Zwanghafte Selbstoptimierung und echtes Ghosting
GhostedNachdem Emily sang- und klanglos von ihrem Freund Andy sitzen gelassen wurde, hat sie sich umso mehr in die Arbeit des Projekts "Emily 2.0" gestürzt. Sie möchte erfolgreicher, schöner, klüger und einfach ...
Nachdem Emily sang- und klanglos von ihrem Freund Andy sitzen gelassen wurde, hat sie sich umso mehr in die Arbeit des Projekts "Emily 2.0" gestürzt. Sie möchte erfolgreicher, schöner, klüger und einfach besser werden. Mit ihrem perfektionistischen Wahn nach dem "Better me" übertreibt sie es jedoch ein bisschen und erleidet fast einen Nervenzusammenbruch als auf einer Party in ihrer Wohnung der Strom ausfällt. Entgegen ihres gedanklichen Weltuntergangsszenarios sehen ihre Freunde das jedoch ganz gelassen und regen an, mittels Ouija-Brett eine Runde Geister anzurufen. Als der Name ihres Ex Andy auf dem Brett erscheint, denkt Emily ihre beste Freundin würde sich einen Scherz erlauben - doch im Nachgang erfährt Emily, dass Andy sie gar nicht geghostet und sitzen gelassen hat: Er ist tatsächlich gestorben und kehrt als Geist zurück, um mit ihr gemeinsam herauszufinden, was zu seinem Tod geführt hat.
"Ghosted" von Rosie Mullender ist eine RomCom, die entfernt an den Film "Ghost - Nachricht von Sam erinnert". Ich persönlich hatte Schwierigkeiten, mit der Protagonistin Emily warm zu werden, die sich in ihrem Selbstoptimierungswahn verliert und oftmals sehr unsympathisch und gestresst wirkte. Ihr liebenswerter Exfreund Andy, der als Geist wiederkehrt, und Emilys beste Freundin Zoe mit ihrer direkten, sarkastischen Art waren mir da wesentlich sympathischer. Besonders Andys Szenen waren unglaublich lustig und herzerwärmend - so einen Menschen hätte man zu gerne in seinem Freundeskreis. Neben Emilys Arbeit sowie ihrer zwanghaften Selbstoptimierung und den damit verbundenen Szenen ließen nicht nur romantische Szenen mit Prickeln vermissen, sondern auch die Ermittlungen etwas in den Hintergrund rücken, was ich mir anders gewünscht hätte. Zum Ende hin fügen sich die verschiedenen Stränge jedoch passend zusammen und die letzten Kapitel haben mich sehr abholen können. Insgesamt hätte ich mir aber mehr Witz und eine zeitnahere Veränderung bei Emily gewünscht - so fehlte mir leider der locker-flockige sowie auch der romantische Anteil einer RomCom.