Macht Lust auf mehr
Finn DeverKI gehört gerade zu den Trend-Themen in unserer Krimi & Thriller-Bubble. Da ich mit so technischem Zeugs wenig am Hut habe, kann ich jetzt nicht behaupten, dass mich das Thema kolossal anspricht. Es ist ...
KI gehört gerade zu den Trend-Themen in unserer Krimi & Thriller-Bubble. Da ich mit so technischem Zeugs wenig am Hut habe, kann ich jetzt nicht behaupten, dass mich das Thema kolossal anspricht. Es ist interessant, keine Frage. Alles andere hängt bei mir von der Herangehensweise und der Umsetzung ab. Als Bastian Martschink mich gefragt hat, ob ich seinen Krimi um einen KI-Ermittler lesen würde, habe ich in erster Linie zugesagt, weil der Autor hier aus der Region kommt - quasi als Nachbarschaftshilfe. Aber tatsächlich hat sich dann auch der Klappentext von “FINN DEVER: Letzter Blick” echt gut angehört.
.
Darum geht's: Eine brutale Mordserie hält Blackwell in Atem. Die Polizei zieht den externen Berater Finn Dever hinzu. Er ist für seine Visionen der nahen Zukunft berühmt-berüchtigt. Im Laufe der Ermittlungen kommt Finn der Wahrheit über seine besondere Fähigkeit auf die Spur…
.
Der Krimi ist stark und hat sich tatsächlich als Pageturner entpuppt. Dafür sorgen ein paar tolle Stilmittel, die hier eingesetzt werden. Jedem Kapitel ist zum Beispiel eine News aus der Morning-Show zu der Mordserie vorangestellt. Das hat mich gleich zu Beginn schnell in die Story eingeführt. Außerdem fällt der Begriff “Blackvale-Ripper”. Wer wie ich das Jack the Ripper-Motiv mag, bleibt hier automatisch am Ball.
.
Nach dem knackigen Einstieg geht es gleich mal mit einem Countdown weiter, der mich die letzten Minuten im Leben von Julia Lang verfolgen lässt. Uuuhhh, da hat sich zum ersten Mal Gänsehaut eingestellt. Nach dem rasanten Start werden die Ermittler mit starker Charakterzeichnung eingeführt. Das hat mir hier alles schon richtig gut gefallen und konnte mich echt fesseln. Auch die Zukunftsvisionen von Finn haben für Spannung gesorgt. Sie hätten für meinen Geschmack sogar noch viel prägnanter im Vordergrund stehen können. Vielleicht ja in Band 2. Denn hier mussten natürlich erstmal die Hintergründe dieser besonderen Gabe etwas näher beleuchtet werden. Das fand ich zwar etwas kompliziert, aber trotzdem irgendwie interessant und macht die Figur Finn Dever ja auch zu einem besonderen Protagonisten.
.
Spannung ist in diesem Krimi auf jeden Fall durchweg vorhanden. Das bewegt sich alles auf einem guten Level. Der Schlussteil zieht dann sogar nochmal richtig an. Das Finale ist wirklich MEGA. Der Täter-Twist hat mich komplett überrascht. Und dann noch dieser Cliffhanger… Damit ist “FINN DEVER: Letzter Blick” ein Serienauftakt, nach dem ich definitiv mehr will. Der abschließende Hinweis auf die Fortsetzung verspricht, dass Band 2 “noch gefährlicher, noch packender, noch persönlicher” wird. Na dann, ich bin bereit!