Vergangenes loslassen
How To End A Love StoryHelen ist Romanautorin und zieht nach LA, um dort an der TV-Adaptation ihres Jugendromans mitzuwirken. Nicht erwartet hatte sie, dass sie dort Grant Shepard begegnet, mit dem sie zur Highschool ging und ...
Helen ist Romanautorin und zieht nach LA, um dort an der TV-Adaptation ihres Jugendromans mitzuwirken. Nicht erwartet hatte sie, dass sie dort Grant Shepard begegnet, mit dem sie zur Highschool ging und mit dem sie wegen eines tragischen Ereignisses nie wieder etwas zu tun haben wollte. Ihre Zusammenarbeit ist jedoch unausweichlich und so verbringen sie mehr Zeit miteinander als ihnen lieb ist. Nach und nach verwischen jedoch die Grenzen und zwischen beiden entsteht ein Prickeln, dem sie nicht mehr aus dem Weg gehen können. Doch wie kann etwas eine Zukunft haben, wenn einen die Vergangenheit nicht loslässt?
Mit der Bewertung von "How to end a love story" habe ich mich sehr schwer getan. Der Roman hatte eigentlich alles, was es zu einem Highlight braucht - ein gemeinsames Ereignis, das die beiden Hauptfiguren voneinander trennen sollte, die aber wegen der gegenseitigen Anziehung die Finger nicht voneinander lassen können. Zudem das Setting in LA, die Einblicke in die Arbeit eines Writers' Room und die vielen schweren Themen, die dem Roman Tiefe verleihen. Trotzdem konnte mich der Roman nicht so recht überzeugen. Dies lag zum einen an der weiblichen Hauptfigur Helen, deren Haltung und Handlungen ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Ja, sie leidet verständlicherweise unter dem tragischen Ereignis in ihrer Vergangenheit, aber sie benahm sich generell wie eine zickige Göre und torpedierte damit zunächst nicht nur die Beziehung zu ihrem männlichen Konterpart Grant, sondern auch ihre Arbeit, ihre Kollegen und sich selbst. Auch ihre ihr schwer fallende Abnabelung von den Eltern, denen sie merkwürdig hörig war, konnte ich nicht nachempfinden. Sie ist ein sehr introvertierter Charakter, was für mich als Leserin manchmal zu Distanz zur Figur führt, weil sie zu in sich gekehrt ist, hinzu kam, dass die Schilderung der Handlung aus der 3. Person eine emotionale Distanz zu den Figuren bewirkte.
Den Protagonisten Grant hatte ich jedoch sofort ins Herz geschlossen mit seiner offenen, sympathischen Art und wie er mit Helen umging. Es war schnell klar, wie viel er für sie empfindet und das war der Aspekt, der mir am Roman am besten gefallen hat. Die Autorin hat im Roman viele intensive, emotionale Themen aufs Tableau gebracht wie z.B. Panikattacken und Suizid. Dabei rief Yulin Kuang zwar immer wieder filmische Szenen hervor, die dramaturgisch sehr eindrücklich waren, eine richtige Auseinandersetzung mit diesen Problematiken und eine zufriedenstellende Therapie oder Lösung gab es jedoch nicht. Dies führte zu einer Figurenentwicklung, die ich nicht vollends nachempfinden konnte.
Für einen Liebesroman gab es für meinen Geschmack zwar sehr schöne, aber insgesamt zu wenige locker-leichte Szenen, für einen Roman mit schweren Themen dann doch zu wenig Tiefe und Auseinandersetzung. In positiver Erinnerung bleibt mir aber die Figur Grant, den ich gerne noch weiter begleitet hätte!