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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.05.2026

interessant, aber vorhersehbar

Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?
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Dieses Buch ist ein Einzelband und hat nichs mit den übrigen Büchern, die zurzeit regelmäßig erscheinen und deren Cover und der Farbschnitt zuerst den Eindruck vermitteln, dass es eine Reihe wäre.

In ...

Dieses Buch ist ein Einzelband und hat nichs mit den übrigen Büchern, die zurzeit regelmäßig erscheinen und deren Cover und der Farbschnitt zuerst den Eindruck vermitteln, dass es eine Reihe wäre.

In diesem Buch spielen zwei weibliche Charaktere die Hauptrolle, welche Arbeitskolleginnen sind. Zum einen ist dort Natalie, die sehr erfolgreich und beliebt zu sein scheint, zudem auch als gut aussehend beschrieben wird und eine intime Beziehung mit einer Führungskraft zu haben scheint. Auf der anderen Seite ist Dawn, ein Charakter, der wie Natalies genaues Gegenteil dargestellt wird. Sie ist ruhig, immer pünktlich, immer überkorrekt, scheint keine Freunde zu haben und keiner weiß so recht etwas über sie. Diese schwarz-weiß Darstellung fand ich durchschnittlich - sie ist so ähnlich wie gut und böse. Aber es gibt doch so viel grau dazwischen! Ein bisschen wird dies in diesem Thriller auch deutlich. Vielleicht war das die Intention der Autorin?

Dawn lernen wir über Geschehennisse in der Vergangenheit kennen, da in ihrem Haus zu Beginn eine Bluttat passiert, jedoch ohne Leiche. Somit wird Spannung aufgebaut, indem wir nichts von ihr hören, sondern nur aus der Vergangenheit ihr Leben kennenlernen und wie sie zu Natalie stand. Natalie lernen wir im Hier und Jetzt kennen. Dabei wird deutlich, dass beide ihr Verhältnis miteinander als extrem unterschiedlich beschreiben. Natalie beschreibt Dawn eher als still, unauffällig, merkwürdig, aber aus Dawns Sicht scheint Natalie eine Psychopathin zu sein, die sie am Arbeitsplatz regelrecht mobbt. Auch hier haben wir die Darstellung Gut und Böse - schwarz und weiß.

Je weiter die Geschichte sich entwickelt, desto wiedersprüchlicher wird alles und desto mehr Grau erscheint zwischen dem Ganzen Schwarz und Weiß. Im Grunde wirklich gut gemacht, aber es konnte mich nicht richtig abholen. Ich weiß nicht, woran es lag. Vielleicht war es mir bis zum Twist am Ende zu vorhersehbar? Zu platt schwarz und weiß? Ja, am Ende dreht die Autorin noch Vieles und ich hatte ein ziemliches Oh-Ha-Erlebnis - obwohl es sich nach und nach anbahnte. Trotzdem kam es für mich etwas spät, bis dahin musste man erstmal an einer Geschichte dran bleiben, die eigentlich nicht sonderlich spannend war - für mich.

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Veröffentlicht am 19.05.2026

interessant illustriertes Buch

Louis Vuitton
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In diesem Band lernen wir den Modeschöpfer Louis Vuitton kennen. Wir erfahren, wie er aufgewachsen ist und wie er nach Paris kam, wo er das Handwerk der Reisegepäck Herstellung erlernte. Man sieht schnell, ...

In diesem Band lernen wir den Modeschöpfer Louis Vuitton kennen. Wir erfahren, wie er aufgewachsen ist und wie er nach Paris kam, wo er das Handwerk der Reisegepäck Herstellung erlernte. Man sieht schnell, dass Louis Vuitton das Handwerk von Grund auf gelernt hat und aufgrund seines Talents schnell mehr Verantwortung übertragen bekam und Kontakte knüpfen konnte. So lernte er bald hauptsächlich wohlhabende Menschen kennen, für die er arbeitete. Damit legte er den Grundstein für dass heutige Imperium. Wir lernen im Zuge der Geschichte der Modemarke auch seinen Sohn kennen, der die Modemarke ausbaute und an die sich verändernden Anforderungen anpasste. Er war es auch, der das heute bekannte Design entwarf - als Andenken an seinen Vater. Über die dritte Generation wird nur noch wenig im Buch geschrieben, sodass man sagen kann, dass Louis Vuitton die Marke gegründet und sein Sohn sie zu dem gemacht hat, was sie mittlerweile ist.

Die Künstlerin Megan Hess hat das gesamte Buch wieder überaus ansprechend gestaltet. Die Bilder sind sehr detailreich und die sehr kurzen Texte vermitteln alle wichtigen Informationen, um einen ersten Eindruck des Modeschöpfers und seiner Marke zu gewinnen.

Was mir jedoch nicht so gut gefallen hat, ist, dass das LV - Design von Beginn an auf fast allen Seiten und Gegenständen abgedruckt ist. Dabei erfahren wir erst bei der Hälfte des Buches, dass dieses Design vom Sohn erfunden wurde und daher auch erst ab dann verwendet wurde. Davor war das Gepäck unifarben braun, braun gestreift oder mit einem Schachbrettmuster versehen. Die Streifen und das Schachbrett kommen dann auch auf der Seite vor, auf der von ihnen berichtet wird, aber eben sonst nicht. Ich hätte es authentischer gefunden, wenn in der ersten Hälfte des Buches auch immer nur das Design abgebildet worden wäre, das zu diesem Zeitpunkt verwendet wurde.

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Veröffentlicht am 10.05.2026

sehr schön gestaltetes Kinderbuch

HELENE FISCHER: Das große Vorlesebuch für die ganze Familie mit Geschichten und Liedern
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Dieses Vorlesebuch wird für Kinder ab 4 Jahren empfohlen. Es beginnt mit einem Vorwort der Künstlerin, in dem sie sowohl Kinder als auch Erwachsene anspricht. Sie erzählt ein wenig von ihrer Motivation ...

Dieses Vorlesebuch wird für Kinder ab 4 Jahren empfohlen. Es beginnt mit einem Vorwort der Künstlerin, in dem sie sowohl Kinder als auch Erwachsene anspricht. Sie erzählt ein wenig von ihrer Motivation dieses Buch zu schreiben, macht die Kinder aber auch darauf neugierig, was sie auf den folgenden Seiten erwartet. Danach folgt das Inhaltsverzeichnis, wo kleine Symbole darauf hinweisen, wann man ein Lied, etwas zum Basteln oder z.b ein Rezept findet.

Generell gliedert sich dieses Buch in 31 Vorlesegeschichten, die immer aus vier Seiten bestehen, welche jedoch mit vielen Bildern illustriert sind, sodass es sich wie empfohlen, auch schon für jüngere Kinder eignet. Sie müssen nicht zu lange zuhören, der Sinn der Geschichte erschließt sich schnell und die Bilder unterlegen das Geschehen sehr anschaulich und laden zudem zum Gespräch ein. Inhaltlich besprechen die Geschichten viele Themen, die Kindern wichtig sind wie Freundschaft, Familie, aber auch Mut haben, etwas zu tun. In der Regel tauchen auch immer Tiere in den Geschichten auf und begleiten die Kinder. Die Texte sind kindgerecht geschrieben und langweilen nicht. Zum Teil hatte ich jedoch den Eindruck, als wenn hier Gefühle von Erwachsenen auf Kinder projeziert wurden: So zum Beispiel in der ersten Geschichte, in der sich ein kleines Mädchen auf einem Geburtstag nicht traut zu tanzen, weil die anderen zugucken und sie Angst hat, was diese wohl denken würden. Das fand ich etwas übertrieben und eher Gedanken, die wir Erwachsene uns machen. Die Geschichten sind eine Mischung aus grundsätzlichen Vorlesegeschichten zu jedem Anlass, aber auch speziellen Gute Nacht Geschichten, was mir gut gefallen hat.

In der Regel alle zwei Geschichten finden sich dann kleine Zusätze: Lieder, die man auch von der Kinderlieder CD der Sängerin kennt, Bastelideen, Yoga und Bewegungsübungen oder Rezepte. Alles sehr kindgerecht gestaltet.

Vorne im Buch findet man einen eingearbeiteten Sensor, an den die Erwachsenen ihr Smartphone halten können und wodurch man nochan zusätzliches Material kommt: Z.B. Links zu den Liedern, Bastelvorlagen zu den Ideen im Buch oder ein Plakat mit Yoga-Übungen. Dies ist zwar eine gute Idee, aber ich fand die Umsetzung sehr schwierig. Ich habe eine ganze Weile gebraucht, bis ich herausgefunden habe, wie mein Handy sich damit verbinden kann. Hier wäre ein simpler QR Code einfacher gewesen. Zudem fände ich es sinnvoller, die entsprechenden Materialien auf den jeweiligen Seiten per QR Code zu verbinden. Ich kann mir vorstellen, dass hier der Gedanke war, dass die digitalen Inhalte eher versteckt sind, sodass Kinder sie nicht einfordern oder so offensichtlich sehen, finde dies aber unnötig.

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Veröffentlicht am 27.03.2025

schön gestaltet

Der Schuh - Eine illustrierte Hommage an einen Modeklassiker
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In diesem kleinen Buch stellt uns die Autorin nach ein paar einleitenden Worten, die uns erklären, wieso sie sich für diese Thematik entschieden hat, 30 verschiedene Schuhmodelle vor. Jedem Modell ist ...

In diesem kleinen Buch stellt uns die Autorin nach ein paar einleitenden Worten, die uns erklären, wieso sie sich für diese Thematik entschieden hat, 30 verschiedene Schuhmodelle vor. Jedem Modell ist eine Doppelseite gewidmet, die auf der einen Seite eine Zeichnung des Schuhes darstellt und auf der anderen, den Namen des Modells sowie Designers, das Jahr, in dem der Schuh das erste Mal entworfen wurde sowie ein paar Zeilen zu den Details des Modells. In den Details erfahren wir manchmal warum dieses Modell zu seiner Zeit extravagent gewesen ist, was es von anderen Schuhen abhob oder auch für wen oder aus welchem anderen Grund diese Schuhe geschaffen worden sind. Man erfährt kurz und knapp etwas über die verschiedenen Modehäuser und ihre Designer, das hat mir immer sehr gut gefallen.

Zwischen den Modellen der Schuhe findet man auch Doppelseiten, die reine Illustrationen zeigen, auch sehr hübsch anzusehen. Jedoch gaben diese mir inhaltlich nichts. Hier und dort ist auch eine Seite eingebaut, die noch etwas zusätzliches erzählt, wie beispielsweise über die Schuhabteilung von Saks in New York - was nette Anekdoten gewesen sind. Ebenso die kurzen Zitate hier und dort.

Alles in allem hat mir die Aufmachung des Buches wieder sehr gut gefallen, aber es gab ein Manko für mich: Das Buch stellt den Schuh als Thema da, jedoch konzentriert sich alles nur auf die Haute Couture, auf die ganz großen, ganz teuren Namen und mit ein paar Ausnahmen auf High Heels. Die natürlich sehr schön anzusehen sind, aber beim Thema "Schuh" hätte ich auch gerne einige weniger luxuriöse Marken und Modelle gesehen. Auch diese haben sicherlich Schuhe entworfen, die besonders sind und die vielleicht dann auch die eine oder andere normale Frau im Schrank hat.

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Veröffentlicht am 27.03.2025

sehr ruhige Geschichte

Das Winterhotel
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"Das Winterhotel" spielt, wie es der Titel schon vermuten lässt, in einem Hotel im Winter. Dieses liegt abgeschiedenen in einem kleinen, verschneiten Dorf. Zudem spielt es in der Vorweihnachtszeit, kann ...

"Das Winterhotel" spielt, wie es der Titel schon vermuten lässt, in einem Hotel im Winter. Dieses liegt abgeschiedenen in einem kleinen, verschneiten Dorf. Zudem spielt es in der Vorweihnachtszeit, kann aber sehr gut auch außerhalb der Weihnachtszeit gelesen werden, da das Fest keine tragende Rolle spielt und man es gut auch einfach überlesen kann. Der Winter ist hier definitiv zentraler.

In diesem Buch treffen wir die drei Freundinnen Erica, Claudia und Anna, die alle 39 oder 40 Jahre alt sind. Das hat mir direkt gut gefallen, da Hauptcharaktere in vielen Bücher doch eher um die 20 sind und ich in diesem Fall gehofft hatte, mich evtl. mehr mit ihren Problemen identifizieren zu können. Zum Teil ist das auch wirklich gelungen - was ein großes Plus ist und wie man in einer meiner letzten Rezensionen lesen konnte, nicht selbstverständlich. Die drei Frauen sind, wie ich finde, ein guter Querschnitt der Gesellschaft. Anna lebt das traditionelle Familienbild: verheiratet, Haus, zwei Kinder. Ihr macht es zu schaffen, dass die Kinder nun langsam das Nest verlassen. Ich fand ihre Geschichte sehr glaubwürdig und gut nachvollziehbar erzählt. Obwohl ich selbst nicht dieses Leben lebe, sind mir Traditionen innerhalb der Familie sehr wichtig und so konnte ich mich gut in sie und ihre Ängste Traditionen zu verlieren hineinfühlen. Claudia hat gerade Job und Mann verloren. Auch hier konnte ich ihre Ängste gut nachvollziehen, fand aber den Verlauf ihres Charakters vorhersehbar. Schon sehr früh in der Geschichte war für mich klar, wohin es gehen würde. Trotzdem fand ich ihren Teil gut erzählt. Erica ist sehr auf ihren Job fokusiert, in dem sie sehr erfolgreich ist und möchte sich nicht fest binden - auch ihre Position konnte ich gut nachfühlen. Auch bei ihr hat die Autorin ihre Ängste, Sorgen und Entscheidungen für mich sehr gut dargestellt und alles sehr ernst genommen. Ich hätte nie das Gefühl, das die eine Freundin wichtiger oder ernster genommen wird als eine andere. Das hat mir sehr gut gefallen, da die Autorin somit alle Lebensstile wertungsfrei lässt. Erica barg für mich im Laufe der Geschichte die meisten Überraschungen. Wäre sie mir nicht von Beginn an sympathisch gewesen, kann ich mir gut vorstellen, dass ich meine Meinung zum Positiven verändert hätte.

Zusätzlich zu den drei Freundinnen lernen wir Hattie kennen. Sie ist 28, Witwe, Mutter einer kleinen Tochter und die Besitzerin des Hotels, das jedoch die Idee ihres verstorbenen Mannes gewesen ist und das sie bisher eher in seinem Andenken geführt hat, als selbst aktiv Entscheidungen zu fällen. Grundsätzlich hat man das Gefühl, das sie ihr Leben seit dem Tod ihres Mannes eher verwaltet hat, alles am Laufen hielt, als es zu leben und in die Zukunft zu blicken. Für mich absolut nachvollziehbar und ihre Entwicklung hat mir außerordentlich gut gefallen.

Alles in allem klingt es also nach einer sehr guten Geschichte. Nun muss ich jedoch mein Aber einwerfen. All diese wichtigen, interessanten Handlungsstränge starten erst ab der Hälfte des Buches! Es umfasst 400 Seiten und auf den ersten 200 Seiten lernen wir gefühlt lediglich die Charaktere kennen. Für mich tat sich auf diesen Seiten nichts, was die Geschichte irgendwie voranbrachte. Es tröpfelte so vor sich hin, hier passierte mal etwas, dann da, hier wurde gezweifelt, dort wurde gegrübelt, aber richtige Handlung war da kaum. Ich war froh, dass mir das Buch von vielen verschiedenen Menschen empfohlen worden war, denn somit siegte der Gedanke, dass diese doch nicht alle so einen komplett anderen Lesegeschmack als ich haben konnten. Ich hielt durch und wurde am Ende mit sehr schönen zweiten 200 Seiten belohnt. Aber dahin zu kommen, war ein Geduldsspiel. Daher kann ich auch nicht sagen, ob ich noch einmal ein Buch dieser Autorin lesen werde.

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