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Veröffentlicht am 08.04.2025

Ein typischer McFadden

Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?
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Eins ist mal klar: Wo Freida McFadden draufsteht, ist auch Freida McFadden drin. Die Autorin hat mit DIE KOLLEGIN einen weiteren Thriller in bester Housemaid-Manier vorgelegt. Stellenweise hätte es sich ...

Eins ist mal klar: Wo Freida McFadden draufsteht, ist auch Freida McFadden drin. Die Autorin hat mit DIE KOLLEGIN einen weiteren Thriller in bester Housemaid-Manier vorgelegt. Stellenweise hätte es sich hier durchaus um einen vierten Teil der Reihe handeln können. Die Protagonistin heißt zwar Natalie, aber gerade zu Beginn ist mir noch ständig der Namen Millie durch den Kopf gegeistert. Auch was den Aufbau und die Fülle an Plottwists betrifft, liegt der Vergleich auf der Hand. McFadden knüpft also ziemlich nahtlos an die Erfolgsreihe an. Stück für Stück kann der Thriller sich dann aber von Vergleichen freistrampeln und sich letztendlich als gelungener Standalone behaupten.
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Darum geht’s: Natalie kommt eines Tages ins Büro und ihre sonst so zuverlässige Kollegin Dawn ist nicht da. Stattdessen nimmt Natalie einen seltsamen Anruf entgegen, der sie in dem Glauben bestärkt, dass Dawn etwas passiert ist. Natalie versucht, mehr herauszufinden…
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Von Beginn an ist DIE KOLLEGIN ein rasanter Pageturner, den ich kaum noch aus der Hand legen konnte. Der Schreibstil von McFadden mag nicht besonders anspruchsvoll sein, reißt mich in seiner Einfachheit aber trotzdem mit. Klare Formulierungen. Kurze Kapitel. Perspektivwechsel. Die Autorin fährt hier wieder alles auf, was mich bei guter Leselaune hält. Die Handlung ist rasant und spannend und hat mich in einen Strudel der Ereignisse gezogen. Mir war direkt klar, dass hier jede Kleinigkeit von Bedeutung sein und wichtige Hinweise liefern kann. Ich habe also versucht, jede Info aufzusaugen und das Puzzle zusammenzusetzen. Ich kann euch sagen: Mein Kopf hat ganz schön geraucht. Hier sind zig Konstellationen und Szenarien denkbar. Entsprechend großen Spaß macht das Miträtseln.
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Und irgendwann ist er dann wieder da: Dieser typische Freida McFadden-Plottwist. Habe ich ihn kommen sehen? Vielleicht. Hat er mich trotzdem überrascht? Aber sowas von. Und das liegt daran, dass mit einem Mal viele kleine Ungereimtheiten zu einem großen Ganzen werden. Alles verhakt sich ineinander. Mit der Nase werde ich auf Zusammenhänge gestoßen, die ich eigentlich hätte erkennen müssen. Aber einmal mehr bin ich Freida McFadden in die Falle getappt und habe mich von den einfachsten Finten verwirren lassen. Aber von Freida lasse ich mich gerne an der Nase herumführen.
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Richtig toll fand ich in DIE KOLLEGIN die Charakterentwicklung der Personen. Das bezieht sich nicht nur auf die beiden Protagonistinnen, sondern auch auf alle anderen Figuren im Buch. Das einmal gefasste Bild wandelt sich ständig und musste von mir bis zum Schluss immer wieder korrigiert und neu gedacht werden. Der Thriller ist vermeintlich sehr einfach und massentauglich gestrickt und hat doch so viel Potenzial, dass man über alles und jeden überraschend intensiv diskutieren kann.
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Was ich bei McFadden außerdem sehr mag, ist dieses gewisse Quäntchen Humor, das sie in ihre Thriller einarbeitet. Das gefällt mir richtig gut und sorgt für zusätzliche Auflockerung. Und warum mir DIE KOLLEGIN ein waschechtes Schildkröten-Trauma beschert hat, müsst ihr beim Lesen selbst herausfinden.
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DIE KOLLEGIN hat mich überzeugt, bei Freida McFadden auch über die Housemaid-Reihe hinaus am Ball zu bleiben. Spätestens jetzt dürft ihr mich als Fan der Autorin bezeichnen. Ihre Thriller mögen schreibtechnisch nicht besonders intellektuell oder anspruchsvoll daherkommen. Der Aufbau ähnelt sich bisher immer und scheint nach Schema F zu verlaufen. Und doch gelingt es McFadden, mich einfach gut und kurzweilig zu unterhalten. Wer also einen zuverlässig spannenden und schnellen Thriller-Snack für Zwischendurch sucht, ist hier auf jeden Fall wieder richtig.

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Healthy Romance

Feel it like a Heartbeat (Erstauflage exklusiv mit Farbschnitt und Character Card)
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“Feel it like a Heartbeat” ist der 2. Band der Brighton-Reihe von Katharina Katz. Der GU-Verlag hat diese und weitere Titel unter dem Label “Healthy Romance” veröffentlicht. Das Konzept gefällt mir. Die ...

“Feel it like a Heartbeat” ist der 2. Band der Brighton-Reihe von Katharina Katz. Der GU-Verlag hat diese und weitere Titel unter dem Label “Healthy Romance” veröffentlicht. Das Konzept gefällt mir. Die New Adult-Romane behandeln wichtige Mental-Health-Themen. Und das sehr sensibel und authentisch. Die Message an die Leser*innen: Du bist nicht allein und gut und wertvoll, so wie du bist.
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Band 1, “Say it with a Love Song" ist eine Healthy Rockstar-Romance. Band 2, “Feel it like a heartbeat” geht das Genre Sports-Romance mal anders an. Zentral geht es natürlich auch hier um das Thema Liebe - angereichert allerdings mit speziellen Aspekten, die dem Ganzen eine besondere Note geben.
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Wir haben hier eine Fake Beziehung, die schnell zu einer Vierecksgeschichte wird. Amy verliebt sich in Fußballtrainer Casper. Der denkt, sie ist mit seinem Spieler Raj zusammen. Der dated wiederum heimlich Alvaro. Die Ausgangslage hört sich schwer nach RomCom an. Die Geschichte geht aber viel tiefer. Gewisse Erlebnisse haben bei den Protagonisten Spuren hinterlassen. Und die sind so weitreichend, dass sie therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen, um mit den Folgen klarzukommen. Ein zentraler Aspekt der Story ist zum Beispiel Mobbing. Dazu findet sich im Anhang auch eine umfangreiche Liste mit Hilfsangeboten und weiterführender Literatur.
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Was mir wieder sehr gefallen hat, sind der Schreibstil von Katharina Katz, die wechselnden Perspektiven und natürlich das Brighton-Setting. Ganz süß finde ich auch, dass der Klassiker “Alice im Wunserland” eine ganz besondere Rolle spielt. Die Personenkonstellation ist toll. Jede einzelne Person steht für etwas und sorgt dafür, dass die Handlung sehr vielschichtig und reich an Wendungen ist. Zwischendurch ist es vielleicht etwas zu viel Hin & Her mit Miscommunication, bis alle Dinge offen auf dem Tisch liegen. Aber hier muss eben auch einiges zur Sprache gebracht werden. Die unterschiedlichen Themen hätte man auch gut und gerne in zwei oder sogar noch mehr Büchern auseinanderdividieren können. Der Roman wirft aber auf nicht mal 400 Seiten alles in einen Topf. Das wirkt einerseits etwas überfrachtet, andererseits ist die Geschichte dadurch sehr dicht erzählt. Und sie schafft es durchaus, der Fülle an Themen auch gerecht zu werden.
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Hut ab, Katharina Katz! “Feel it like a Heartbeat” ist ein intensives Leseerlebnis. Die Geschichte sticht durch ihren Mehrwert aus der NA-Masse heraus, hebt sich davon ab und bleibt in Erinnerung. Es lohnt sich sicherlich auch, die anderen Healthy Romances von GU zu entdecken.

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Veröffentlicht am 23.03.2025

Sanft und schön wie ein Schmetterling

Feels like Butterflies
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Meine Mood Reading-Mission geht weiter. Und meine Stimmung hat mich spontan zu „Feels like Butterflies“ von Ann-Kathrin Falkenberg geführt. Das Cover ist Frühling und Romantik pur. Der Klappentext hat ...

Meine Mood Reading-Mission geht weiter. Und meine Stimmung hat mich spontan zu „Feels like Butterflies“ von Ann-Kathrin Falkenberg geführt. Das Cover ist Frühling und Romantik pur. Der Klappentext hat mich auch kolossal angesprochen. Also, her mit dem Buch! Was ich nicht wusste, aber hätte ahnen können: Es handelt sich natürlich nicht um einen Einzelband, sondern um den Auftakt einer Trilogie. Tja, die muss ich jetzt weiterlesen, denn NA-Roman Nummer 1 hat bei mir schon mal voll ins Schwarze getroffen.
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Die Geschichte spielt in den Wäldern Tennesees, wo die Schmetterlingsfarm und das Restaurant von Charlies Familie vor dem Ruin stehen. Ihr Vater holt über ein Bewährungsprogramm den Straftäter Nate als billige Hilfskraft nach Hazelwood. Charlie und Nate können sich erst partout nicht ausstehen, fühlen sich aber dann immer mehr zueinander hingezogen…
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Der Roman steckt voller Tropes, die ich mag. Bad Boy x Good Girl. Grumpy vs. Sunshine. Enemies to Lovers. Das Ganze angesiedelt in einem wunderschönen Kleinstadt-Setting, dass auch noch Found Family-Gefühle mit sich bringt. Beste Voraussetzungen dafür, dass mir ein Buch gefällt. Auch mit dem Schreib- und Erzählstil der Autorin hat es gematcht. Und auch sonst gab es keine bösen Überraschungen beim Lesen. Natürlich ist der Handlungsverlauf überwiegend vorhersehbar und es ist von Anfang an klar, worauf die Story hinausläuft. Aber das hat mein Lesebedürfnis in diesem Moment 1:1 erfüllt. Ich wollte es genauso und nicht anders.
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Bei „Feels like Butterflies“ sind Schmetterlinge Programm. Sie sind hier wie wild in meinem Bauch und meinem Herz herumgeflattert. Ich konnte mich wunderbar mit Charlie, dem lieben, netten, braven und behüteten Mädchen von nebenan identifizieren. Und selbstverständlich ist Nate genau die Art von Bad Boy, von der ich mich magisch angezogen fühle, weil er eben doch nicht so böse ist, wie gedacht und nur durch die Liebe gerettet werden muss. Hach ja, wir verstehen uns, oder? Auch die anderen Charaktere im Buch haben mir gefallen. Einige im positiven, andere wiederum im negativen Sinne. Hier hat eben jeder seinen Platz und ist genauso, wie er/sie sein muss, um die Geschichte am Laufen zu halten, zum perfekten Abschluss zu bringen und, nicht zu vergessen, neugierig auf die weiteren Bände zu machen.
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Ann-Kathrin Falkenberg hat mit „Feels like Butterflies“ einen wunderschönen und herzerwärmenden Wohlfühlroman geschrieben. Perfekt für laue Leseabende im Frühling. Es gibt ein bisschen Spice und ja, die betreffenden Szenen habe ich sogar gerne gelesen, weil sie sowohl von den Emotionen als auch vom Schreibstil her einfach stimmig sind. Ernste Themen wie Geldsorgen und Kriminalität geben der Geschichte eine angenehme Tiefe, ohne das alles in übertriebenes Drama ausarbeitet. Die Story ist einfach authentisch und hat mir hauptsächlich positive Vibes gegeben. Und klar muss ich jetzt wissen, was das plötzliche Wiederauftauchen von Carlies Bruder Caleb zu bedeuten hat („Whispers like summer“, Juni 2025) und wie es mit Rile und Amy weitergeht („Sparkles like Moonlight“, Januar 2026). Also, wir sehen uns wieder in Hazelwood!

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Veröffentlicht am 22.03.2025

Tödliches Paradies

The Surf House
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Zum dritten Mal habe ich mich mit Lucy Clarke auf Reisen begeben. In ihrem neuen Destination-Thriller hat mich die Autorin mit nach Marokko genommen. „The Surf House“ lässt Sommerfeeling und Urlaubsstimmung ...

Zum dritten Mal habe ich mich mit Lucy Clarke auf Reisen begeben. In ihrem neuen Destination-Thriller hat mich die Autorin mit nach Marokko genommen. „The Surf House“ lässt Sommerfeeling und Urlaubsstimmung aufkommen. Dazu gibt es wieder jede Menge Spannung.
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Der Thriller legt gleich ein gutes Tempo vor und katapultiert die Leser*innen direkt in die Handlung hinein. Ich bin Protagonistin Bea durch die engen, dunklen und schmuddeligen Gassen von Marrakesch gefolgt und unvermittelt in ein Alptraumszenario hineingeraten. Mit Hilfe gelingt die Flucht ins paradiesische Surf House, wo mich dann das Kontrastprogramm mit strahlendem Sonnenschein, Beach-Life und Surfer-Romantik in Empfang genommen hat. Lucy Clarke entwickelt das Setting so bildhaft, dass ich gefühlt tatsächlich vor Ort bin. Die malerische Atmosphäre vermittelt kurzzeitig ein Gefühl von Sicherheit. Aber die Idylle trügt. Untergründig schwelen Bedrohung, Konflikte und Geheimnisse.
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Ich mag den Schreib- und Erzählstil von Lucy Clarke. Einerseits wollte ich mich in die Geschichte fallenlassen und sie genießen, andererseits ist die Handlung aber eben auch von Gefahr geprägt, so dass ich ständig ein Gefühl von Angst hatte und auf der Hut sein musste. Ich habe seltsame Gespräche belauscht und verdächtige Beobachtungen gemacht. Ich habe viele Hinweise zum Miträtseln an die Hand bekommen. Die Charaktere sind so angelegt, dass hier jeder mehr oder weniger dubios erscheint. Das spielt Lucy Clarke geschickt aus. Und so ist es ihr wieder gelungen, mich mit den Entwicklungen zu überrumpeln. Teilweise hat mich die Story wohlig warm eingelullt, um mich dann mit dem nächsten Twist unsanft wachzurütteln. Gerade der Schluss ist nochmal richtig temporeich und sorgt mit unterschiedlichen Perspektiven für Überraschungen. Den finalen Dreh habe ich nicht erahnt. Die Handlung hat bis zum Schluss in Atem gehalten und die Auflösung finde ich gelungen.
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„The Surf House“ ist ein gut konstruierter und flüssig geschriebener Thriller. Er liest sich locker, leicht und schnell und versteht dabei doch mit Spannung zu fesseln. Lucy Clarke hat hier wieder ein Buch abgeliefert, dass perfekt auf die Frühjahr-/Sommer-Leseliste passt.

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Veröffentlicht am 19.03.2025

Süße YA-Romance

Betting on you
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Lynn Painter, ist meine RomCom-Queen. Nach dem Doppelschlag von “Better than-” & “Nothing like the movies” habe ich mich wie verrückt auf ihr neues Buch “Betting on you” gefreut. Ich wurde auch nicht enttäuscht. ...

Lynn Painter, ist meine RomCom-Queen. Nach dem Doppelschlag von “Better than-” & “Nothing like the movies” habe ich mich wie verrückt auf ihr neues Buch “Betting on you” gefreut. Ich wurde auch nicht enttäuscht. Lynn Painter hat erneut abgeliefert.
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Darum geht’s: Bailey und Charlie könnten unterschiedlicher nicht sein. Bei ihrer ersten Zufallsbegegnung sind sie sich gleich unsympathisch. Dann kreuzen sich ihre Wege wieder … als Arbeitskollegen! Freundschaft? Nein! Liebe? Niemals! Oder doch???
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“Betting on you” ist, wie schon die beiden vorangegangenen Bücher, wieder ein YA-Roman von Lynn Painter. Die Protagonisten Bailey und Charlie sind gerade mal süße 17. Aber die Charaktere sind so angelegt, dass ihr sehr junges Alter für mich überhaupt keine Rolle gespielt hat. Ich kann mich trotzdem in die beiden hineinversetzen, so dass ihre Geschichte für mich gefühlsmäßig viel mehr ist, als irgendeine beliebige Teenie-Romance. Was Lynn Painter schreibt, ist Kino in Buchform. Auch “Betting on you” hat wieder Film-Potenzial. Die Anfangsszenen haben mich in ihrer leichtgängig-witzigen Art und Bildhaftigkeit direkt eingefangen. Die Handlung entwickelt sich flott, richtig süß und sehr humorvoll. Ich hatte von Anfang an ein Grinsen im Gesicht und musste immer wieder Lachen. Die Geschichte macht also vor allem eins: Ganz viel Spaß. Lynn Painter packt aber als Ausgleich auch ein gutes Portiönchen Ernsthaftigkeit in die Story. Das gefällt mir richtig gut. Die Protagonisten durchlaufen eine Persönlichkeitsentwicklung, die ich einfach nur gerne und voller Freude miterlebt habe. Sowohl Bailey als auch Charlie haben emotionale Tiefe und kommen beide authentisch und sympathisch rüber. Ich konnte gar nicht anders, als sie zu mögen.
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Mit Liz & Wes aus den Movies-Romanen mitzuhalten ist schwer. Die beiden haben mein Herz im Sturm erobert und sind eines meiner All time favorite-Pärchen. Bailey und Charlie reichen da nicht ganz ran. Trotzdem sind auch diese Zwei herzerwärmend und “Betting on you” eine Gute Laune- und Feel Good-Romance, die mich darin bestärkt, dass ich noch viel mehr von Lynn Painter lesen will.

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