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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.03.2025

Urlaub im Harz!

Villa Obscura
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Nach der Lektüre von "Villa Obscura" bleibe ich mit gemischten Gefühlen zurück. Es war einer meiner ersten Thriller, daher hatte ich mir gar nicht so viel erhofft - und wurde doch positiv überrascht.
Zum ...

Nach der Lektüre von "Villa Obscura" bleibe ich mit gemischten Gefühlen zurück. Es war einer meiner ersten Thriller, daher hatte ich mir gar nicht so viel erhofft - und wurde doch positiv überrascht.
Zum Einen liest es sich sehr flüssig. Man fliegt durch die Seiten und kommt doch nicht schnell genug voran, denn es ist echt spannend. Die Ansätze eines Kammerspiels tragen dazu bei. Auch die vielen verschiedenen POVs bringen sowohl Spannung, als auch Tempo in die Sache.
Die Auflösung der Handlung habe ich nicht kommen sehen und war dementsprechend sehr erfreut darüber. Der Weg dorthin hatte an manchen Stellen jedoch ein paar kleine Lücken, die mich ziemlich gestört haben, die jedoch nicht so signifikant waren, dass man nicht über sie hätte hinwegsehen können.
In allem ein kurzweiliger Einstieg in die Welt der Thriller und vermutlich insbesondere für jüngere Lesende sehr interessant!
(Außerdem habe ich durch dieses Buch nun angestoßen, mal Urlaub im Harz zu machen :D)

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Rasant mit Schwächen

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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What the River Knows von Isabel Ibáñez hat mich mit seiner Mischung aus Abenteuer, Magie und historischer Kulisse positiv überrascht. Besonders gut gefallen hat mir der Charakter Whit. In einer Zeit, in ...

What the River Knows von Isabel Ibáñez hat mich mit seiner Mischung aus Abenteuer, Magie und historischer Kulisse positiv überrascht. Besonders gut gefallen hat mir der Charakter Whit. In einer Zeit, in der die Romantasy oft von perfekt dargestellten "Shadowdaddys" dominiert wird – die mit vermeintlichen Fehlern ausgestattet sind, die letztlich niemanden wirklich stören –, ist Whit eine erfrischende Ausnahme. Er hat echte Fehler, er ist nicht immer sympathisch, aber genau das macht ihn so menschlich und zu einem großartigen Charakter. Man spürt seine Unsicherheiten und seine Fehler, was ihn unglaublich vielschichtig und realistisch wirken lässt.

Die Welt, die Ibáñez erschaffen hat, hat mich ebenfalls fasziniert. Es handelt sich um eine klassische Low-Fantasy-Welt, in der Magie dezent und geschickt eingesetzt wird. Besonders gut gefiel mir das Konzept der magischen Gegenstände, die dem Buch einen besonderen Charme verleihen. Es hat mich an Divine Rivals erinnert – was vielleicht kein Zufall ist, wenn man bedenkt, dass die beiden Autorinnen sich ihre Bücher gewidmet haben. Die magischen Artefakte fügen der Geschichte eine spannende Dimension hinzu und bleiben dabei nie übertrieben oder zu dominant.

Das Setting in Ägypten war ein weiterer Pluspunkt. Ich freue mich immer über Geschichten, die in dieser faszinierenden Region spielen, und hier hat Ibáñez ihre Recherchearbeit gut umgesetzt. Besonders die abgedruckten Hieroglyphen haben der Erzählung eine authentische und gleichzeitig mystische Note verliehen, die das Leseerlebnis noch bereichert hat.

Leider gibt es aber auch einen Punkt, der mich sehr gestört hat: die Naivität der Protagonistin Inez. Ein häufiges Problem in Young-Adult-Romanen, aber hier war es besonders anstrengend. Als Lesende erkennt man die entscheidenden Hinweise oft viel früher als Inez, was die Spannung und das Leseerlebnis manchmal etwas trübte. Es war frustrierend, ihr zuzusehen, wie sie in ihre offensichtlichen Fallstricke tappt, ohne dies selbst zu begreifen.

Was die Liebesgeschichte betrifft, war das Tempo genau richtig. Die Beziehung zwischen Inez und Whit entwickelt sich organisch, mit einigen schönen gemeinsamen Momenten und Szenen, die den Charakteren mehr Tiefe verleihen. Ich freue mich darauf zu sehen, wie sich ihre Beziehung weiter entfaltet, besonders mit den Hürden, die noch vor ihnen liegen.

Insgesamt ist What the River Knows eine starke Mischung aus Charakterentwicklung, spannender Handlung und faszinierendem Setting. Trotz der Naivität der Protagonistin und einigen Momenten der Vorhersehbarkeit hat mich das Buch gut unterhalten, und ich bin gespannt, wie es im nächsten Band weitergeht.

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Hm hm hm

Burning Crown
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Ursprünglich war es der Farbschnitt und das Coverdesign, die mich auf das Buch aufmerksam gemacht haben. Trotzdem konnte ich mir es als Hörbuch nicht entgehen lassen.
Und ich muss sagen: Die Sprecherin ...

Ursprünglich war es der Farbschnitt und das Coverdesign, die mich auf das Buch aufmerksam gemacht haben. Trotzdem konnte ich mir es als Hörbuch nicht entgehen lassen.
Und ich muss sagen: Die Sprecherin und der Sprecher haben beide absolut hervorragende Arbeit geleistet. Vor allem bei ihm bleibt zu loben, dass er ein angenehm zügiges Tempo hat. In Hörbüchern, wo es sowohl Sprecherinnen als auch Sprecher gibt, hinken die Männer in ihrem Sprechtempo oft unangenehm hinter ihren weiblichen Counterpart hinterher. Hier war das nicht so.
Generell war die Verteilung der Redeteile sehr angenehm. In der Romantasy werden die POVs des männlichen Protagonisten häufig nur als kleine Schlaglichter genutzt. Hier war das anders. Beide Sichtweisen waren gleichgewichtet und die Auswhal, wer von welchem Ereignis erzählt, war sehr klug durchdacht.
In der Story selbst wird allerdings sehr schnell das größte Manko klar: Die interessante Beziehung zwischen der Protagonistin und ihrer Schwester wird für die Romanze geopfert. Was auf keinen Fall bedeutet, dass man die Romanze streichen sollte - allerdings muss sie doch nicht unbedingt zwischen Reiterin und Drachen geschehen, wenn die Reiterin bereits eine so interessante und potentialreiche Beziehung zu ihrem ersten Drachen hat. Es könnte so spannend werden, den Drachen eines anderen zu lieben und ihn durch die missbräuchliche Beziehung und eine eventuell andere im Laufe der Geschichte zu begleiten. Sehr, SEHR viel verschenktes Potential!
Auch ihre Stellung in der Armee hätte sehr viel besser ausgearbeitet und genutzt werden können. Leider glich ihr Rang hier allerdings mehr Zierde als tatsächlichen Umständen. Mehr verschenktes Potential.
Insgesamt hat das Buch sich solide gehalten - jedoch würde ich mir wünschen, dass sich die Autorin in ein paar Jahren eventuell noch einmal dransetzt und voll ausnutzt, was sie geschaffen hat.

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Geschichte top. Übersetzung flop.

Spark of the Everflame
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Da ich die englischen Cover leider überhaupt nicht ansprechend fand und erst seit kurzem ein Kindle habe, setzte ich bei der Ankündigung, dass der Leaf-Verlag "Spark of the Everflame" übersetzen würde, ...

Da ich die englischen Cover leider überhaupt nicht ansprechend fand und erst seit kurzem ein Kindle habe, setzte ich bei der Ankündigung, dass der Leaf-Verlag "Spark of the Everflame" übersetzen würde, sehr auf ihre talentierten Künstlerinnen. Zu meiner Freude wurde ich diesbezüglich auch nicht enttäuscht! Das, was hier geleistet wurde, ist meiner Meinung nach eins der schönsten Bücher, die in nächster Zeit erscheinen werden.
Leider wird es trotzdem nicht in meinem Regal landen, denn im Gegensatz zu der Künstlerin war die Übersetzerin wohl nicht so motiviert bei der Arbeit.
Ich glaube, ich habe bisher noch nie Übersetzende kritisiert (oder zumindest nicht mehr, als dass ich mal ein Wort anders ausgedrückt hätte, was ja immer Geschmacksfrage ist), aber bei diesem Buch muss ich auch wirklich sagen, dass das das absolut faulste Werk ist, was mir je unterkam. Überspitzt gesagt wurde einfach die Hälfte der verwendeten Wörter ÜBERHAUPT nicht übersetzt. Worte wie "mortal" oder "descended" wurden nicht angefasst, sondern lieber großgeschrieben, weil es sich dabei ja um Personengruppen handelt. Bitte was? Selbst Grußformeln (!!!) in Bezug auf einen (ebenfalls nicht übersetzten) Feiertag blieben so, wie sie im Englischen waren, sodass Leute fröhlich durch die Gegend laufen und "Blessed Forging!" rufen. Dass die Everflame selbst nicht übersetzt wurde, hat mich da nicht mehr gewundert. Aber das mit Abstand größte Fauxpax war wohl, dass man sich dazu entschieden hat "Crown" nicht zu übersetzen.
Es hätte ein echt cooles Romantasybuch sein können, denn auch wenn der Plot (bisher) nicht weltbewegend ist, so macht er doch Freude und bietet genau das, was man sucht, wenn man nach einem solchen Buch greift. Aber leider haben die englischen Wörter, die teilweise in jedem Satz vorkommen, gnadenlos jegliche Immerson einer High Fantasy-Welt zerstört, wenn sie gerade im Begriff war, aufzukommen. Da stellt sich mir die Frage: Warum? Möchte man nicht, dass sich die Lesenden verlieren können? Oder möchte man einfach das Publikum vollständig ausschließen, das der englischen Sprache nicht mächtig ist?
Liebes Leaf-Team: Bitte, bitte, bitte macht es bei zukünftigen Büchern besser. Gerne auch schon innerhalb der Reihe, auch wenn ich verstehe, dass es da schwierig wäre.
So muss zumindest ich aber leider doch zu der englischen Originalausgabe greifen und auf diese absoluten Schmückstücke im Regal verzichten. Schade!

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Veröffentlicht am 28.12.2025

Zu zahm für Dark Romance, zu wild für Tiefe

Rabid
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Ich habe Rabid sowohl gelesen als auch als Hörbuch gehört. Die Sprecherin war dabei weder besonders herausragend noch störend – solide, aber kein Faktor, der das Buch auf- oder abwertet. Meine Erwartungen ...

Ich habe Rabid sowohl gelesen als auch als Hörbuch gehört. Die Sprecherin war dabei weder besonders herausragend noch störend – solide, aber kein Faktor, der das Buch auf- oder abwertet. Meine Erwartungen waren trotzdem recht hoch, denn die Darkest-Gold-Reihe von Raven Kennedy ist meine absolute Lieblingsreihe. Gleichzeitig war mir bewusst, dass Rabid vermutlich nicht auf demselben Niveau spielen würde: frühes Werk, nur zur Hälfte von Kennedy geschrieben und ursprünglich Teil einer Multiautoren-Anthologie in diesem Werwolfs-Universum. Trotzdem hat es das Buch leider geschafft, mich zu enttäuschen.

Der größte Knackpunkt für mich ist das massive Ungleichgewicht zwischen Sex und Plot. Es gibt sehr, sehr viel Sex – deutlich mehr, als mir lieb ist – während die Handlung erst auf den letzten rund fünfzig Seiten wirklich an Fahrt aufnimmt. Zusätzlich wird zwar früh betont, dass die Protagonistin „nicht an Zickenrunden glaubt“, im weiteren Verlauf aber extrem stark auf Feindseligkeiten unter Frauen gesetzt, was einfach nicht zusammenpasst. Dazu kommen einige Logiklücken und zwei Hauptfiguren, die derart impulsiv und primitiv agieren, dass es stellenweise anstrengend wird – selbst mit dem Argument „Werwölfe sind halt so“.
Besonders schade fand ich, dass im Buch mehrfach Konsequenzen angedroht werden – teils spannend, teils spannend-spicy – sich aber letztlich nie getraut wird, diese wirklich durchzuziehen. Am Ende sitzt man einfach nur mit geschmackloser Luft.

Ein echtes Highlight bleibt am Ende tatsächlich das Cover. Es ist ein absoluter Traum. Die Farbkomposition trifft exakt meinen Geschmack, alles wirkt stimmig, und die Blutspritzer mit Spotlack sind nicht nur ein schönes Detail, sondern setzen optisch das i-Tüpfelchen.

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