Das Leid mit den Erwartungen
KatabasisKennt ihr das? Das Leid mit den Erwartungen? Das habe ich immer wieder und vor allem bei Fantasy. Denn Fantasy hat ein paar ganz eigene Grundsätze, die für andere Genres nicht greifen. Also ein Krimi bleibt ...
Kennt ihr das? Das Leid mit den Erwartungen? Das habe ich immer wieder und vor allem bei Fantasy. Denn Fantasy hat ein paar ganz eigene Grundsätze, die für andere Genres nicht greifen. Also ein Krimi bleibt ein Krimi, mit einem Toten und Ermittlungen und einer Auflösung. Ein Liebesroman bleibt ein Liebesroman mit Liebenden, die sich finden oder auch nicht, die sich lieben und vielleicht trennen oder auch nicht, mit Happy End oder nicht. Liebesroman halt. Aber Fantasy kann alles sein. Eine Wundertüte oder wirres Zeug, ein Abenteuer oder langweilige Wiederholungen, etwas Neues oder aufgewärmtes Altes.
Und dann die Erwartungen. Ich kenne die Autorin Rebecca F. Kuang. Ihr Roman "Babel" war ein herausragendes Fantasybuch für mich. Yellowface eine interessante Gesellschaftssatire im Literaturmillieu. Und dann nun Katabasis, das mutmaßlich in der schon bekannten Babelwelt spielen könnte, denn es ist ein fiktives Cambridge und die Sprache gehört als wichtiger Eckpfeiler zur Formung von Magie dazu. Also habe ich mit Ähnlichem gerechnet, wie in "Babel".
Langer Rede kurzer Sinn. Meine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt. Die magische Welt gefällt von Cambridge gefällt mir nach wie vor. Die Hauptdarsteller haben eine ähnliche Charakterstruktur wie die in Babel und sind mit vielen Schattierungen beschrieben. Das fand ich auch gut. Aber der Plot an sich war teilweise etwas verworren und scheinbar unausgegoren und der Handlung fehlte an einige Stellen die nötige Zugkraft und der Spannungsbogen. Statt dessen versuchte Kuang andere Dinge in den Mittelpunkt zu stellen und zum Nachdenken anzuregen. Z.B. das Thema Sexismus und Machtmissbrauch an einer Universität. Sicherlich ein wichtiges Thema und prinzipiell mag ich solche realistischen Ansatzpunkte in Fantasy sehr gerne. Aber hier erschien es mir oft das Mittel zum Zweck und der Mittelpunkt der Handlung und das hat mich etwas ermüdet.
Katabasis kann man lesen, muss man aber nicht. Babel MUSS man lesen.