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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.07.2025

Ein fesselndes Debüt, das polarisiert, aber definitiv im Gedächtnis bleibt.

How To Kill a Guy in Ten Ways
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„How to Kill a Guy in Ten Ways“ von Eve Kellman ist ein rasanter, schwarzhumoriger Thriller mit feministischer Schlagkraft. Im Zentrum steht Millie, die nach einem Übergriff auf ihre Schwester die Dating-Welt ...

„How to Kill a Guy in Ten Ways“ von Eve Kellman ist ein rasanter, schwarzhumoriger Thriller mit feministischer Schlagkraft. Im Zentrum steht Millie, die nach einem Übergriff auf ihre Schwester die Dating-Welt aufmischt – und dabei nicht davor zurückschreckt, selbst zur Rächerin zu werden. Was als Sicherheits-Hotline beginnt, entwickelt sich zu einem düsteren Spiel mit Moral und Gewalt.
Kellman gelingt es, ernste Themen wie sexualisierte Gewalt und weibliche Wut mit bissigem Witz zu verbinden. Die Protagonistin ist komplex, emotional aufgewühlt und erschreckend nachvollziehbar in ihrem Handeln.
Trotzdem muss ich leider sagen, dass mir einzelne Passagen teils etwas überladen oder stellenweise repetitiv vorkamen, gerade auch die oft wiederholten Beschreibungen körperlicher Erregung hab ich eher als störend empfunden.

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Veröffentlicht am 04.05.2025

Spannend, wenn auch leider teils etwas langatmig

Die unsichtbare Hand
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"Die unsichtbare Hand" von Julie Clark ist ein psychologischer Thriller, der auf zwei Zeitebenen spielt: Im Sommer 1975 erschüttert ein brutaler Doppelmord die Kleinstadt Ojai, während 2024 die Ghostwriterin ...

"Die unsichtbare Hand" von Julie Clark ist ein psychologischer Thriller, der auf zwei Zeitebenen spielt: Im Sommer 1975 erschüttert ein brutaler Doppelmord die Kleinstadt Ojai, während 2024 die Ghostwriterin Olivia Dumont versucht, das fast fünfzig Jahre alte Familiengeheimnis um den Mord an ihrer Tante und ihrem Onkel aufzuklären. Besonders im Fokus steht die komplexe Vater-Tochter-Beziehung und die Frage, ob Olivias Vater, der gefeierte Schriftsteller Vince Taylor, mehr weiß, als er zugibt.

Die Geschichte überzeugt mit einer gut konstruierten Handlung, vielschichtigen Charakteren und einer dichten Atmosphäre. Allerdings entwickelt sich die Handlung vor allem in der zweiten Hälfte recht langsam, und die Spannung leidet etwas unter den ausführlichen Rückblicken und Teenager-Dramen der Vergangenheit. Die finale Auflösung fällt weniger spektakulär aus als erwartet.

Insgesamt ist "Die unsichtbare Hand" ein vielschichtiges, aber stellenweise langatmiges Familiendrama, das vor allem Fans von psychologischen Thrillern und Familiengeheimnissen ansprechen dürfte.

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Veröffentlicht am 03.04.2025

Nett, wenn auch nicht ganz ausgeglichen im Detailgrad

Die Garnett Girls
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Die Garnett Girls" ist das Debüt der britischen Autorin Georgina Moore.

Der Roman erzählt die Geschichte von Margo Garnett und ihren drei Töchtern Rachel, Imogen und Sasha, die auf der Isle of Wight leben. ...

Die Garnett Girls" ist das Debüt der britischen Autorin Georgina Moore.

Der Roman erzählt die Geschichte von Margo Garnett und ihren drei Töchtern Rachel, Imogen und Sasha, die auf der Isle of Wight leben. Nach der Trennung von ihrem Ehemann Richard zieht sich Margo zurück und überlässt ihre Töchter weitgehend sich selbst. Jahre später kämpfen die erwachsenen Schwestern mit eigenen Herausforderungen: Rachel fühlt sich durch das verfallende Familienhaus gebunden, Imogen zweifelt an ihrer bevorstehenden Hochzeit, und Sasha trägt ein Geheimnis, das die Familie erschüttern könnte.

Moore zeichnet ein vielschichtiges Bild familiärer Beziehungen und beleuchtet die Komplexität zwischen Mutter und Töchtern sowie die Dynamik unter den Schwestern. Die Kulisse der Isle of Wight wird dabei atmosphärisch eingefangen und verleiht der Geschichte zusätzlichen Charme.

Die Figur der Margo sowie manche der Nebencharaktere empfinde ich an manchen Stellen als etwas überzeichnet. Auch die Charakterentwicklungen bleiben leider an einigen Stellen etwas unausgeglichen, dass alle Töchter irgendwie mit Probleme in der Liebe kämpfen müssen wird teils (für mich ) eher künstlich herbeigeführt, wobei die Probleme der jeweiligen Partner meist nur sehr blass bleiben.

Und auch wenn ich, zumindest wenn man dem Interview mit der Autorin Glaube schenken mag, nicht ganz der Zielgruppe ( Frauen um die 50 ) entspreche, fand ich den Roman durchaus ganz nett, wenn auch an manchen Stellen eben etwas überzeichnet und gleichzeitig aber auch an manchen Stellen etwas zu kurzgefasst.

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Veröffentlicht am 29.03.2025

Interessante Thematik leider nicht ganz zufriedenstellend verarbeitet

Nowhere Heart Land
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"Nowhere Heart Land" von Emily Marie Lara ist erstmal ein netter Roman, der mit großer Intensität und einer Prise Humor die Geschichte von Rosa erzählt. Nach Jahren in London kehrt sie in ihre Heimatstadt ...

"Nowhere Heart Land" von Emily Marie Lara ist erstmal ein netter Roman, der mit großer Intensität und einer Prise Humor die Geschichte von Rosa erzählt. Nach Jahren in London kehrt sie in ihre Heimatstadt in der deutschen Provinz zurück. Dort wird sie von Erinnerungen an ihre Jugend, ihre verstorbene Mutter und alte Freundschaften heimgesucht. Der Roman beleuchtet Rosas innere Zerrissenheit zwischen Nostalgie und Realität, während sie nach der Wahrheit in alten Geschichten sucht. Auch wenn ich die behandelten Thematiken grundsätzlich interessant finde, hat mir dieser Roman leider nur teilweise gefallen. Der Schreibstil war für meinen Geschmack einfach etwas zu sprunghaft, was es erschwert hat sich in die Geschehnisse einzudenken. Ich bin auch mit der Hauptprotagonistin Rosa leider nicht wirklich warm geworden, das war mir alles irgendwie zu "ich-fokussiert" und trotz dem eigentlichen Wunsch nach Selbstfindung ( bzw. halt der Erkenntnis wie´s weiter gehen soll) wurde irgendwie nur das Vergangene, nicht wirklich aber das Zukünftige betrachtet.Auch das Ende hat mich leider nicht wirklich glücklich gemacht. Es war einfach für mich nicht ganz schlüssig und es blieben viele, teils für mich schon sehr relevante Fragen, unbeantwortet. Außerdem fehlte für mich in einem Roman über das Erwachsenwerden dann doch etwas die Charakterentwicklung
Insgesamt ein Buch, das trotz des gewöhnungsbedürftigen Schreibstils, vom Gedanken her schön angelegt ist und auch interessante Punkte aufgreift, leider aber seinen Fokus meiner Meinung nach zu sehr auf eine Person legt, so teils den wahren Weg zur Selbsterkenntnis verklärt und schlussendlich meiner Ansicht nach nicht wirklich zufriedenstellend endet.

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Veröffentlicht am 08.03.2025

Fesselnder Jugendroman, der leider teilweise seine Tiefe verliert

Sanctuary – Flucht in die Freiheit
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Inhalt: "Sanctuary – Flucht in die Freiheit" ist ein dystopischer Jugendroman von Paola Mendoza und Abby Sher, der im Jahr 2032 in den USA spielt. In dieser Zukunft werden alle Bürger*innen durch ID-Chips ...

Inhalt: "Sanctuary – Flucht in die Freiheit" ist ein dystopischer Jugendroman von Paola Mendoza und Abby Sher, der im Jahr 2032 in den USA spielt. In dieser Zukunft werden alle Bürger*innen durch ID-Chips überwacht, was ein undokumentiertes Leben nahezu unmöglich macht. Die 16-jährige Valentina "Vali" González Ramirez lebt mit ihrer Familie illegal in Vermont, nachdem sie aus Kolumbien geflohen sind. Als der ID-Chip ihrer Mutter versagt und ihre Stadt nach Undokumentierten durchsucht wird, müssen sie fliehen. Ihr Ziel ist Kalifornien, der einzige Bundesstaat, der sich der Kontrolle entzogen hat. Als Valis Mutter festgenommen wird, muss sie allein mit ihrem siebenjährigen Bruder Ernie die gefährliche Reise quer durchs Land antreten.

Der Roman wird aus Valis Ich-Perspektive erzählt, was eine tiefe emotionale Bindung zur Protagonistin ermöglicht. Ihre Zerrissenheit zwischen dem Wunsch, ein normales Teenagerleben zu führen, und der ständigen Angst vor Entdeckung wird authentisch dargestellt. Valis Mut und ihre Verantwortung gegenüber ihrem Bruder stehen im Mittelpunkt der Geschichte.

Die Autoren zeichnen ein erschreckend realistisches Bild einer Gesellschaft, in der Überwachung und Ausgrenzung allgegenwärtig sind. Die Flucht der Geschwister wird schonungslos und beklemmend geschildert, wobei sie auf ihrem Weg sowohl auf wohlgesonnene als auch auf gefährliche Menschen treffen. Der flüssige Schreibstil und die Nähe zur Realität ermöglichen es den Leserinnen, tief in die Geschichte einzutauchen und mit den Protagonistinnen mitzufiebern.


Zu bemängeln habe ich leider dass die Nebenfiguren eher blass bleiben und der ID-Chip, obwohl zentrales Element der Überwachung, keine größere Rolle spielt.
Außerdem finde ich, dass die Geschichte an einigen Stellen weniger dystopisch wirkt, sondern erschreckend real ist und aktuelle Themen wie Rassismus, Verzweiflung, Schmerz, Trauer, Gewalt, Missbrauch, Tod und Mord behandelt.

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