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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2025

"gehorchen liegt mir eigentlich nicht"

Peggy
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Das Cover und der Titel haben mich sofort angesprochen und über das Leben von Peggy Guggenheim habe ich auch schon einige Male gelesen und gehört, dementsprechend neugierig war ich auf die Umsetzung des ...

Das Cover und der Titel haben mich sofort angesprochen und über das Leben von Peggy Guggenheim habe ich auch schon einige Male gelesen und gehört, dementsprechend neugierig war ich auf die Umsetzung des Romanes. Der Schreibstil ist erzählend, fast monoton und wirkt für mich etwas distanziert, wie eine Beobachterin, obwohl in der Ich-Perspektive geschrieben wurde. Peggy erzählt von ihrer Jugendzeit bis ins mittlere Erwachsenenalter und trotzdem wirkt sie schon als Jugendliche reif und erwachsen. Schmunzeln musst ich über ihre Aussage: „Gehorchen liegt mir eigentlich nicht,…“ Dies zeigt deutlich ihren rebellischen Charakter, der sie in ihrer Jugendzeit auszeichnet. Die Beziehung zu ihrer Familie, besonders zu ihrer Schwester Benita und ihrer strengen Mutter wird ausführlich geschildert und hat mir auch sehr gut gefallen. Später erzählt sie über ihre Familie, vor allem über ihren gewalttätigen Ehemann und über ihre zahlreichen Affären mit anderen Männern. Dies war mir schon etwas zu viel und ich konnte kaum noch folgen, es wirkt fast wie eine Aneinanderreihung von Namen, sodass es für mich nicht mehr so greifbar war. Der erste Teil hat mir bedeutend besser gefallen.

Veröffentlicht am 29.03.2025

zu viel und zu wenig

Only Margo
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Den Titel und das Cover finde ich erfrischend und jugendlich, passt sehr gut zum Inhalt des Romanes. Sprachlich wechselt die Perspektive von Erzählstimme und Ich-Perspektive und ist bewusst auf jugendlich ...

Den Titel und das Cover finde ich erfrischend und jugendlich, passt sehr gut zum Inhalt des Romanes. Sprachlich wechselt die Perspektive von Erzählstimme und Ich-Perspektive und ist bewusst auf jugendlich und etwas derb getrimmt. Vor allem der Beginn konnte mich nicht fesseln, im Gegenteil, erst ab der Geburt von Bodhi ist es in Margos Leben und auch im Roman spannend geworden. Margo hat im Laufe der Erzählung eine beachtliche Entwicklung hingelegt, so war sie zu Beginn noch völlig naiv, planlos und hoffnungslos verliebt in ihren College-Professor, aber am Ende entwickelt sie sich zu einer fürsorglichen Mutter und Geschäftsfrau mit kreativen, neuen Ideen, um ihre finanziellen Sorgen zu beseitigen. Ihre Aussagen zu anderen Personen, aber vor allem auch ihre Kritik im Umgang mit Frauen und Müttern und auch mit Sexarbeiterinnen finde ich treffend. Sie formuliert teilweise witzige Äußerungen, die einen wahren Kern oder einen ernsten Hintergrund haben. Margo hat mir als Charakter sehr gut gefallen, sie lässt sich nicht unterkriegen und wächst an ihren Herausforderungen. Wenn es für sie eng wird oder sie in der Klemme sitzt, dann mobilisiert sie all ihre Kräfte und kreativen Energien um sich aus der Situation herauszumanövrieren. Ihren Vater Jingx war mir suspekt, ich konnte ihn nicht so gut finden, wie es Margo scheinbar macht. Er hat seine Ansichten, die er allen aufdrückt, eine bewegte Vergangenheit und sein exzessives Interesse am Wrestling und die Diskussionen darüber haben teilweise vom eigentlichen Problem oder Thema abgelenkt. Mir war es too much. Genauso übertrieben finde ich auch, die lange Diskussion über Margos OnlyFans Content und ihre Dreharbeiten mit ihren Kolleginnen auf TikTok, dies war sehr ausufernd und hat einen ziemlich großen Raum eingenommen, wohingegen der Schluss dann recht schnell abgehandelt wurde und auch etwas zu kurz gekommen ist. Insgesamt waren es zu viele Nebenschauplätze oder Ausbreiten von Details, aber zu wenig Perspektive und Messages am Schluss.

Veröffentlicht am 21.03.2025

gefühlskalt

Notizen eines Killers
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Der Thriller hat einen ansprechenden Titel und eine auffällige optische Gestaltung, sodass er mich sofort angesprochen hat. Inhaltlich beginnt er sogleich spannend, sodass mein Interesse geweckt wurde, ...

Der Thriller hat einen ansprechenden Titel und eine auffällige optische Gestaltung, sodass er mich sofort angesprochen hat. Inhaltlich beginnt er sogleich spannend, sodass mein Interesse geweckt wurde, allerdings ist er dann bald abgeflacht, durch offene Fragen, durch Wiederholungen. Als Charakter war mir Emilie sympathisch und ich hätte ihr gewünscht, dass sie das Büchlein niemals mitgenommen hätte und sich schon gar nicht damit befasst hätte, aber Neugierde liegt in der Natur der Menschen. Der Serienkiller war mir wenig überraschend nicht sympathisch. Er berichtet von seinen Taten, als ob sie ihn nicht betreffen, zeigt keine Emotionen, beschreibt bildhaft, aber fast schon neutral. Trotz der Schilderungen konnte ich keinen wirklichen Zugang in seine Gefühlswelt finden. Zuerst habe ich seine Erzählungen gut gefunden, mit der Zeit flacht der Spannungsbogen allerdings ab und das Ende konnte mich nicht zufrieden stellen. Es blieben für meinen Geschmack, zu viele offene Fragen, es wurde zu wenig aufgeklärt, passt aber insgesamt zum restlichen Teil.

Veröffentlicht am 18.03.2025

Abwärtsspirale

bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann
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Der Roman beschreibt den Alltag von vier Freunden, unterschiedlicher Herkunft, mit ihren Problemen, Drogenmissbrauch, Kriminalität, Abstieg bis ganz nach unten. Der Schreibstil ist zu Beginn sehr gewöhnungsbedürftig, ...

Der Roman beschreibt den Alltag von vier Freunden, unterschiedlicher Herkunft, mit ihren Problemen, Drogenmissbrauch, Kriminalität, Abstieg bis ganz nach unten. Der Schreibstil ist zu Beginn sehr gewöhnungsbedürftig, alles in abgehackter Jugendsprache, mit vielen Szenebegriffen und klein geschrieben. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber an den Stil und den Jargon und ich konnte inhaltlich gut folgen. Positiv gefallen hat mir, dass es trotz aller Probleme und negativer Grundstimmung, im Leben der Jugendlichen Personen gibt, die ihnen wichtig sind, auch außerhalb der Clique. So war die Beziehung zu den Großmüttern immer sehr innig und die Erinnerungen an sie durchwegs liebevoll. Die Abwärtsspirale ist ebenfalls gut erkennbar, so war zu Beginn noch Hoffnung auf einen Schulabschluss und eine Ausbildung, sogar der Traum von einer Anwaltskarriere, so zählt zum Schluss nur noch den Alltag irgendwie zu überstehen, Drogennachschub zu besorgen und die Hoffnung haben sie schon aufgegeben. Auch dramatische Verluste, können nicht mehr zum Umdenken des eigenen Verhaltens führen, dafür sind sie schon zu lange in der Abhängigkeit gefangen. Leider gibt es auch am Ende keinen positiven Lichtblick, sodass es insgesamt sehr düster und aussichtslos bleibt.