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Veröffentlicht am 06.05.2025

Mit dem Fahrrad von Kapstadt nach Wien

Zwei Frauen, zwei Räder, ein Zelt
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"Zwei Frauen, zwei Räder, ein Zelt" von Tanja Willers ist ein inspirierendes und fesselndes Buch, das Sehnsucht und Abenteuerlust beim Leser weckt.

Tanja Willers und Johanna Hochedlinger wagten die ...



"Zwei Frauen, zwei Räder, ein Zelt" von Tanja Willers ist ein inspirierendes und fesselndes Buch, das Sehnsucht und Abenteuerlust beim Leser weckt.

Tanja Willers und Johanna Hochedlinger wagten die abenteuerliche Reise mit dem Fahrrad von Kapstadt nach Wien. Man fragt sich unwillkürlich: Wie kommt man auf solche Ideen? Beide Frauen lieben Sport und Abenteuer. Warum sich nicht einfach mal trauen. Geht nicht, gibt’s nicht, dachten sich die zwei Österreicherinnen, die übrigens ein Paar sind. Vorerfahrung in Sachen Radreisen hatten sie zwar nicht, aber ganz unbedarft waren die beiden nun auch nicht. Willers ist hauptberufliche Fahrradmechanikerin und beide sind begeisterte Hobby-Mountainbikerinnen und erfahrene Camperinnen.

Im Herbst 2022 starteten sie nun ihr Projekt. Sie flogen nach Kapstadt – dem südlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents –, mit dem Ziel, per Fahrrad nach Hause zurück nach Wien zu reisen. Auf ihrer 24.000 Kilometer langen Tour durchquerten sie in 445 Tagen 21 Länder in Afrika, Asien und Europa., wurden angebettelt und ausgelacht, schliefen in ihrem Zelt, in Schulen, verlassenen Hotels und in der Wüste, zwischen Löwen in Botswana und Wölfen im Iran. Klar, gab es auch brenzlige Situationen, aber überall auf ihrer Reise erlebten sie überbordende Gastfreundschaft, für uns Europäer fast unvorstellbar.

Mir hat der lebendige Schreibstil und die zum Teil ironische Erzählweise gut gefallen. Ich fieberte mir den beiden mit, und war praktische als Dritte im Bunde mit dabei. Es hat mir große Freude gemacht, die beiden Frauen durch Afrika zu begleiten. Ich habe Land und Leute kennengelernt und Tiere beobachtet. Das Buch ist wunderschön gestaltet, mit vielen ansprechenden Fotos und zusätzlichen Informationen und Listen. Die Planungen und Überlegungen zu der Reise waren für mich sehr besonders spannend.

Fazit: Absolut lesenswert. Beim Lesen bekommt man Lust ein ähnliches Projekt zu starten.

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Veröffentlicht am 05.05.2025

Zu Recht ein Bestseller

Vorsehung
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Bisher hatte ich von der Autorin Liane Moriarty noch nichts gelesen und so wurde ich angenehm überrascht.

Die Handlung beginnt mit einem ganz gewöhnlichen Flug von Hobart nach Sydney. Plötzlich steht ...



Bisher hatte ich von der Autorin Liane Moriarty noch nichts gelesen und so wurde ich angenehm überrascht.

Die Handlung beginnt mit einem ganz gewöhnlichen Flug von Hobart nach Sydney. Plötzlich steht eine ältere Dame wie in Trance auf und geht durch die Reihen. Jedem Passagier sagt sie ungefragt seine Todesart und das Sterbedatum voraus. Ist sie eine Hellseherin oder einfach nur verrückt? Die Passagiere stehen plötzlich vor existenziellen Fragen: Gibt es ein Schicksal? Können wir es beeinflussen?

Liane Moriartys Schreibstil gefällt mir, sie lässt lebendige Bilder im Kopf entstehen. Das Buch ist spannend bis zur letzten Seite. Als Leser fragt man sich unwillkürlich, wie würde ich mich in so einer Situation verhalten? Möchte ich mein Sterbedatum und die Todesart wissen. Sicherlich nicht. Und was fange ich mit so einer Voraussage an? Könnte ich sie als Geschwätz abtun oder würde ich panisch reagieren?

Die Autorin hat die Charaktere von ‚Vorsehung‘ authentisch gezeichnet. Man konnte mit ihnen mitfühlen. Auch die ältere Dame lernen wir näher kennen. Wir erfahren ihren Lebensweg und wie es zu dieser Handlung kam.

‚Vorsehung‘ ist eine faszinierende Geschichte über das Schicksal und die Frage, ob wir ein vorherbestimmtes Leben verändern können, es lässt den Leser atemlos und nachdenklich zurück. Ich mag dieses Buch, es hat Tiefgang und ist an keiner Stelle langweilig. Garantiert ist es nicht das letzte Buch, dass ich von Liane Moriarty gelesen habe.

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Veröffentlicht am 18.04.2025

Facettenreicher Syltkrimi

Zornige Brandung
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‚Zornige Brandung‘ ist bereits der 11. Fall um den Hauptkommissar der Flensburger Kriminalpolizei John Benthin. Zu erwähnen ist, dass die Autorin Nina Ohlandt bereits im Dezember 2020 verstarb und und ...

‚Zornige Brandung‘ ist bereits der 11. Fall um den Hauptkommissar der Flensburger Kriminalpolizei John Benthin. Zu erwähnen ist, dass die Autorin Nina Ohlandt bereits im Dezember 2020 verstarb und und die Reihe ab dem achten Band von Jan F. Wielpütz vorgesetzt wurde.

Kommissar John Benthin will seinen alten Job zurück. Er war gezwungen, wegen eines Fehlverhaltens seinen Dienst in Flensburg zu quittieren. Er wurde strafversetzt nach Friedichstadt, wo er als Dorfpolizist Strafzettel für Falschparker ausstellte und sich mit Lappalien des Alltags beschäftigen musste. Benthin sieht sich dort am falschen Platz und hat kurzentschlossen gekündigt.

Jetzt befindet er sich mit seiner Tochter Celine in seinem Ferienhaus auf Sylt. Erst seit Kurzem hat er einen neuen Nachbarn - laut Johns Tochter Celine ein bekannter und gefeierter Regisseur. Doch ein erster kurzer Kontakt zwischen John und dem »Promi« verläuft nicht angenehm, und auch die zweite Begegnung macht wenig Freude: John steht vor der Leiche des Mannes, der tot in seinem Haus aufgefunden wurde. Sein ehemaliger Vorgesetzter Kriminalrat Gödecke holt ihm zu dem Fall hinzu.

Mich hat dieser atmosphärische Krimi von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Ich befand mich tatsächlich auf Sylt und konnte den frischen Wind spüren. Die Charaktere sind authentisch gezeichnet und man fühlt sich in die Handlung einbezogen. Der Plot ist gut durchdacht und die vielen Wendungen machen die Handlung spannend, zum Teil auch überraschend. Megainteressant ist, dass auch ein Cold Case um einen verschwundenen Jungen in den Fall mit reinspielt.

Fazit: Ein packender und twistreicher Regionalkrimi mit Tiefgang.

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Veröffentlicht am 10.04.2025

Mascha und ich

Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken
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Ein Buch das emotional tief berührt

Die Protagonistin in Sarah Lorenz Roman ‚Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken‘ und ich haben eines gemeinsam: Beide lieben wir die Gedichte von Mascha Kaléko. ...

Ein Buch das emotional tief berührt

Die Protagonistin in Sarah Lorenz Roman ‚Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken‘ und ich haben eines gemeinsam: Beide lieben wir die Gedichte von Mascha Kaléko. Der Debütroman der Autorin nimmt den Leser mit auf eine emotionale Reise.

Elisa sitzt im Zug zwischen Zürich und Hamburg und lässt ihr Leben an sich vorüberziehen indem sie der Dichterin gedanklich von ihrem Leben erzählt und Parallelen zieht. Jedes Kapitel des Romans wird mit einem Gedicht von Mascha Kaléko eingeleitet, dass für Elisa eine persönliche Bedeutung hat.

Lorenz fängt die Feinheiten zwischenmenschlicher Beziehungen ein. Sie erzählt von Trauer und Hoffnung. Elisas Suche nach Geborgenheit hat mich tief berührt. Die Autorin schreibt leicht lesbar, manchmal fast poetisch. Es ist ein Buch, das die Leser zum Nachdenken über die wertvollen Momente im Leben anregt.

Keine leichte Kost, vor allem wenn man sich selbst in einer schwierigen Lebenssituation befindet.

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Veröffentlicht am 29.03.2025

Gänsehaut!

Snø - Ohne jeden Zeugen: Ein Fall für Snø
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Boah… Irre spannend, war mein erster Eindruck bereits nach wenigen Seiten. Ich hatte bisher noch nichts von Unni Lindell gelesen, ihre Art zu Schreiben und zu Erzählen hat mich sofort gefesselt.

Die ...



Boah… Irre spannend, war mein erster Eindruck bereits nach wenigen Seiten. Ich hatte bisher noch nichts von Unni Lindell gelesen, ihre Art zu Schreiben und zu Erzählen hat mich sofort gefesselt.

Die Studentin Sonja, gießt den Garten ihrer verreisten Nachbarn. Sie bemerkt im Haus einen Schatten und ist sich sicher, da ist jemand eingedrungen. Sie verständigt die Polizei. Die junge Polizistin Sno nimmt den Hinweis ernst und hat sofort ein ungutes Gefühl. Und dann ist Sonja plötzlich spurlos verschwunden. Und was ist mit den zahlreichen Vermisstenfällen in den letzten Monaten? Alle Spuren weisen auf die norwegische Ölindustrie.

Unni Lindell versteht es die Spannung hoch zu halten. Ich hatte fast ständig Herzklopfen und Gänsehaut. Die Kapitel sind kurz. Es gibt mehrere Erzählstränge aus verschiedenen Perspektiven. Auch die Polizistin Sno trägt an einem Ereignis aus ihrer Vergangenheit. Sie hat anscheinend einiges ins Unterbewusste verdrängt, dass jetzt mit den Nachrichten ihres verstorbenen Bruders Lars, ans Licht drängt.

Die Autorin lässt ihre Leser tief in die Psyche ihrer Figuren eintaucht. Jede Person wirkt authentisch, mit nachvollziehbaren Motivationen und Schwächen, was die Geschichte umso fesselnder macht. Menschen werden zu eiskalten Bestien, ohne Unrechtsbewusstsein. Der Hintergrund zu der Geschichte spielt in der norwegischen. Hoch interessant und aufschlussreich.

Fazit: Empfehlenswert, aber man braucht starke Nerven!

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