens Publizist, Medienmanager und Autor - mit dem angepassten und gemütlichen Bürgertum in Deutschland hart ins Gericht. Schonungslos offen und hart kritisiert der Herausgeber der Zeitungen Welt, Politico und Business Insider die "Meckerkultur". "Besserwisserei" und "Belehrungskultur", die sich die gehobene, finanziell abgesicherte Schicht herausnimmt und sich jeglicher Kritik an der eigenen Weltanschauung verweigert. Poschardt macht mit harschen Worten deutlich, dass Deutschland mit dieser Denk- und Handlungsweise sehr bald an die eigenen Grenzen stoßen und international bereits hochgradig als weltfremd und selbstzerstörerisch angesehen wird.
Ein deutlicher Apell zum Umdenken und zur realistischen Auseinandersetzung mit den aktuelle Themen unserer Zeit und ein Plädoyer für den schnellen Abschied vom aktuell vorherrschenden Vogelstrauß-Prinzip "Kopf-in-den-Sand-und-weiter-so." Politisch hochbrisant und extrem lesenswert.

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Eine emotionale Reise in die eigene Vergangenheit

Der irische Fremde
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Mary ist gebürtige Irin, lebt aber seit dem Tod ihrer Eltern bei ihrer Tante in Frankfurt. Sie ist erfolgreiche Reisejournalistin, aber nicht in der Lage ernsthafte Beziehungen oder nur Freundschaften ...

Mary ist gebürtige Irin, lebt aber seit dem Tod ihrer Eltern bei ihrer Tante in Frankfurt. Sie ist erfolgreiche Reisejournalistin, aber nicht in der Lage ernsthafte Beziehungen oder nur Freundschaften zu pflegen. Der Grund dafür liegt in ihrer Kindheit, denn sie hat den Tod der Eltern praktisch hautnah miterlebt. Sie war zugegen als das Hotel der Familie niederbrannte und hat in dem Inferno die Leichen der Eltern gesehen. Dieses traumatische Erlebnis hat sie allerdings scheinbar nie wirklich verarbeitet - zumindest erinnert sie sich nur noch diffus und ungenau an diese Zeit zurück.

Jetzt - 25 Jahre später - sorgt eine zufällige Begegnung dafür, dass Mary das alte Trauma aufarbeiten und die Wahrheit darüber erfahren will, was damals wirklich geschehen ist. Sie ist sich sicher - etwas stimmt an der offiziellen Version eines Unfalls durch austretendes Gas nicht. Mary reist nach Irland - an den Ort ihrer Vergangenheit, wo sich die Unklarheiten nach großem Hin und Her und so mancher überraschenden Wendung zunächst turmhoch auftürmen, ehe sie sich schließlich auflösen sollen. Was ist damals wirklich passiert - eine hochspannende Reise, die Mary an ihrem eigenen Verstand zweifeln lassen und sie an die Grenze des zumutbaren bringen wird, beginnt.

"Der irische Fremde" von Matthias Moor ist ein hochspannender Krimi mit einigen Thriller-Elementen, der die Lebensgeschichte einer bereits im Kindesalter traumatisierten Frau als Aufhänger für eine äußerst verworrene Geschichte nimmt. Geschickt spielt der Autor mit den Perspektiven, lässt seinen Hauptcharakter zweifeln und teilweise verzweifeln. Ein sehr lesenswertes Buch mit einer besonderen, außergewöhnlichen Storyline, die es so nur selten gibt.

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Veröffentlicht am 26.03.2025

Eine ungleiche Gruppe von Vogelfreunden ermittelt

Schräge Vögel – SOKO Neuntöter
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Es ist schon eine ungewöhnliche Truppe, die sich da seit einiger Zeit immer sonntags zum Sonnenaufgang auf einem Beobachtungsturm im Grabenstätter Moos am Chiemsee trifft. Harald, Katja, Thilo, Sabine ...

Es ist schon eine ungewöhnliche Truppe, die sich da seit einiger Zeit immer sonntags zum Sonnenaufgang auf einem Beobachtungsturm im Grabenstätter Moos am Chiemsee trifft. Harald, Katja, Thilo, Sabine und Frank könnten verschiedener nicht sein - zwischen 21 und 73 Jahre alt, in völlig unterschiedlichen Berufs- und Lebensphasen, eint die Gruppe aber eines - die Leidenschaft für die Vogelbeobachtung, bei der sie allesamt Ruhe und Entspannung vom Streß der Woche finden.
Die Fünf kennen sich nur oberflächlich, aber als eines sonntags mit Frank ausgerechnet einer der Vogelfreunde vom Rest der Truppe tot in unmittelbarer Nähe des Beobachtunsturmes gefunden wird, denken alle sofort an eine unnatürliche Todesursache - außer der herbeigerufenen Polizei, die das Ganze für einen Unfall hält. Die vier verbliebenen "schrägen Vögel" rücken zusammen, beginnen selbst zu ermitteln und stoßen schon bald auf Ungereimtheiten und einige dringend Verdächtige aus dem Umfeld des Toten - Teamwork ist nun gefragt, und das obwohl jeder einzelne aus der Gruppe seine ganz eigenen Probleme mit sich herumträgt.
Mit "Schräge Vögel - SOKO Neuntöter" hat die Autorin Anna Täuber einen netten, humorvollen Krimi mit sehr sympathischen Charakteren und einer außergewöhnlicher Handlung vorgelegt. Auch der Faktor Lokalkolorit kommt nicht zu kurz und macht das "Geschehen" noch authentischer. Ein schöner Wohlfühlkrimi, der einige Längen aufweist, was bei Auftaktbänden zu Reihen jedoch völlig normal ist, da die Vorstellung der Charaktere in der Regel die eine oder andere Zeile mehr benötigt. Insgesamt ein guter Cosy Crime, der Lust auf die Fortsetzung macht.

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Veröffentlicht am 19.02.2025

Kurzweiliger und witziger Seniorenkrimi mit rüstigen, sehr eigenwilligen Charakteren

Crime im Heim
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Haus Silberblick ist eigentlich ein sehr ruhiges, idyllisches Seniorenheim. Die Bewohner vertreiben sich ihre Zeit mit dem, womit sich Senioren halt so die Zeit vertreiben. Aber Friedhelm Klemp, der "Impresario", ...

Haus Silberblick ist eigentlich ein sehr ruhiges, idyllisches Seniorenheim. Die Bewohner vertreiben sich ihre Zeit mit dem, womit sich Senioren halt so die Zeit vertreiben. Aber Friedhelm Klemp, der "Impresario", hat sich vorgenommen, mit seinen Mitbewohnern große Kunst auf die kleine Bühne des Seniorenstiftes zu bringen. Der Hamlet von William Shakespeare soll es sein, und mit seiner Angebeteten Katja Horenfeld, die aber ihrerseits einem anderen Bewohner wohlgesonnen ist, macht er sich an die Umsetzung. Das Treffen zur Formierung der Theatergruppe läuft gut, bis plötzlich eine Leiche zu beklagen ist - Ophelia, der bei allen ziemlich unbeliebte Hund einer angehender Darstellerin wurde erschossen. Und es bleibt nicht bei dieser einen Leiche.

Katja Horenfeld ermittelt auf eigene Faust - nicht ganz grundlos und nicht ganz uneigennützig, wie sich bald herausstellt...

"Crime im Heim" von Ida Tannert ist ein flüssig zu lesender, kurzweiliger Cosy Crime mit sehr eigenwilligen, aber durchweg hochinteressanten Charakteren. Die Story ist nicht gerade mit Überraschungen gespickt, aber trotzdem nie langweilig, sondern vielmehr durchaus spannend. Im Grundsatz erinnert die Geschichte an den "Donnerstagsmordclub" des englischen Autors Richard Osman, aber sie hat nicht dieselbe Tiefe und den ausladenden Hintergrund dieser außergewöhnlichen Reihe. Trotzdem ein absolut empfehlenswertes Buch, das sich zu lesen lohnt.

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