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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.05.2025

Pflicht vs. Liebe

A Fragile Enchantment
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Niamh arbeitet als magisch begabte Schneiderin und fertigt vornehmlich Ballgarderoben an, in denen sie Erinnerungen und Emotionen einwebt und damit den jeweiligen Träger bzw. Trägerin in den Mittelpunkt ...

Niamh arbeitet als magisch begabte Schneiderin und fertigt vornehmlich Ballgarderoben an, in denen sie Erinnerungen und Emotionen einwebt und damit den jeweiligen Träger bzw. Trägerin in den Mittelpunkt der Veranstaltung bringt. Aufgrund ihrer herausragenden Kreationen wurde sie vom Herrschers des Nachbarkönigreichs Avaland engagiert, um die Garderobe für die anstehende Hochzeit des Prinzen zu entwerfen. Am Hofe weht ihr jedoch kalter Wind entgegen, denn der Prinz Kit ist alles andere als begeistert, heiraten zu müssen und macht sich bei allen gerne unbeliebt. Doch Niamh nimmt die Herausforderung an und versucht mit Charme und Ehrgeiz ihren Auftrag zu vollenden. Nach und nach bröckelt Kits unnachgiebige, grüblerische Fassade und die beiden nähern sich einander an, was jedoch strengstens verboten ist.

Eigentlich hatte dieser Roman von den grundsätzlichen Aspekten her alles, was mich begeistert - ein höfisches Setting a la Bridgerton, eine Enemies-to-Lovers-Romanze, magische Elemente und eine Aussicht auf Klatsch&Tratsch. Auch der Sprachstil war der zeremoniellen Umgebung angepasst und dennoch konnte mich die Geschichte nicht so recht von sich überzeugen. Niamh ist ein niedlicher und angenehmer Charakter. Gleichzeitig blieb sie aber durchweg überraschend blass und traf oft Entscheidungen, die ich nicht nachvollziehen konnte. Kit hingegen war mir zu Beginn extrem unsympathisch. Mit der Aufklärung seiner Vorgeschichte wurden mir seine Motive zwar gewahr, richtig ans Herz gewachsen ist er mir über die Zeit dennoch nicht. Die Erzählung aus der 3. Person unterstütze dabei mein Gefühl, emotional nicht so recht in der Handlung anzukommen.
Diese floss zudem insgesamt eher unaufgeregt dahin und statt hitzigem Klatsch und Tratsch mit wendungsreicher Story gab es eher unaufgeregte politische Machtgefilde, die mich nicht zu packen vermochten. Insgesamt eine mittelprächtige Geschichte mit wahnsinnig viel Potential, die mich aber leider nicht abholen konnte.

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Ein etwas unausgegorener Zwischenband mit bösem Cliffhanger

Die Elite von Ashriver - Broken Lies
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Im zweiten Teil der Ashriver-Trilogie dreht sich alles um Tierwandlerin Riley und Flüsterer Ezra. Beide sind sich spinnefeind und vermeiden es normalerweise, in Kontakt miteinander zu treten. Da Riley ...

Im zweiten Teil der Ashriver-Trilogie dreht sich alles um Tierwandlerin Riley und Flüsterer Ezra. Beide sind sich spinnefeind und vermeiden es normalerweise, in Kontakt miteinander zu treten. Da Riley jedoch unbedingt in die Gilde der Schatten eintreten möchte, muss sie sich wohl oder übel von Ezra rumkommandieren lassen, der ihr als ihr Mentor auserwählt wurde. Je mehr zweckgebundene Zeit sie miteinander verbringen, umso näher kommen sie sich und entdecken, dass der jeweils andere mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hat…

Ich war so gespannt auf die Fortsetzung der Ashriver-Reihe, die mir grundsätzlich auch sehr gut gefällt. Sowohl Riley als auch Ezra kannte ich bereits aus Band 1 und ich war neugierig, ob die zickige und verwöhnte Riley aus dem vorherigen Band nun als Hauptcharakter taugen würde. Auch Ezra hat sich in Band 1 nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert und ich war sehr begierig zu erfahren, was ihn zu der Person hat werden lassen, die er zuletzt nach außen kehrte. Die Handlung wurde in wechselnden Kapiteln aus Rileys und Ezras Sicht wiedergegeben und während mir Ezra sehr schnell ans Herz wuchs und ich seine Motive gut nachvollziehen konnte, wurde ich mit der rücksichtslosen Riley nicht so recht warm. Erst zum zweiten Drittel des Romans konnte sie Punkte bei mir sammeln und ich stehe ihr inzwischen freundlich gesinnter gegenüber, auch wenn sie weiterhin nicht meine Lieblingsfigur ist.

Während ich die Charakterentwicklung der Figuren gut nachempfinden konnte und das erste Drittel des Romans atemberaubend gut war, machte die Handlung ab dem zweiten Drittel jedoch inhaltlich diverse Sprünge, bei denen ich nach und nach nicht mehr hinterherkam. Zu abrupt wurde ich als Leserin in Situationen geworfen, die dann nicht näher ausgeführt und nur wie nebenher abgehandelt wurden. Die Erzählung wirkte wie Perlen, die aneinander aufgereiht wurden, um möglichst viele Themen abzuhaken. Hier hätte ich mir gewünscht, dass sich die Autorin deutlich mehr Zeit nimmt – das cosy Lesefeeling aus Band 1 und dem ersten Drittel des Buches habe ich da sehr vermisst. Dies bewirkte leider auch, dass ich in der Romanze zwischen Ezra und Riley emotional überhaupt nicht hinterherkam und z.B. der erste Kuss (vollkommen aus dem Nichts) keine positiven Gefühle bei mir auslöste. Hier habe ich das Prickeln und die Anziehung zwischen den Figuren wirklich vermisst. Das Ende löste sich etwas im Nichts auf und zurück blieb das Gefühl, „hier wäre mehr drin gewesen“.

Fazit: Ein typischer, nicht so runder Zwischenband. Nichtsdestotrotz bin ich wahnsinnig gespannt auf Teil 3 und damit Abschluss der Reihe, um auch das übergeordnete Geheimnis zu erfahren!

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Veröffentlicht am 30.03.2025

Mehr erwartet

Breakups and Butterflies
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Inhalt: Mara hat alles im Griff – wenn sie nicht gerade den Zwergspitz ihrer Chefin hüten muss und ihr Verlobter Sebastian sich nicht aus heiterem Himmel von ihr trennt und sie aus der Wohnung schmeißt. ...

Inhalt: Mara hat alles im Griff – wenn sie nicht gerade den Zwergspitz ihrer Chefin hüten muss und ihr Verlobter Sebastian sich nicht aus heiterem Himmel von ihr trennt und sie aus der Wohnung schmeißt. Plötzlich steht Maras ausgeklügelter Lebensplan kopf, und sie muss sich nicht nur einen Plan B überlegen, sondern auch eine neue Bleibe finden. Fürs Erste fällt ihr da nur das Co-Working-Office ein. Doch dort trifft sie immer wieder auf Marius. Seines Zeichens Filmemacher, wahnsinnig charmant, sieben Jahre jünger, und planlos glücklich. Also definitiv kein Mann für Mara. Bis sie merkt, dass sie ihm nicht nur seinen Joghurt klauen kann, sondern dass manchmal gar kein Plan auch eine Lösung ist ...

Der Unterhaltungsroman von Kyra Groh "Breakups and Butterflies" hat mir insgesamt gut gefallen. Die Geschichte ist kurzweilig und überschaubar und die Hauptfigur Mara macht eine große Entwicklung in ihrer Persönlichkeit durch. Vor allem die Nebenfiguren Maras Bruder und Love Interest Marius habe ich schnell ins Herz geschlossen. Obwohl der Roman amüsante Szenen und nette Figuren beinhaltete, konnte er mich dennoch nicht vollends überzeugen. Man merkt beim Lesen, dass der Roman von der Autorin bereits vor einigen Jahren geschrieben wurde. Es mangelte an gewohnter Tiefe und auch das Setting wirkte wie 2010er. Nett für Zwischendurch, aber nicht so packend wie erhofft.

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Veröffentlicht am 16.03.2025

Berlin-Märchen

Achtzehnter Stock
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Inhalt: "Unerfüllte Träume sind auch Träume. Sie sind bloß viel gefährlicher.« – Wanda hat sich ihr Leben anders vorgestellt. Ganz anders. Statt auf Filmdrehs und Premieren verbringt sie die heißen Sommertage ...

Inhalt: "Unerfüllte Träume sind auch Träume. Sie sind bloß viel gefährlicher.« – Wanda hat sich ihr Leben anders vorgestellt. Ganz anders. Statt auf Filmdrehs und Premieren verbringt sie die heißen Sommertage im Hof einer Berliner Platte, wo sie mit ihrer fünfjährigen Tochter Karlie im achtzehnten Stock wohnt. Der Lift ist defekt und das Treppenhaus ein einziges Funkloch, in dem man, wenn man Pech hat, das ganze Leben verpasst. Am anderen Ende der Stadt scheint dagegen alles möglich. Als Wanda eine einmalige Chance bekommt, taucht sie ein in eine Welt, in der Geld keine Rolle spielt und Türen immer offenstehen. Doch wie weit sie auch geht, die Platte in ihrem Rücken wird nie wirklich kleiner.
Ein rauer und zärtlicher, temporeicher und fein beobachteter Roman über Zusammenhalt und Selbstverwirklichung und darüber, dass das Glück manchmal näherliegt, als wir denken.

Ich habe diesen Roman als Hörbuch gehört und es wurde sehr angenehm gesprochen von Nina Reithmeier. Inhaltlich war der Roman gut gemacht, aber entgegen meiner Erwartungen eher Unterhaltungsliteratur als Gesellschaftskritik. Für eine echte sozialkritische Stimme war mir der Roman dann doch zu platt. Die Hauptfigur Wanda empfand ich als extrem anstrengend, ihre Handlungen waren oftmals selbstzerstörerisch und selten für mich nachvollziehbar. Mehrfach habe ich um die Tochter Karlie gebangt und das Ende verlief für meinen Geschmack zu rosig. Insgesamt ein anstrengendes Märchen vom Sozialaufstieg aus der Platte in Berlin.

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Chaotisches Wirrwarr mit rundem Ende

Die Bibliothek der Wahren Lügen
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Als der 14-Jährige Oskar einen Schreibwettbewerb in den Sommerferien bei seinem Lieblingsautor Simon Bruma gewinnt, ist er ganz aus dem Häuschen. Vor Ort angekommen, scheint in der Villa des Autors jedoch ...

Als der 14-Jährige Oskar einen Schreibwettbewerb in den Sommerferien bei seinem Lieblingsautor Simon Bruma gewinnt, ist er ganz aus dem Häuschen. Vor Ort angekommen, scheint in der Villa des Autors jedoch nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen. Nachts erscheinen Monster in den Schatten des Flurs und der Autor und seine 12-jährige Tochter November verbergen Geheimnisse und Informationen. Doch Oskar hat keine Zeit sich zu akklimatisieren, denn November ist von einer Krankheit befallen, die nur mittels Oskars Schreibfähigkeiten behandelt werden kann…



„Die Bibliothek der wahren Lügen“ ist für die Zielgruppe ab 11 Jahren gedacht und schildert die Ereignisse aus Oskars Sicht. Während mir der etwas ängstliche und oft drangsalierte Oskar von Beginn an ans Herz wuchs, konnte mich die Geschichte jedoch nicht vollends erreichen. Das Buch las sich ab der Ankunft Oskars in der Villa von Simon Bruma wie ein chaotisches Auf und Ab, in dem mich vieles an Bücher meiner Kindheit bzw. Jugend erinnerten. So z.B. Alice im Wunderland, Tintenherz, Die unendliche Geschichte und Der Herr der Ringe. Leider empfand ich dies jedoch nicht als Hommage an diese Werke, sondern eher als „abgekupfert“ und zu nahe an den Ideen der Originale. Die Handlung war von diversen Kämpfen begleitet und oftmals gab es keine lehrreiche Lösung, sondern ein. „Abrakadabra“ und alles war wieder gut. Oftmals fehlte mir der rote Faden und ich fragte mich, wohin das Wirrwarr führen solle. Das Ende hingegen hat mir persönlich sehr gut gefallen, schloss es doch endlich den Kreis, wodurch ich viele Begebenheiten des Romans endlich nachvollziehen konnte, auch wenn nicht alles Aufklärung fand. Der Sprachstil war überwiegend geprägt von bildlichen Vergleichen, die mir zu Anfang sehr imponierte, nach und nach aber zu zwanghaft und wie aneinandergereihte und damit für den Lesefluss zu sperrige Aufzählungen wirkte. Aufgrund einiger doch gruseliger Szenen und einiger sterbender Figuren, bin ich unsicher, ob der Roman für das Lesealter ab 11 Jahren zu empfehlen ist – zartbesaitete Kinder könnten hier Schwierigkeiten haben, für Teenager ab 14 Jahren hingegen könnte es schon zu uninteressant sein. Alles in allem konnte mich der Roman nicht so recht überzeugen, auch wenn Oskar und vor allem das berührende Ende mir sehr gut gefallen haben.

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